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Rasende Interaktion von Gehirn und Muskelapparat

Im Gegensatz zum Straßenradeln kommt im Gelände dem Aspekt <Koordination>  eine herausragende Bedeutung zu. Nicht nur der muskuläre Bewegungsapparat muss sich Belastungen anpassen, sondern sensomotorische Fähigkeiten – gemeinhin als mentale Fitness bezeichnet - wollen mit fahrtechnischen Anforderungen d'accord gehen. Sage und schreibe über 600 Muskeln verrichten im Körper ihre mechanischen Anpassungsbewegungen. „Schwerstarbeiter“, welche im Wechsel von Arbeit und Erholung wohl koordiniert sein wollen. Wie sagten bereits die Römer? „In einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist!“ Was sich hinter dem diffusen Begriff <mental> genauer verbirgt, der in Sportlerkreisen allenthalben zu hören ist, herrscht oft Rätselraten, weil die Dinge unterhalb der Bewusstseinsschwelle verselbständigt ablaufen.

Der Schwierigkeitsgrad einer MTB – Strecke bemisst sich maßgeblich nach konditionellen und fahrtechnischen Maßstäben. Je technischer die Route, desto intensiver werden koordinative Fähigkeiten (Sensomotorik) geschult. Attribute wie Konzentrationsfähigkeit, Geschicklichkeit, Balancegefühl, Feinmotorik und Reaktionsschnelligkeit machen komplexe Bewegungsabfolgen – sprich Bikebeherrschung - in tückischem Gelände erst möglich.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass der MTB-Sport ein vom Straßenradsport abweichendes physiologisches Anforderungsprofil besitzt. Die Unterschiede sind augenscheinlich, denn der Mountainbiker verlagert sitzend wie stehend streckenbedingt ständig seinen Körperschwerpunkt, stellt sich fortwährend auf wechselnde Bodenbeschaffenheiten ein und muss zudem mit beherztem Körpereinsatz augenblicklich Hindernisse parieren. Insbesondere anspruchsvolle Singletrails fordern psychosoziale Skills enorm, da heftige Schläge, derbe Vibrationen und rasante Ausgleichssteuerungen Rumpf- Oberkörper- und Beinmuskulatur, Unterarme (Armstrecker) und Schulterbereich malträtieren.

Damit alles fließend wie aus einem Guss gelingt, will jede muskuläre Aktion präzise gesteuert (Sensomotorik) sein. Genau dafür zeichnet sich als Entscheidungs- Kommando- und Kontrollzentrum das „Headquarter“ unter der Schädeldecke mit kognitiver (geistiger) Potenz verantwortlich. Talentierte Bewegungskünstler vermögen im ruppigen Gelände summa summarum ihre mentale Fitness phänomenal auf’s Parkett zaubern. Faszinierend, wie mustergültig mentale und körperliche Arbeit verzahnt ist, die das menschliche Gehirn mitsamt Muskelapparat in rasender Interaktion vollbringt und zu einem harmonischen Systemgebilde vereint. Verantwortlich für die intermuskuläre (Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Muskelgruppen) und intramuskuläre Koordination (Funktionsarbeit innerhalb eines Muskels) ist das Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark).