Mountainbiker rocken den 35. Arber-Radmarathon und feiern 20 jähriges MTB-Jubiläum

Übersichtliche Ausschilderung, nützliche Warnhinweise bei Gefahrenstellen, gut bestückte Labestationen, das neu initiierte Beschilderungskonzept und vor allem die flowigen Trails waren voll des Lobes. Auch die optimierte Streckenführung der langen Route - insbesondere der neue Flow-Trail ins Regental - brachte die Glückshormone zum Tanzen. Der eigentliche Burner war allerdings die Premiere des Bergzeitfahrens.

Deutschlands größte Radtouristikveranstaltung - der 35. Arber-Radmarathon - ist Geschichte. Insgesamt stürzten sich 6.101 Teilnehmer - davon knapp 1.000 Mountainbiker - mit Elan ins schweißtreibende Vergnügen. Das Wetter kann man mit einem lachenden und weinenden Auge betrachten. Erfreulich war, dass entgegen der schlechten Wetterprognosen von Dauerregen, Gewitter, Sturm und Hagel nichts von dem eintrat. Anders als erwartet herrschte völlig trockenes Radlerwetter. Auch wenn es in der Nacht regnete herrschte aufgrund der vorangegangenen Trockenheit perfekte Bodenbeschaffenheit mit besten Grippbedingungen - ganz im Gegensatz zur Befahrung beim "vereinsinternen Arber" eine Woche zuvor. Mehr noch: nach der unterträglichen Hitzeperiode war das Thermometer rechtzeitig auf angenehme 25 Grad gefallen, worüber sich auch Barbara Wilfurth, Präsidentin des veranstaltenden Veloclubs Ratisbona unbandig freute. Kehrseite der Medaille: die unzutreffenden Wettervorhersagen hielt insbesondere Nachmelder davon ab, das fälschlich prognostizierte Regenrisiko einzugehen. Da die Anmeldezahlen im Vorfeld auf demselben Niveau des letzen Jahres lagen erklärt es den Teilnehmerschwund von etwa 10%. Nichts desto trotz sorgt gerade die immens große Teilnehmerzahl für den außergewöhnlichen Flair unter Gleichgesinnten. Pech also für die Daheimgebliebenen und Glück für diejenigen, die sich nicht beirren ließen und mit viel Spaß und körperlichem Einsatz ein geniales Bikerlebnis genießen durften.

Das sogenannte "Warm-Up" verlief über die verkehrsbefreite Frankenstraße und Walhalla-Allee Richtung Kalkwerk.

Bereits beim Anflug auf die Botanik herrschte gute Stimmung. 

Freie Fahrt ohne auf einer mehrspurigen Ausfallstraße ohne Rotlicht beachten zu müssen hat man auf dem Bike auch nicht alle Tage. Im übrigen dient die Straßensperrung auch der Sicherheit, da die Massenpulks mehr Raum zur Verfügung haben und diese sich auf den ersten 5 km schneller entzerren.

Cooler Spruch der Hinterherfahrende schmunzeln lässt.

Das ist sie: die gepflasterte "Goodmorning-Rampe" hinauf zum Brandlberg. Auf dem relativ kurzen Anstieg sorgt die 20% Steigung, dass die Hitzeregulation durch  Schweißbildung in Gang kommt.

Der "radelnde Reporter" im Einsatz. Ganz witzig, wenn Nachfolge einen Kommentar abgeben bzw. sich im Rahmen der Sauerstoffnot ein Small Talk entspannt ohne jemals die Person real zu Gesicht zu bekommen. Zumindest virtuell lüftet sich beim Betrachten der Fotos das Geheimnis wer mit einem gesprochen hat.

Knapp 1000 Mountainbiker verteilten sich auf drei Routen. So entschieden sich 55% für die kürzere Altenthannrunde (Tour H), 27 % nahmen die mittlere Süssenbachrunde (Tour G) in Angriff und 18% wagten sich an die anspruchsvolle Regentalrunde (Tour F). Die Verteilung spiegelt jedoch nur die theoretische Streckenfrequenz wider,  da unterwegs der eine oder andere doch auf eine kürzere Variante umschwenkte. Besonders an der Streckengabelung F + G hielten wiederholt Biker an um in sich zu gehen und zu überlegen ob die Kondition für die anspruchsvolle Regentalrunde wohl ausreichen mag. 

Das Hauptfeld ist anfangs noch dicht beisammen, dennoch geht es sehr diszipliniert zu. Schnellere Fahrer machen sich akustisch bemerkbar, langsamere Fahrer machen bereitwillig Platz. 

Die Auffahrt zum Keilberg (120 hm) sorgt für eine weitere Leistungs-Selektion, was das Feld in die Länge zieht bzw. die Gruppenbildung fördert.

 

Für Locals zählt der Ludwig Akstaller Steig mit zu den beliebtesten Flow-Trails. Im Bild eine technische Uphill-Passage, die fahrtechnisch die Spreu vom Weizen trennt.  

Je nach Fahrkönnen wird die Wurzelpassage fahrend oder schiebend überwunden. 

Was den  Ludwig Akstaller Steig so beliebt macht ist sein Abwechsreichtum. 

Knöchrige Wurzelarien, flowige Abschnitte, kurze Up and Downs, tricky Schlüsselstellen, rasante Turns - alles vorhanden was des Bikers Herz höher schlagen lässt.

 

Beim Anflug auf das Otterbachtal ist die Freude unverkennbar. Ratschen mit dem Nachbarn oder kraftstrotzende Gesten sind anfangs noch zu beobachten. Doch je länger man im Sattel sitzt spürt man wie einem die permanenten Anstiege weich kochen. 

Hinter Forstmühle folgt ein kräftezehrender Stich auf losem Schotter. Umso mehr freut man sich über das Verpflegungs-Hinweisschild, das der Psyche postwendend Auftrieb gibt.

Mit der Labe in Schönfeld ist nach 33 km ein ersehntes Etappenziel erreicht.

Ein erhöhter Leistungsumsatz braucht dementsprechend Nachschub, damit der Motor wieder frische Schubkraft bekommt.

Frisch gestärkt geht es nach Altenthann (2 km), wo sich die erste Streckenverzweigung befindet. 

Richtung Luckstein folgen dicht aufeinanderfolgend gut 10 cm hohe Wurzelstränge. 

Bei KM 42.4 traf man auf die Getränkestation Luckstein. Wer seinen Energienachschub seit Schönfeld schon wieder verstoffwechselt hatte, dem halfen hier Energieriegel über den Berg. Für jene, die die Süssenbachrunde fuhren war die nächste V 2 Schönfeld 14 km entfernt, während die Fahrer der Regentalrunde bis zur V 2 nach Zell noch 23 km vor sich hatten. Besonders an der Streckengabelung F + G hielten wiederholt Biker an um in sich zu gehen und zu überlegen ob die Kondition für die anspruchsvolle Regentalrunde wohl ausreichen mag. 

An der Streckengabelung F + G (KM 46.3) hielten wiederholt Grüppchen oder einzelne Biker an um zu diskutieren bzw. nachzudenken ob man sich die anspruchsvolle Regentalrunde tatsächlich antun möchte. Tipp: wer hier bereits ziemlich ausgepowert ankommt sollte nicht lange überlegen, d.jh. man tut gut daran die kürzere Süssenbachrunde einzuschlagen (auch wenn das Ego vielleicht mehr möchte). Die knapp 20 km Schleife mit zusätzlichen 500 Höhenmetern macht sich besonders auf dem bergigen Rückweg bemerkbar. Wer an der Streckenverzweigung schwächelt, dem zieht es auf der langen Runde wahrscheinlich irgendwo den Stecker.

Bergzeitwertung 

No pain no gain: als gefürchteter Scharfrichter tut der bocksteile und teils technisch anspruchvolle 130 hm-Uphill bei Süssenbach jedem Biker weh - egal wie fit man ist. Manche schnauften erst mal durch und gönnten sich auf der Wiese eine regenerative pulssenkende "Ruhepause" bevor es zur Sache ging. Beim Wertungsstart spielten sich jedenfalls belustigende Szenen ab. Ein ums andere Mal wurden witzige bzw. sarkastische Sprüche abgelassen. Die süffisante Frage eines Teilnehmers, ob dies der "Umbringberg" sei war allerdings nicht ganz unbegründet. Manche Ausdauer-Cracks nahmen die sogenannte Challenge "beim Wort" anderen war die Zeitnahme schnurzpiepsegal. Demzufolge wurde der Anstieg von rennambitioniert bis hin zur völligen Gleichgültigkeit unterschiedlich bewältigt. Während spindeldürre Bergflöhe in vollem Karacho nach oben spurteten, legten andere den ökonomischen Schongang ein. 

So mancher Protagonist schien trotz gehörigem Höhenmeterpensum in den Beinen überschüssige Kräfte zu haben, sonst würde er die Bergzeitwertung wohl nicht mit einem filmreifen Wheelie einläuten. In Anbetracht herrschender Ermüdungserscheinungen kostete es umso mehr Willenskraft sich zu überwinden, seine Kraftreserven zu mobilisieren und an sein quälendes Leistungslimit zu gehen. Auf der anderen Seite ließ sich das Groß der Just for Fun Fahrer von der Zeitnahme jedoch keineswegs beeinflussen bzw. aus der Ruhe bringen. Im Relaxed-Modus stiefelten sie gemächlich bergwärts und blendeten die Zeitnahme völlig aus.den  Überdies war manchen Teilnehmern Teamspirit wichtiger als irgendein Rankingplatz. So bewältigten nicht wenige unter dem Motto "Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude gemeinsam den steilen Stich nach oben. Die relativ große Teilnehmerzahlt bringt es mit sich, dass sich auf der Strecke ebenbürtige Fahrer zu Grüppchen vereinen, was das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt. Eine Tatsache, die Veranstaltungen wie den Arber-Radmarathon auszeichnen.

Fazit: statt bierenstes Wettkampfgebahren herrschte überwiegend unbekümmerte Fröhlichkeit, eben weil es jeder selbst in der Hand hatte seine Leistungsgrenzen auszureizen. Letzten Endes die Frage der persönlichen Einstellung. Auf den Nenner gebracht: das Bergzeitfahren verquickte wettkampforientierten Leistungssport mit dem Charme einer Breitensport-Veranstaltung. Gleichwohl ist und bleibt der Arber-Radmarathon eine radtouristische Veranstaltung, dessen ausgeprägter Breitensport-Charakter durch das Bergzeitfahren nicht im geringsten verloren geht.

Umfahrungstipp: wer mit seinen Kräften am Ende ist kann auf der Straße 5 km nach Forstmühle (Straße führt an der Verpflegungsstelle Schönfeld vorbei) und von dort via Sulzbach-Donaustauf nach Regensburg fahren (23 km). Mit Ausnahme eines langen Ziehers (75 hm) bei Forstmühle ist die Strecke weitestgehend flach. 

Hoch motiviert - oder easy going - eine Entscheidung die jeder Teilnehmer für sich selbst traf.

Ob sportlich ambitioniert oder nicht: jeder Teilnehmer hatte die Wahl seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Je größer die Qual desto euphorischer das Glücksempfinden - eine vielversprechende Aussicht die der Willenskraft in die Karten spielt.

Ist erst mal der Waldrand erreicht ist Schluß mit lustig. Meter um Meter zieht die Steigung ihre Daumenschrauben an.

Während des quälenden Kurbeltritts im Schneckentempo mag einem der geniale Werbespot mit den zwei Steinböcken in den Sinn kommen: Kämpfa Kämpfa Komm! Carbon statt Kondition gell du Hopp Hopp....

Damit niemand vom "rechten Pfad" abweicht gibt der Pfeil die Richtung vor: straight berauf!

Tja, nur 700 Meter bis zum Bergzeitwertungs-Finish und trotzdem wird der "Katzensprung" als endlos weit empfunden. Die Wahrnehmung spielt einem einen Streich, was natürlich die brutale Kraftanstrengung verursacht.

Von wegen schwaches Geschlecht: während die Dame den Stich ehrgeizig nach oben zirkelte

strich ihr männlicher Partner die Segel und bewältigte den herausfordernden Abschnitt notgedrungen im Schiebebetrieb. Er gab sich keine Blöße und nahm es mit Humor. Obendrein lobte er seine Partnerin für den erfolgreichen Kraftakt. In harmonischer Eintracht zogen sie gemeinsam von dannen.

Yeah, die finalen 300 flachen Meter locken zur Sprinteinlage, auch wenn die Waden um Gnade winseln. Ein geeingeter Moment seiner Beinmuskulatur den unvergessenen Spruch von Jens Voigt ins Gewissen zu schreien: Shut Up Legs!

Das Bergwertungs-Finish-Banner vor Augen registriert das Hirn mit Genugtung.

Tschakka, geschafft. 

Respekt, das Geschwisterpaar wagte sich nach mehreren Teilnahmen (kurze Altenthannrunde) erstmalig an die wesentlich schwierigere Süssenbachrunde - und das mit großem Erfolg. Bravo!

Resultate des Bergzeitfahrens (Wegstrecke 1.200 Meter / 135 Höhenmeter)

»MTB-Bergkönig« wurde Florian Holzapfel. In 6:15.Minuten bewältigte er den Uphill, was ein  Ø von 11.51 km/h entspricht (192 Meter pro Minute).

Bei den Damen heimste Doris Thoma den Titel »MTB-Bergkönigin« ein. Sie bezwang den Uphill in 8:12 Minuten, was ein Ø von 8.78 km/h entspricht (146 Meter pro Minute).

Top 3 Ergebnisse Herren

1. 6281 HOLZAPFEL Florian (M) 0:06:15.20 -

2. 5946 LOHR Manuel (M) 0:06:23.22 + 0:00:08.02

3. 5947 KODEHL Ludwig (M) 0:06:23.66 + 0:00:08.46

Top 3 Ergebnisse Damen

1. 6103 THOMA Doris (W) 0:08:12.08 -

2. 6217 RODER Hanna (W) 0:11:18.07 + 0:03:05.99

3. 6056 PREISCHL Luisa (W) 0:11:29.43 + 0:03:17.35

Top 3 Ergebnisse Gesamtwertung Tour F (Regentalrunde)

1. 5946 LOHR Manuel (M) 0:06:23.22 -

2. 5947 KODEHL Ludwig (M) 0:06:23.66 + 0:00:00.44

3. 5722 HAGE Sören (M) 0:06:27.56 + 0:00:04.34

Top 3 Ergebnisse Gesamtwertung Tour G (Süssenbachrunde)

1. 6281 HOLZAPFEL Florian (M) 0:06:15.20 -

2. 6209 SCHATZ Maxi (M) 0:07:12.10 + 0:00:56.90

3. 6359 LAMMINGER Lukas (M) 0:07:12.11 + 0:00:56.91

Top 3 Ergebnisse E-Bike

1. 6082 BÄR Klaus (M) 0:07:41.68 -

2. 5996 SCHOIERER Benedikt (M) 0:08:43.16 + 0:01:01.48

3. 7067 DIRSCH Christian (M )0:12:09.00 + 0:04:27.32

MTB-Bergwertung Herren

MTB-Bergwertung Damen

MTB-Bergwertung Tour G

MTB-Bergwertung Tour F

Ergebnisliste der Fa. Zeitgemaess

Vom Gipfel der Bergzeitwertung sind es 3 km zur Verpflegungsstation Schönfeld. Die harten Anstiege hat man hinter sich gelassen. Über die wellige, rampenfreie  Streckencharatkeristik dürfte wohl jeder amused sein.

Die Vorfreude auf die Zielankunft kippt schon mal ein Stamperl Glückshormone in die Blutbahn. 

Umfahrungstipp: wer am Abzweig vom Falkenstein-Radweg auf den letzten Anstieg nach Steinrinnen (110 hm) keinen Bock mehr hat, fährt die stillgelegte Bahntrasse direkt nach Wenzenbach. Nach Überquerung der Schönberger Straße biegt man nach ca. 100 m rechts Richtung Sportgelände ab, passiert linkerhand den Gemeinde-See wo man bei der Mittelschule in die Lindhofstraße einbiegt. Nur wenige hundert Meter weiter trifft man in Roith (Sandhofstraße) wieder auf die offizielle Route, welche zur letzten Verpflegungsstation Gaststätte Gambachtal in Fussenbach führt (1km).   

Die Polizei war mit rund 90 Einsatzkräften zugegen, während 23 BRK-Helfer für das gesunheitliche Wohl sorgten. Hierbei ist die stete Freundlichkeit und das ausgesprochen harmonische Verhältnis zu den Teilnehmern lobenswert - solange man sich natürlich an die Regeln der StVO hält.

Auch unter den Polizeieinsatzkräften herrschte gute Stimmung. Erfreulicherweise hatten sie nur wenig Arbeit, denn aus polizeilicher Sicht gab es keine besonderen Vorkommnisse. Angesichts der enormen Teilnehmerzahl spricht dies für disziplinierte Fahrverhalten der Teilnehmer.

Ohne sie läuft gar nichts: Unter den 250 Helfern des veranstaltenden Veloclub Regensburg herrschte bei ihrem pflichtbewussten "Arbeitseinsatz" immer gute Laune.

Nur Dank ehrenamtlicher Leistung sind solche Radsport-Events überhaupt zu stemmen. Bleibt festzuhalten, dass das Netzwerk der Zusammenarbeit optimal funktionierte und jeder Helfer seine Aufgaben mit viel Engagement und Herzblut erfüllte. De facto ein entscheidender Mosaikstein, ohne den ein reibungsloser Ablauf  nicht gewährleistet wäre.

The work is done. Nach 12 stündigem Arbeitseinsatz wieder wohlbehalten in den Schoß der Heimat zurück gekehrt. Der eine als pflichtbewußter Routenmarkierer, Streckenposten und gefürchtetes Rennradschreckgespenst (fährt Rennrad-Marathondistanz mit dem MTB locker vom Hocker 30er Schnitt) - der andere im offiziellen TRANS BAYERWALD Trikot als Bergzeitwertungsmotivator nach 100 km mit 500 Fotos im Gepäck...

Veranstalter und hohheitliche Organe arbeiten Hand in Hand. Positives Feedback bestätigte die Zufriedenheit der Teilnehmer was letztlich Beleg dafür ist, dass organisatorisch und logischtisch alles wie am Schnürchen lief. Alles in allem war der 35. Arber-Radmarathon eine  gelungene Veranstaltung. Beim Helferfest am 31. Juli wird nochmals alles Revue passieren und die Abläufe im Sinne einer Optimierung aufgearbeitet. 

Auch die Rettungskräfte hatten gottlob nicht viel zu tun. Kreisbereitschaftsleiter Jürgen Eder vermeldete zwei Krankehaus-Transporte, während sieben gestürzte Radfahrer ärztliche Hilfe im BRK-Zelt am Dultplatz benötigten. 

Schöne Geste: die letzten Ankömmlinge wurden von der Polizei mit Hupen und Sirenen eskotiert und vom Publikum klatschend auf dem Regensburger Dultplatz empfangen. Nach Rückkehr feierten die ausgemergelten Radsport-Enthusiasten im Ziel standesgemäß. So wurden die Energiespeicher nachgeladen und der reichliche Flüssigkeitsverlust wieder eingepegelt. Nach dem "Arber" ist vor dem "Arber": am 26. Juli 2020 heißt es auf ein Neues!

Mountainbiker feiern beim 35. Arber-Radmarathon ihr 20-jähriges Jubiläum

VCR-Repräsentanten und Sponsoren in Reih und Glied. Der Veloclub zeigt mit dem farbfreudigem Arber-Radmarathon-Trikot - vorgestellt am 8. Juli bei der Pressekonferenz - erstmals grünweiße "Flagge". Im Unterschied zum bekannten rot gepunkteten Bergtrikot weist das neue ARM-Trikot signalgrüne Punkte auf. Dem zweifachen Ex-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl war es ein Herzensanliegen ein besonders auffälliges Trikot präsentieren zu dürfen. Für ihn stellen Signalfarben ein optisches Sicherheitsmerkmal dar, damit die Radfahrer im Straßenverkehr besser wahrgenommen werden. 

Am 23. Juni sowie zum vereinsinternen "Arber-Radmarathon" wurden die MTB-Routen nochmals final gecheckt. Eigentlich logisch, dass der optimierte Streckenverlauf mit seinen wurzligen Trails (Tour F+G) tierisch Spaß bereitete. Übrigens bereichert seit dem Jahr 2000 die MTB-Disziplin den Arber-Radmarathon, der bis dahin eine reine Rennradveranstaltung war. Demzufolge feiern Mountainbiker am 28. Juli ihr 20-jähriges Jubiläum. Ein Grund mehr dieses Jahr dabei zu sein.

Um den Trailanteil - bei gleichzeitiger Reduzierung von Straßenabschnitten - zu erhöhen, wurden einige Routen-Optimierungen vorgenommen. Nur um ein Beispiel zu nennen: Biker der langen Tour F  dürfen sich auf ein rasantes flowiges Trail-Schmankerl freuen, denn von der Hetzenbacher Höhe (620 m) führt ein gewundener Pfad hinab ins Regental (369 m). 

Wer ko der ko - Chickenway oder Bachfurt - hier trennt sich die Spreu vom Weizen

Um die Strecken insgesamt attraktiver zu gestalten wurde Jahr um Jahr der seligmachende Trailanteil sukzessive erhöht. 

Im Regental wird auf der Tour F das Kloster Reichenbach - gegründet 1118 von den Benediktinern - das direkt am Fluss Regen in dem gleichnamigen Ort im Landkreis Cham liegt passiert. In dem Kloster der Barmherzigen Brüder vom hl. Johannes von Gott ist heute eine Heil- und Pflegeanstalt für geistig und körperlich Behinderte sowie eine Fachschule für Heilerziehungspflege untergebracht. Beim Arber-Radmarathon ist ein Besuch zwar irrelevant, doch alle die irgendwann einmal in der Gegend sind: Sehenswert ist die romanische Basilika mit den beiden Türmen und einer reichhaltigen Innenausstattung.

Vor lauter Flow kann es schon passieren, dass man im Waldgebiet vor Reichenbach an der 20 m hohen Felsenwand aus übereinander geschichteten Felsen "Wilder Mann" sowie dem Naturdenkmal Pfaffenstein unbemerkt vorbei rauscht. Wäre schade, denn der Pfaffenstein ist eine wuchtige Felsformation auf einer Waldlichtung, die aus übereinander liegenden riesigen Felsblöcken besteht auf denen sich eine große “Steinkugel” mit Gipfelkreuz befindet. Wer nicht gerade auf "Flucht" unterwegs ist der gönnt sich die Zeit ab und an mal abzusteigen, inne zu halten und die beeindruckende Landschaft auf sich wirken zu lassen. Es sind ja gerade die eindrucksvollen Momente, die sich ins Langzeitgedächnis einbrennen. Es gibt der Tour das besondere Etwas, dessen Erinnerungen fortan im Geiste mit schwingen.

Die Ruine der Burg Lobenstein trohnt über dem Gemeindeort Zell. Für jene, die mal zu einem anderen Zeitpunkt eine Ausflugstour planen: Die Burgruine mit Aussichtsturm ist ganzjährig frei zugänglich. Über eine Stahltreppe erreicht man das obere Stockwerk mit wunderbarer Aussicht über die hügelige Landschaft des Vorderen Bayerischen Waldes bis hin zu den Bayerwaldbergen Hoher Bogen und den Großen Arber. 

Pressekonferenz 13. Mai 2019

Alle Jahre wieder steppt am letzten Juliwochenende sozusagen der Bär am Regensburger Dulplatz: Barbara Wilfurth (VCR-Präsidentin) sagte bei der diesjährigen Pressekonferenz über den Arber-Radmarathon - welcher bereits seit dreieinhalb Jahrzehnten seinen festen Platz im Breitensportkalender einnimmt und auch diesmal wieder rund 7000 begeisterte Radsportler wie Mountainbiker bundesweit anlocken wird: „Es ist eine große Radsportfamilie, die sich bei uns in Regensburg trifft“.

Über viele Jahre hinweg hat sich das Orga-Procedere perfekt eingeschliffen. Dies bedeutet aber nicht, dass man Neuem gegenüber nicht aufgeschlossen wäre. Barbara Wilfurth: „Aber wenn wir irgendwo etwas Neues finden, schauen wir es uns gleich ab“. Diesmal haben sich die Mountainbiker eine Neuerung einfallen lassen. Sie ermitteln unter den Teilnehmern, die in Wettstreit treten wollen, auf einem 1200 Meter langen und mit durchschnittlich 12,5 Prozent Steigung versehenen Anstieg bei Süssenbach mit einer Zeitwertung, die sonst beim Arber-Radmarathon fehlt, König und Königin am Berg".

Damit der schweißtreibende Ritt durch die Botanik unterhaltsamer und der Biker ein wenig von der schweißtreibenden Kurbelleistung ablenkt wird, erwartet die Teilnehmer entlang der Wegstreckeauf allen drei MTB-Strecken Schilder mit witzigen Karikaturzeichnungen - entworfen von einer Kunststudentin - mit lustigen Sprüchen die bestimmt für Schmunzeln sorgen. Es ist angerichtet, lasst euch überraschen. 

Bergzeitwertung ist ein sensationelles Highlight

Final Countdown - letzter Streckencheck am 21. Juli. Das unscheinbare Holzschild <Zum Heilig Bründl> an der Siegensteiner Straße am Ortsende hinter Süssenbach (Bild oben) markiert den Startpunkt der Bergzeitwertung.

Zum Doppel-Jubiläum (35. Ausgabe des ARM / 20. Ausgabe des ARM für Mountainbiker) sorgt neben Streckenoptimierungen und  kreativem Schilderkonzept vor allem die installierte Bergzeitwertung (Strecke F + G) für Aufsehen, weil es insbesondere für eine radtourstische Veranstaltung mit Breitensportcharakter eine ungewohnte Neuheit in Deutschland darstellt. Erstmals in der langjährigen Geschichte des Arber-Radmarathon starten die Mountainbiker (ausgenommen Altenthannrunde) mit einer am Lenker montierten Transponder-Startnummer. Ermittelt werden hierbei der »MTB-Bergkönig« und die »MTB-Bergkönigin«, die einen Gutschein für den 36. ARM 2020 erhalten.

Karenzzeiten

Aus Sicherheitsgründen gelten für die Süssenbach- und Regentalrunde Streckenschließungen (Karenzzeiten). An der ersten Streckengabelung in Altenthann (KM 35) ist ab 11.00 Uhr keine Weiterfahrt mehr auf die Süssenbach- bzw. Regentalrunde möglich, d.h. Nachzügler werden dann auf die Altenthannrunde weitergeleitet! Die Weiterfahrt zur Regentalrunde ist ab 12.30 Uhr bei der zweiten Streckengabelung Nahe Hirschenbühl (KM 47) ebenfalls nicht mehr möglich, d.h. Nachzügler werden auf die Süssenbachrunde weiter geleitet. 

Die Zeitlimits sind so großzügig bemessen, so dass auch weniger gut trainierte Biker samt angemessener Pausenstopps die angegebenen Durchfahrtszeiten locker schaffen. Bei zügiger Fahrtweise passiert man Altenthann nach etwa nach 1:35 Stunden bzw. Hirschenbühl nach etwa 2 Stunden, d.h. der Zeitpuffer reicht selbst bei einer halb so schnellen Durchschnittsgeschwindigkeit immer noch aus. Dennoch sollte man die Zeit nicht gänzlich aus den Augen verlieren, besonders wenn man im gemächlicheren Genuss-Modus unterwegs ist bzw. sich Erholungsphasen gönnt. Abgesehen davon bieten die Streckenverzweigungen je nach Befindlichkeit/Wetter etc. eine praktikable Abkürzungsalternative.

An der Bergzeitwertungs-Messstelle gilt beim Abzweig von der Siegensteiner Straße am Ortsende von Süssenbach ab 15.00 Uhr eine Karenzeit, d.h. wer diesen Streckenpunkt später passiert wird zwar elektronisch nicht mehr erfasst, kann aber selbstverständlich seine Tour wie gewohnt völlig stressfrei zu Ende fahren. Zudem brauchen Fahrer ohne Zeiterfassung kein DNF (Did not Finish) auf der Ergebnisliste befürchten. 

Der Arber-Radmarathon ist eine radtouristische Veranstaltung und nicht als Radrennen klassifiziert., was für die Teilnehmer zur Folge hat, dass die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung auf öffentlichen Straßen bindend sind.

Da sich der 1.2 km lange Uphill (135 Höhenmeter, Ø Steigung 12%, Steigung max. >20%) erst im Schlussdrittel der Route befindet, stellt die Rampe die Kondition auf die Probe. Wer nach 51 km (Strecke G) bzw. 73 km (Strecke F) und 1.300 bzw. 1.800 Höhenmeter an der Signalantenne vorbeirollt hat natürlich nicht mehr die frischesten Beine. Dass ausgerechnet hier am Scharfrichter des Tages das Bergzeitfahren ausgerichtet wird dürfte einem lange - ob positiv oder negativ - im Gedächnis bleiben. Andererseits ist natürlich auch klar, dass es beim breitensportorientierten Arber-Radmarathon beileibe nicht um Spitzenleistungen als vielmehr um den Spaß an der Freud geht. Den Erstplatzierten winkt jedenfalls der Titel <Arber MTB-Bergkönig*in> und bekommen dazu 2020 einen Gratis-Startplatz. Im übrigen werden e- Mountainbiker gesondert in einer eigenen Kategorie aufgeführt.

Die Andachtsstätte und Mariengrotte <Zum Heilig Bründl> bekommt man nicht zu Gesicht, obwohl diese nur wenige Meter abseits der Route liegt. Nach dem Scheitelpunkt verläuft der Wertungsabschnitt in einem Linksschwenk abflachend noch 300 Meter bis zum sichtbaren Bergzeit-Zielbanner. Mit Hilfe eines speziellen Lesegerätes wird bei der Durchfahrt der Ziellinie die Zeit eingelesen, an den Rechner und später an den Server übertragen. 

 

Es versteht sich von selbst, dass ein solch steiler Stich nach der absolvierten Strecke mehr Qualen bereitet als zu Beginn der Tour. Im Schneckentempo zieht sich der Anstieg wie ein Kaugummi.  

Tipp: der sanfte Anstieg schaut anfangs recht harmlos aus. Doch der Eindruck täuscht, denn das "dicke Ende" verbirgt sich im Wald. Man ist von daher gut beraten, kontrolliert unterhalb seiner Schwellenleistung bzw. erträglichen Pulsbereich den Wadelzwicker anzugehen. Ansonsten geht einem weiter oben vielleicht die Puste aus und muss dann notgedrungen sein Gefährt den Hang hinauf schieben. Der steile Stich von über 25% Steigung zieht erst 500 Meter später im bewaldeten Mittelteil der Messstrecke die Daumenschrauben an. Auch wenn die Beinmuskulatur winseln mag, so kann man sich auf dem Hochplateau auf die Zieldurchfahrt bzw. anschließende Wurzelabfahrt freuen. Außerdem befindet sich die Verpflegungsstation Schönfeld - welche zum zweiten Mal angesteuert wird - nur 3 km von hier entfernt.

Radgattung

Es kommt immer wieder vor, dass sich vereinzelte Teilnehmer mit ungeeignetem Material wie Touren- Trekking- Gravel- oder Crossbikes selbst überfordern. Wer sich mit einem schmalbereiften Rad und Starrgabel ins gröbere Gelände wagt sollte genau wissen was er tut, ansonsten kann die Zweckentfremdung schnell ins Auge gehen (was bei glitschigem Untergrund umso mehr gilt). Wurzelteppiche, Absätze, tiefe Regenrinnen, loser Schotter meistert man vorzugsweise auf robusten, federwerkbestückten Mountainbikes, deren widerstandsfähige Stollenbereifung genügend Grip und Traktion bieten - es sei denn, man gehört zu den begnadeten Fahrtechnikern die das Fahren auf einem ungefederten Rad mit Schmalbereifung perfekt beherrschen. Ob letztlich ein Fully oder Hardtail die bessere Wahl ist, hängt von fahrtechnischen Fähigkeiten bzw. Ambitionen ab. Versierte Biker - die rasant durch's Gehölz tigern setzen vorzugsweise auf leichte agile Racebikes (100 mm Federweg) ohne Hinterraddämpfung. Alle anderen sind mit einem komfortablen, fehlerverzeihendem und nicht allzu schweren (Touren-) Fully (Allmountain) gut bedient (120-140 mm Dämpfer/Federweg).

Auftakt Samstag, 27. Juli 

Los geht's Samstag mittag, wenn am Regensburger Dultplatz die Fahrradmesse ihre Pforten öffnet (vergünstigte Messepreise) und die traditionelle Nudelparty stattfindet. Für ein Nudelgericht samt leckerer Saucenauswahl liegt ein Gutschein im Starterbeutel bei. 

Der E-Mountainbike-Trend macht auch vor dem Arber-Radmarathon nicht halt. Geschätzt nahmen etwa 100 akkubeschleunigte Biker teil. E-Bikes sind selbstverständlich teilnahmeberechtigt, allerdings wird vor widerrechtlicher Entdrosselung bzw. (App-) Tuning gewarnt. Bei der Pressekonferenz verlautbarte der Einsatzleiter, dass die polizeilichen Einsatzkräfte wachsam und fachlich geschult sind, um unerlaubte technische Manipulationen aufzudecken.

 Nachmelder erhalten ein Arber-Radmarathon-Trikot olange der Vorrat reicht,.

    Startkartenausgabe / Nachmeldung am Dultplatz

    • Samstag, 27. Juli : von 12.00 bis 17.00 Uhr
    • Sonntag, 28. Juli :  ab 5.00 Uhr bis 9.30 Uhr (je nach Tour bis ca. eine halbe Stunde vor dem Start)

    Startzeiten

    • Süssenbachrunde und Regentalrunde (Tour F + G) starten um 7.20 Uhr
    • Altenthannrunde (Tour H) startet um 7.40 Uhr 

     Da es je nach Wetterprognose mehr oder weniger Nachmelder gibt, empfielhlt sich die Anmeldung bereits am Samstag (12.00-17.00 Uhr) vorzunehmen. Dies ist in jedem Fall wesentlich stressfreier, als Sonntag früh wo es doch sehr hektisch zu geht.

     Besonders bei schwülen Temperaturen stets auf ausreichenden Flüssigkeitsnachschub achten. Eine Prise Salz ins (Iso-) Getränk gleicht Natriumverluste (ursächlich für Muskelkrämpfe) durch verlustig gegangenem Schweiß wieder aus. Mit gefülltem Trinkrucksack ist man auf der sicheren Seite, um nicht irgendwo in der Pampa zu dehydrieren. 

    Die Teilnehmerquote der Mountainbiker wuchs in den letzten 10 Jahren stetig. Das hügelige Terrain im Bayerischen Vorwald bietet geradezu traumhafte Offroad-Bedingungen. Darüber hinaus erlaubt die lückenlose Ausschilderung auch ohne Streckenkenntnis flüssig durch das verwinkelte Kuvenlabyrinth zu zirkeln. Zudem birgt die hohe Teilnehmerzahl den Vorteil, dass geselliges Biken mit Gleichgesinnten den Fahr- und Erlebnispaß zusätzlich pusht.

    Veranstaltungsflyer 2019

     Historie

    Der Arber-Radmarathongilt als traditionsreiches Urgestein der Radtouristik-Klassiker. In Sachen Historie und Bekanntheitsgrad spielt das Mega-Event mit dem Ötztal-Radmarathon (A), Maraton dles Dolomites (I), Nove Colli (I) und Alpenbrevet (CH) in der Champions League populärer Radtouristik-Klassiker. 1985 aus der Taufe gehoben, schickten sich damals 85 Radsport-Pioniere an, von Regensburg aus dem Namenspatron und König des Bayerischen Waldes – dem Großen Arber - zu umrunden und zurück in die Donaumetropole zu radeln. Die Route führte damals noch an der Arber-Sesselbahn-Talstation vorbei zum Bretterschachten (220 km / 2950 hm). Im Jahr darauf nahmen bereits 300 Radler teil. Heute nehmen bis zu 7 000 Hobbyradler teil, womit der Arber-Radmarathon zur größten Radtouristikveranstaltung Deutschlands zählt.

    Im Jahr 2000 kam die Disziplin Mountainbiking hinzu. Drei leistungsabgestufte Strecken deckenim kupierten Terrain des Bayerischen Vorwalds gesamte Breitensportspektrum ab. Der Anteil der Mountainbiker beträgt mittlerweile 21.5%. 2017 standen 1 444 Biker am Start.

    Das Weltenburger-Dunkles-Radler-Kriteriumist seit 2015 fester Bestandteil des attraktiven Rahmenprogramms. Lizenzierte Radamateure fahren in den Kategorien Jugend- Junioren und Elite auf dem 1 km langen Rundkurs um den Regensburger Dultplatz spannende Rennen aus.

    Die Wetterkapriolen reichten von Schneefall, Dauerregen bis Bullenhitze. 2013 ging als Hitzeschlacht in die Analen des Arber-Radmarathons ein. Das Thermometer stieg auf rekordverdächtige 37 Grad, weshalb die Genehmigungsbehörde erstmals sogar den Ausschank von alkoholhaltigem Bier auf der Verpflegungsstation in Saulburg untersagte. 2016 verlangten sintflutartige Regenfälle, Sturm und Windbruch bei extrem schlammigen Bodenverhältnissen und glitschigem Wurzelwerk den Mountainbikern fahrtechnisches Geschick und Durchhaltevermögen ab. 

    Rahmenprogramm (Samstag)

    Fette Reifen Rennen (Kid's only)

    • Jahrgang 2010 - 2011, 2 Runden = 500m, Start 16:00
    • Jahrgang 2005 - 2009, 4 Runden = 1000m, Start 16:15

     Streckenkonzept

    Das modifizierte Routenkonzept zeigt einmal mehr, welch immenes Potential in der kupierten Naturlandschaft des Ferienland Regensburg verborgen liegt. Allen voran wurzelübersäte Singletrails, die Bikerherzen höher schlagen lassen. Auffälige Streckenkennzeichnung helfen dem Flow auf die Spur. Zur Streckensicherheit sind an diversen Straßeneinmündungen zusätzlich Streckenposten mit neonfarbenen Warnwesten positioniert, die fähnchenschwenkend eine gefahrlose Passage erlauben oder kurzzeitig stoppen.

    Anspruchsprofil einzelner Streckensegmente

    Der fahrtechnische Schwierigkeitsgrad liegt abschnittsweise im Bereich »S 1«, wobei das fein abgestufte Streckenrepertoire ein breites Leistungsspektrum anspricht. Altenthannrunde: der 6 km lange Ludwig Akstaller Steig entlang der Hohen Linie (Keilberg, KM 11.5) gilt als einzig technisch etwas anspruchsvollerer Streckenabschnitt, wobei vereinzelte Schlüsselstellen entweder umfahrbar sind oder per Schiebebetrieb überwunden werden können. 

    Fahrer der Süssenbach- und Regentalrunde erwartet u.a. wurzelübersähte Trailpassagen und jede Menge Up- and Downhills. Der konditionell fordernste Teilabschnitt befindet sich auf der Marathonstrecke zwischen dem Regental (350 m Höhe, KM 55) und der Hetzenbacher Höhe (630 m Höhe, KM 66). Das permanente Hoch und Runter zwischen zwei längeren Anstiegen kumuliert sich innerhalb 11 km auf 450 hm.

    Kurz vor Süssenbach (Regentalrunde/Süssenbachrunde) befindet sich die schwierigste Abfahrtspassage. Auf der steilen, teils leicht ausgesetzten und ausgewaschenen Fahrrinne ist erhöhte Vorsicht geboten. 

    Streckendaten

    • Altenthannrunde (Tour H)              63 km /  1.050 hm
    • Süssenbachrunde (Tour G)           85 km / 1.750 hm
    • Regentalrunde (Tour F)     107 km / 2.300 hm 

     Höhenmeterabweichung

    Noch ein Wort zum viel diskutierten Thema Höhenmeterabweichung. Wer seine Touren mit einem GPS-Empfänger aufzeichnet oder sich Tracks von Tourenportalen runter lädt sieht sich andauernd mit der Ungewissheit konfrontiert, inwieweit die Messdaten bzw. Angaben bzgl. Streckenlänge und Höhenunterschied zuverlässig - sprich korrekt - sind. Zweifel sind berechtigt, weswegen das Thema für reichlich Diskussionsstoff sorgt. Das Manko wird besonders offensichtlich, sobald nach einer gemeinsamen Tour kumulierte HM-Werte miteinander verglichen werden. Setzt man sich mit der Thematik intensiver auseinander wird rasch klar, wie die Suche nach der "Wahrheit" zum Faß ohne Boden mutiert. Warum dies so ist zeigt die Tatsache, dass kumulierte HM-Werte grundsätzlich nur Annäherungswerte der Realität widerspiegeln – nicht mehr und nicht weniger. Knackpunkt sind unvermeidliche Einflussfaktoren, welche zu fehlerbehafteten Messergebnissen führen. Das Merkblatt Höhenmeterabweichung erläutert wie Berechnungen zustande kommen und zeigt Schwachpunkte und potentielle Fehlerquellen auf, welche häufig zu unrealistischen Höhenmetewerte führen. Für die Streckenverläufe von 2019 wurden für alle 3 MTB-Routen des Arber-Radmarathons aus zahlreichen Aufzeichnungen die jeweilige Quersumme gebildet. Demnach dürften folgenden Angaben der Wahrheit nahe kommen:

    Altenthannrunde (Tour H)             63 km /  1.050 hm

    Süssenbachrunde (Tour G)          85 km / 1.750 hm

    Regentalrunde (Tour F)              107 km / 2.300 hm 

    Merkblatt Höhenmeterabweichung

     

    Streckengabelung

    • Streckenverzweigung I:   Altenthann KM 35,3 (Tour F/G/H)
    • Streckenverzweigung II:: Hirschenbühl KM 46,3 (Tour F/G)

    Getränke- und Verpflegungsstationen

    • Tour H:  V1 Schönfeld KM 33,3 + V2 Fußenberg KM 50,4
    • Tour G:  V1 Schönfeld KM 33,3 + G Luckstein KM 43 + V2 Schönfeld KM 55,9 + V3 Fußenberg KM 73,1
    • Tour F:  V1 Schönfeld KM 33,3 + G Luckstein KM 43 + V2 Zell KM 62 + V3 Schönfeld KM 77,4 + V4 Fußenberg KM 94,6

      Nachdem der zweite Rennradpulk der kleinen Arber-Runde den Dultplatz verlassen hat, bringen sich Biker im lässigen Outfit auf ihren robusten "Arbeitsgeräten" in Stellung. Für die Strecken F und G fällt der Startschuss um 7.20 Uhr, die Altenthannrunde (Tour H) startet 20 min. später.

      Start- und Zielgelände Regensburg/Dultplatz

       Umweltschutz

      Ein Wort zum Thema Umweltverträglichkeit des Mountainbikesports. Kritiker behaupten gerne, dass Mountainbiker "Naturschäden" verursachen, insbesondere wenn sich Massen auf schmalen Pfaden in sensibler Natur bewegen. Am Beispiel des Ludwig-Akstaller-Steigs am Keilberg wurde Rahmen einer anschließenden Kontrollfahrt ersichtlich, dass das große Teilnehmerfeld weder errosionsfördernde Spuren bzw. aufgewühlte Erde hinterließ, noch mußte Müll (Gel- Riegel- Verpackungsmaterial etc.) entsorgt werden. Auch die Verpflegungsstationen wurden tipp topp in ihren Ursprungszustand versetzt. Das disziplinierte, naturverträgliche Verhalten der Teilnehmer verdient großes Lob. 

       

      Streckenchronik

      Start- und Zielpunkt ist der Dultplatz in der historischen UNESCO-Weltkulturerbestadt Regensburg. Auch wenn der Region in der Oberpfalz nicht unbedingt das Prädikat eines klassischen Bike-Hot-Spots anhaftet, so gibt das Revier sehr viel mehr her, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Ein "Pfund" mit dem der Arber-Radmarathon aus dem Vollen schöpft und dem illustren Bikervölkchen ein paradiesisches Geländerelief vor den Latz knallt, von dem Locals so leidenschaftlich schwärmen. Wer's nicht glaubt, wird nach dem ultimativen Ritt der Strecke gehegte Vorurteile ganz schnell über Bord werfen.

      Während sich ein riesiger Rennradlerpulk um 7.00 Uhr zur Kleinen Arberrunde (170 km) aufmacht, trudeln auf der Oberpfalzbrücke in entgegengesetzter Fahrrichtung die Mountainbiker auf ihren massiven Boliden ein.