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»Vorwaldrunde« (Tour F)

Die 90 km lange »Vorwaldrunde« mit knackigen 1.900 Höhenmeter bildet die sportliche Speerspitze im Streckenportfolio. Im MTB-Sektor entspricht die Streckenlänge einer klassischen Marathondistanz. Auf der konditionell anspruchsvollen Tour durch's abwechslungsreiche Gelände des Bayerischen Vorwalds kommt der ambitionierte Biker voll und ganz auf seine Kosten. Drei Verpflegungsstationen stellen den Energienachschub sicher.

Eckdaten

  • Streckenlänge: 90 km
  • ≈ 1.900 Höhenmeter (laut Veranstalter) 
  • Streckenzenit: Hetzenbacher Höhe, 626 m ü.NHN. (KM 46)
  • Streckencharakteristik: kupiertes Streckenprofil bestehend aus Forstwege, Wald- und Wiesenpfade, Radwege, Singletrails, Nebenstraßen zusammensetzt (Asphaltanteil 25%) 
  • Konditonell sehr anspruchsvoll, insbesondere Rundschleife (32 km) Altenthann (KM 29, V1) → Stubenthal → Süssenbach → Dangelsdorf→ Hetzenbacher Höhe → Woppmannsdorf → Sulzbach → Stall → Altenthann (KM 61, V2); giftige Rampen, teils Schiebepassagen (Steigung max. 28%)
  • Fahrtechnisch mittelschwer 
  • Radgattung: Cross-Country (Hardtail), Race-Fully, Allmountain, Trailbike

Verpflegungsstationen

  • Altenthann/Pfarrhof (KM 29) 
  • Altenthann/Pfarrhof (KM 61) 
  • Fussenberg, Gasthaus Gambachtal (KM 76)
Streckenverzweigung Tour F/G: KM 35
 
Start: 7.20 Uhr (Massenstart)

 NEU: Die »Vorwaldrunde« enthält ab Altenthann (V 1) einen geänderten Streckenverlauf, da die 32 km lange Rundschleife wieder zurück nach Altenthann (V 2) entgegengesetzt des Uhrzeigersinns befahren wird. Insofern verbirgt sich hinter dem veränderten Streckenabschnitt unbekanntes Terrain mit neuen Perspektiven, die den Spannungsbogen aufrechterhalten. 

  Streckenverlauf

Start Regensburg/Dultplatz → Oberpfalzbrücke → Frankenstraße → Walhalla-Allee → Pilsen-Allee → Grüntal → Hohe Linie (KM 21 Gravelbike + REWAG-Runde-Abzweig) → Ellbachtal → Adlmannstein Altenthann/Pfarrhof (KM 29, V1 / 1. Streckenverzweigung) → Stubenthal (zweite Streckenverzweigung KM 35) → Süssenbach → Dangelsdorf→ Hetzenbacher Höhe → Woppmannsdorf → Sulzbach (Zusammenschluss Süssenbachrunde) → Stall → Altenthann (KM 61, V2; Zusammenschluss Altenhannrunde) → Rudersdorf → Adlmannstein  → Bernhardswald →  Finsing → Falkenstein-Radweg-Überquerung → Wenzenbacher Schlossberg → Roith → Fußenberg/Gasthaus Gambachtal (KM 76, V3) → Gonnersdorf → entlang Böhmerwaldstraße/Pilsen Allee (Radweg) → Mühlberg → Amberger Straße → Sattelbogener Straße → Uferstraße → Reinhauser Brücke → entlang Bayerwaldstraße/Frankenstraße (Radweg) → Oberpfalzbrücke → Ziel Dultplatz Regensburg

Foto: Aussichtspunkt nahe der Verzweigungstelle der Tour F und G auf knapp 600 m Höhe

Trackdaten werden nach behördlicher Streckengenehmigung 1 Woche vor dem Event-Termin aktiviert! Neben der Streckenmarkierung sind unübersichtliche Stellen zusätzlich mit blauen Richtungspfeilen bzw. Flatterbändern gekennzeichnet. 

Snapshot in Adlmannstein, die Botschaft ist eindeutig: Eile mit Weile - "Wad mud dad mud". Oder wie es der chinesische Philosoph Konfuzius (lebte vermutlich von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr.) ausdrückte: "Gut Ding braucht Weile". Eine Weisheit die sich bestens auf's entschleunigte Genussradeln übertragen lässt, zumal in der Ruhe die Kraft liegt aus der sich neue Energie schöpfen lässt. Wenngleich die Verpflegungsstationen relativ nah beinanderliegen, verlocken trotz alledem Rastbänke in idyllischer Lage zu spontanen Päuschen, schließlich ist man ja nicht auf der Flucht. Es spricht ohnehin nichts dagegen von Zeit zu Zeit abzuschalten, mit Muße achtsam die Blicke schweifen zu lassen und sich eine energetische Schaffenspause zu gönnen, um danach wie Phönix aus der Asche mit frischem Elan wieder kraftvoll durchzustarten.

Foto: zweitletzter Anstieg Wenzenbacher Höhe

Streckengrafik mit Höhenprofil - Vorwaldrunde Tour F ≈ 1.900 hm (laut Veranstalter)


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Kurzbeschreibung

Die Topographie im Naturpark Vorderer Bayerischer Wald weist zwar keine megalangen Monstersteigungen auf, aber das Sägezahnprofil der »Vorwaldrunde« macht deutlich, dass es guter konditioneller Fähigkeiten bedarf, um die Tour mit Fahrspaß & Genuss zu bewältigen und geflasht am Regensburger Dultplatz aufzuschlagen. Überdies braucht es einer soliden Fahrtechnik (Level S0 /S1), damit das vielseitige Terrain mit flowigen Trailpassagen, rasanten Abfahrten, diversen Schlüsselstellen und knackigen Anstiegen souverän gemeistert wird. Die Mischung aus Action, Fun und ländlicher Naturkulisse kennzeichnen diese Rundtour, auf der Mountainbiker mit Schmackes in den Beinen ihre wahre Freude haben werden.

Die Zielgruppe der ultimativen »Vorwaldrunde« ist relativ klar umrissen, denn 1.900 hm - verteilt auf 90 km - sind eine Ansage, die  Kraftausdauer und fahrtechnische Skills (Level S0 /S1) abverlangen. Fühlt man sich dem gewachsen, folgt der Fahrspaß auf den Fuß. Landschaftlich begeistert die Tour F im Vorderen Bayerischen Wald auch deswegen, weil sie entlegene Landstriche tangiert die selbst für hiesige Locals teilweise Neuland sein dürften. Der überaus reizvolle Wegemix - gepaart mit schönen Ausblicken, bemoosten Felsformationen und mehreren Bachfurten - drückt dem Naturerlebnis seinen unvergesslichen Stempel auf, zumal ab Altenthann die 32 km lange Rundschleife im Gegensatz zu früher in entgegengesetzter Fahrtrichtung - teils mit neuen Streckensegmenten -  gefahren wird. Neben spannungsgeladenen Überraschungsmomenten stellt dieser Streckenabschnitt die körperliche Leistungsfähigkeit allerdings knallhart auf den Prüfstand, denn zwischen Altenthann → Stubenthal → Süssenbach → Dangelsdorf → Hetzenbacher Höhe → Woppmannsdorf → Sulzbach → Stall → Altenthann zwingen knackige Stiche (Steigung max. 28%) wohl oder übel in den Schiebemodus. 

 E-Bikern ist im Hinblick der begrenzten Reichweite (limitierte Akku-Kapazität) von der anspruchsvollen »Vorwaldrunde« abzuraten. 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Arber-Radmarathon makes me happy

Der Bayerische Vorwald ist ein echtes Mountainbike-Eldorado 

Streckenverzweigungen

  • 1. Streckengabelung Hohe Linie (KM 20): Tour I/J/K geradeaus (Tour F/G/H rechts → Ellbachtal)
  • 2. Streckengabelung Altenthann V1 (KM 29): Tour H/J/K → Fussenberg (17 km); Tour F/G → Stubenthal
  • 3. Streckengabelung (KM 35): Tour F/G jeweilige Rundschleife → Altenthann (V2)

Am Verzweigungspunkt der Tour G + F wird im Waldgebiet nördlich von Süssenbach der Streckenzenit überschritten (587 m.ü.NHN.). 

Streckenbeschreibung

Vom Regensburger Dultplatz (Start/Ziel) führt die Strecke auf der Frankenstraße und der Walhalla-Allee stadtauswärts und mündet nach dem Kreisel kurz hinter der Donau-Arena in die Donaustaufer Straße ein. 

Freie Fahrt, ohne auf einer mehrspurigen Ausfallstraße ohne Rotlicht beachten zu müssen gibt's auch nicht alle Tage. Die Verkehrssperrung dient der Sicherheit, da sich dadurch die dicht gedrängten Massenpulks gefahrloser entzerren. Kurz nach der Donau-Arena wird die zweispurige Walhalla-Allee verlassen. Nach Unterquerung des Odessa Rings werden die Mountainbiker links auf einen Radweg entlang der Donaustaufer Straße geleitet, die von der nächsten Ampelkreuzung ab in die Pilsen Allee übergeht.

Erfahrungsgemäß wird an der Spitze in Windschattenformation ordentlich Dampf gemacht, während es nachfolgende Fahrer wesentlich entspannter angehen lassen. Auf dem kerzengerade verlaufenden Radweg wird der Stadtteil Brandlberg passiert, bevor bei KM 8 km rechts in die Botanik abgezweigt wird, dessen Wiesenpfad bzw. Schotterweg sanft zu steigen beginnt.

Der sanft ansteigende Wiesenweg zieht das anfänglich dichte Starterfeld rasch in die Länge. Nach der kurzen Warmfahrphase ist jeder versucht, ohne zu Überpacen seinen Rhythmus zu finden.

Abrupt geht das urbane Stadtgebiet in die schöne Naturlandschaft der Ferienregion Regensburg über. Wie an der Perlenschnur aufgedröselt durchschneiden die Fahrer frühmorgens die sonntägliche Stille und kurbeln der 80 Meter höher liegenden Hügelkuppe zu.  

Das Hauptfeld ist noch relativ eng beisammen, wobei sich die disziplinierte Fahrweise, sportliche Fairness und gegenseitige Rücksichtnahme auf den lässigen Breitensportcharakter ohne Zeitnahme zurückführen ist. Geselliges Miteinander ohne Wettkampfeifer spiegelt den radtouristischen Charakter augenscheinlich wider. Sieht man von vereinzelten Spitzenfahrern ab, geht's nicht darum besser/schneller als andere zu sein sondern darum, bestenfalls sich selbst zu übertreffen. Dies macht den Unterschied zu rennsportbasierten Formaten offenkundig, bei denen ambitioniert mit harten Bandagen um Platzierungen gefightet wird.

Trotz unmittelbarer Stadtnähe vermitteln üppig bewachsene Hohlgassen den Eindruck, als sei man von der Domstadt schon himmelweit entfernt. 

Von der Höhenkuppe aus endet schon bald der Feldweg und mündet in die beruhigte Wohnverkehrsstraße 'Am Steinert' in Grünthal ein. 

Einmündung in die vorfahrtsberechtigte Brandlbergerstraße, wo ein Streckenposten vor herrannahenden Autos warnt oder die Biker durchwinkt.

An der nächsten Kreuzung geradeaus in die Ölbergstraße, der sich kurz darauf ein Schotterweg anschließt welcher schon bald halbrechts auf einen schmalen Pfad verlassen wird.

Am Waldrand kurz hinter Grünthal heißt es im schwunghaften Tempo am Fuße der Hohen Linie aufpassen, denn der bislang gewohnte hinternisfreie Untergrund wechselt nach 11 km an einer unscheinbaren Schlüsselstelle plötzlich. Es grüßen die ersten knöchrigen Wurzeln des Tages, die bekanntermaßen des Bikers "liebstes Kind" sind.

Nun beginnt in der Waldpassage der 7 km lange terrassenförmige Anstieg zum Scheitelpunkt der Hohen Linie (520 m ü.NHN.), der bei KM 18.5 überschritten wird. Mehrere Steigungsblöcke - unterbrochen von Gegengefälle - kumulieren sich auf 200 Höhenmeter.

Die Auffahrt zum Kreuther Forst sprengt einerseits dichte Starterpulks, andererseits fügt der Selektierungsprozess gleichstarke Fahrer zusammen, dessen gesprächige Zweckbündnisse auf Zeit frischen Wind ins Fahrtspiel bringen. Während leichtgewichtige Bergziegen ihr Heil in der Flucht suchen, sind andere bemüht den Anschluss nicht zu verlieren. Bedingt durch die großen Startpulks bleiben die Chancen Gruppenanschluß zu finden fortwährend intakt. Nur dort, wo das Feld ausgedünnt ist (Spitze und am Ende) wird's für Top-Fahrer als auch Nachzügler bzw. versprengte Schlusslichter schwieriger, ebenbürtige Begleiter zu finden. 

Unscheinbarer Nebeneffekt: gestaffelte Startzeiten bewirken neben kleineren Startpulks zudem eine leistungsbezogene Vorselektierung, weswegen sich schnellere und gemütlichere Fahrer kaum ins Gehege kommen. Grund ist der, dass leistungsstärkere Fahrer i.d.R. bei der anspruchvolleren Tour F oder Tour G bereits bereits um 7:20 Uhr starten, bevor um 8.40 Uhr der Startschuß für Genuss- Familien- und E-biker der »Altenthannrunde« und der »REWAG-Runde« fällt, womit jeder Teilnehmerkreis sozusagen unter sich bleibt. 

Bis zur Hohen Linie werden idyllische Weiher passiert, was ein wenig von der mühsamen Kletterei ablenkt. Eine unberührte Naturlandschaft, die geradezu zum Mountainbiken einlädt. 

Foto: nach einem Gegengefälle setzt sich der Anstieg zur Hohen Linie im Kreuther Forst fort. Die moderate Steigung lässt sich im selbstbestimmten Belastungsbereich rhythmisch ganz gut fahren. Sobald der Scheitelpunkt auf 520 Meter Höhe überschritten ist, beginnt eine längere Gefällstrecke.

Bei der rasanten Abfahrt von der Hohen Linie auf der von Schlaglöchern sowie von Längs- und Querrinnen durchsetzen Schotterpiste ist erhöhte Vorsicht geboten. Zudem zweigt die Strecke vor dem Waldrand (KM 20) unvermittelt rechts ab, was einer rechtzeitig dosierten Bremsverzögerung bedarf. Drei Mountainbikestrecken führen ins Ellbachtal hinab (Höhenlevel sinkt um 130 Tiefenmeter), während die REWAG-Runde sowie zwei Gravelrouten geradeaus Bernhardswald ansteuern.

Take care: nach einer Weggabelung verwurzelter Steilabsatz kurz vor dem Ellbachtal 

Angekommen im romantischen Ellbachtal folgt man in einem Linksschwenk flussaufwärts den malerischen Windungen des mäandernden Sulzbachs, der in Unterlichtenwald in den Otterbach mündet.  

Kurz darauf wird rechts in die Straße Bernhardswald-Reitberg/Rammersberg abgezweigt, die nach 300 m linksseitig auf einen Waldpfad verlassen wird. Nun folgt der zweite - teils steilere Anstieg - 1.8 km nach Reitberg hinauf (130 hm). 

Foto: an der Straßengabelung wird links nach Rammersberg abgebogen, dessen Straße hinab nach Adlmannstein führt.

Nachdem von der Talsenke des Ellbachtals aus die Anhöhe über einen teils steilen Anstieg (120 hm) nach Reiting erklommen ist, verläuft die Strecke auf einer wenig befahrenen Nebenstraße von der aussichtsreichen Hochebene hinab in die Talsenke nach Adlmannstein, wo sich das unwegsame und kupierte Gelände fortsetzt.

Foto: an der Straßengabelung wird links nach Rammersberg abgebogen, dessen Straße nach Adlmannstein weiter führt.

Nachdem von der Talsenke des Ellbachtals aus die Anhöhe über einen teils knackigen Anstieg nach Reiting erklommen ist, verläuft eine wenig befahrene, flachere Nebenstraße nach Rammersberg, die die Pulsfrequenz wieder in erträglichere Schlagzahl absenkt.

Vom Hochplateau (500 m ü.NHN.) aus bietet sich ein herrlicher Rundumblick über den Naturpark Vorderer Bayerischer Wald, bevor eine steile Gefällpassage hinab in die Talsenke nach Adlmannstein führt. Ab Adlmannstein verläuft die Strecke wieder mitten durch unwegsames und kupiertes Gelände über teils wurzligen Waldpfaden und Wiesenwege fort.

Kurz vor Altenthann trifft die Altenthanner Straße an einer T-Kreuzung auf die Vorwaldstraße, die links in die Ortschaft führt. Nach 300 m zweigt halbrechts die Ringstraße ab. Nach wenigen hundert Metern schlägt man an der Verpflegungsstation am Schloss Altenthann auf.

Verpflegungsstation Altenthann (Pfarrhof)   

Nach kräftezehrenden Botanik-Ritten gehört von Zeit zu Zeit die Pausetaste gedrückt. Dafür stehen On Tour drei Verpflegungsstationen bereit, die einen genussvollen Energienachschub in gemütlich-lässiger Outdoor-Atmosphäre sicherstellen. Ein Prozedere das immer nach demselben Strickmuster abläuft: Runterkommen - Durchschnaufen - Abschalten - Energiehäppchen bunkern - Flüssigkeitsverlust einpegeln - Small Talks -Trinkflasche / Trinkblase auffüllen - Aufsatteln - und schon geht die Post energiegeladen ab bis sich das Ritual an der nächsten Labe wiederholt.

Ohne Mampf kein Dampf...

Das weitläufige Areal der Verpflegungsstation in Altenthann (KM 24) bietet auf der Wiese bzw. in einer überdachten Scheune des Pfarrhofs trotz regem Andrang genügend Platz zum gemütlichen Pausieren.

Damit keine Orientierungsprobleme auftauchen, liegen an Verpflegungsstationen hilfreiche Streckengraphiken mit pratischen Infos aus. 

In Altenthann trennen sich die Wege. Während die Altenthannrunde - einschließlich zwei Gravelrunden - sozusagen den Rückweg antreten und via Ringstraße und Gsellstraße hinab ins Ellbachtal führen, begeben sich die Vorwaldrunde und die Süssenbachrunde erstmals in östlicher Richtung nach Stubental auf die neue Rundschleife entgegen des Uhrzeigersinns.

Nach einer Abfahrt folgen auf 5.5 km Länge mehrere Steigungsblöcke, die sich bis zur Streckenteilung auf rund etwa 200 hm summieren. Loser Schotter und Wurzelpfade erschweren die Anstiege und erfordern zwangsweise fahrerisches Geschick.  

 Streckenteiler (Plan B)

Wer sich ausgepowert fühlt bzw. spät dran ist (Richtzeit 11.20 Uhr) kann an zwei Streckenverzweigungen auf die kürzere Strecken ausweichen um nicht Gefahr zu laufen, dass es einem schlimmstenfalls den Stecker zieht.

Foto: Streckenteilung Tour F/G (KM 35) auf knapp 600 m Höhe. Tour G verläuft linker Hand nach Sulzbach, Tour F rechter Hand nach Süssenbach (beides Gefällstrecken).

Vorsicht ist besser als Nachsicht, d.h. wer wider Erwarten schwächelt oder wenn das Wetter nicht mitspielt, kann in Altenthann (KM 29) spontan auf die »Altenthannrunde« oder an der Streckenverzweigung (KM 35) auf die »Süssenbachrunde« wechseln. Aufgeweichte Böden erhöhen den Rollwiderstand bzw. rutschige Abfahrten und glitschige Wurzelteppiche erfordern erhöhte Konzentration. Bei Unterühlung (durchnässte Kleidung) ehöht sich der Kräfteverschleiß/Energiebedarf.

Foto: erstmalig wird der Süssenbacher Berg (hier fand am 28. Juli 2019 das ARM-Bergzeitfahren statt) - vorbei an Kapelle Heilig Bründl (Andachtsstätte mit Quelle) abwärts befahren. Bedauerlicherweise wurde der ehemalige Waldpfad im oberen Bereich "platt gemacht" und zu einem breiten Wirtschaftweg ausgebaut.

In Süßenbach, am Zusammenfluss von Steinbach und Wiesmühlbach gelegen die den Otterbach speisen, angekommen heißt es bis zum nächsten Abzweig auf einen unscheinbar wirkenden Schotterweg neue Kräfte sammeln und sich schon mal auf eine sehr spezielle Herausforderung einzustellen. 

Die Route führt rechts abknickend an der römisch-katholischen, denkmalgeschützten Expositurkirche St. Jakobus Maior von Süssenbach vorbei. 

Foto: harmlos wirkende Eingang zur spektakulären "Himmelspforte" 

Die meisten ARM-Insider dürften höchstwahrscheinlich amused sein, dass die gefürchtete Süssenbacher Rampe aus dem Programm flog. Doch wer nun glaubt fein aus dem Schneider zu sein, der hat die Rechnung wirklich ohne den Wirt gemacht. Jetzt heißt es: "Keine Gnade für die Wade", denn ein brutal fieses "Uphill-Monster" schnappt mit einer rekordverdächtigen Maximalsteigung von 28 Prozent wie eine Giftschlange zu. Gut 200 Höhenmeter - unterbrochen von einem kürzeren Gegengefälle - schlagen zu Buche. Der eine Hügel mit 7.8%, der andere mit 8.3% Ø Steigung, Voilà. Für den "rasenden Reporter" ist die "Himmelsleiter" ein grandioser Foto-Point, um hechelnde Motive einzufangen:-)

Nach der 32 km langen Rundschleife wird die Verpflegungsstation Altenthann ein zweites Mal angefahren (KM 61). 

Ab dem Ellbachtal führt ein Anstieg nach Rudersdorf hinauf, wo sich ein abschüssiger Schotterweg (Achtung loser Schotter) Adlmannstein fortsetzt.  

Die Waldkapelle Heilig Kreuz befindet sich abgeschieden im Wald nahe Thannhof in der Gemeinde Zell (Ortsteil Hetzenbach) im Naturpark Vorderer Bayerischer Wald. Ein spiritueller Ort, der eng mit der Geschichte des Hetzenbacher Leonhardiritts verbunden ist.

Hetzenbacher Höhe

Ein außergewöhnliches Schmankerl erwartet die Marathonis zur Halbzeit der Wegstrecke. Eben weil der »Arber-Radmarathon« bekanntermaßen eine radtouristische Breitenveranstaltung ist, darf ruhig mal ohne schlechtes Gewissen die Pausentaste gedrückt werden. Unvergessliche Genussmomente zu gönnen, innezuhalten, durchzuschnaufen und kurz die Seele baumeln zu lassen verspricht einen seelischen Mehrwert. Werden die Systeme runtergefahren spenden mentale Kraftquellen wieder wieder neue Energie und wecken frische Lebensgeister. Insofern erweisen sich energetische Standzeiten nicht als verlorene Zeit sondern vielmehr als mentaler Reset, der die Konzentration steigert und die Müdigkeit bzw. Erschöpfung (aus den Beinen) schüttelt.

Probiert's es, dann spürt's es!

Foto: Kilometer 45 markiert nicht nur den nordöstlichsten Wendepunkt der Route, sondern völlig unerwartet sticht nach endlos langen Waldpassagen wie aus dem Nichts ein sagenhaftes Bergpanorama ins Auge. Ein lohnenswerter Zwischenstop, bei dem man die spektakuläre Aussicht bis zum Böhmischen Wald und den Bayerischen Wald inspirativ auf sich wirken lassen kann.

Wegbeschreibung des Mini-Abstechers: anstatt am Waldrand scharf links der Route zu folgen, einfach den Schotterweg geradeaus zu einer Rechtsbiegung 200 m weiter radeln, wo die Hetzenbacher St. Leonhard Kirche ins Blickfeld kommt.

Wer den König des Bayerwalds und Namenspatron der Veranstaltung - den Großen Arber - erspähen möchte (sofern es die Sicht erlaubt) braucht nur bei Hetzenbacher paar Schritte in die Wiese marschieren. Dort erstreckt sich ein grandioses Panoarama auf die Gemeinde Zell (wurde ehemals von der 128 km langen Regentalrunde passiert) sowie auf namhafte Mittelgebirgsgipfel: Cerkov (Böhmerwald, 1.042 m), Hohenbogen (1.079 m), Osser (1.293 m) sowie der 1.456 Meter hohe Große Arber.

Foto: Rund um die Hetzenbacher Höhe (Streckenzenit 625 m ü.NHN.) wird innerhalb 5 km der Falkenstein-Radweg zweimal gekreuzt sowie die 350 km lange Südroute der TRANS BAYERWALD tangiert (siehe obige Beschilderung).

Ziehen wir Zwischenbilanz. Nachdem die erste Hälfte der Wegstrecke rund 1.235 hm aufweist (zwei Drittel) ergeben sich für die 45 km lange Restrecke nur noch ein Drittel der gesamten Höhenmeter. Eine erfreuliche Bilanz, die man sich ruhig vor Augen halten darf. Die zuversichtliche Bewusstmachung baut die Psyche auf was wiederum die Moral stärkt. Gleichwohl schreitet der Ermüdungs- und Zermürbungsprozess unermüdich voran. Die Beine sind nicht mehr so frisch und auftrtrende Zipperleins an verschiedensten Körperpartien machen einem das Leben schwer. 

Sobald der Streckenhochpunkt überquert ist, reihen sich etliche Abfahrten - mal als Waldpfad, mal als Trail - aneinander. 

Der Bayerische Vorwald zeichnet sich durch eine hügelige Topographie aus, deren Anstiege zwar überschaubar sind aber das ständige Up & Down das Kraut letztlich fett machen. 

Nach 32 km taucht bei einer höher gelegenen, waldfreien Quertraverse der Kirchturm von Altenthann ins Blickfeld. Dieses Mal nähert man sich der Gemeinde nicht wie vorher aus südlicher sondern aus nördlicher Richtung kommend. 

Zweiter Verpflegungsstopp 

Je mehr Kraft aus den Beinen gesaugt wurde, desto größer die "Wiedersehensfreude" mit der Verpflegungsmannschaft in Altenthann sobald zum zweiten Mal das Portaltor durchfahren wird. Immhin haben die Beine mittlerweile 61 Kilometer und ca. 1.400 Höhenmeter intus, da tut frische Stärkung Not.

Das weitläufige Areal der Verpflegungsstation in Altenthann bietet auf der Wiese bzw. in einer überdachten Scheune des Pfarrhofs trotz regem Andrang genügend Platz zum gemütlichen Pausieren.

Da die Labe von 3 MTB-Strecken (zwei Langstrecken zweimal) sowie von 2 Gravelbiketouren angefahren wird herrscht über mehrere Stunden hinweg großer Andrang. 

Ohne Mampf kein Dampf...

Nach dem zweiten Verpflegungsstop radelt man von der Ringstraße in die Vorwaldstraße, und biegt 100 m später halblinks ins Ellbachtal ab. Erhöhte Vorsicht ist beim unübersichtlichen Abzweig zum schräg versetzten Gsellmühlweg geboten (Streckenposten sichern die Gefahrenstelle). Schon kurze Zeit später geht die Asphaltstraße in einen (losen) Schotterweg über, dem sich ein schöner Waldpfad anschließt.

Vom tief gelegenen Ellbachtal beschert der Schlenker über Rudersdorf 60 Höhenmeter. Hört sich minimalistisch an, doch im erschöpften Zustand geraten selbst kleinere Hügel zu einer vermeintlichen "Steilwand". Umso größer die Freude, wenn der Wadlzwicker überwunden ist.

Foto: straßenbegleitender Radweg entlang der Altenthanner Straße zwischen Adlmannstein und Bernhardswald (1 km/38 hm). Nach der Hügelkuppe setzt sich an der 1. Ausfahrt des Kreisverkehrs rechtsabbiegend die Route neben der Regensburger Straße fort, bevor nach 500 m links in die Finsinger Straße abgebogen wird.

Hinter Finsing führt ein Schottweg direkt zur nächsten Streckenverzweigungsstelle.

Nachdem kurz hinter Finsing die B 16 überquert ist, wird links in einen losen Schotterweg abgebogen. 

Foto: Streckenteiler Mountainbike links / Gravelbike rechts. Kurz nach der Talmulde wird rechts abgebogen und radelt in einer Waldpasage, die im Schlussabschnitt in eine Gefällstrecke mündet. Vorsicht bei der Überquerung des Wenzenbachs, weil die Holzbohlen des Brückchens meistens glitischig sind. Nun mündet die Route links in den Falkenstein-Radweg ein.

Bernhardwald: schräg versetze Kreuzung (Links-Rechtsknick) 

Foto: die Gesichtszüge lassen unschwer erkennen, welchen Heidenspaß das gleichmäßig abfallende Gefälle auf der verdichteten Fahrbahnoberfläche des Falkenstein-Radwegs bereitet. Kein Wunder, dass sich nach vielen zähen Uphills der verminderte Rollwiderstand im vollen Speed als regelrechter Spaßbeschleuniger berauschende Gefühle entfacht.

Zweifelsohne gehört der 35 km lange Falkenstein-Radweg zu den schönsten Bahntrassenrouten des Bayerischen Waldes. Mountainbikern bietet der Streckenabschnitt eine willkommene Verschnaufpause, da die abschüssige Strecke keinen Kraftaufwand erfordert. Nach 3.6 km ist das idyllische Bahntrassen-Erlebnis schon wieder vorbei. Die Route zweigt in einer Linkskurve schräg rechts in einer Bogenform ab und quert danach über ein schmales Brückchen den plätschernden Wenzenbach.  

Moderat ansteigender Wald- Wiesenpfad überwindet 100 hm. Jedem dürfte das geflügelte Wort „Wer sein Rad liebt, der schiebt“ - ein Klassiker des deutschen Sprachgebrauchs - geläufig sein. Keiner muss sich dafür schämen, Hauptsache man erreicht (kraftschonend) sein Ziel. 

Eine Linkskehre und ein im spitzen Winkel rechtsabknickender Weg erfordert ausgewogene Balance und etwas fahrerisches Geschick

Auf der Hochebene genießt man eine schöne Aussicht auf die Gemeinde Wenzenbach. Danach führt ein abschüssiger Waldweg nach Roith, wo sich rechts ein Radweg fortsetzt der über Sandhof weiter nach Fußenberg führt.  

Kurz nach dem Ortsschild von Fußenberg wird links in die Hauzensteiner Straße eingebogen (Vorfahrt achten), die nach dem Fußenberger Weiher sogleich rechts in den Weihermühlweg wird verlassen wird, der schnurstraks zum Gasthaus Gambachtal führt.

Verpflegungsstation Fußenberg (Gasthaus Gambachtal)

Nach 76 km konzentrierter Tretarbeit schlagen - zumeist entkräftete - Teilnehmer hocherfreut im Biergarten des Gasthauses Gambachtal am Weihermühlweg 16 in Fußenberg auf. Zeit, um in aller Ruhe eine tiefenentspannte "Schöpfungspause" einzulegen, Energie zu tanken und den Kopf freizubekommen. Warum hier meistens länger pausiert wird liegt nicht nur am Freibierausschank, sondern auch an der unmittelbaren Regensburger Stadtnähe. Beruhigend zu wissen, auf dem 14 km langen Schlussabschnitt bis auf den Mühlberg keine strapaziösen Herausforderungen mehr vor sich zu haben. Deswegen wirkt die erholsame Auszeit im vollbesetzten Biergarten unter kameradschaftlich zugewandten "Artgenossen" schon fast wie eine vorweggenommene Finisherfeier. 

Da 4 MTB und 2 Gravelbiketouren an diesem Ort zusammenlaufen, herrscht bis in die Nachmittagsstunden hinein großer Andrang. Unter schattenspendenen Bäumen bayerischen Frohsinn zu zelebrieren, in gemütlicher Runde mit Bikerfreunden lässig abzuhängen, Erlebnisse auszutauschen, und völlig entspannt ein frisch gezapftes Bier zu genießen, ist nach der zermürbenden Tour das höchste der Gefühle.

Guten Gewissens die Pausentaste drücken und relaxt neue Energie tanken, bevor mit frischem Elan die Restrecke in Angriff genommen wird. 

So "heilig" wie Rennradlern ihre kultige Verpflegungsstation mit Freibierausschank in Untermiethnach ist, so bedeutsam ist für Mountainbiker die Labe im Gasthaus Gambachtal in Fußenberg. 

 Gastronomisches "MTB-Hauptquartier" des VCR

Rund um Fußenberg (Kreuther Forst, Regenstauf, Kürn) verbirgt sich ein schier unerschöpfliches Trailnetz, das jedoch exzellenter Streckenkenntnisse bedarf. Das unwegsame Gelände des dicht bewaldeten Naherholungsgebiets gehört naturräumlich zum Falkensteiner Vorwald. 

Die Traditionsgaststätte Gambachtal dient den Mountainbikern des Veloclub Ratisbona seit ca. 20 Jahren nicht nur als Start- und Zielpunkt, sondern fungiert quasi als gastronomisches "Hauptquartier", bei dem das "Glück" standesgemäß in flüssiger Form als verdiente Selbstbelohnung genüsslich einverleibt wird. Der gesellige Abschluß rundet den schweißtreibenden Geländeeinsatz in gemütlicher Atmosphäre perfekt ab. Besonderer Dank gilt der Wirtsfamilie Stuber, die Mountainbiker - auch mit extremer Schmutzkleidung-  immer mit herzlicher Gastfreundschaft empfängt.

Tipp: Mountainbiker sind herzlich zum "Schnuppertraining" eingeladen (2 Leistungsgruppen). Ganzjährig jeden Samstag (Sommer ab 14.00 Uhr, Winter ab 13.00 Uhr, FZ 3 Stunden). 

Time to go - Aufsatteln und weiter geht's

3 km nach Fußenberg wird in Gonnersdorf nochmals auf den Falkenstein-Radweg eingebogen, bevor die flache Bahntrasse an der Ladehofstraße endet und sich rechter Hand ein straßenbegleitender Radweg neben der Böhmerwaldstraße fortsetzt. Entlang der Chamer Straße und Coburger Straße gehts anschließend links zum Mühlberg hinauf (70 hm). Der finale Wadlbeißer saugt die kümmerlichen Reste an verbliebenem Wadenschmalz aus der Beinmuskulatur.

Loser Schotter und ausgespülte Regenrinnen erfordern bei der letzten Tourabfahrt zur Amberger Straße hinab erhöhte Vorsicht. 

Foto: Ausgestattet mit einem E-Bike ist die familiengeeignete »REWAG-Runde« ohne Weiteres auch mit Trailer/Kinderanhänger bewältigbar, womit Kleinkinder ebenso am Naturerlebnis teilhaben können.  

Der Rückweg ins Ziel passiert den Regensburger Stadteil Sallern. Der Radweg führt direkt zur Regenbrücke in Reinhausen.

Happy-End - Am Ziel seiner Träume

Wie das immer so ist: der Genussmoment auf den letzten Metern über den Regensburger Dultplatz zu radeln gerät zum gefühlten "Showndown", der ein unglaublich euphorisches Glücksgefühl entfacht, weswegen jeder völlig geflasht durch den Zielbogen hindurch rollt. 

Schlägt man entkräftet und geflasht am Dultplatz auf wird man von einem regelrechten Glücksschwall ergriffen, der sich tief in die Gehirnwindungen einbrennt. Aus gutem Grund fällt die Freude überschwänglich aus, schließlich wurde eine sportliche Herausforderung gemeistert und der innere Schweinehund womöglich am Leistungslimit Schachmatt gesetzt. Die unbandige Lust endlich alle Viere von sich zu strecken und dem sehnlichen Ritual eines kulinarischen Gaumenschmauses zu huldigen, entschädigt nicht nur erlittene Qualen sondern leitet übergangslos die verdiente Regenerationsphase ein. Hinzu kommt, dass das Glücksgefühl das Belohnungssystem (Suchtspirale) aktivert, dessen Stimulus dem Hormon Dopamin - landläufig als Glücks- oder Kuschelhormon bekannter Botenstoff - zuzuschreiben ist.

Biker verstehen es bekanntermaßen vorzüglich, sich nach körperlicher Verausgabung fürstlich zu belohnen, schlußendlich hat man es sich ja redlich verdient. Der erste Schluck Bier, dazu leckere Pasta oder ein halbes Hendl, schon fühlt man sich wie im Himmel auf Erden. Nach der Action in der Botanik zum Tagesausklang overrelaxt chillen und "fünfe gerade sein lassen" bringt nicht nur den Körper, Geist und Seele wieder in Einklang, sondern leitet unbemerkt die Regenerationsphase ein. 

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