Lebe deinen Traum
Inhaltsverzeichnis
Das Individuum
Mountainbiker sind schon ein illustres Völkchen. Sie pauschal zu charakterisieren ist ein Ding der Unmöglichkeit. Trotzdem: so unterschiedlich die Charaktere auch sein mögen, eint alle dieselbe Motivation: <Das Ziel ist der Weg>! Es ist der persönlich ausgetragene Kampf gegen – nein besser mit der Natur, aus dem man mit schelmischem Lächeln hervorgehen möchte. Viele sehen sich selbst als lebenslustige, vor Energie strotzende Hardliner, denen die DNA eine puristische Lebenseinstellung ins Fahrtenbuch schrieb. Im wahrsten Sinne des Wortes Dickbrettbohrer, die das Grobe der Natur wie es kommt inbrünstig unter die Stollen nehmen. Allein auf sich gestellt abseits der Zivilisation ohne doppelten Boden den Naturgewalten zu trotzen – und z.B. beim Marathon, Alpencross oder Etappenrennen keine hundertprozentige Gewähr zu haben das Ziel aus eigener Kraft bzw. defektfrei zu erreichen.
So wenig wie sich Mountainbiker über einen Kamm scheren lassen, so bleibt dennoch festzuhalten: Mountainbiker sind mehr oder weniger risikofreudige Individualisten - ja lustbetonte Bewegungsmotoriker, die mit Mainstream und konservativen Gesellschaftsnormen eher weniger am Hut haben.
Ach wie herrlich ist es doch mit diabolischer Freude seinen Bedürfnissen freien Lauf zu lassen und dem Leben eine Schippe Bewusstseinserweiterung abzugewinnen. Los gelöst vom fest getakteten Alltag, ein- und abtauchen in seine ureigene, abgekapselte Lieblingswelt, die dem Leben soviel Spirit & Drive einhaucht. Die Auswirkungen auf die Psyche sind vielschichtig, weil Erlebnisspaß und Unbeschwertheit Tritt für Tritt die Psycho-Akkus mit frischen Energieschüben betanken und Glückshormone freisetzen. Gute Aussichten, denn voller Körpereinsatz und euphorische Gefühlswallungen kleben wie Pech und Schwefel zusammen. Für Mountainbiker nichts neues, da intensive Ich-Erlebnisse als Lohn der Mühe selbstverständlich sind. Sie bilden den krassen Gegensatz zur langweiligen „Vollkasko-Mentalität“ und grenzen Glückspilze vom typischen Otto-Normaldasein ab. Warum sich nicht im Augenblick verlieren und ab und an mal unvernünftig sein dürfen?
Die Sehnsucht, mit jeder Faser seines Herzens über Stock, Stein & Wurzel zu jagen, scheint in der DNA der Geländefetischisten veranlagt zu sein. Hingebungsvoll über zerfurchtes Gestein und Wurzelteppiche brettern, dass der Boden staubt, die Steine spritzen, der Lenker vibriert bis das Laktat in den Muskelfasern brennt - welchem das Schmerzblockerhormon Adrenalin Einhalt gebietet – der absolute Bringer. Verstehen tun das nur diejenigen, die Schmerzen und Glücksgefühle im Gleichklang am eigenen Leibe verspürten.
Da der Mensch genetisch so konditioniert ist, dass sein Belohnungssystem im Gehirn auf gewisse Suchtmittel anspringt, haben Biker einen entscheidenden Vorteil. Er kann nämlich auf Entzugserscheinungen unverzüglich mit endorphingeladenen Geländeritten kontern, was den Suchtbazillus sang und klanglos Schach Matt setzt. Egal wie und wo man sich austobt bzw. verausgabt - das verfolgte Ziel aller Protagonisten lässt sich unabhängig persönlicher Vorlieben auf einen gemeinsamen Nenner bringen.
Auch folgender Aspekt ist altbekannt: unvergesslicher Fahrspaß in inspirierender Naturidylle lässt jeglichen materiellen Schnickschnack zur kläglichen Nichtigkeit erblassen. Hier zeigt sich einmal mehr, warum Beruf oder soziale Herkunft unter Gleichgesinnten völlig in den Hintergrund tritt. Was zählt ist die Melange von Fun, Freiheit, Abenteuerfeeling und den Erlebnissirup von Action, Natur und Lifestyle gemeinsam auszukosten.
