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E-Bikes - Vom Nischenprodukt zur Allzweckwaffe für Jedermann

Zweifelsohne haben sich E-Bikes innerhalb weniger Jahre vom ehemaligen Nischenprodukt zur treibenden Kraft des Zweiradmarktes entwickelt. Für nahezu jeden Einsatzzweck konzipiert, erobern E-Bikes - ausgestattet mit wegweisenden Innovationen - zunehmend den Zweiradmarkt. Da Elektroantrieb in fast allen Modellgruppen verfügbar ist, erfüllt das breite Produktportfolio individuelle Wünsche und Bedürfnisse. Deshalb kommen akkubetriebene Vehicle für Tourenradler, Reiseradler, Genussradler, Rennradler, Lastenradler, Gelegenheitsradler bis zum Mountainbiker und Arbeitspendler - über alle Altersschichten hinweg -  in Betracht. 2019 verfügte bereits jedes dritte verkaufte Fahrrad einen Elektromotor - Tendenz stark steigend. Die Gründe für den E-Bike-Bomm sind vielschichtig. Auf alle Fälle verlieren längere Strecken und Steigungen selbst für weniger Trainierte ihren Schrecken. 

Wie eine E-Bike-Studie 2020 nun ermittelte, befanden sich unter E-Bike-Käufern 21,6 Prozent sogenannte Neueinsteiger, d.h. dieses Klientel fuhr vor der Anschaffung ihres Stromers überhaupt kein Fahrrad. Selbst notorische Rad-Verächter finden mittlerweile an formvollendeten Gefährten mit intergrierter Rahmen-Akku-Technologie Gefallen. Auch der Umweltaspekt spielt eine Rolle, denn wer sein Auto stehen lässt und tagtäglich mit dem E-Bike pendelt (Dank Unterstützung ohne zu schwitzen) spart Verbrauchskosten und reduziert auch CO2-Ausstoß, sofern Ökostrom getankt wird.

E-Bike-Studie 2020

Eine von Fahrrad-XXL in Auftrag gegebene Studie erfolgte im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit, dessen Datenerhebung als Masterthesis im Studiengang „International Marketing and Communication (M.A.) an der Hochschule Heilbronn durchgeführt wurde. Hierbei wurden z.B. soziodemografische Gruppen, Kaufmotive und die Entwicklung der E-Bike-Sparte untersucht.

Umfrage und Methodik: die Datenerhebung fußt auf einer Online-Befragung. Aus 1.917 Datensätzen wurden anhand einer Filterfrage eine Stichprobe (aus Probanden die entweder schon ein E-Bike besitzen oder innerhalb des nächsten Jahres eine Anschaffung planen) gebildet. Die Stichprobe weißt eine Größe von n=1.374 Personen auf.

Aufgedröselt nach Bike-Gattungen sticht auf Platz 1 der hohe Anteil der Befragten heraus die ein E-MTB besitzen (knapp 44 Prozent) gefolgt von E-Trekkingrädern (knapp 26 Prozent) und E-City-/Urbanbikes (knapp 14 Prozent). E-Renn- und Lastenräder weisen hingegen derzeit noch einen deutlich geringeren Anteil auf. Überraschend die Erkenntnis, dass 10,8 Prozent der Befragten angaben den Typ ihres E-Bikes gar nicht zu kennen.

Die obige Graphik spiegelt anhand des Suchverhaltens (Google) das Interesse nach Autos, Fahrrädern und E-Bikes wider. Neben dem Verhältnis der Mobilitätsarten fällt das sprunghafte Interesse Fahrrädern und E-Bikes ab März 2020 auf. Dies deutet darauf hin, dass die Corona-Pandemie bzw. der 1. Lockdown (ab 20. März 2020) ursächlich keinen unwesentlichen Einfluss darauf hatte. Das Interesse gegenüber E-Bikes ist im Vergleich zum Vorjahr zwar gestiegen, reicht aber an die Sparte der konventionellen Räder (noch) nicht heran. Auffällig ist, wie stark das Interesse an Zweirädern im Vergleich zu Autos gestiegen ist. Daten-Quelle: Google stellt mit Google Trends einen Online-Service bereit, mit dem sich die Popularität bestimmter Suchbegriffe nach Zeit und Regionen analysieren lässt. 

Die Corona-Pandemie löste einen regelrechten Fahrrad-Boom in Deutschland aus. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand, da Radfahren/Mountainbiken trotz Ausgangsbeschränkung bzw. Kontaktbeschränkung  zu jedem Zeitpunkt erlaubt war - wenn auch mitunter nur allein oder zu zweit. Viele Menschen nutzten die Gelegenheit und schwangen sich auf den Sattel, um an der frischen Luft in freier Natur einem drohenden "Lagerkoller" zu entrinnen. Andere entdeckten aus Angst vor Ansteckungsgefahr das Rad als alternatives Verkehrsmittel zum öffentlichen Verkehr für sich.

Das durchschnittliche Suchvolumen bezieht sich auf die Anzahl der Suchanfragen für einen bestimmten Google-Begriff. Ein hohes Suchvolumen deutet auf ein großes Nutzerinteresse zu einem bestimmten Thema hin (Daten-Quelle: Google Trends). Zur Veranschaulichung des Graphen,  Suchanfragen der vergangenen Monate im Vergleich zum Vorjahr:

März 2020: 246.000 Suchanfragen (-18% im Vergleich zum Vorjahr)

April 2020: 673.000 Suchanfragen (+82% im Vergleich zum Vorjahr)

Mai 2020: 673.000 Suchanfragen (+82% im Vergleich zum Vorjahr)

Juni 2020: 550.000 Suchanfragen (+49% im Vergleich zum Vorjahr)

Juli 2020: 550.000 Suchanfragen (+49% im Vergleich zum Vorjahr)

August 2020: 450.000 Suchanfragen (+22% im Vergleich zum Vorjahr)

Die Zeiten, als E-Bikes fast ausnahmslos von Senioren pilotiert wurden sind vorbei, denn Stromer sind zwischenzeitlich nicht nur in allen Altersschichten beliebt sondern repräsentieren sogar modernen Lifestyle. Dies zeigt der relativ hohe Anteil der Altersgruppe von 30 bis 39 Jahren, die mit 25 Prozent sogar den größten Anteil unter den E-Bike-Käufern stellt, dicht gefolgt von den 50- bis 59-jährigen sowie den 40- bis 49-jährigen. Zusammen nehmen die drei Hauptaltersgruppen (von 30- bis 59-jährige) einen Anteil von fast dreiviertel aller befragten E-Bike-Käufer ein. Auch überraschend: selbst die 18- bis 29-Jährigen haben einen größeren Anteil unter den E-Bike-Käufern als Befragte über 60 Jahre. Obwohl Elektrofahrräder für die Mobilität von Senioren bedeutsam sind, fällt ihr Anteil mit 10% relativ gering aus. Ein eindeutiges Ergebnis, das das weit verbreitete Vorurteil „E-Bikes seien nur etwas für Senioren“ ein für allemal widerlegt. Das altbakenne "Altherren-Image" das Rädern mit klobigen Akkus und unschönen Rahmen anhaftete gehört der Vergangenheit an, sonst würden E-Bikes beim jüngeren Publikum keinen so großen Anklang finden.