16. Waldmünchner Radrundfahrt • 05. Juli 2026
Inhaltsverzeichnis

Am 5. Juli 2026 geht die »Waldmünchner Radrundfahrt« bereits in ihre 16. Auflage. Der Veranstalter (TV-Ski- und Radsportabteilung) freut sich auf ein Wiedersehen mit allen, die schon einmal dabei waren und jene, die zum ersten Mal an dem familiär geprägten Breitensport-Event teilnehmen. Wie gewohnt werden sich frühmorgens beim Start- Zielbogen auf dem Waldmünchner Marktplatz wieder unterschiedlichste Biketypen mit verschiedenerlei Bikegattungen einfinden, bevor um 7.40 Uhr die Hartgesottenen der längeren MTB-Tour (H) auf ihre bergige "Rundreise" geschickt werden. Um 8.40 Uhr folgt der zweite Schwung (MTB Tour I) auf einer gemäßigteren Streckenführung. Das buntgemischte Teilnehmerfeld erstreckt sich über alle Altersstufen hinweg, vom ambitionierten Racer bis hin zum genussorientierten Bio- oder E-Biker. Dabei eint im Prinzip alle dasselbe Bestreben, eine gesellige Biketour mit epischen Momenten in einer bezaubernden Naturlandschaft erleben zu wollen.
Umkranzt vom Bergmassiv Gibacht, das sich vom Drei-Wappen-Felsen an der bayerisch-tschechischen Grenze über den Kreuzfelsen, Tannenriegel, Reiseck und Cerchov (Tschechien) bis zur Further Senke erstreckt, prunkt das Grenzland rund um die Trenckstadt Waldmünchen mit einer herrlichen Naturkulisse auf. In unmittelbarer Nähe zu Tschechien bildet das bis zu 1.042 Meter hohe Grenzgebirge den Schnittpunkt zwischen Bayerischen Wald, Oberpfälzer Wald und Böhmerwald. Die Mittelgebirgslandschaft im Naturpark Oberer Bayerischer Wald ist für Mountainbiker mit oder ohne "E" ein traumhaftes Natur-Eldorado, das seinen ursprünglichen Charme bewahren konnte. Wechselnder Untergrund zwischen verblockten Trails, entspannten Flow-Passagen, sauerstoffreichen Waldpfaden bis hin zu knarzenden Schotterpisten halten die Sinne ständig auf Trab. Das schroffe Gelände legt einem praktisch kunterbunt durchmischt - mitsamt kniffliger Schlüsselstellen - alles vor die Füße was das Bikerherz begehrt. Ein vielseitiges Trail-Paradies, von dem die »Waldmünchner Radrundfahrt« im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Vollen schöpfen kann.
Und wenn wir zur Einstimmung schon die Lobeshymne anstimmen, sollen weitere Vorzüge der Veranstaltung nicht verschwiegen bleiben: superbes Gelände, top Wegweisung, erstaunlich günstige Startgebühren sowie preiswerte Getränke- und (Grill-) Speisen im Ziel sind Argumente, die "Schokoladenseiten" dieser Naturregion kennenzulernen, und der Gegend ehrfürchtig seine Aufwartung zu machen.

Dank der ausgeklügelten Organisation und der abwechlungsreichen Streckenführung erfreut sich die »Waldmünchner Radrundfahrt« weit über die Landkreisgrenzen hinweg wachsender Beliebtheit. Bis auf geringfügige Anpassungen bleibt es bei der bewährten Streckenführung. Sofern Petrus mitspielt, steht einem glücksgeschwängerten Erlebnistag nichts im Wege. Selbst eine weitere Anreise erscheint lohnenswert, um das unwegsame Naturidyll im Waldmüncher Urlaubsland (Landkreis Cham) mit eigener Muskelkraft bzw. mit elektrischem Rückenwind berg- und talwärts zu erobern. Ansonsten bietet sich kaum so eine günstige Gelegenheit, mit Gleichgesinnten auch ohne Ortskenntnisse eine zivilisationsfreie Botanik fern von Trubel und Hektik von ihrer "Schokoladenseite" her kennenzulernen, ohne sich ständig einen Kopf über den verschlungenen Streckenverlauf machen zu müssen. Keine Frage, das Gelände in der schwach besiedelten Grenzregion verspricht Spaßpotenzial pur. Zweifelsohne ein heißer Geheimtipp, denn sowohl das Bike-Revier als auch die »Waldmünchner Radrundfahrt« versprüht ihren Reiz. Binnen kürzester Zeit löst das superbe Terrain in dem waldreichen Bergland eine Begeisterung mit Suchtpotential aus.
Wird die anspruchsvolle Strecke H unter die Stollenreifen genommen, dem stellen sich gleich vom Start weg quasi von Null auf Hundert schweißtreibende 460 Höhenmeter zum 936 Meter hohen Gibacht in den Weg. Ein knackiger Anstieg, der gnadenlos die Spreu vom Weizen trennt. Während "Biobiker" ihre Kletterfähigkeiten unter Beweis stellen, bleiben e-biker hingegen mit dosierter Akku-Schubkraft von quälenden Pulsspitzen verschont. Wie dem auch sei, folgt nach dem zermürbenden Uphill auf der kniffligen Trailabfahrt der Adrenalinkick auf den Fuß. In dem teils verblockt und verwurzelten Streckenabschnitt offenbart sich schwarz auf weiß, wie gut es mit der Fahrtechnik bestellt ist, wobei Nässe und glitschiger Untergrund für weniger Geübte rasch zur Gratwanderung ausarten kann. Andererseits ist es eine Augenweide zu beobachten, wie geschmeidig abfahrtsorientierte Enduristen schmale Trailtinnen hinabzirkeln und Hindernisse dank üppiger Federwege locker wegbügeln. Am Gibacht rangiert der mittelschwere Schwierigkeitsgrad in diesem Bereich zwischen S0-S1 der Singletrailscala.
Abzweigmöglichkeiten beim Gibacht: KM 8 bei der Abzweigung von der Forststraße nach Untergrafenried, sowie KM 32 und bei der Abzeigung nach Schäferei / Hirschhöf KM 41.

Die Redewendung „nicht kleckern, sondern klotzen“ lässt sich ganz gut auf die Tour H - immerhin bestückt mit 1.560 Höhenmeter, verteilt auf 67 Kilometer - übertragen. Eine unmissverständliche Ansage, die im Vorfeld bei der Streckenwahl berücksichtigt sein will, ansonsten mutiert das Unterfangen zur Leidenstour oder gar zum "Himmelfahrtskommando". Phasenweise verläuft die Route auf identischer Wegstrecke der TRANS BAYERWALD. Das kupierte Streckenprofil mit stetigen Up & Downs schlaucht auf Dauer ganz schön mächtig, zumal zu guter Letzt nach dem Bleschenberg (596 m ü.NN. mit 20.5 m hohem Aussichtsturm) der "Zwirenzl" (701 m ü.NN.) - ein besonders gemeiner Quälgeist - auf "angeschossene" Opfer wartet. In diesem Streckenteil (KM 50 - KM 60) stehen 300 Höhenmeter an, bevor die Talsenke von Waldmünchen ins Blickfeld rückt. Je nach Leistungsniveau ist man gut beraten, mit seinen Kräften sorgsam hauszuhalten, außer man lässt sich von einem Hilfsmotor anschieben. Hinweis: die schwierigen Abschnitte beim Bleschenberg und Zwirenzl wurden etwas entschärft, nichtsdestotrotz tut man gut daran sich auf den Schlussanstieg einzustellen - sprich ihn psychologisch auf dem Schirm zu haben. Unverändert bleibt dagegen der Anstieg auf dem Kreuzweg nach Herzogau im Programm.
Auf dem Aussichtspunkt Zwirenzl genießt man einen tollen Ausblick zum Großen Arber, Zwercheck und Hohenbogen

Die Abfahrt vom Gibacht - vorbei am Kreuzfelsen - bezeichnen Insider wohlweislich als "erste Sahne-Trail". Teils verblockte Passagen verlangen - insbesondere bei Nässe - hohe Konzentration und einen sauberen Fahrstil. Wer's drauf hat und das Gelände sicher beherrscht, lässt es laufen, um dem Flow auf der Spur zu bleiben. Alle anderen nehmen lieber einen Zacken raus, um keine unnötigen Risiken einzugehen.

Gefahrenhinweise sollen die Sinne schärfen. Während geübte Biker es verstehen, sich mit dem Terrain und den Bodenverhältnissen intuitiv zu arrangieren, sind weniger fahrtechnikversierte Fahrer angehalten entsprechend ihren Fähigkeiten zu agieren und an (verblockten) Schlüsselstellen/Absätzen bzw. glitschigen Wurzeln sicherheitshalber lieber einmal öfter abzusteigen als einen Sturz zu riskieren.
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| © TV Waldmünchen |
Die Vorlieben im Gelände, welche Streckencharakteristik, Topographie und Wegeform bevorzugt wird sind bekanntlich genauso grundverschieden, wie die Leistungsfähigkeit und Leistungswilligkeit auch. Während die einen im Wohlfühtempo die unberührte Naturlandschaft auf hindernisfreien Wegen genießen, jagen andere auf Teufel komm raus mit wahrer Freude auf schmal verwinkelten Trailbahnen durch die Botanik. Beide Fahrertypen kommen bei der »Waldmünchner Radrundfahrt« voll auf ihre Kosten, wobei die Familientour F und die Gravelbiketour G das Streckenangeobt mit dem leichtesten Schwierigkeitsgradlevel nach unten abrundet.
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| © TV Waldmünchen |
Nicht nur die Region selbst, sondern auch die Waldmünchner Radrundfahrt im Naturpark Oberer Bayerischer Wald zählt für viele Biker immer noch als Geheimtipp, auch weil die Mountainbike-Strecken erst 2018 ins Programm aufgenommen wurden. Seitdem steigen die Teilnehmerzahlen stetig, zumal die Vereinsmitglieder den Geschmack und die Bedürfnisse passionierter Biker aus eigener Erfahrung bestens kennen. Zum einen gehört dem TV-Waldmünchen eine versiert leidenschaftliche Biker-Riege an, zum anderen punktet das Revier mit sagenhaftem Terrain. Eine Konstellation, die sich in der abwechslungsreichen Streckenführung der einzelnen Touren widerspiegelt. Locals kennen die Vorzüge zu Genüge, alle anderen dürfen gespannt sein was sie erwartet. Vorfreude ist jedenfalls mehr als berechtigt.
Die Onlineanmeldung wird ab dem 01.04.2026 freigeschaltet!
Startzeiten - Verpflegungsstationen
- Familientour F 21 km / 150 hm - Verpflegungsstationen: Perlserestaurant KM 9,0
Je Teilnehmer fallen 2.00 € Pfand für die Startnummern an, die am Rad zu befestigen sind. Sie werden bei Rückgabe im Ziel erstattet.
In den Gebühren sind Getränke und Verpflegung an den Kontrollstellen enthalten.
Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren fahren kostenlos. Teilnahme nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten.
STARTGEBÜHREN
bis 24.05.2026 bis 28.06.2026 Nachmeldung
Tour A: 20, - € 25, -€ 30, - €
Tour B: 18, - € 23, - € 28, - €
Tour C: 15, - € 20, - € 25, - €
Tour D: 13, - € 18, - € 23, - €
Tour E: 12, - € 17, - € 22, - €
Tour F: 7, - € 7, - € 7,- €
Tour G: 13, - € 18, - € 23, - €
Tour H: 18, - € 23, - € 28, - €
Tour I: 13, - € 18, - € 23, - €
Streckenspektrum - Startzeiten

MTB – Tour H: 67 km 1.560 hm 7:40 Massenstart – 9:00 Uhr
Verpflegungsstationen: Gibacht, Gasthaus Berghof 8,3 km, Perlsee/Wasserwacht KM 31, Döfering /Feuerwehrhaus KM 51,5 km
MTB – Tour I: 43 km 840 hm 8:40 Massenstart – 10:20 Uhr
Verpflegungsstationen: Gibacht, Gasthaus Berghof 8,3 km, Perlsee/Wasserwacht KM 31
Anmeldung
Der frühe Vogel fängt den Wurm: für Voranmeldungen wird ein Frühbucherrabatt gewährt.
Nachmeldungen vor Ort sind möglich am Sonntag, 05.07.2026 ab 6.00 Uhr bis zum jeweiligen Startschluss. Es gelten abweichende Startgebühren (siehe „Startgebühren“).
Die Online Anmeldung wird ab dem 01.04.2026 freigeschaltet!
KONTROLLSTELLEN
Gibacht (Tour G, H, I) 8:00 – 12:15 Uhr
Döfering (Tour G, H) 10:15 – 13:30 Uhr
Perlsee (Tour F, H, I) 8:45 – 13:30 Uhr
An allen Kontroll– und Verpflegungsstellen sind WC`s vorhanden.
REGELN
Die Straßenverkehrsordnung ist ausnahmslos einzuhalten. Es besteht generell Helmpflicht. Auf MTB-Strecken haben Fußgänger/Wanderer grundsätzlich Vorrang, Rücksichtnahme ist geboten.
Es handelt sich um eine Breitensportveranstaltung ohne Zeitnahme. Die Strecken sind nicht abgesperrt. Die Veranstaltung findet bei jeder Witterung statt. Das sichtbare Anbringen der Startnummer am Lenker ist Pflicht.
Aufgrund unvorhersehbarer Streckenänderungen (z.B. Baustellen) empfiehlt es sich, Trackdaten frühestens 1 Woche vor dem Veranstaltungstermin down zu loaden. Ungeachtet dessen gilt im Zweifel die Grundregel der Beschilderung zu folgen (ausgenommen self guided Gravelbike-Touren).
E-Bikes, deren Geschwindigkeit auf 25 km/h begrenzt ist (laut §1 Absatz 3 StVG verkehrsrechtlich ein Fahrrad) sind erlaubt.
Da motorisierte Fahrzeuge in Wäldern bzw. im freien Gelände verboten sind und zulassungspflichtige S-Pedelecs (Höchstgeschwindigkeit bis 45 Kilometer pro Stunde) im rechtlichen Sinne als Kleinkrafträder gelten, sind die MTB-Strecken für diese Räder nicht zugelassen!

Morgenstund hat Gold im Mund. Wird man zu früher Stunde von so einem so sympatischen "Empfangskomitee" lächelnd begrüßt, dann ist selbst für Morgenmuffel die Welt in Ordnung.
Teilnehmerstärkste Vereine erhalten Sachpreise:
- 1. Platz: Gutschein der Metzgerei Ruhland, Waldmünchen über ein Spanferkel
- 2. Platz: Gutschein der Brauerei RhanerBräu über 30 l Bier
- 3. Platz: Gutschein der Brauerei RhanerBräu über 20 l Bier
- 4. Platz Gutschein der Brauerei RhanerBräu über 10 l Bier
- 5. Platz Gutschein der Brauerei RhanerBräu über 10 l Bier

Die Ruhe vor dem Sturm beim Countdown an der Startlinie in Waldmünchen.

Morgenstund hat Gold im Mund. Direkt bei der Startnummernausgabe (Mehrgenerationshaus) befindet sich ein kleines Lokal, wo man sich frühmorgens vor dem Start koffeinhaltige Muntermacher wie Kaffee oder Capucino bestellen kann.

Für viele Biker ist die Waldmünchner Radrundfahrt im Naturpark Oberer Bayerischer Wald immer noch ein Geheimtipp, zumal der Veranstalter den Geschmack und die Bedürfnisse passionierter Biker aus eigener Erfahrung bestens kennt. Zum einen gehört dem TV-Waldmünchen eine eidenschaftliche Biker-Riege an, zum anderen wartet die Grenzregion mit einem sagenhaftem Terrain im unwegsamen Berggelände auf. Eine Kombination, die sich letztlich im abwechslungsreichen Streckenverlauf widerspiegelt. Locals kennen die Vorzüge, alle anderen dürfen gespannt sein was sie erwartet. Soviel sei verraten: seiner Vorfreude darf man ruhigen Gewissens freien Lauf lassen. Wer Lunte gerochen hat, meldet sich an.

An der ersten Verpflegungsstelle kann man durchschnaufen und sich stärken, bevor der Anstieg zum Reiseck in Angriff genommen wird.
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| © Stephie Bucher, Chamer Zeitung |
Der ausgefeilte Streckenmix lässt die Augen funkeln. Gleichwohl ist es der Naturschutzbehörde zu verdanken, dass jedes Jahr von Neuem eine Genehmigung für die Wegenutzung erteilt wird.

Beim knackigen Aufstieg zum Gibacht quert man den europäischen Radfernweg Iron Curtain Trail, der 10.400 Kilometer von der Barentssee bis ans Schwarze Meer verläuft. Wo einst militärische Sperranlagen und Stacheldraht Länder/Menschen voneinander trennten, kann man heute grenzüberschreitend wunderbar Mountainbiken.
Mit 1.560 Höhenmeter bietet die Strecke H alles was das Bikerherz begehrt. Konditionell anspruchsvoll, fahrtechnisch trifft dies dies nur am Gibacht (902m), Voithenberg und Bleschenberg / Zwirenzl zu. Gleichwohl schraubt aufgeweichter Untergrund mit glitschigen Wurzeln und rutschigem Gestein erhöht nicht nur den Rollwiderstand, sondern schraubt zudem den fahrtechnischen Schwierigkeitsgrad nach oben. Dann ist umso mehr feinfühlige Körperbalance, fahrerisches Geschick, Reaktionsschnelligkeit und dosiertes Tempo gefragt, um keinen "Freiflug" zu provozieren. Manch giftige Rampe mag schon mal den innere Schweinehund aufzuwecken. Doch wie das immer so ist: Schwächephasen bzw. Sinnkrisen kommen und gehen. Frohlockt eine rasante Abfahrt oder fluffige Flowpassage, ist der Spuk schon wieder vergessen. Wer beispielsweise den steilen Stich zum Bleschenberg auf Biegen und Brechen nicht rauf kommt gibt sich keine Blöße abzusteigen, denn angeblich hat diese "Himmelspforte" bislang noch nicht mal der beste Fahrer des Vereins gepackt.

Der Spannungsbogen zwischen körperlicher Anstrengung, Genuss und Lebensfreude verläuft beim Mountainbiken ja bekanntermaßen im stetigen Wechselspiel. Das ist bei der Waldmünchner Radrundfahrt nicht anders. Vielleicht dreht sich das Rad der Emotionen sogar noch einen Ticken schneller.
Beide Strecken führen über den Gelübdekreuzweg zunächst hinauf nach Herzogau und weiter Richtung Gibacht, wo sich die Wegegabelung befindet. Für die Hartgesottenen schwenkt die Tour E über das Gebirgsmassiv des Gibacht auf die höchste Erhebung der Oberpfalz (Kreuzfelsen) ein. Steile Trailabfahrten am Reiseck führen über Machtesberg nach Moosdorf.
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| © Stephie Bucher, Chamer Zeitung |
Es gibt zwar bei der radtouristischen Veranstaltung ohne Renncharakter keine offizielle Zeitnahme, dennoch hindert es so manche Cracks nicht im geringsten daran ans Leistungslimit zu gehen. Manche Heroes schaffen die lange MTB-Strecke, die früher noch 1.700 hm aufwies, in einer unglaublichen Bombenzeit von unter 3:30 Stunden. Chapeau!

Betreffend der Beschilderung vergeben wir eine Note von 1 mit *. Die auffällige Wegmarkierung (Bodenpfeile, Beschilderung, Flatterbänder) macht das Navigieren zum Kinderspiel, weswegen man nicht ständig auf's Navigerät schauen muss und sich so viel besser auf die Strecke konzentrieren kann.
Bergmassiv Gibacht

Das Bergmassiv Gibacht stellt ein Bindeglied zwischen dem Bayerischen Wald und dem Oberpfälzer Wald dar. Der Bergrücken besteht aus den Gipfeln Kreuzfelsen (936 m) - höchste Erhebung der Oberpfalz, Tannenriegel (910 m), Reiseck (902 m) - dort befindet sich das Gläserne Gipfelkreuz - sowie dem Cerchov (1.042 m) auf tschechischer Seite.

Auf dem Tannenriegel befindet sich seit dem Jahr 2007 der Leuchtturm der Menschlichkeit. Es ist ein Symbol des Friedens, wofür rund 10 Tonnen Steine aus verschiedenen Regionen und Ländern vermauert wurden. Die vier individuell gefertigten Glaselemente leuchten mittels Solartechnik nachts ihre Botschaft aus. Eine Weltscheibe, ein christliches Kreuz, ein islamischer Halbmond und ein Davidstern senden die Lichtsignale in die Welt, um uns zu mehr Frieden und Verständnis untereinander aufzurufen.

Wer bei der Waldmünchner Radrundfahrt nicht gerade auf der "Flucht" ist, sollte sich einige Minuten Zeit nehmen und auf dem Tannenriegel / Reiseck die geniale Panoramaaussicht über den Hohenbogenwinkel genießen.
Bild oben: Gläsernes Gipfelkreuz (Befahrung der TRANS BAYERWALD im Rahmen der Further Bergwoche).

Das Helfer-Duo hatte an der Verpflegungsstelle neben der plätschernden Schwarzach gegenüber der Klostermühle Thurau kurz vor Schönthal - hier verläuft im übrigen der Schwarzachtal-Radweg - hatte den idyllischten Stellplatz überhaupt. Nur der gut gemeinte Hinweis, dass bis zum Ziel allenfalls zwei "Bergchen" kommen, war gelinde gesagt untertrieben. Neben dem fiesen Bleschenberg empfingen im Schlussabschnitt noch weitere Scharfrichter die erschöpften Gemüter.
Thurauer Mühle

Bei der ehemaligen Thurauer Mühle wird der Triebwerkskanal und die Schwarzach überquert, wo sich kurz darauf eine Verpflegungsstation befindet. Mühlenbesitzer Max Rohrmüller hat die Thurauer Mühle in mehreren Jahren aufwendig und liebevoll umgebaut, sodass der historische Charme der ursprünglichen Gemäuer mit modernen Stilelementen erhalten blieb. Damit das lebt das frühere Handwerk und die alte Mühle als Kulturgut für die nächsten Generationen fort. In dieser Region gab es entlang der Schwarzach zu früherer Zeiten etliche Mühlen, Glasschleifen und Hammerwerke.

Max und Margit Rohrmüller möchten mit der umfangreichen Restauration das Erbe ihrer Vorfahren und heutiges Vorzeigeobjekt der gesamten Region erhalten und bewahren. Die Thurauer Mühle ist ein jahrhundertealtes Gebäude, das die rustikale Mechanik einer Getreidemühle um 1900 originalgetreu wieder aufleben lässt.

Nachdem die Schwarzach überquert ist wird an einer T-Wegekreuzung links abgebogen, während der Schwarzachtal-Radweg und die TRANS BAYERWALD rechts die Richtung nach Schönthal einschlagen.
Die MTB-Tour H verläuft auf Teilabschnitten der beliebten TRANS BAYERWALD (Südroute, 1. Etappe) sowie kurzzeitig nahe der Thurauer Mühle auf dem 132 km langen Schwarzachtal-Radweg.

Kompliment ans Markierungsteam. Do geht's lang - vorbildliche Wegweisung mit 3 Richtungspfeilen - Bravo! Wenn die Kräfte allmählich zu Neige gehen, die Konzentrationsfähigkeit nachlässt und man sich vielleicht noch in der Sauerstoffschuld befindet, besteht die Gefahr doch mal einen Richtungspfeil zu übersehen und sich mit dem Missgeschick einige "Bonushöhenmeter" einzuhandeln nicht unerheblich. Schließlich schaut man beim konzentrierten Zirkeln durch die Botanik nicht ständig auf's Navi.
Zielankunft

Der Perlsee bietet vor allem in den Sommermonaten angenehme Abfrischung. Zudem lädt die See-Gaststätte mit schöner Biergartenterrasse zum Pausieren bzw. zum leckeren Energienachschub ein.

Der Perlsee ist ein künstlich angelegter Stausee direkt vor den Toren der Stadt Waldmünchen. Der 7 Hektar große Speichersees dient dem Hochwasserschutz sowie der Energieerzeugung, zum anderen ist der <Erlebnisraum Perlsee> ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet. Der Stausee befindet sich am Oberlauf der Böhmischen Schwarzach und wird von einem 580 m langen Erddamm aufgestaut. Im Wasser tummeln sich Hechte, Karpfen, Forellen, Schleien und Weißfische.

Foto: Staudamm Perlsee
Radwegenetz
Am Perlsee-Staudamm erblickt man Radwegschilder die auf den Iron Curtain Trail (Eurovelo Nr. 13) hinweisen, dessen Wegeverlauf sich am ehemaligen „Eisernen Vorhang“ diesseits und jenseits entlang der bayerisch-tschechischen Grenze orientiert. Die Strecke durchquert mehrere Nationalparks mit einer schützenswerten Flora und Fauna und verbindet eine Vielzahl einzigartiger Landschaften, die wegen ihrer Grenzlage und dessen unzugänglichen Sperrzonen zur Zeit des "Kalten Krieges" fast 50 Jahre unberührt blieben. Des Weiteren verläuft hier auch die TRANS BAYERWALD die streckenweise identisch mit der MTB-Tour verläuft.
Waldmünchen

Ab Mittag beginnt sich der Marktplatz von Waldmünchen allmählich mit Sportlern, Zaungästen und einheimischem Publikum zu füllen. Einströmende Rennradfahrer, Gravelbiker, Mountainibiker, ebiker und Familienradler nehmen in trauter Eintracht auf Bierbänken Platz und verwandeln den Marktplatz zum quirligen Kulminationspunkt der Trenckstadt (sofern der Wettergott mitspielt). Nach Zieleinlauf im staatlich anerkannten Luftkurort folgt zur perfekten Vollendung der »Waldmünchner Radrundfahrt« das entspannte Vergnügen. Heißt, dass nach der körperlichen Belastung wohlverdient gefeiert, gespeist und getrunken wird, um die leergefegten Glykogenspeicher - die "Energievorratskammer" bestehend aus Kohlenhydraten in der Leber und der Muskulatur - wieder nachzufüllen. Dazu gehört auch genügend Flüssigkeitsaufnahme, damit die Kohlenhydrate ihren Weg zu den Glykogenspeichern finden. Reguliert durch das Hormon Insulin sind gefüllte Glykogenspeicher Grundvoraussetzung für eine schnelle Regeneration.

''Auftanken im Bayerischen Wald' - Eine Aussage, die durchaus doppeldeutig verstanden werden kann. Die obige Schildertalfel spricht zwar ebiker an, denen auf der Landkarte Akku-Ladestationen aufgezeigt werden, doch nichtsdestoweniger wollen auch die menschlichen Glykogenspeicher bedarfsgerecht nachgeladen werden.
Kohlenhydratreiche Lebensmittel: Vollkornprodukte (z.B. Vollkornbrot, Haferflocken, Quinoa, brauner Reis), Kartoffeln, Süßkartoffeln, Früchte (z.B. Bananen, Äpfel, Beeren), Gemüse (z.B. Karotten, Mais, Erbsen, Bohnen), Hülsenfrüchte (z.B. Linsen, Kichererbsen, Kidneybohnen), Milchprodukte (z.B. Joghurt, Milch), Trockenfrüchte (z.B. Rosinen, Datteln).
Kommt der erschöpfte Körper, die ermüdete Muskulatur sowie das Nervensystem zur Ruhe, wird die wichtige Phase der Erholung - der Regenerationsprozess - eingeläutet, welcher Körper, Geist und Seele wieder in Einklang bringt. Je nach Belastungsgrad (Belastungsdauer) nimmt die Regenerationsphase etwa 48 bis 72 Stunden in Anspruch, damit der Körper während diesem Wiederherstellungsprozess sein Ausgangsniveau, also das Fitnesslevel vor der sportlichen Aktivität erreicht.
Magic-Moment

Mountainbiker kennen Gefühlsausbrüche nach Ankunft am Zielort allzu gut. Für Zaungäste bzw. Nichtsportler ein Erklärungsversuch: Euphorische Gesichtsausdrücke spiegeln ungeschminkt die Ausschüttung der Glückshormone wider, was beim Durchfahren des Zielbogens zur völlige Normalität gehört. Ausgepowert aber happy, so lässt sich der außergewönliche Glückszustand am besten auf den Punkt bringen. Es handelt sich um jenen entscheidenden Augenblick, wo bzw. wenn der Frosch buchstäblich ins Wasser springt und jeden Glückspilz im doppelten Sinn erdet. Feierabend – finito - Zeit für "Dolce Vita".

Mehr oder weniger schmerzgeplagt vom Sattel steigen, sich gegenseitig abzuklatschen und fix & foxi lässig auf einer Bierbank niederzusetzen ist das höchste der Gefühle. Nun vollzieht sich im Kopf ein neuronales Feuerwerk, bei dem sich Erschöpfung, Müdigkeit, Freude, Stolz, Glück, Demut und Selbstzufriedenheit zu einem kaum definierbaren Gefühlsstrudel vermengen. Ausgemergelt aber happy im erhabenen "Ich-hab's-geschafft-Feeling" - aalen und die Glückseligkeit bei Speis & Trank auskosten - ein hart erarbeitetes Hochgefühl, das im Vorfeld eine entsprechende Leistung abverlangte. Wie heißt es so schön: ohne Fleiß kein Preis. Mit Freunden auszutauschen, das Erlebte vor dem geistigen Auge Revue passieren zu lassen und sich zur "Feier des Tages" genüsslich eine Belohnungshalbe, deftiges Grillgut oder feine Pasta zu gönnen, ist jedesmal von Neuem der Himmel auf Erden. Man mag es gar nicht glauben, aber schlagartig ist jegeliche Schinderei - egal wie lange sie auch dauerte - total vergessen. Man kann es durchaus als unfassbaren 'Magic Moment' bezeichnen, der posthum das neuronale Belohnungszentrum aktiviert und letzten Endes den vielzitierten "Suchtbazillus" erklärt.
Das Gute daran ist, dass solche Glücksgefühle für kein Geld der Welt zu haben sind. Nein, sie wollen schlichtweg im Schweiße des Angesichts hart erarbeitet und somit redlich verdient sein.
Foto: nach der Waldmünchner Radrundfahrt (Breitensportveranstaltung) ist gemütliches Chillen angesagt
Der liebens- und erlebenswerte Urlaubsort - respektive das Waldmünchner Urlaubsland - bietet insbesondere Radfahrern, Gravelbikern und Mountainbikern jede Menge Aktionspotential mit Spaßgarantie. Waldmünchen (6.565 Einwohner) liegt eingebettet zwischen den Mittelgebirgsgipfeln Gibacht, Hohenbogen und Cercov und ist umgeben von Wäldern, Wiesen und Seen. Ein Pfund mit dem es sich touristisch hervorragend wuchern lässt. Umso mehr, als dass sich das Wander- und Radlparadies im Naturpark Oberer Bayerischer Wald auch grenzenlos hinüber in den geheimnisvollen Böhmischen Wald erstreckt.

Die »Waldmünchner Radrundfahrt« ist bekannt für ihr breitbandiges Streckenangebot. Die flache Familienrunde eignet sich auch für Radanhänger / Trailer.
Wer seinen sommerlichen Radurlaub in Waldmünchen verbringt, sollte sich unbedingt das Freilichtspiel “Trenck der Pandur” anschauen, das seit 1950 vor der historischen Stadtmauer jedes Jahr ab Ende Juli bis Mitte August aufgeführt wird.

Verpflegungsstation am Perlsee unweit von der Stadt Waldmünchen entfernt.
Nachdem man im Ziel im staatlich anerkannten Luftkurort Waldmünchen aufgeschlagen ist folgt mit Speis & Trank das Belohnungsritual.

Erfahrungsgemäß wird fast alles immer teurer, doch an den Verköstigungspreisen gibt's wirklich nichts zu meckern.

Die offizielle Bekanntgabe der teilnehmerstärksten Vereine, die Gutscheine für ein Spanferkel oder ein Faß Bier überreicht bekamen.
Fazit
Es lohnt sich auf alle Fälle, dem reizvollen Waldmünchner Urlaubsland sprichwörtlich seinen Stempel - genauer gesagt sein Reifenprofil -aufzudrücken. Einziger Wehrmutstropfen: wer sich unschlüssig ist, ob er mit dem Mountainbike, Gravelbike oder Rennrad teilnehmen möchte, hat ein ernsthaftes Entscheidungsproblem an der Backe. Schließlich gibt's für jede Radgattung attraktive Rundstrecke (n). Asphalt, Gelände oder beides kombiniert? Gute Frage. Wer sich nicht entscheiden kann, wechselt entweder Jahr für Jahr sein Gefährt, oder wirft kurzerhand eine Münze und überlässt der Glücksfee die Qual der Wahl.
Mountainbike-Revier Hohenbogenwinkel / Waldmünchner Urlaubsland
Übernachtungstipp: das Sonnenhotel Bayerischer Hof in Waldmünchen bietet vergünstigte Übernachtungspreise.

Sowohl der Brunnen des unteren Marktplatzes mit der Figur des hl. Josef (1790) als auch der Brunnen am oberen Marktplatz (1776) stammen aus dem Kloster Schönthal. Im Hintergrund lugt die die Kirche St. Stephan hervor.
Übernachtungstipp: das Sonnenhotel Bayerischer Hof in Waldmünchen bietet vergünstigte Übernachtungspreise.
Rückblick
Die »Waldmünchner Radrundfahrt« feierte am 6. Juli 2025 ihr 15 jähriges Jubiläum. Das familäre Radsport-Event trumpfte mit einem wahren Neuheiten-Feuerwerk auf, indem das Streckenportfolio um den Trenck-Marathon (205 km) - benannt nach dem historischen Festspiel "Trenck der Pandur vor Waldmünchen" - sowie einer 183 km Tour und einer neuen Gravelbikestrecke auf nunmehr 9 Tourvarianten aufgestockt wurde.
500 Teilnehmer - Rennradler, Gravler, Mountainbiker und Familienradler - frönten bei dem familiär geprägten Radsport-Event ihrer Leidenschaft. Die Teilnehmer konnten von der flachen Familienrunde mit 22 km bis hin zum Trenkmarathon mit 203 km und knapp 3.000 hm - sowie einer neuen Gravelbikestrecke - auswählen. Egal welche Strecke bewältigt wurde, die Freude & Glückseligkeit war bei der Zieldurchfahrt am Marktplatz von Waldmünchen jedem anzusehen. Gelobt wurde einmal mehr die tadellose Organisation, die vorbildliche Wegweisung, die freundliche Helfermannschaft als auch der abwechslungsreiche Routenverlauf durch die reizvolle Naturlandschaft im Naturpark Oberer Bayerischer Wald sowie dem Oberpfälzer Wald. Jeder Finisher erhielt nach Startnummernabgabe eine kostenlose GOAS MASS.
Das Teilnehmerfeld schlüsselte sich 2025 wie folgt auf:
- Tour A: 26 Teilnehmer
- Tour B: 14 Teilnehmer
- Tour C: 57 Teilnehmer
- Tour D: 51 Teilnehmer
- Tour E: 55 Teilnehmer
- Tour F: 99 Teilnehmer
- Tour G: 20 Teilnehmer
- Tour H: 51 Teilnehmer
- Tour I: 105 Teilnehmer
Die »Waldmünchner Radrundfahrt« bietet auch fünf attraktive Rennradstrecken sowie eine neue Gravelbikestrecke an, deren Schwierigkeitsgrade von leicht bis anspruchsvoll variieren.
Infos/Bezugsquellen
TV Waldmünchen e. V.
Lehnerstrasse 18
93449 Waldmünchen
Tel.: 09972 - 8972





