Waldmünchner Urlaubsland - im Bayerischen Wald ganz oben

Waldmünchner Urlaubsland im Bayerischen Wald ganz oben

Der Winter ist gelaufen. Endlich wieder mehr Sonnenschein, längeres Taglicht und wärmere Temperaturen. Befreit vom lästigen Zwiebelschalenlook entfacht das Frühjahr mit steigender Lichtintensität die Lust zum Mountainbiken. Raus in die Natur und rein in den mystischen (Ur-) Wald, um sich auf knarzenden Forstwegen, schlängelnden Pfaden und flowigen Trails frisch frei fröhlich den säuselnden Wind um die Ohren pfeiffen zu lassen. Momente auf die sich jeder Mountainbiker freut, zumal die (Eises-) Kälte, Miesepeterwetter und rutschige Bodenverhältnisse echte Spaßbremsen sind.

Legen wir den Fokus auf ein ostbayerisches Grenzrevier, wo man sich im Gelände nach Herzenslust auspowern kann. Ein Streckennetz mit über 750 km Länge und 15.000 Höhenmetern bietet nicht nur eine sportliche Herausforderung in einer unberührten Natur, sondern auch phänomenale Aussichtspunkte mit bombastischer Fernsicht. Steile Uphills, rasante Downhills und abenteuerliche Trails - kurzum es gibt alles was das Biker-Herz begehrt. Wo? Im »Waldmünchner Urlaubsland« dessen Grenzkamm am Gibacht die Schnittstelle zwischen Bayerischer Wald, Oberpfälzer Wald und dem Böhmerwald in Tschechien bildet. Imposantes Gipfelglück und flowigen Fahrspaß genießen sowie spannende Highlights wie beispielsweise das Gläserne Gipfelkreuz am Reiseck (902 m ü.NN.) oder den Leuchtturm der Menschlichkeit auf dem Tannenriegel (910 m ü.NN.) entdecken, all das und noch viel mehr gibt es in dieser Bike-Region zu bestaunen. 

Das Waldmünchner Urlaubsland, gelegen im Naturpark Oberer Bayerischer Wald (Landkreis Cham) nahe der tschechischen Grenze, ist für  für Mountainbiker und Gravelbiker ein echter Geheimtipp. Auch deshalb, weil die beschauliche Naturregion ihren unverwechselbaren Charme bewahren konnte und weit davon entfernt ist ein touristischer Hotspot zu sein. Stattdessen genießt der Naturschutz hohe Priorität,  weswegen der sanfte Tourismus hoch im Kurs steht. Die abwechslungsreiche Naturlandschaft mit Berggipfel von fast bis zu 1.000 Meter Höhe, dichten Wäldern und großen (Stau-) Seen wie der Perlsee, Silbersee und Drachensee eröffnen reichlich Tourenpotential.

Grundsätzlich lässt sich das MTB-Terrain im Waldmünchner Urlaubsland in punkto fahrtechnische und konditionelle Ansprüche in zwei Gebiete verorten. Zum einen das anspruchsvolle Gibacht-Bergmassiv - zu dem auch der angrenzende Cerchov auf tschechischem Territorium zählt. Das weitläufige Gebiet in urwaldähnlichen Wäldern ist mit seinen "Trailrosinen" ein Garant für sattes Spaßpotential, das selbst verwöhnte Trailbiker in Verzückung bringt. Das Grenzmassiv bildet den Schnittpunkt, der den Bayerischen Wald mit dem Oberpfälzer Wald und dem Böhmerwald auf tschechischer Seite verbindet. Der längliche Bergrücken besteht aus den Gipfeln Gibacht (934 m ü.NHN.), Kreuzfelsen (936 m ü.NHN.), Tannenriegel (910 m ü.NHN.) mit dem „Leuchtturm der Menschlichkeit“, Reiseck (902 mü.NHN.) - wo das Gläserne Gipfelkreuz steht - sowie dem Cerchov (1.046 m ü.NHN.) im Böhmischen Wald auf tschechischer Seite. 

Im Gegensatz zum schroffen Gibacht-Gelände bietet das "smoothere" Hügelland rund um den Bleschenberg bzw. im Schwarzachtal tendenziell ein sanfteres Profil mit moderaten Steigungen/Gefälle und weit weniger ruppigem Untergrund, das Einsteiger, Familien und großteils auch geübte Gravelbiker anspricht.

Neben einer Vielzahl lokaler Rundrouten gibt es zudem auch drei überregionale Etappentouren die das Waldmünchner Urlaubsland durchziehen: TRANS BAYERWALD, Euro Velo 13 (Iron Curtain Trail) sowie der grenznahe Grüne Dach Radweg (306 km). Nicht zu vergessen der 132 km lange Schwarzachtal-Radweg, welcher mit seinen teils unasphaltierten Passagen für Genuss- und Gravelbiker eine echt interessante Option darstellt.

Das »Waldmünchner Urlaubsland« bietet an der Schnittstelle zwischen Bayerischer Wald, Oberpfälzer Wald und dem Böhmerwald ein erstaunlich abwechslungsreiches Streckenpotenzial, das sowohl Flachpassagen als auch ein wellig bis bergiges Streckenprofil aufweist. Flach - hügelig - bergig - das breitbandige Spektrum holt jeden Bike-Enthusiasten unabhängig des Leistungslevels ab.

Offroad-Fans finden im länglichen Bergrücken des Gibacht bzw. grenzüberschreitend zum Cerkov (Tschechien) ein enormes "Spielwiesen-Areal" mit unbandig tollen Trailpassagen vor. Das ausladende Bergmassiv erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung vom Drei-Wappen-Felsen unmittelbar an der deutsch-tschechischen Grenze über den Kreuzfelsen und das Reiseck bis hinunter in die flache Further Senke. Der Gibacht ist in vielerlei Hinsicht ein Grenzberg: Er verbindet nicht nur Böhmen und Bayern sondern auch den Oberpfälzer Wald und Bayerischen Wald. Selbst sprachlich bildet der Raum eine Grenze, wenn "Waildler" Mundart auf Oberpfälzischen Dialekt trifft. 

Gravelbiker, die Schotterwege und hinternisfreie Waldpfade bevorzugen können in die TRANS BAYERWALD quereinsteigen, oder nehmen sich wahlweise die Ostschleife des Schwarzachtal-Radwegs durch den Böhmerwald zur Brust. Disziplinübergreifend bietet das universale Streckennetz nahezu jeder Rad- oder Bike-Gattung quasi das "Gelbe vom Ei". In dieser Gegend lustbetont auf seine Kosten kommen darf man getrost als "save" bezeichnen. 

Ortsunkundigen legen wir die Waldmünchner Radrundfahrt ans Herz, weil dann zwei reizvolle Mountainbike-Routen ausgeschildert sind, die ohne detaillierte Streckenkenntnisse (ausgenommen verfügbarerer GPS-Tracks) kaum befahrbar sind.

Foto: Panoramasicht vom Bergrücken des Gibacht (nur zu Fuß oder per Mountainbike erreichbar). Bei genauerem Hinsehen erblickt man auf dem markanten Hohenbogenmassiv die beiden Natotürme auf dem 1.079 Meter hohen Schwarzriegel, sowie am anderen Ende den BR-Sendeturm auf dem westlich gelegenen Burgstall (976 m ü.NHN.). Seiner exponierten Lage wegen ist der 8 km lange Höhenzug das prägende Charaktermerkmal des Hohenbogenwinkels im »Naturpark Oberer Bayerischer Wald«. 

Exponierte Mittelgebirgsgipfel, stille Täler, geheimnisvolle Wälder und klare Seen bilden sozusagen die Landschaftsbühne, die schon nach wenigen Radkilometern zu begeistern vermag und Pedaleure ziemlich schnell ins Schwärmen bringt. Hinzu kommt, dass Radfahrer von der erhöhten Sattelpostion aus  - vergleichbar einer Tribüne (abstammend vom lateinischen tribunal / erhöhter Feldherrensitz) - die Naturkulisse wie in einer Freilichtbühne als faszinierendes Naturschauspiel erleben. 

Das Grenzmassiv bildet den Schnittpunkt, der den Bayerischen Wald mit dem Oberpfälzer Wald und dem Böhmerwald auf tschechischer Seite verbindet. Der längliche Bergrücken besteht aus den Gipfeln Gibacht (934 m ü.NHN.), Kreuzfelsen (936 m ü.NHN.), Tannenriegel (910 m ü.NHN.) mit dem „Leuchtturm der Menschlichkeit“, Reiseck (902 mü.NHN.) - wo das Gläserne Gipfelkreuz steht - sowie dem Cerchov (1.046 m ü.NHN.) im Böhmischen Wald auf tschechischer Seite. 

Über 20 traumhafte Bikerouten mit insgesamt 700 km Länge gibt es entlang der bayerisch-böhmischen Grenze im Waldmünchner Urlaubsland. Atemberaubende Ausblicke nach Tschechien und - vorausgesetzt das Wetter spielt mit - bis ins Voralpenland sind der Lohn eines jeden Anstiegs. Dazu gibt es auch Langstreckenrouten  wie beispielsweise die 200 km lange 4-Gipfeltour über die Berge Osser, Cerkov, Gibacht und Hohenbogen. Bei diesem "Bayerwald-Klassiker" werden satte 3.000 Höhenmeter überwunden, für den je nach Leistungsfähigkeit zwischen 3 - 4 Tage einzuplanen sind. Ebenso schlängelt sich die 1. Etappe der TRANS BAYERWALD - Südroute durch die Grenzregion und überquert von Furth im Wald aus der flachen Senke kommend den Grenzkamm des Gibacht.

Die Abfahrt vom Gibacht - vorbei am Kreuzfelsen - bezeichnen Insider wohlweislich als "erste Sahne-Trail". Teils verblockte Passagen verlangen - insbesondere bei Nässe - eine gute Fahrtechnik bzw. einen sauberen Fahrstil. Wer's drauf hat und das Gelände sicher beherrscht, lässt es laufen, um dem Flow auf der Spur zu bleiben. Alle anderen nehmen lieber einen Zacken raus, um keine unnötigen Risiken einzugehen.

Wer sich nicht auf eigenen Faust durch's Dickicht schlagen möchte bucht einen erfahrenen Guide, der vom Tourismusbüro Waldmünchen bzw. Furth im Wald vermittelt werden kann. Die Gipfel am länglichen Bergrücken Gibacht reihen sich mit dem Tannenriegel, Reiseck, Kreuzfelsen (936 m ü.NHN.) - höchste Erhebung auf deutscher Seite mit Gipfelkreuz und herrlichem Blick nach Osten über das westböhmische Land - und dem Cerchov auf tschechischer Seite wie eine Perlenkette aneinander reihend auf. 

Die obige Schautafel führt Sehenswürdigkeiten sowie Attraktionen, aber auch schöne Dorfplätze, Gemeinschaftseinrichtungen und Naturschauplätze im Einzugsgebiet des Schwarzachtals im Landkreis Cham auf. Der deutsch-tschechische Grenzkamm bildet geographisch den Kern des grenzüberschreitenden Kooperationsprojekts Aktionsbündnis "Cerchov plus", bei dem sich ursprünglich 6 bayerische und 14 tschechische Gemeinden rund um den Cerchov (Schwarzkopf) zusammenschlossen. Auf bayerischer Seite gehören der Altlandkreis Waldmünchen mit den Städten Waldmünchen und Rötz sowie den Gemeinden Schönthal, Treffelstein, Tiefenbach und Gleißenberg dazu. Zwischenzeitlich haben der Cerchov und Hohenbogen mit ihren weit sichtbaren Abhörstationen den Status als Wahrzeichen bzw. Mahnmal des Kalten Krieges erlangt. Der frühere Landkreis grenzte 1972 gegen den Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Oberviechtach, Neunburg vorm Wald, Roding und Cham, sowie im Nordosten an die Tschechoslowakei.

Berggasthof Gibacht 

Der Berggasthof Gibacht liegt auf 845 Metern Höhe in traumhafter Höhenlage oberhalb von Waldmünchen, eingebettet zwischen Bayerischem und Oberpfälzer Wald. Umgeben von dichter Natur, stillen Waldpfaden und knarzenden Schotterwegen sowie eindrucksvollen Aussichtspunkten ist der Gasthof seit vielen Jahren ein beliebtes Ausflugsziel für Mountainbiker (TRANS BAYERWALD führt direkt vorbei), Radfahrer, Wanderer und Naherholer. Der gemütliche Berggasthof befindet sich im Besitz der Gutsverwaltung Voithenberg und wird seit 2022 von einem naturliebenden Pächterpaar geführt. Urige Berghütten-Romantik im stilvoll-rustikalen Gastraum oder auf der großen Sonnenterrasse mit freiem Talblick inmitten einer Waldlichtung bieten ein erholsam-entspranntes Umfeld, um sich nach einer (anstrengenden) Radtour eine wohlverdiente Auszeit zu gönnen und sich an kulinarischen Geschmackserlebnissen zu erfreuen. Die Küche verwöhnt mit regionalen Spezialitäten, saisonalen Gerichten und hausgemachten Klassikern, die leergefegte Energiespeicher geschmackvoll wieder aufzuladen vermögen. 

Die Gibacht-Berghütte zählt zu den kultigsten Gasthäusern der Region, das nahe Althütte (DSV Nordic-Aktiv-Zentrum) sowohl mit Rennrädern als auch Gravel- und Mountainbikes gut zu erreichen ist. Der Berghof Gibacht liegt am Waldrand an der Panoramastraße zwischen Waldmünchen und Furth im Wald am Fuße des Gibacht (934 m ü.NHN.). 

Die Pächter haben die Hütte liebevoll modernisiert und halten den Hütten-Charme und das künstlerische Erbe des 2021 verstorbenen Vorgängerwirts Ralph Wenzel - Sohn einer Glasmacherfamilie und ehemaliger Besitzer der Glashütte Theresienthal - in aller Ehren. So wurden beispielsweise Glassteine und ein Kreuz von Ralph Wenzl kunstvoll in die Wand eingelassen. Auch das große Glaskreuz am Reiseck sowie der "Leuchtturm der Menschlichkeit" auf dem Tannenriegel (910 m ü.NN.) stammen von dem bekannten Glaskünstler. 

Nur unweit vom Berggasthof Gibacht entfernt befindet sich Voithenberghütte, das 3 km nordwestlich von Furth im Wald und 1,3 Kilometer südlich der tschechischen Grenze liegt. Im Ortsteil Hammerschmiede befindet sich denkmalgeschützte Hammerschmiede, erbaut 1823. Die Voithenberger Straße zwischen Althütte und Furth im Wald passiert am Fuß des Gibacht mehrere Wanderparkplätze.

Spannende Trailpassagen bieten am Gibacht immer wieder sagenhafte Aussichtsstellen wo man in der Stille herrlich abschalten und neue Kraft schöpfen kann. Mit offenen Augen durch die Natur kubeln – allein oder professionell geführt – lässt sich Neues entdecken und die Natur mit allen Sinnen erleben.

Bevor man auf dem Gebirgskamm in den Genuss des herrlichen Rundblicks über den Bayerischen Wald und die tschechische Tiefebene kommt bzw. bei guter Fernsicht vielleicht sogar die gezackte Nordalpenkette erspäht, piesackt erst mal der knackige 500 Höhenmeter-Anstieg zum Gibachtmassiv. Das Uphill-Leiden testet die konditionellen Fähigkeiten, fordert seinen Schweißtribut und stellt die Willenskraft auf die Probe, es sein denn ein Akku leistet Schützenhilfe. Der Name Gibacht hat sich im Volksmund aller Voraussicht nach aus der Lage an der deutsch-böhmischen Grenze herausgebildet, dessen unwegsames Gelände früher von der Epoche des Eisernen Zauns geprägt war. Einstige Schmugglersteige zeugen von regem (Handels-) Verkehr über diese alte Grenzlinie, wobei illegale Grenzgänger vor Militärwachposten beiderseits der Grenze um ihr Leben fürchten mussten. Der sogenannte "Eiserne Zaun" gehört gottseidank der Vergangenheit an, dessen dunkle Geschichtskapitel hoffentlich für immer und ewig geschlossen bleibt. 

Bild: dieser einheimische Vollblutbiker machte sich nach x-facher Gipfelerstürmung in der Biker-Szene als "Mister Cerchov" einen Namen.

Ausufernden Naturnutzerdruck wie beispielsweise in den Alpen kennt man im ostbayerischen (Grenz-) Revier schlicht und ergreifend nicht. Im Gegensatz zu einschlägig bekannten Alpenklassikern tritt man sich in dem schwach besiedelten Landstrich in der kontrastreichen Mittelgebirgslandschaft ganz und gar nicht auf die "Füße". Ein echter Pluspunkt, sich auf einsamen Wegen, Pfaden und Trails durch die wilde Botanik zu wuseln und prickelndes Abenteuerfeeling zu spüren. Vor allem im langgestreckten Bergmassiv Gibacht, welches sich am bayerisch-tschechischen Grenzverlauf entlang zieht, wo auf teils wurzeligen/steinigen Untergrund sprichwörtlich die Post abgeht (sofern man es drauf hat). Ein geheimnisvolles Revier fern der Zivilisation, in dem man kaum einer Menschenseele begegnet. Hier kann man noch einsam über geschwungene, teils ausgesetzte Trails zirkeln und in aller Ruhe die Bodenbeschaffenheit fokussieren, ohne sich ständig von herannahenden Bikern im Flow gestört zu fühlen. Umstände die das Gefühl von Freiheit und Lust am Biken eminent fördern. Sobald Adrenalinkicks und Glückshormone ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern befindet man sich sich jenem euphorischen Zustand, dem so gut wieder jeder Mountainbiker so sehnsüchtig hinterherjagt. 

Während auf deutscher Seite die Felsformation des Kreuzfelsen (938 ü.N.N) - bestückt mit Gipfelkreuz samt hölzerner Christusfigur - die höchste Erhebung bildet, überragt zwei Kilometer jenseits der Landesgrenze in Tschechien der exponierte Cerchov (1.042 m ü.NN:) das Umland. Sein Flugsicherungsturm sowie der wesentlich ältere Aussichtsturm (erbaut 1904) sind als Erkennungsmerkmal schon von weiter Ferne aus sichtbar. 

Im »Waldmünchner Urlaubsland« läuft’s wortwörtlich rund. Vor allem wenn am ersten Julisonntag alljährlich die »Waldmünchner Radrundfahrt« mit ausgeschilderten, leistungsabgestuften Mountainbike-Strecken zum geselligen Stelldichein ruft. Mountainbikern liegt ein Streckennetz von 750 Kilometern zu Füßen, das massig Sucht- und Spaßpotenzial birgt. Keine Gnade für die Wade: kumuliert türmt sich das Tourenpotenzial zu satten 16.000 Höhenmetern auf. Obendrein bildet die prestigeträchtige TRANS BAYERWALD als Paradestrecke für Etappenfahrer eine Transitachse quer durch den Bayerischen Wald. So verläuft die 1. Etappe (Süd) von Furth im Wald über das Gibacht-Massiv nach Rötz. Doch Obacht vor der unwiderstehlichen Suchtgefahr, weil Schnuppertouren einen verlockenden Vorgeschmack auf das große Ganze entfalten, die die 700 Streckenkilometer hergeben. Nichtsdestotrotz lassen sich mittels Zubringervarianten individuelle Rundtouren zusammen basteln, um dort wieder anzukommen wo man gestartet ist. 

Neben dem schroffen Gebirgsmassiv am Gibacht, wo sich versierte Trailbiker auf spektakulären Singletrails vergnügen - speziell der verwurzelte und stellenweise verblockte Grenzkamm-Trail mit fast 1.600 Höhenmeter hat es in sich (fortgeschrittene Fahrtechnik ist usus) - gibt es auch sanfteres Gelände. Im welligen Tiefland finden Einsteiger, Familien und E-Biker eine große Auswahl an hindernisbefreiten Forstwegen, dessen Anstiege nicht nur weit weniger herausfordernd sind sondern auch fahrtechnisch keine unüberwindbaren Hürden beinhalten.

Entlang blühender Streuobstwiesen, gurgelnder Bäche wie die Bayerische Schwarzach oder dem Silbersee, Perlsee und dem Eixendorfer Stausee ist jede Menge Naturgenuss samt Badespaß geboten. Wer nach schweißtreibenden Anstiegen frische Abkühlung sucht und ins kühle Wasser springen möchte hat jedenfalls Gelegenheit dazu. Abgesehen davon kann man seiner strapazierten Muskulatur im Erlebnisbad "Aqua-Fit" in Waldmünchen gutes tun und den Körper, Geist  und Seele wieder ins Lot bringen. Dazu verfügt das Hallenbad einen großzügigen Saunabereich mit Finnischer Sauna, Außensauna mit Ruhehaus, Sanarium und Dampfbad wo man sein Immunsystem aufpäppeln kann.

Lange Rede kurzer Sinn: Das Routennetz in der facettenreichen Landschaft spricht Mountainbiker aller Könner- und Fitnessstufen an, um ihrer Leidenschaft nach Herzenslust zu frönen.

Bild: die Kasernengebäude in Fichtenbach entlang des Cherkovsteigs gelten mithin als letzte Zeugnisse des "Kalten Kriegs", als einst die abgeriegelte Grenze des "Eisernen Vorhangs" Europa entzweite. Bis 1989 verlief hier die scharfe Trennlinie zwischen marktwirtschaftlich orientierten demokratischen Staaten im Westen und den planwirtschaftlich aggierenden Diktaturen im Osten. Die verfallenen Gebäude dürften wohl über kurz oder lang dem Abriss preisgegeben sein.

Die wildromantische Natur hat in dieser Gegend viele Gesichter, wovon Mountainbiker ganz besonders profitieren. Im Herzen des bayerisch-böhmischen Grenzkamms liegt den Stollenrittern inmitten der "Natur-Aktiv-Region Oberer Bayerischer Wald" sprichwörtlich jede Menge Gehölz, Gestein und Wurzelstränge zu Füßen. Naturzierrat, auf den der Biker im doppelten Sinn so liebend gerne abfährt. 

Je stärker sich der e-Bike-Wachstrumstrend und der durch Corona angefachte Inlandsurlaubboom fortentwickelt, desto mehr gewinnen unbekanntere Reviere an Bedeutung. In der Tat schlummert entlang des bayerisch-böhmischen Gerbirgkamms noch ein weitgehend unentdecktes Trail- und Wegegeflecht, das man hierzulande immer seltener vorfindet. Insofern ist der Geheimtipp für »Waldmünchner Urlaubsland« keine abgedroschene Worthülse, sondern trifft vielmehr den Nagel auf den Kopf. Anstatt in die Ferne zu schweifen vermag das Homeland mit sagenhaften Tour- und Trail-Juwelen nämlich durchaus zu begeistern. Dass grenzüberschreitende Touren nach Tschechien den Aktionsradius erhöhen ist ein Zuckerl, was das reizvolle Erlebnisspektrum ausdehnt. Ob gemütlicher Touren- bzw. E-Biker, oder trailverliebte Enduristen - das vielschichtige Gelände wird konditionellen wie auch fahrtechnischen Ansprüchen gerecht. So betrachtet spielt unter leistungsbezogenen Gesichtspunkten das Fahrkönnen bzw. Ausdauer - sofern man sich bei der Streckenwahl nicht selbst überfordert - keine Rolle.

Weil kräftezehrende Touren gehörig an den Energiereserven saugen, gehört ein standesgemäßer Einkehrschwung zum Ritual eines jeden Mountainbikers. Entspannende, gesellige Momente rundet ein Tourerlebnis in Hütten und urigen Biergärten perfekt ab und macht den Himmel auf Erden wahr.

Thurauer Mühle

Bild oben: die sehenswerte Klostermühle Thurau bei Schönthal liegt direkt an der Schwarzach und wird gleich von mehreren Bike-Routen passiert. So auch die erste Etappe der TRANS BAYERWALD, deren 350 km lange Südroute von Furth im Wald bis zur Eixendorftalsperre nahe Rötz auf einer Länge von 64 Kilometer das MTB-Revier durchquert. Dazu gibt es sogenannte "Schleifentouren", womit sich individuelle Touren erstellen lassen können, die variable Rückwege zum Ausgangsort ermöglichen. Musik in deinen Ohren? Worauf lange warten, probier's aus:-)

Neben dem Schwarzachtal-Radweg verläuft auf Teilabschnitten auch die Südroute (1. Etappe) der beliebten TRANS BAYERWALD. 

Nahe Thurau befindet sich die ehemalige Thurauer Mühle (die der Schwarzachtal-Radweg und die TRANS BAYERWALD passieren), wo es sich echt lohnt vom Sattel zu steigen und das historische Baudenkmal genauer in Augenschein zu nehmen. Mühlenbesitzer Max Rohrmüller hat die Thurauer Mühle in mehreren Jahren aufwendig und liebevoll umgebaut, sodass der historische Charme der ursprünglichen Gemäuer mit modernen Stilelementen erhalten blieb. Damit das lebt das frühere  Handwerk und die alte Mühle als Kulturgut für die nächsten Generationen fort. In dieser Region gab es entlang der Schwarzach zu früherer Zeiten etliche Mühlen, Glasschleifen und Hammerwerke.

Trenckstadt Waldmünchen

In Waldmünchen, Furth im Wald, Rötz, Stamsried, Neukirchen b.Hl. Blut, Eschlkam, Treffelstein und Schönthal herrscht noch eine beschaulich ländliche Idylle ohne großes "Halli Galli". Heimatverbundene Menschen pflegen hier noch ihre traditionellen Wurzeln und feiern mit großer Hingabe historische Freilicht-Festspiele wie z.B. "Trenck der Pandur" oder den Further Drachenstich. Die herzliche Gastfreundschaft wird von Urlaubsgästen natürlich wertgeschätzt. Überdies profitieren Touristen von günstigen Preisen und attraktiven Angeboten, die merklich das Urlaubsbudget schonen.

Waldmünchen (ca. 6.600 Einwohner) ist ein idealer Ausgangsort für vielversprechende Mountainbiketouren. 

Waldmünchen (ca. 6.600 Einwohner) ist ein idealer Ausgangsort für vielversprechende für Mountainbike-Trips unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade.  Die Grenzstadt liegt am Oberlauf der Schwarzach und blickt auf eine ereignisreiche 1000 jährige Geschichte zurück. Der staatlich anerkannte Luftkurort verdankt die saubere Luft der waldreichen Gegend in Mittelgebirgslage sowie der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft.

Von Waldmünchen nach Furth im Wald sind es 19 km, zur Kreisstadt Cham 21 km, zur Welterbestadt Regensburg rund 83 km und ins tschechische Domažlice (historisches Stadtzentrum) in der westböhmischen Pilsner Region 24 km.

Böhmerwald

 Neben dem Iron-Curtain-Trail erschließt auch der Grüne Dach Radweg einen Korridor des bayerisch-tschechischen Grenzgebietes. Der grenznahe Fernradweg (306 km) ist auf dem ersten Streckenteil von Schönthal bis Kritzenast sowie im Schlußabschnitt zwischen Weberhäuser und Kritzenast auf einer Gesamtlänge von 34 km Wegbegleiter des Schwarzachtal-Radwegs.

Furth im Wald bildet die geographische Schnittstelle zwischen der Nord- (grüne Richtungspfeile) und der Südroute (blaue Richtungspfeile) der TRANS BAYERWALD (jeweils 7 Etappen mit einer Gesamtdistanz von rund 350 km). Die 1. Süd-Etappe schlängelt sich zunächst über das Gibacht-Bergmassiv (Kreuzfelsen, Tannenriegel, Reiseck), wo der Bayerische Wald, der Böhmische Wald und der Oberpfälzer Wald aufeinandertreffen und führt dann weiter nach Rötz.