»TRANS BAYERWALD« - Dem Abenteuerfeeling dicht auf den Fersen

 Start- und Zielort

Die TRANS BAYERWALD ist eine 708 km lange MTB-Reiseroute, dessen Nord- und Südschleife jeweils in 7 Etappen unterteilt ist. Der Startpunkt der 347 km langen Südroute befindet sich in der Drachenstadt Furth im Wald (Landkreis Cham) auf der Festwiese des Hallenbad-Parkplatzes am Aloys-Fischer-Platz (zugleich Endpunkt der Nordroute). Die wunderschöne Kleinstadt in Grenznähe zu Tschechien wird umrahmt vom Bergmassiv Gibacht (934 mü.NN.) - dessen 12 km langer Anstieg mit fast 600 hm gleich zu Beginn der ersten Etappe - zumindest für "Biobiker" - eine knackige Herausforderung ist.

Die 365 km lange Nordroute beginnt an der Veste Oberhaus (400 m ü.NN.) in Passau (zugleich Endpunkt der Südroute). Die Burganlage - einer der größten und mächtigsten in Europa - wurde im Jahr 1219 gegründet (Residenz des fürstlichen Bischofs vom Hochstift Passau). Sie trohnt majestätisch gelegen 100 Meter über der Donau und der Altstadt von Passau. Das prächtige Bauwerk mit seiner 800 jährigen bewegten Geschichte ist heute ein lebendiger Ort der Kultur mit Museum, Burgenfestspielen und Sommerkino. Auch der grandiosen Aussicht wegen ist das bezaubernde Areal geradwegs ideal, hier seine Nordschleife zu starten oder Südroute zu beenden.

Streckendaten

 

Die Südroute startet in Furth im Wald (Naturpark Oberer Bayerischer Wald) und orientiert sich von Falkenstein bis Passau in östlicher Fahrtrichtung entlang des nördlichen Donaukamms.

Eckdaten 

  • Ausgangspunkt: Furth im Wald
  • Endpunkt: Passau
  • Streckenlänge: ∑ 347 km 
  • Niveauunterschied: ∑ 8 300 hm
  • Streckenzenit: Geißkopf (1.097 m.ü.NN.) 
  • Streckentiefpunkt: Landschaftsschutzgebiet Gaißatal im LK Passau (320 m ü.NN.)

Etappenübersicht

  • Etappe 1 • Furth im Wald - Rötz:              49 km / 1.000 hm → Details
  • Etappe 2 • Rötz - Stamsried:                    37 km / 900 hm → Details
  • Etappe 3 • Stamsried - Falkenstein:          54 km / 900 hm → Details
  • Etappe 4 • Falkenstein - Sankt Englmar:   42 km / 1.500 hm → Details
  • Etappe 5 • Sankt Englmar - Bischofsmais: 62 km / 1.800 hm → Details
  • Etappe 6 • Bischofsmais - Eging am See:  64 km / 1.500 hm → Details
  • Etappe 7 • Eging am See - Passau:           36 km / 700 hm → Details


HIGHLIGHTS (chronologisch gelistet)

  • Bergmassiv Gibacht - Kreuzfelsen (936 m ü.NN.), Tannenriegel (910 m ü.NN.) 
  • Burg Schwarzwihrberg auf dem Schloßberg (706 m ü.NN.) bei der Stadt Rötz
  • Eixendorfer Stausee
  • Burgruine Kürnberg (571 m ü.NN), nordöstlich des Marktes Stamsried
  • Naturschutzgebiet Neubäuer See
  • Naturschutzgebiet Oberbreitenau (1.000 m ü.NN.)
  • MTB-ZONE Bikepark Geißkopf (1.097 m ü.NN.)
  • Brotjacklriegel (1.011 m ü.NN.) - Aussichtsturm

Die Nordroute startet in Passau und verläuft zunächst bis zum Dreisessel (Landkreis Freyung-Grafenau) in nördlicher Fahrtrichtung. Von dort schlägt sie eine westliche Fahrtrichtung entlang am Grenz- und Arberkamm bis zum Zielort Furth im Wald ein.

Eckdaten 

  • Ausgangspunkt: Passau
  • Endpunkt: Furth im Wald
  • Streckenlänge: ∑ 365 km 
  • Niveauunterschied: ∑ 8 300 hm
  • Streckenzenit: Großer Arber (1.440 m.ü.NN.) 
  • Streckentiefpunkt: Obernzell (294 m.ü.NN.)

Etappenübersicht 

  • Etappe 1 • Passau - Wegscheid:                    45 km / 900 hm → Details
  • Etappe 2 • Wegscheid - Waldkirchen:             45 km / 950 hm → Details
  • Etappe 3 • Waldkirchen - Mitterfirmiansreut:  63 km / 1.800 hm → Details
  • Etappe 4 • Mitterfirmiansreut - Spiegelau:     55 km / 1.100 hm → Details
  • Etappe 5 • Spiegelau - Zwieslerwaldhaus:     45 km / 1.000 hm → Details
  • Etappe 6 • Zwieslerwaldhaus - Lam:             65 km / 1.600 hm → Details
  • Etappe 7 • Lam - Furth im Wald:                  43 km / 1.000 hm → Details

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    HIGHLIGHTS (chronologisch gelistet)

    • Friedrichsberg (930 m ü.NN.) - Aussichtsturm
    • Oberfrauenwald (948 m ü.NN.) - Aussichtsturm
    • Dreisessel-Massiv (Hochstein 1.333 m ü.NN.)
    • Haidel (1.167 m ü.NN.) - Aussichtsturm
    • Nationalpark Bayerischer Wald
    • Trinkwassertalsperre Frauenau
    • Großer Arber (1.456 m ü.NN.)
    • Ossersattel (1027 m ü.NN.)
    • Naturbad Neukirchen b.Hl.Blut 
Querspange

Die 27 km lange Querspange verbindet in beiden Fahrtrichtungen die Südroute (Etappe 5) mit der Nordroute (Etappe 6). Die Traverse verläuft an der Stadt Regen und am Markt Bodenmais vorbei. Da Start- und Zielort der Verbindungsstrecke auf unterschiedlicher Höhe liegen (Differenz rund 120 Meter) weist die Süd-Nordrichtung eine höhere Höhenmeterbilanz auf (860 hm), als die entgegengesetzte Fahrtrichtung von Nord nach Süd (740 hm).

HIGHLIGHT

Der 28 m hohe Aussichtsturm nahe Langdorf am Schönecker Riegel (833 m ü.NN.) bietet einen grandiosen Panoramablick (Rundumsicht) über die Bayerwaldberge bzw. bei klarem Wetter sogar bis in die Alpen. 

Streckenverlauf

Foto: faszinierende Bayerwaldaussicht in Oberbreitenau (Etappe 5 Süd) beim Landshuter Haus. Auf der rechten Bildseite zu sehen, der Brotjacklriegel (1.011 m ü.NN.) mit Sendeturm, welcher bei der darauffolgenden Etappe ein echtes Highlight ist.

Die TRANS BAYERWALD durchquert auf ihrer nördlich und südlich verlaufenden Längsachse teils ungezähmte Natur-Reservate und passiert die Ferienregionen Naturpark Oberer Bayerischer Wald (Landkreis Cham), Urlaubsland Straubing-Bogen, Deggendorfer Land, Passauer Land, Nationalpark-Ferienland Bayerischer Wald (Landkreis Freyung-Grafenau) sowie das Arberland Bayerischer Wald (Landkreis Regen). Schnittpunkt der Nord- und Südschleife befindet sich in Furth im Wald (Landkreis Cham) und in Passau. Die gewaltige Streckendimension lässt nur ansatzweise erahnen, welch reichhaltige Naturschätze, spannende Wegepassagen und herrliche Aussichtspanoramen den Tourenbiker erwarten. Vor allem der abwechslungsreiche Wegemix bestehend aus Waldpfaden, Schotterwegen, verkehrsarmen Nebenstraßen und flowigen Trail-Passagen machen im kupierten Gelände mit permanenten Up & Downs einen Riesenspaß. Mal gedankenversunken dahin cruisen und sich von der abgeschiedenen Natur inspirieren lassen, ein andermal konditionell gefordert sein oder sein Gefährt einfach lustbetont laufen lassen und über verschlungene Pfade jagen. Ein Wechselspiel zwischen Genuss, Spaß und körperlicher Belastung, die Körper Geist und Seele gleichsam berühren. 

Foto: vom sagenumwobenen Dreisesselberg (Etappe 3 Nord) genießt man bei Fernsicht bzw. Fönlage ein sagenhaftes Alpenpanorama das zum Greifen nah erscheint

Das Dreisessel-Massiv, mit den Gipfeln Dreisesselfels (1.313 m ü.NN.), Hochstein (1.333 m ü.NN.) und Bayerischer Plöckenstein (tschech. Trojmezná hora; 1.379 m ü.NN.) gehört zweifelsohne zu den markantesten und zugleich beeindruckendsten Aussichtsbergen des Bayerischen Waldes bzw. des Böhmerwaldes. 

Und weil die TRANS BAYERWALD am laufenden Band Bergerlebnisse mit famosen Aussichtspanoramen beschehrt, wird der Refrain des Songtextes von Reinhard Mey - dessen Titelzeile zum geflügelten Wort wurde - zitiert, der das Glücksgefühl nach jedem Gipfelsturm blendend auf den Punkt bringt: 

Über den Wolken

Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein

Alle Ängste, alle Sorgen

Sagt man

Blieben darunter verborgen

Und dann

Würde was uns groß und wichtig erscheint

Plötzlich nichtig und klein

Kurzbeschreibung Südroute

Foto: Grandiose 360° Aussicht vom Brotjacklriegel (1.011m ü.NN.). Der Brotjackriegel (Etappe 6 Bischofsmais - Eging am See) trohnt rund 700 Höhenmeter über dem Donautal und gilt als Wahrzeichen der Region Sonnenwald mit den Gemeinden Schöfweg, Zenting, Innernzell, Grattersdorf und dem Markt Schöllnach.

Die Südroute verläuft von Furth im Wald über die beliebten Bikereviere Gibachtmassiv, Sankt Englmar, Bischofsmais (Geisskopf), Deggendorfer Land (Ruselabsatz) bis zur Dreiflüsssestadt Passau und orientiert sich ab der 4. Etappe in östlicher Richtung nach Passau entlang des Donaukamms. Der Streckenverlauf tangiert die Landkreise Cham, Schwandorf, Straubing-Bogen, Deggendorf, Regen, Freyung-Grafenau und Passau im Regierungsbezirk Oberpfalz und Niederbayern. Sauerstoffreiche Wälder, sattgrüne Wiesenhänge und faszinierende Bayerwald-Panoramen über die Donauebene bis zu den Alpen (z.B. Brotjacklriegel) kennzeichnen den Routenverlauf. Konditionell fordernd, fahrtechnisch - insbesondere die Trailpassagen sind bis auf wenige Schlüsselstellen - gut fahrbar. 

Besonders die Kammlagen erlauben von den Höhen des Bayerischen Waldes imposante Ausblicke über weitläufige Donaulandschaften bzw. über die Gäubodenebene, der Kornkammer Bayerns. Die besten Aussichtspunkte bieten das Urlaubsland Straubing-Bogen im Raum Sankt Englmar sowie das Deggendorfer Land im Bereich Geisskopf und Brotjacklriegel, wo man zwischen 300 Meter und 1.150 Meter über dem Meeresspiegel die Kurbel schwingt. Wer einen spektakulären Ausblick auf die Donauebene und die umgebenden Gipfelketten genießen möchte, hängt die verwurzelte Stichverbindung vom Riegelsattel zum Gipfel des 1.092 Meter hohen Dreitannenriegels dran. Aussichtsgipfel wie Oasen der Ruhe laden zum Verweilen und Abschalten ein. Auszeiten, die der TRANS BAYERWALD einen meditativen Touch verleihen und ihr einen tieferen Sinn geben.

Überdies eröffnet eine Quertrasse (27 km) als Verbindungselement beider Routen interessante Kombinationsmöglichkeiten. Von offizieller Seite (TVO) wird empfohlen, die TRANS BAYERWALD entgegengesetzt im Uhrzeigersinn zu fahren. 

Kurzbeschreibung Nordroute

Foto: Hochstein (1.333 m ü.NN.) - höchste Stelle des Dreisesselbergs, über den die europäische Wasserscheide verläuft

Die Nordroute orientiert sich am Grenzkamm des Bayerischen Wald bzw. Šumava (Böhmerwald) und verläuft über verschlungene Waldpfade in wildromantischer Naturlandschaft von der Dreiflüssestadt Passau zur Drachenstadt Furth im Wald. Dichte Wälder, plätschernde Bäche und atemberaubende Bergpanoramen kennzeichnen den Routenverlauf. Highlights sind spektakuläre Aussichten auf dem Dreisessel, Haidel, dem Großen Arber und dem Ossersattel. Dazu führt die Route durch den ältesten Nationalpark Deutschlands. Konditionell fordernd, fahrtechnisch - bis auf wenige Schlüsselstellen - gut fahrbar. Der Streckenverlauf tangiert die Landkreise Passau, Freyung-Grafenau, Regen und Cham. 

Streckencharakter

Hinsichtlich des gezackten Höhenprofils hat die Strecke im wahrsten Sinne des Wortes "Biss". Sowohl die Süd- als auch Nordroute fordern konditionell - es sei denn man tritt selber weniger Watt, weil still und leise ein Elektromotor zuschaltbare Unterstützung liefert und so für erleichernde Schubkraft sorgt. Lässt das Fitnesslevel als Biobiker zu wünschen übrig, der wird an Rampen (Bergübersetzung!) wenn es hart auf hart geht wohl oder übel in den Schiebebetrieb wechseln müssen. Letztlich auch kein Beinbruch, zumal sich die Länge solcher Stiche bis auf vereinzelte Ausnahmen in Grenzen hält.

Weit weniger anspruchsvoll ist der fahrtechnische Streckencharakter einzustufen, da schwierigere Trailpassagen (ST-Scala 0 bis 2) die absolute Ausnahme sind. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die TRANS BAYERWALD weist keine halsbrecherischen Hindernisse auf, vielmehr ist sie als klassifizierte Reiseroute technisch überwiegend einfach zu fahren, zumal sie obendrein nicht traillastig ist. In der Gesamtbetrachtung zeichnet sich die Strecke in weiten Teilen durch ihren natürlichen und flüssigen Verlauf aus, was einem flowigen Fahrspaß zugute kommt. Gleichwohl steht der fahrtechnische Schwierigkeitsgrad immer im engen Zusammenhang zur witterungsbedingten Bodenbeschaffenheit. Nässe, Schlamm, glitschige Wurzeln oder rutschiges Herbstlaub erfordern naturgemäß Konzentration, eine vorausschauende, feinfühlige Fahrweise und dosierte Brems- und Lenkmanöver. Zudem erhöht regennasser Boden signifikant den Rollwiderstand, weil aufweichte Wiesenhänge und schmierige Böden zu wahren Saugnäpfen mutieren, die auf Dauer Substanz kosten und u.U. einen Zeitplan gehörig durcheinandwirbeln können. Ein Aspekt, der die fahrtechnischen wie konditionellen Fähigkeiten betrifft.

Tipp: sorgfältige (Trainings-) Vorbereitung und kluge Organisation vermeiden präventiv etwaige Spaßbremsen. Schlußendlich steht der Spaß an oberster Stelle, wie eine BIKE-Magazin-Leserumfrage ergeben hat. Demnach gaben 88 % der Befragten an, dass (Fahr-) Spaß die Motivation Nr. 1 ist. Noch ein Hinweis: in Zeiten der fortschreitenden ebike-Technologie haben Schwierigkeitsgrad-Klassifizierungen ihre Aussagekraft großteils verloren, bzw. beziehen sich allenfalls auf Biobiker.

Wichtige Tourentipps

 Wer tagelang im Sattel sitzt und tausende Höhenmeter überwindet muss zwangsläufig auf das Rucksackgewicht achten. Die Packliste sollte sich auf den nötigsten Bedarf beschränken (der Rücken dankt es, denn weniger ist mehr). Faustregel: maximal 8 Kilogramm sollten mitgeschleppt werden.

 Mountainbiker, die sich überwiegend im unwegsamen Gelände bewegen sind dem aktuellen Wettergeschehen mehr oder minder schutzlos ausgeliefert. Deshalb sollte man mit Näherrücken des Anreisetermins die Wetterlage (8 Tage Vorschau) des Bayerischen Waldes schon im Vorfeld aufmerksam beobachten. Steht ein brisantes Regentief mit unwetterartigen Niederschlagsmengen zu befürchten macht es wenig Sinn, sich tagelang dem Schlechtwetter auszusetzen und auf glischtigem Untergrund mit erhöhtem Sturzrisiko herum zu eiern. Unter solchen Umständen sollte der geplante "Bayerwald-Trip" abgeblasen werden, d.h. das Outdoor-Abenteuer fällt dann notgedrungen sprichwörtlich ins Wasser. Ebenso ratsam ist, am Vorabend jeder Etappe den Wetterbericht zu checken, um sich gegen alle möglichen Eventualitäten wie z.B. bedarfsgerechte Kleidungswahl entsprechend zu wappnen. Wer sich auf unbeeinflussbare Gegebenheiten einstellt, gewinnt zeitliche Planungssicherheit (nasser Untergrund, Kälte und Wind bedingen längere Fahrzeiten). Bei unbeständiger Wetterlage sollte man unterwegs zudem das digitale Wetterradar im Blick behalten, um über ein drohendes Unwetterpotenzial (Gewitter) rechtzeitig Bescheid zu wissen. Nützlicher Website-Service: Wetter-Daten der Etappenorte / Webcam-Livebilder.  

 In entlegenen Regionen (Taleinschnitte) lässt das Mobilfunknetz zu wünschen übrig (Funklöcher), was eine handybasierte Navigation störanfällig macht. Außerdem ist mit einem leeren Akku - was im übrigen auch für GPS-Empfangsgeräte gilt - Schicht im Schacht, weil  Kommunikation und Navigation lahm gelegt ist. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Mitnahme regionaler Gebietswanderkarten im Maßstab von 1:25.000.

 Aufgrund der (seit Corona) ausgedünnten Gastro-Branche bzw. verkürzte Öffnungszeiten und Ruhetage der Gasthäuser ist ausreichender Proviant im Rucksack unverzichtbar. 

Überwäligende Naturkulisse

Aufgrund der abwechslungsreichen Naturkulisse entpuppt jede einzelne Etappe ihren ureigenen Landschaftscharakter, weswegen selbst nach tagelanger Fahrt nicht der Hauch von Langeweile aufkommt. Der Biker, spürt Tritt um Tritt, dass die Tour in ihrer Gesamtheit als Reiseroute konzipiert wurde, und Einzeletappen kein repräsentatives Gesamtbild widerspiegeln.

Um die Schönheit und Ursprünglichkeit der Natur angemessen auf sich wirken zu lassen, empfiehlt sich eine entschleunigte Gangart. Vor allem die Vielzahl entrückter Örtlichkeiten inmitten der Wälder erlaubt es tiefenentspannt abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen. Man tut gut daran an stillen Naturschauplätzen - Quell für Lebensgenuss, Lebensfreude und Inspiration - öfter abzusteigen, um neue Energie zu tanken. Ungeachtet der körperlichen Anstrengung kann eine achtsame MTB-Tour über viele Tage hinweg den Effekt einer Selbstfindungsreise entfalten, so wie es beispielsweise beim Pilgern auf dem Jacobsweg der Fall ist. Die intakte Natur vermag immer wieder aufs Neue zu fesseln und die Konzentration auf sich selbst zu lenken, was die mentale Befindlichkeit positiv beeinflusst. Mancherorts scheinen die Uhren im Bayerischen Wald wirklich stehen geblieben zu sein. Kein Wunder, wenn sich die entrückte Abgeschiedenheit und Beschaulichkeit beruhigend auf's Gemüt überträgt und den Abstand zur reizüberflutenden Alltagshektik noch krasser erscheinen lässt als er ohnehin schon ist.  

Bild (Königs-) Etappe 6 Nord: Unterer Arber-Schachten (1.225 m ü.NN) - Landkreis Regen (Niederbayern) - 1.8 km vom Großen Arber bzw. 1.9 km von der Chamer Hütte entfernt 

Streckeninfos

Bild: Etappe 7 Nord, Rastbank (675 m ü.NN.); rund 130 Meter oberhalb von Lam - grandiose Aussicht zum Osser, Großer Arber und Hohenbogen

Um frische Energie zu schöpfen und sich mental auf den 9.5 km langen, teils giftigsteilen und grobschottrigen Monsteranstieg (554 hm ab Lam, abzüglich 130 hm bis zum Bankerl) zum Ossersattel einzustellen an dem sich selbst ebiker die Zähne ausbeißen, wurde das Ruhebankerl mit Traumaussicht über den Lamer Winkel so genial platziert, dass man nach der Entspannungsphase ernsthaft Mühe hat sich wieder aufzuraffen.

Die handgefertigten Liegebänke - aus heimischer Eiche mit eingraviertem Kettensymbol - bieten zwei Personen ausreichend Platz und befinden sich wie an der Perlenschnur aufgereiht entlang an 19 Standorten:

  • Südroute → Furth im Wald, Waldmünchen, Roding, Walderbach, Sankt Englmar, Konzell, Grafling, Lalling, Grattersdorf, Oberbreitenau
  • Nordroute → Thyrnau, Obernzell, Wegscheid, Waldkirchen, Neureichenau, Neuschönau, Schareben, Lam
  • Quer-Traverse (Nord- Südrouten-Verbindung) Hochzell / Auerhahnstraße

Die TRANS BAYERWALD ist offiziell zwar jeweils in 7 Etappen unterteilt, doch ungeachtet dessen lässt sich die Mammut-Tour je nach Leistungsniveau, Zeitkontingent und Ambitionen beliebig einteilen, oder wahlweise auch einzelne Etappen herauspicken. 

Beschilderungssystem

Die TRANS BAYERWALD ist in beiden Fahrtrichtungen (farblich unterschiedliche Richtungspfeile) mit rund 3.800 Wegweisungschildern bestückt. Wenngleich die Beschilderung regelmäßig kontrolliert wird, kommt es angesichts der Gesamtlänge von mehr als 800 Streckenkilometern (inkl. Quertrasse, Zufahrts- und Schlaufenwege) zu witterungsbedingten Schäden, vegetationsbedingten Beeinträchtigungen und manchmal leider auch zum Schilderklau, weswegen eine lückenlose Beschilderung zu jedem Zeitpunktnicht gewährleistet ist. Grundsätzlich ist es ohnhin empfehlenswert, sicherheitshalber GPS-Daten auf dem Navigerät dabei zu haben, wobei zusätzlich eine Gebietswanderkarte im Maßstab 1:25000 auch wertvolle Dienste leisten kann (vor allem wenn der Akku die Grätsche macht).  

Foto: farblich unterschiedlich markierte Richtungspfeile

Das Beschilderungssystem wurde 2022 grundlegend überarbeitet. Um Verwirrungen zu vermeiden, sind die Richtungspfeile der Hauptroute in der empfohlenen Fahrtrichtung (entgegengesetzt im Uhrzeigersinn) seitdem rot und in anderer Richtung (im Uhrzeigersinn) grün markiert sind (siehe oben).

TRANS BAYERWALD - Auch für Gravelbiker ein reizvolles Erlebnis

Was besonders erfreulich ist: die TRANS BAYERWALD kann bedenkenlos auch mit Gravelbikes befahren werden, da für diese Zielgruppe eigens abweichende Schleifen geschaffen wurden, die vor fahrtechnisch schwierigeren Passagen bewahren. Somit kommen auch Starrgabelfahrer ohne Federungskomfort in den Genuss dieser Langstrecke. Im übrigen kommt die "entschärfte" Streckenführung auch MTB-Einsteigern zugute, die   lieber hindernisfreies Gelände bevorzugen. Allerdings ist zu beachten, dass die Alternativschlenker unbeschildert sind, d.h. die Befahrung nur mit aktiviertem GPS-Track möglich ist.

Foto: großformatige Beschilderung mit Entfernungs- und Höhenmeterangaben

Zur besseren Unterscheidbarkeit enthält das Zuwege-Netz bzw. Schlaufenwege gelbe Markierungsfeile. 

Und noch ein exklusiver Service: auf der Wegstrecke befinden sich Informationsschautafeln, die auf Basics der Etappe mit nützlichen Infos, Streckengraphik und Höhenprofil hinweisen.

Umso intensiver man sich vorher informiert, desto mehr regt es die Phantasie an was wiederum die Vorfreude steigert. Es ist ja nunmal so, dass so ziemlich jeder Etappentag mit Highlights prunkt, die von atemberaubenden Aussichten, bizarren Felsformationen, plätschernden Bächen, Streuobstwiesen urigen Hütten u.v.m. geprägt sind. Die bunt gemische Wege-Rezeptur macht den Unterschied, der Bikern tagtäglich ein Art "Deluxe-Menü" mit ungeahnten Überraschungsmomenten auftischt. Soviel steht fest: die Reizschwelle bzw. der Spannungsbogen bleibt von der ersten bis zur letzten Etappe erhalten - versprochen! 

Die TRANS BAYERWALD (Etappe 1 Nord) tangiert auch die Radregion Donau Moldau bzw. verläuft teilweise deckungsgleich auf dem Donau-Perlen-Radrundweg. Hinweis: der Donau-Wald-Radweg wurde zwischenzeitlich in Donau-Moldau-Radweg umfirmiert. 

Links im Bild: Motorsportlegende Walter Röhrl (beim Arber-Radmarathon RETRO), der als begeisteter Mountainbiker auch ein Fan der TRANS BAYERWALD ist. Wenig Wunder, verläuft die Südroute doch nur einen Katzensprung von seinem Wohnhaus entfernt in Sank Englmar vorbei. Die TRANS BAYERWALD steht schon länger auf der Wunschliste, nur sein eng getakteter Terminkalender stand dem Vorhaben bislang im Wege.

Klimawandel bewirkt Saisonverlängerung

Angesichts der fortschreitenden Klimaerwärmung ist das Thema Nachhaltigkeit in aller Munde. Und mit ihr beginnt zunehmend die Suche nach lohnenswerten Reisezielen im Inland. Auch wenn reisefreudige Menschen die Sehnsucht nach Weite, Freiheit und Ferne verspüren, hat das Heimatland nichts an Attraktivität eingebüßt, zumal es den klimaschädlichen CO2-Fußabdruck - Indikator für Nachhaltigkeit - im Vgl. zu Auslandsreisen erheblich verringert. Der Klimawandel hat für 16 Mio Mountainbiker in Deutschland die jahreszeitlichen Einschränkungen aufgrund der milden und schneearmen Winter verringert. Mit ein Grund, wieso sich das Radfahren/Biken unverkennbar immer mehr zum Ganzjahressport entwickelt und den Kreis derer, für die die kalte Jahreszeit die „Off-Season“ markiert sich mehr und mehr verkleinert. Warum auch, wo es atmungsaktive Thermokleidung einem leicht macht Väterchen Frost die kalte Schulter zu zeigen. Wer der Kälte, Wind und Wetter trotzt, kann die TRANS BAYERWALD durchaus auch außerhalb der Hauptreisezeit - bei schneefreien Hochlagen sogar bis in den Winter hinein - in Angriff nehmen. Verbunden mit dem Vorteil, die Strecke quasi für sich allein zu haben (Selbstfindungstripp) und dazu eine völlig veränderte Vegetation in ihrem jahreszeittypischen Antlitz genießen zu können. Freilich sollte der "All-Weather-Biker" mit erschwerten Bedingungen (Wetter, Untergrund) zurecht kommen, ansonsten switscht man besser auf Indoorcycling um.

Blickt man einige Jahrzehnte zurück so ist es heute kaum mehr vorstellbar, dass Hochlagen wie beispielsweise in Leopoldsreut (3. Etappe Nord) tagelang von der Außenwelt abgeschnitten waren, der Winter bis zu acht Monate dauerte und sich bis in den Juni hinein meterhohe Schneewände auftürmten. Waren damals die Menschen Stürmen, Niederschlägen und anderen Naturgewalten von geradezu sibirischen Dimensionen ausgeliefert, zeugen heute nur noch historische Aufnahmen von solch extrem schwierigen Lebensumständen. 

Bild (Königs-) Etappe 6 Nord: Unterer Arber-Schachten (1.225 m ü.NN) - Landkreis Regen (Niederbayern) - 1.8 km vom Großen Arber bzw. 1.9 km von der Chamer Hütte entfernt 

Die Frage "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah" mag sich klischeehaft anhören, trotzdem hat sie aber ihre Berechtigung. Eben weil die ursprüngliche Naturlandschaft im Bayerischen Wald bzw. die durchgängig beschilderte TRANS BAYERWALD Mountainbikern eine echte Attraktion - sprich Spaßgranate - sprichwörtlich vor den Latz knallt macht die Überlegung sehr wohl Sinn, ob man heimischen MTB-Revieren gegenüber überlaufenen Alpenrouten den Vorzug gibt. Seit der offiziellen Einweihungfeier im Jahr 2017 erfreut sie das gigantische Tourismusprojekt - initiiert vom Tourismusverband Ostbayern - überregionaler Popularität. Abertausende Mountainbiker, Gravelbiker und die wachsende Herschar an ebikern haben seitdem das "Langstreckenkaliber" begeistert bewältigt, wobei die TRANS BAYERWALD nach einer Erstbefahrung nicht unbedingt abgehakt werden muss. Biker haben in der Mittelgebirgsregion jedenfalls gut lachen, weil sich das großflächige (Wald-) Revier quer über 6 Landkreise hinweg vom Sattel aus perfekt erkunden lässt. Der südliche Halbkreis verläuft durch den Naturpark Oberer Bayerischer Wald und orientiert sich ab Falkenstein weitgehend entlang des nördlichen Donaukamms, während die Nordroute am Grenz- und Arberkamm entlang verläuft. Der einen oder anderen Route einen Vorzug zu geben wäre vermessen, da man sowohl auf der Süd- als auch Nordschleife jeden Tag aufs Neue eine reizvolle Naturlandschaft durchforstet, dessen facettenreiches Landschaftsgepräge kaum einen Bewertungsvergleich einzelner Etappen erlaubt. 

Foto Etappe 1 Nord: zwischen Obernzell und Niederhof (5 km) werden 270 hm auf den Höhenzug der Donauleiten überwunden

Rezeptfreie Gesundheitsvorsorge

Dass Bewegungsaktivtät gesund ist, zählt zur Binsenwahrheit. Weit weniger dürfte hingegen bekannt sein, dass Waldaufenhalte gesundsfördernde Effekte auslösen. Zuzuschreiben ist es den Terpenen, die den Bäumen nicht nur als Kommunikationsmittel untereinander dienen um Artgenossen vor Schädlingen zu warnen, sondern die Aufnahme dieser organischen Substanzen über die Atemwege dem menschlichen Organismut zuträglich ist. Studien belegen: wer sich im Wald aufhält tut seinem Körper und Geist etwas Gutes, da sich der Mensch erfrischt, ausgeruht, entspannt und energiegeladenfühlt. Forscher fanden heraus, dass vermehrt Killerzellen produziert werden, die die Immunabwehr stärken, was den Kampf gegen Krankheitserreger bzw. potenzielle Tumorzellen erleichtert. Dies führen Wissenschaftler vor allem die botanischen Duftstoffe (Terpenoide) zurück, die vorwiegend Nadelbäume wie etwa Fichten, Kiefern und Tannen enthalten. Wie stark die Heilkraft der Bäume beim Menschen tatsächlich ist, wird aktuell noch erforscht. Immerhin lässt sich soviel sagen: Wer einen Tag lang Waldatmosphäre in sich aufnimmt, hat anschließend, so zeigt eine Studie, fast 40 Prozent mehr Killerzellen im Blut - ein Effekt, der etwa eine Woche anhält. Verbringt jemand zwei Tage im Wald, steigert sich die Zahl seiner Killerzellen sogar um 100 Prozent, und es dauert einen ganzen Monat bevor das Niveau wieder abzusinken beginnt. Hochgerechnet auf die ein- oder zweiwöchige Befahrung der waldreichen TRANS BAYERWALD lässt auf eine hohen Terpenen-Dosis schließen. Waldbaden tut der Seele und dem Organismus gut, wobei sich der Gesundheitseffekt bei erhöhtem Sauerstoffbedarf (höhere Terpene-Dosis wird aufgenommen) noch erhöht. 

Bild: Biker-Location "Am Sonnenhügel" (St. Englmar, Schnittpunkt Etappe 4/5 Süd)

Willkommen im fantastischen Naturparadies des Bayerischen Waldes. Hier findet man nicht nur Ruhe und Muße wo es sich so richtig abschalten lässt, sondern die bergige Topographie samt abwechslungsreicher Wegevielfalt verwöhnt Mountainbike-Freaks auf der TRANS BAYERWALD nach Strich und Faden. Dementsprechend erfreut sich die Trans Bayerwald zahlreicher Auszeichnungen: "Goldenes Pedal 2020" des ADFC Bayern in der Kategorie „Bestes Radtourismus Gesamtkonzept“, 3. Platz beim ADAC Tourismuspreis 2020; in der Kategorie Websites Destinationen BRONZE für transbayerwald.de im T.A.I. Werbe Grand Prix 2020. 

Foto: Etappe 3 Süd - Gfäll (Falkenstein-Radweg) 

Kurz vor Schillertswiesen bei Losenhof mündet die TB-Route in den Falkenstein-Radweg und verläuft auf der nivellierten Bahntrasse nach Falkenstein (8 km).

Bild: Etappe 4 Süd Aufstieg nach Sankt Engmar (Landkreis Straubing-Bogen)

So schnell vergeht die Zeit: 2025 blickt die TRANS BAYERWALD auf nunmehr acht Jahre ihres Bestehens zurück. Seitdem zogen tausende Biker ihre Spuren, deren Begeisterung in unzähligen Reiseberichten, Video-Clips und Social Media Kommentaren authentisch zum Ausdruck kommt. Immerhin durchkämmt man die abgeschiedensten Landstriche des Mittelgebirges, das nicht ohne Grund auch "Klein-Kanada" genannt wird. Dichte, einsame Wälder, phänomenale Aussichtsberge sowie verschlafene Orte im typischen Bayerwaldstil werden in steter Abfolge auf Waldpfaden, Schotterwege, Trails und Nebensträßchen passiert. Ein ums andere Mal genießt man idyllische Kleinode abseits des Trubels, die auschließlich fußläufig oder per Bike erreichbar sind und ansonsten verborgen blieben. Wer den "Woid" - wie die Einheimischen ihre Region liebevoll bezeichnen - mit eigener Muskelkraft oder mit e-Unterstützunng durchkämmt wird das Gefühl nicht los, dass in der beschaulichen Naturgegend die Uhren einen Takt langsamer ticken was den Alltagsstreß umso mehr in weite Ferne rückt. Wer sich ein wenig Entschleunigung gönnt schaufelt Balsam auf sein Seelenleben, das neue Energien zu entfesseln vermag. Es ist immer wieder eine wahre Freude festzustellen, wenn sich frühmorgens nach dem Start binnen kürzester Zeit ein erleichterndes Freiheitsgefühl und grenzenloser Fahrspaß breit macht und dem unvergesslichen Urlaubserlebnis Tür und Tor öffnet.

Bild Etappe 1 Nord: zuliebe der Anwohner wird an eine rücksichtsvolle Fahrweise appelliert 

Der Bayerische Wald, dessen größter Teil im Regierungsbezirk Niederbayern und der nordwestliche Teil in der Oberpfalz liegt, grenzt im Osten an Tschechien (Böhmerwald) und Oberösterreich (Mühlviertel). Gemeinsam mit dem Böhmerwald (tschechisch Šumava) und dem Sauwald (Oberösterreich) bildet die Naturregion das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas, weshalb es auch das Grüne Dach Europas genannt wird. Im Vergleich zu den Tourismushochburgen und viel befahrenen Klassikerrouten in den Alpen blieb der Bayerische Wald glücklicherweise vom Massentourismus verschont, weswegen das riesige Bike-Revier zum Teil immer noch als Geheimtipp gehandelt wird.  

Bild: Etappe 4 Süd, Burgruine Lobenstein - Gemeinde Zell im Landkreis Cham (Oberpfalz)

Es hat schon seine guten Gründe, wenn der Bayerische Wald verheißungsvoll als <Bayerisch Kanada> oder Outdoor-Schlaraffenland bezeichnet wird. Das Eldorado kredenzt auf rund 6.000 Quadratkilometern immerhin 130 Berggipfel mit über 1.000 m Höhe. Zu den bekanntesten Gipfel die auf der TRANS BAYERWALD passiert werden zählen z.B. Predigtstuhl (1024 m), Geißkopf (1097 m), Brotjacklriegel (1011 m), Dreisesselberg (1333 m), Almberg (1142 m), Haidel (1.167 m) und Großer Arber (1456 m) deren großartige Gipfelkulisse bei Fernsicht sogar das prächtige Alpenpanorama aufblitzen lässt. 

Bild: (Etappe 5, Nord) Oberfrauenau - Landkreis Regen (Niederbayern)

TRANS BAYERWALD - Der Weg ist das Ziel

Um es vorweg zu nehmen: die TRANS BAYERWALD ist hart aber herzlich. Das gezackte Höhenprofil verlangt zwar ordentlich Schmalz in den Waden, dafür liefert die Natur unablässig überwältigende Eindrücke, die ein ums andere Mal unvergessliche Glücksmomente bescheren. Die Befahrung der TRANS BAYERWALD kombiniert ein sagenhaftes Naturerlebnis verbunden mit körperlicher Anstrengung. Apropos Kraftausdauer: losgelöst von der Leistungsfähigkeit lässt sich heutzutage benötigte Zusatzpower bequem per Akku zuschalten. Je nach Bedarf wird die gewünschte Schubkraft geregelt - sprich adäquat dosiert, was den Anstiegen natürlich den Schrecken nimmt.

Bild: Etappe 4 Süd - Gemeinde Zell im Landkreis Cham (Oberpfalz)

Auf der Nord- wie auf der Südroute reihen sich auf der 708 Kilometer langen Wegstrecke die Naturhighlights mit fabelhaften Bergpanoramen aneinander die erklommen sein wollen, bevor einem das Gipfelglück buchstäblich vom Hocker - sprich Sattel reißt. Das gezackte Höhenprofil mag bei bloßer Betrachtung ehrfurchteinflössend wirken, was in Anbetracht Höhenmer verständlich ist. Dafür dürfte nach einer zermübenden Tagesetappe der Schweinsbraten mit Knödel und Sauerkraut gleich doppelt so gut schmecken. Wenngleich "Wadlbeisser" ihren Schweißtribut einfordern und den inneren Schweinehund wachrütteln, bleiben die Sinne im Wechselspiel von körperlicher Anstrengung, berauschenden Flowpassagen und sagenhaften Naturreizen ständig auf Trab. Das beste daran ist, dass jede Etappe ihre sehr spezielle Landschaftskulisse gebiert und so Sinnesreize am laufenden Band liefern. Deshalb ähneln sich die einzelnen Etappen kaum. Um sich einen Gesamtüberblick über das ausschweifende Mittelgebirgsrevier zu verschaffen muss - oder vielmehr darf - die komplette Wegstrecke auf die Agenda setzen, denn jede Etappe ist einzigartig und jeder Tag birgt etwas Neues! Eine Aussage, die man durchaus als Versprechen einordnen darf:-)

Bild: (Etappe 5, Nord) Trinkwassertalsperre Frauenau - Landkreis Regen (Niederbayern)

Gurgelnde Bäche, glasklare Seen, mystische Feuchbtiotope, bemooste Felsen, naturbelassene Streuobstwiesen - untermalt von romantischen Licht- und Schattenspielen - sind ein Naturerlebnis erster Güte. Dazu setzen verträumte Winkel, idyllische Kraftorte, wunderbare Panoramablicke und saftgrüne Wiesen und dichte Wälder dem Ganzen die Krone auf. 

Bild: Etappe 5 Süd - Herbstlandschaft in Oberbreitenau. Die Hochebene liegt in über 1000 Metern Höhe zwischen dem Breitenauriegel und dem Geißkopf (1.097 m ü.NN.) im Deggendorfer Land. 1816 zählte Oberbreitenau 12 Häuser, in denen 14 Familien wohnten. 1832 lebten hier 80 Einwohner. Heute ist der Ort bis auf das Landshuter Haus (Gaststätte mit schönem Biergarten) unbewohnt.

Der farbenprächtige Herbst ist die beste Jahreszeit zum Biken. Bei moderaten Temperaturen kann man in den Höhenlagen des Bayerischen Waldes meistens der wabbernden Nebelsuppe in den Tallagen entfliehen.

Die abwechslungsreiche Mischung verschwiegener Waldpfade, knarzender Schotterpisten, samtigen Wiesenwegen und fluffigen Trails sorgen ein ums andere Mal für puren Fahrspaß. Mal giftig steil, mal steinig, mal wurzelig, mal ästeübersät, mal ausgesetzt, mal easy, mal knifflig - whatever, Kopf wie Körper sind andauernd gefordert. Der Spannungsbogen bleibt pausenlos auf Zug und setzt die Sinne auf Hab-Acht-Stellung. Nicht zuletzt kann sich nach jeder Biegung, Kuppe oder Landschaftskante eine Überraschung verbergen. „Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen“ erwarten einem zwar keine zipfelmützigen Zwergenfreunde, böse Hexen oder Stiefmütter - auch nicht das bezaubernde Schneewittchen - doch sagenhafte Trail- Wege- und Naturerlebnis-Schmankerl verheißen fortlaufend Fahrspaß und unvergessliche Glücksmomente. Verklärte Lobhudelei? Mitnichten, wir haben die TRANS BAYERWALD mehrmals - zu Zweit oder in Gruppen - befahren. Egal wie oft die Route befahren wird, Fahrspaß und Abenteuerfeeling werden nicht im geringsten geschmälert.

Foto (Etappe 1 Nord, Schleifenverbindung Kernmühle-Kellberg): ab der Papiermühle darf man sich auf ein herrliches Naturerlebnis entlang des plätschernden Aubachs freuen. Auf dieser Trasse verlief zwischen dem Graphitbergwerk Kropfmühl und Oberlau (Station Schaibling) von 1916 - 1968 eine 10 km lange Schmalspurbahn. 

Landschaftliche Highlights, kulinarische Gaumengenüsse sowie radfreundliche Quartiere und Hüttenzauber überzeugen auf ganzer Linie. Noch dazu, wo Tradition, Frohsinn und Genuss im "Woid" ganz oben auf der Tagesordnung steht. Ob urige Hüttenpause oder gemütlicher Sundowner im Etappendomizil - kräftezehrender Einsatz bedarf Regeneration und Energienachschub. Dass das Beste zum Schluss kommt, gehört für eingefleischte Biker sowieso zum gelebten Ritual. Nach einer anstrengenden Etappe eine warme Dusche zu genießen und den Tag bei einem feinen Abendessen gesellig ausklingen zu lassen ist das höchste der Gefühle. Mit Gleichgesinnten eine chillige Zeit miteinander verbringen, rundet die ganze Action perfekt ab.  

Foto (Etappe 1 Nord): von Obernzell verläuft ein leicht ansteigendes, nahezu verkehrsfreie Stichsträßchen entlang des gurgelnden Eckerbachs zur Hammermühle, von wo sich der steile Anstieg auf die Donauleiten anschließt (270 hm).

Ohne eine bestimmte Region bevorteilen zu wollen, bietet der Bayerische Wald reichlich Potential für mehrere Bike-Urlaube. So lässt sich die als Reiseroute klassifizierte »TRANS BAYERWALD« in beliebige Etappenabschnitte aufteilen. Ein Geheimtipp ist die TRANS BAYERWALD schon lange nicht mehr, was die Versendung tausender Starterpakete untermauert. Das Infopaket enthält nützliche Hinweise und Tipps (Reisetagebuch inkl. Stempelkarte, Etappenbooklet, Infoliste mit Gastgeber, Gastronomie, Radservicestationen, Anreiseinfos uvm.). Anfrage an info@trans-bayerwald.de, schon liegt das kostenlose Starterpaket wenige Tage später im Briefkasten.

Bild: Etappe 4 Süd Schnittstelle mit der Bahntrassenroute Donau-Regen-Radweg (1 km von Haibach entfernt) - Landkreis Straubing-Bogen (Niederbayern)

Häufig gestellte Frage: spricht die »TRANS BAYERWALD« hauptsächlich konditionierte Gipfelstürmer an, oder kommen gemächliche Genussbiker auch auf ihre Kosten? Sofern eine leistungsangemessene Etappenplanung erfolgt und ein Tempo in Wohlfühlgeschwindigkeit angeschlagen wird werden auch weniger trainierte Biker ihre Freude an der TRANS BAYERWALD haben. Abgesehen davon minimiert die E-Bike-Technologie die Kraftanstrengung auf ein erträgliches Maß. Schätzungen zufolge dürfte der ebike-Anteil die 50 % Marke längst überschritten haben.  

Foto: Schnittpunkt Etappe 6 +7 in Lam im Landkreis Cham (Oberpfalz)

An vielen Orten besteht eine gute Erreichbarkeit mit der Bahn, was eine umweltfreundliche Anreise z.B. zum  Start- / Zielort Furth im Wald (Oberpfalz) und Passau (Niederbayern) ermöglicht (ICE-Halt in Regensburg, Plattling, Passau). 

Bild: Highlight der Etappe 6 Nord - Großer Arber (1.456 m)

Die TRANS BAYERWALD verspricht ein pures Abenteuererlebnis in wilder Botanik. Ein Versprechen, das Etappe für Etappe einlöst wird. Der Weg ist das Ziel. Sofern man sich dafür interessiert, erfährt man allerhand Wissenswertes über die Kultur, Tradition und Brauchtum bzw. kommt darüber hinaus verschiedensten Dialektfärbungen in Berührung, die eine Kommunikation manchmal nicht ganz einfach macht. Doch in urigen Biergärten  gibt es eigentlich keine Verständigungsprobleme, da die nonverbale Sprache des Zuprostens weltweit jeder Mensch versteht.

Die Anstiege mögen nicht so lang und steil sein wie im Hochgebirge, doch steter Tropfen hölt den Stein. Wadelzwicker am laufenden Band machen mürbe - sprich das Kraut fett. Andererseits: Das Erlebnis-Feuerwerk und die berauschenden Glücksgefühle, die einem die TRANS BAYERWALD ständig beschert kann man weder bei Jochen Schweitzer buchen, noch geschenkt bekommen. Stück für Stück wollen Glücksmomente mühsam erarbeitet sein. Umso intensiver und leidenschaftlicher fallen dafür die faszinierenden "Ahs & Ohs" aus. Dabei birgt das Mittelgebirgsprofil einen besonderen Vorteil. Im Gegensatz zu hochalpinem Gelände erarbeitet sich der Biker tagtäglich gleich mehrfaches Gipfelglück, d.h. fantastische Panoramen sind alles andere als "Eintagsfliegen". 

Bild: (Etappe 5, Nord) Frauenau (Glasmuseum) - Landkreis Regen (Niederbayern)

Die TRANS BAYERWALD ist eine Mountainbike-Reise durch Zeit und Raum, die einem fernab vom Mainstream Tritt für Tritt grenzenlose Freiheit spüren lässt. Ein gleichsam spannendes, inspiratives, spaßiges aber ebenso schweißtreibendes Abenteuer. Permanentes Up and Down zehrt an den Kräften (zumindest bei Biobikern) und zapft insbesondere auf den schwereren (Königs-) Etappen die Kraftreserven an. Doch sobald das Etappenziel erreicht ist und sich nach Bikers Sitte breit grinsend gegenseitig per Hand abschlägt (Highfives), sprechen funkelnde Augen trotz Erschöpfung von emotionsgeladener Glückseligkeit. Ist nach allabendlicher Dusche der verkrustete Dreck an diversen Körperpartien abgeschabt und macht sich angenehmes Wohlgefühl nach dem Kleidungswechsel breit dann keimt umso mehr die Vorfreude auf kulinarische Genüsse beim Abendessen auf. So betrachtet, erlebt man in seiner Bike-Location jedes Mal auf’s Neue einen körperlichen wie psychischen Zustand im ausgesprochenen Wohlfühlambiente, deren tiefenentspannter Glückszustand keine Wünsche mehr offen lässt. Zu guter Letzt den Tag Revue passieren lassen, lässig mit Freunden über Tour-Erlebnisse zu plaudern und regionaltypische Gaumenkitzel auf der Zunge zergehen lassen ist ein Ritual, das man bei der TRANS BAYERWALD Etappe um Etappe jeden Abend mit viel Freude genießen darf. Dazu lässt die Vorfreude auf den nächsten Etappentag nicht lange auf sich warten, frühmorgends motiviert, entdeckungsfreudig, abenteuerlustig und quietschvergnügt wieder auf den Sattel zu schwingen.

Foto Etappe 5 Süd: Breitenauriegel (1.116 m ü.NN.) nahe Geisskopf (1.093 m ü.NN.)

 Der kurze Abstecher (700 m von der Hauptroute am Riegelsattel entfernt) ist absolut lohnenswert, auch weil ein verwurzelter Uphill (auf demselben Rückweg danach ein toller Donwhill) riesig Spaß macht und der Gipfel obendrein eine 1a-Aussicht bietet.

Dauerhafte Streckenverlegungen

Es gilt zu beachten, dass abgesehen von temporären Streckensperrungen  einige dauerhafte Streckenverlegungen erfolgten. Sämtliche GPS-Daten (Gesamtstrecke Nord + Süd sowie die Einzeletappen) sind auf dem aktuellen Stand (November 2024). Analog erfolgte eine entsprechende Umbeschilderung.

  • Etappe Süd 1: Aufgrund von Brückenarbeiten wurde die Strecke in Kleinschönthal auf die Alte Chamer Straße dauerhaft verlegt
  • Etappe Süd 3 : Der Abstecher zum Waldhaus Einsiedel (dauerhaft geschlossen) kurz vor Walderbach wurde umverlegt und verläuft nun auf direktem Weg vom Neubäuer See nach Walderbach
  • Etappe Süd 1 + Etappe 7 Nord: der Startpunkt der Südroute bzw. Endpunkt der Nordroute wurde in Furth im Wald von der Festwiese auf einen nahegelegenen Hallenbad-Parkplatz am Aloys-Fischer-Platz verlegt
  • Etappe Nord 3: geringfügige Änderungen der Strecke bei der Auffahrt zum Dreisessel sowie in der Gemeinde Grainet/OT Gschwendet

Aktuelle Sperrungen / Schließungen 

Das Landshuter Haus (beliebtes Berggasthaus eingebettet zwischen Breitenauriegel, Einödriegel und Geißkopf) in Oberbreitenau (1018 m ü.NN.) ist wegen energetischer Generalsanierung derzeit geschlossen (Etappe 5 Süd). Voraussichtliche Fertigstellung frühestens Sommer 2025!

Der Aussichtsturm auf dem Brotjacklriegel bei Zenting (Etappe 6 Süd) ist gesperrt (Turmstüberl hat weiterhin geöffnet). Fertigstellung voraussichtlich 2025/2026! 

Der Aussichtsturm bei Langdorf (Quertrasse) ist aktuell ebenfalls nicht begehbar. Öffnung voraussichtlich Frühjahr 2025!

Weg zur Selbsterkenntnis

Man mag ja gar nicht glauben, dass sich eine Etappentour mit dem Mountainbike bei entsprechendem zeitlichen Spielraum als Weg zur Selbsterkenntnis entpuppen kann. Klar, man kann immer etwas in Dinge hinein interpretieren und irgendeinen Sinn finden. Aber wer weiß schon, was man auf seinem Bayerwaldtrip alles erlebt bzw. was tiefgreifende Erlebnisse aus einem machen. Vergleichbar mit Jakobswegpilgern ist nicht auszuschließen am Ziel als anderer Mensch anzukommen, bevor die Abenteuerreise ihren Lauf nahm. Hat man sich zuhause von der körperlichen Anstrengung erholt und denkt über das Erlebte samt der geballten Eindrücke in Ruhe nach, dann wird einem vielleicht erst so richtig bewusst, wie nachhaltig manche Geschehnisse prägen und mög­li­cher­wei­se die Augen zur Selbsterkenntnis geöffnet haben.

Stellen wir zu guter Letzt die Gretchenfrage: was spricht dagegen, die TRANS BAYERWALD als spannendes Urlaubsabenteuer auf die Bucket List zu setzen? Richtig: nichts. Der Boden ist "bestellt", d.h. der "erdfarbene Teppich" ist gewissermaßen ausgerollt. In diesem Sinne wünschen wir allen TRANS BAYERWALD'lern tolle Erlebnisse, unvergessliche Eindrücke und vor allem eine sturzfreie Fahrt.