Kurzbeschreibung

Die Nordroute orientiert sich am Grenzkamm des Bayerischen Wald bzw. Šumava (Böhmerwald) und verläuft über verschlungene Waldpfade in wildromantischer Naturlandschaft von der Dreiflüssestadt Passau zur Drachenstadt Furth im Wald. Dichte Wälder, plätschernde Bäche und atemberaubende Bergpanoramen kennzeichnen den Routenverlauf. Man schwelgt geradezu in der Stille der Abgeschiedenheit, was die Sinne schärft und den Naturgenuss steigert. Highlights sind spektakuläre Aussichten auf dem Dreisessel, dem Großen Arber und dem Ossersattel. Dazu führt die Route durch den ältesten Nationalpark Deutschlands, wo sich ein Besuch des Nationalparkzentrums, des Baumwipfelpfads und des Freigeländes (Wildgehege) anbietet. Der Streckencharakter gibt sich insgesamt etwas zahmer als die Südroute, d.h. konditionell ist man stärker gefordert denn fahrtechnisch. 


Eckdaten

  • Ausgangspunkt: Passau
  • Endpunkt: Furth im Wald
  • Streckenlänge: ∑  361 km 
  • Niveauunterschied: ∑  8 350 hm
  • Höchster Punkt 1 450 m.ü.M. 
  • Tiefster Punkt 290 m.ü.M.
  • Etappenempfehlung: 7 Tage 

Etappenübersicht

  • Passau - Wegscheid (45 km / 900 hm)
  • Wegscheid - Waldkirchen (45 km / 950 hm)
  • Waldkirchen - Mitterfirmiansreut (63 km / 1.800 hm)
  • Mitterfirmiansreut - Spiegelau (55 km / 1.100 hm)
  • Spiegelau – Bayerisch Eisenstein/Zwieslerwaldhaus (45 km / 1.000 hm)
  • Bayerisch Eisenstein/Zwieslerwaldhaus - Lam (65 km / 1.600 hm-Querspangenabzweig)
  • Lam-Furth im Wald (43km / 1.000hm)

Infoliste Nordroute

Anreise mit der DB

Zugverbindungen

  • Amsterdam - Brüssel - Frankfurt/Main - Nürnberg - Passau - Linz - Wien ((ICE / IC)
  • Hamburg - Hannover - Göttingen - Würzburg - Nürnberg - Passau - Wien (ICE)
  • Dortmund - Köln - Frankfurt/Main - Würzburg - Nürnberg - Regensburg - Passau (IC)
  • München - Landshut - Plattling - Passau (RE-Linie)

Zugfahren und sparen mit dem RIT Ticket: ab einer Übernachtung in Ostbayern buchbar, keine Zugbindung, ICE inklusive; Infos und Buchung: Tel. 0941 585390 oder www.rit-ticket.de

Bayernfahrplan für Bus und Bahn: www.bayern-fahrplan.de

Anreise mit dem PKW

  • A 3: Köln - Frankfurt - Nürnberg - Passau - Linz - Wien
  • A 92 / A 3: München - Landshut - Deggendorf - Passau
  • B 8: Würzburg - Regensburg - Passau - Wien
  • B 12: München - Passau - Prag
  • B 388: München - Passau – Wegscheid

Stau- und Verkehrsbehinderungen

Allgemeine Infos zur Anreise

Parken in Passau: Parkplatz Oberhaus oder Parkdeck Ilzbrücke (4,- €/Tag)

   Merkblatt »Höhenmeterabweichung«

 Die fortlaufende Kilometrierung in der chronologischen Streckendokumentation bezieht sich auf den Ausgangspunkt Passau »Veste Oberhaus«. Auf dem Höhenprofil lassen sich durch Bewegen des Cursors im Einblendtextfeld der interaktiven Streckengraphik die Parameter Entfernung, Steigungsprozente und Höhe ablesen bzw. analog die geographische Position anzeigen (blauer Punkt).

Startort Dreiflüssestadt Passau (312 m)

Passau ist eine kreisfreie Universitätsstadt im Regierungsbezirk Niederbayern und liegt unweit von der Grenze zu Oberösterreich entfernt. Wegen dem Zusammenfluss der Flüsse Donau, Inn und Ilz wird Passau häufig als „Dreiflüssestadt“ bezeichnet. Mit ca. 51.000 Einwohnern ist Passau nach Landshut die zweitgrößte Stadt des Regierungsbezirks.

Sehenswürdigkeiten

Die Dreiflüssestadt Passau wartet mit einer wahren Vielfalt an Sehenswürdigkeiten, Museen und kulturhistorischen Bauten wie z.B. Dom St. Stephan (weltgrößte Domorgel), Veste Oberhaus, Rathaus, Wallfahrtskirche Mariahilf und vieles mehr auf. 

In der barocken Altstadt, welche von italienischen Meistern im 17. Jahrhundert geschaffen wurde und in deren Zentrum sich majestätisch der Dom St. Stephan mit der größten Domorgel der Welt erhebt paaren sich Charme, Schönheit, Geschichte und Kultur, Kunst und Erlebnis auf engstem Raum.

Anreise

Bahnanbindung: Am Hauptbahnhof Passau (zugleich Grenzbahnhof von DB und ÖBB) treffen Hauptlinien aus Linz und Regensburg/München sowie die Nebenbahnen aus Mühldorf, Freyung und Obernzell aufeinander. Es gibt tägliche ICE- und IC-Züge nach Frankfurt, Dortmund, Wien und Hamburg-Altona sowie vereinzelt nach Berlin. Daneben fahren stündlich Regionalzüge nach Mühldorf, München und Linz. Zudem besteht saisonaler Zugverkehr an Sommerwochenenden auf der Ilztalbahn sowie nach Ulm und Wien Franz-Josef.

Autobahnanbindung: Passau ist über die A 3 Regensburg-Linz bequem erreichbar.

Etappentag 1: Passau - Wegscheid 45 km / 900 hm

 Highlights: 

- Graphit Besucherbergwerk Kropfmühl

- Schloss Obernzell

Topographie /Wegebeschaffenheit: 

Tiefster Punkt: 290 m.ü.M. - Höchster Punkt: 725 m.ü.M.

28.1 km Asphalt (63%), 15 km Weg (33%), 1.8 km Schotter/Fahrweg (4%)

Startpunkt: Passau, Burganlage »Veste Oberhaus«

 Das Veste Oberhaus ist eine Festungsanlage (linksseitig der Donau), die gut 100 Meter mondän über der Altstadt von Passau auf dem St. Georgsberg zwischen Donau und Ilz  thront. Sie wurde im Jahr 1219 gegründet und fungierte überwiegend als Residenz des fürstlichen Bischofs vom Hochstift Passau. 

Startpunkt der TRANS BAYERWALD Nordroute ist das »Veste Oberhaus«. Über den Rennweg und der Neue Rieser Straße gelangt man zur Schanzlbrücke wo die Donau überquert wird. Nachdem die Fritz-Schäffer-Promenade am Schiffskai passiert ist, überquert man auf der Luitpoldbrücke abermals die Donau.

Entlang der Donau verläuft die Route durch das Naturschutzgebiet „Donauleiten“. Die steilen Talhänge entlang der Donau bezeichnet man als "Leiten", daher wird die Naturschutzregion  "Donauleiten" genannt. Steil aufragende Hänge kündigen die Südausläufer des Bayerischen Waldes an. Auch wenn die Donauleiten fast das Flußufer heran reichen so ist der 16 km lange Streckenabschnitt auf dem Donau-Radweg nach Erlau dennoch topfeben. Zum Start der TRANS BAYERWALD ein idealer Etappen-Einstieg, um allmählich auf Touren zu kommen.

Sobald in Erlau (291 m) der Donau sozusagen der Rücken gekehrt wird, fordern die aufragenden Donauleiten ihren Schweißtribut. Rasch schraubt man sich im südlichen Bayerischen Wald auf 623 m Höhe nach oben.

 Nixen-Skulpturen

Mehrere Nixen-Skulpturen säumen die Ferienregion "Donauperlen" der Gemeinden Obernzell, Kellberg-Thyrnau und Untergriesbach im Passauer Land.

Nixe Isa an der B388: 3.5 km nach Passau, im bayerisch-österreichischen Donautal, auf der bayerischen Uferseite der Donau, nahe der Löwmühle (Ortsteil der Gemeinde Kellberg-Thyrnau).

Kurz vor Obernzell (liegt nicht auf der TRANS BAYERWALD Route) sowie Nixe Isa am Jochensteinfelsen: In Sichtweite des sagenumwobenen Jochensteins, grüßt die Nixe Isa Radfahrer, Wanderer und Schiffsleute. 

Die aus Eichen- bzw. Lindenholz geschnitzten Skulpturen stammen von Edd Harrison.  

Naherholungsgebiet Rannasee

 Bei KM 40 lohnt sich ein Abstecher zum nahegelegenen Rannasee. 

Ein Schotterweg führt hinab zur Staumauer des Rannasees. 

Von der Staumauer aus genießt man einen tollen Seeblick. 

Nur das Schild mit Deutschlandwappen zeugt von der nur wenige Meter entfernt liegenden Landesgrenze, ansonsten weist nichts auf die Staatenteilung hin.

Das Rannatal am oberen Donautal ist ein traumhaft schönes weitgehend noch unberührtes Flusstal, das behutsam für den Tourismus erschlossen wurde. Herzstück ist der Rannasee, ein künstlich angelegter Badesee mit einer Fläche von 20 ha. Mit seinen idyllischen Badebuchten, gepflegten Liegewiesen, Restaurant, Tretbootverleih und 120 m Wasserrutsche zählt der Stausee zum beliebtesten Ausflugsziel der Region.

Die idyllische Lage wird auch in der Vogelperspektive deutlich

Das Wegscheider Land - für Urlauber sicher ein Geheimtipp. 

Badestrand, Liegewiesen und Bootsverleih aus der Vogelperspektive.

Eine überdimensionale Werbetafel wirbt um Urlauber. Die Naturlandschaft spricht jedenfalls für sich.

Wegscheid

Nach 45 km und etwa 900 hm ist das erste Etappenziel erreicht.

Wegscheid - ein anerkannter Erholungsort im südlichen Bayerischen Wald - liegt auf einem Hochplateau von 718 m Höhe.

Die Marktgemeinde Wegscheid hat 5 579 Einwohner. Zur Ge­biets­re­form (1972) ging der ehemalige Land­kreis Weg­scheid im Land­kreis Pas­sau auf.

Kaum ist die Marktgemeinde durchquert geht es wieder mitten in die Botanik hinein. Da die Berggipfel des südlichen Bayerischen Waldes noch nicht allzu hoch sind, sticht der kegelförmige Friedrichsberg mit 930 Meter als höchste Erhebung der Marktgemeinde umso mehr aus der Landschaft heraus.

Etappentag 2: Wegscheid - Waldkirchen 45 km / 950 hm

   Highlights:

- Aussichtsturm Friedrichsberg 

- Aussichtsturm Oberfrauenwald

Nach 64 km erreicht man die Gemeinde  Breitenberg. Die Höhenlage des Ortes 

Breitenberg (695 m) hat 2 083 Einwohner und liegt im Schnittpunkt des sogenannten Adalbert-Stifter-Land und Wegscheider Land am "östlichen Zipfel" des Passauer Landes. Zugleich ist der Ort auch die östlichste Gemeinde Bayerns. Vorbei an der barocken Pfarrkirche St. Raymund und die historische, mit einem Wasserrad angetriebene Hammerschmiede folgt die nächste rasante Gefällstrecke.

 In Breitenberg beginnt/endet der 42.5 km lange Leinenradweg (Rundtour), der dem Webereihandwerk gewidmet ist und durch das Passauer Land via Sonnen - Wegscheid - Kohlstatt - Grenzübergang 'Hartl-Mühle' - entlang der bayerisch-österreichischen Grenze verläuft. 

Des öfteren wird die Sicht auf das Dreisesselmassiv frei. Jener Berggipfel der auf schweren dritten Etappe erklommen wird.

Nach 89 km streift man die Peripherie von Waldkirchen. Die Silhouette der Stadt wird von der aufragenden Stadtpfarrkirche der katholischen Pfarrei St. Peter und Paul - gemeinhin auch als "Bayerwald-Dom" - geprägt.

Waldkirchen (10 456 Einwohner) liegt am Goldenen Steig und ist die größte Stadt im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau. 

Nulldiät brauchen TRANS BAYERWALD Biker wahrlich nicht zu machen, schließlich werden auf der Tour Tausende Kilokalorien verbrannt. Das Stadtzentrum befindet sich nur wenige Fahrminuten von der Route entfernt. Auf dem sehenswerten Stadtplatz befinden sich Straßen-Cafes, Eisdielen und Gaststätten mit Freisitzen, die für's leibliche Wohl sorgen.

Etappentag 3: Waldkirchen - Mitterfirmiansreut 63 km / 1.800 hm

   Highlights:

- Dreisessel-Massiv

- KulturLandschaftsMuseum Haidmühle

- Verschwundenes Dorf Leopoldsreut

Bezogen auf die Höhenmeter stellt der 63 km lange Streckenabschnitt von Waldkirchen nach Mitterfirmiansreut die "Königsetappe" der TRANS BAYERWALD Nordroute dar.

Nach Umrundung des Golfplatzes bikt man entlang des Erlauzwieseler Stausees Richtung Jandelsbrunn. Bei KM 98 wird in Jandelsbrunn auf den Adalbert-Stifter-Radweg eingebogen. Der fein gekieste Bahntrassen-Radweg verbindet die Stadt Waldkirchen mit dem Grenzortgemeinde Haidmühle (27 km) im Dreiländereck. 

 Am Jandelsbrunner Bahnhofsgebäude zweigt der Donau-Wald-Radweg ab, der nach Obernzell ins Donautal führt und den Anschluss zum internationalen Donau-Radweg herstellt.

Dichte Fichtenwälder und saftig grüne Wiesen künden von einer noch wenig von Menschenhand beeinflusster Natur.

Die sanft ansteigende Bahntrasse fördert das beschwingte Gefühl von Leichtigkeit des Seins. Genüsslich kann man seine Blicke über die herrliche Naturregion schweifen lassen. Ist man erst mal im lockeren Trittrhythmus radelt man bisweilen selbstvergessen durch die anmutende Naturlandschaft.

Nach knapp 6 km endet in der Gemeinde Neureichenau (KM 104) das Déjà-vu-Erlebnis auf dem Adalbert-Stifter-Radweg. Die TRANS BAYERWALD führt von der Bahnhofsstraße geradeaus in den Klausenweg. 

Ab Neureichenau ändert sich das Landschaftsbild mit seinen Panoramaaussichten gravierend. Das weitflächige Landschaftsprofi weicht nun einem schroffen Mittelgebirgs-Topographie. Der Ortsausgang von Neureichenau (669m) markiert den Beginn einer 11 km langen Steigung auf den 1 333 m hohen Dreisesselgipfel (KM 115).  

Der baumfreie Dreisesselgipfel bietet eine phänomenale Aussicht in allen Himmelsrichtungen. Bei Föhneinfluss oder Inversionswetterlage ist sogar die Alpenkette vom Toten Gebirge bis zur Zugspitze zu sehen, weil die Rundsicht nicht mehr durch heranwachsende Fichten im Gipfelbereich behindert ist. 

Schon bald befindet man sich im „Steinernen Meer", das eine Fläche von ca. 9 ha einnimmt. Einst mächtige Granitfelsen sind im Laufe der Zeit in kleinere Felsbrocken zerfallen, die zu den schönsten Geotopen Bayerns gehören. 

In nördlicher Blickrichtung überblickt man weite Teile des Böhmerwalds. 

Die Grenzlinie zu Tschechien verläuft knapp 400 m südöstlich am Gipfel des Dreisesselbergs, wobei sich das Dreiländereck Deutschland−Österreich−Tschechien nahe des Plöckenstein - Luftlinie rund 3 km - südöstlich des Dreisesselbergs befindet.

Der Berggasthof Dreisessel bietet eine gutbürgerliche Küche, sowie eine reichhaltige Auswahl an Eisspezialitäten und Kuchen. Der Biergarten ist in gesunder Höhenluft sehr beliebt. 

Bei Fernsicht erblickt man in südlicher Richtung die Alpen-Nordkette.

Der Dreisesselberggipfel Hochstein (1333 m) und Dreisesselfels - drei bizarre Granitfelsen, die aus kissenartig geformten Felsblöcken der so genannten Wollsackverwitterung bestehen - liegen 500 m auseinander. Ein flach gekiester Weg verbindet auf dem Hochplateau die sehenswerten Felserscheinungen. Der Hochstein bildet mit seiner markanten Granitfelsgruppe die höchste Erhebung des Dreisesselbergs.

Während an Hochsommertagen die Hitze im Tal drückt, lässt es sich hoch droben im lauen Lüftchen wunderbar entspannt seine Freizeit verbringen.

Am Fuße des Hochstein ist auch für Biker "Ende Gelände". Entweder gönnt man sich auf der Sitzbank eine wohl verdientes Päuschen, oder steigt die Steinstufen zum Gipfelkreuz empor.

Auf markantem Granitfels befindet sich am Zenit das Gipfelkreuz, zu dem eine schmale Steintreppe hinauf führt. Die Aussicht vom höchsten Punkt des Dreisessel ist gelinde gesagt grandios. Die Fernsicht auf das unermeßliche Waldmeer des Böhmerwaldes und die Bayerwaldgipfel Lusen, Rachel und Arber, hinunter ins oberösterreichische Mühlviertel, hinüber zum Aussichtsturm des Haidel sowie den Ortschaften der Haidelregion Haidmühle, Philippsreut, Hinterschmiding, Grainet, Neureichenau und Jandelsbrunn ist in der Tat überwältigend. 

Der Hochstein in seiner wuchtigen Gesamtschau.  

An klaren Tagen erblickt man über das Inn- und Donauland hinweg sogar das Dachsteingebirge sowie eine Vielzahl gezackter Alpengipfel. Vom fesselnden Panoramablick kann man sich gar nicht genug satt sehen.

Wer hier oben in der entrückten Welt Zeitdruck verspürt ist selber Schuld. Entschleunigung ist die Devise, am besten auf den Fels setzen, abschalten und gedankenversunken die Blicke schweifen lassen.

Für Biker eine klare Angelegenheit: nach der Arbeit folgt das Vergnügen. Ist der harte Gipfelaufstieg geschafft, spiegeln strahlende Gesichtsausdrücke dank Endorphinausschüttung pure Glückseeligkeit wider. 

ON TOP - das glückliche Testfahrer-Trio aus der Vogelperspektive

Totholz so weit das Auge reicht. „Natur Natur sein lassen“ lautet die Naturpark-Philosophie und in der Tat, nirgendwo sonst zwischen Atlantik und Ural dürfen sich die Wälder, Moore, Bergbäche und Seen auf so großer Fläche nach ihren ureigenen Gesetzen zu einer einmaligen wilden Waldlandschaft entwickeln.

Dreisessel Video

 

 Zur Dreisesseltour

Der Berggasthof Dreisessel hat i.d.R. von 9.00-17.00 Uhr geöffnet. Von Anfang November bis Mitte Dezember ist er geschlossen.

Dreisessel-Webcam

Ende Gelände, die letzten Höhenmeter zum Gipfel sind nur noch zu Fuß zu bewältigen.

Bevor die Rückfahrt angetreten wird ist der übliche Einkehrschwung fällig. Man kommt kaum umhin, das Getränke- und Speisenangebot des Biergartens links liegen zu lassen. Ruhigen Gewissens dürfen einige Kohlenhydrate gebunkert werden. Hierbei kann man das Erlebte ein wenig sacken lassen, den Hunger stillen und das bayerische "Nationalgetränk" genießen - schon ist die Welt in Ordnung. Wie besagt ein bayerisches Sprichwort: "Speis & Trank hält Leib und Seele zusammen". Prost Mahlzeit!

 

Eindrucksvoll erheben sich etwa 20 m hohe, übereinandergetürmte Felsen, die über eine steinerne Treppe erreichbar sind. Oben befinden sich drei steinerne Sitzmulden über deren Entstehung man bis heute rätselt.

Für den Bekanntheitsgrad des Dreisessel - der seit Jahrzehnten Besucher aus nah und fern anzieht - trugen in besonderem Maße die Romane und Erzählungen von Adalbert Stifter bei.

Das einst dicht bewaldete Gebiet fiel einerseits dem Borkenkäferbefall zum Opfer. Zudem sorgte der Orkan Kyrill der in der Nacht am 19. Januar 2007 über das bayerisch-böhmische Waldgebirge wie auch in weiten Teilen Europas mit Windgeschwindigkeiten bis zu 225 km/h übers Land fegte - für großflächigen Windbruch. Von der ehemaligen Baumvegetation exisitiert teilweise nur noch Totholz. Trotz alledem ist es beeindruckend, wie sich stellenweise die Waldverjüngung ohne menschliche Beeinflussung entwickelt. 

Dreisessel-Steintreppe in der Abwärtsperspektive inkl. Schatten-Silhouette des Fotografen.

Auch das gibt's: Bergrennen für Läufer und Nordic Walker (9,2 km) sowie Mountainbiker und Tandem-Fahrer (12,3 km/663 hm). Mehr unter Quälspaß am Dreisessel

Erstaunlich viele e-Biker erklimmen mittlerweile den Dreisesselberg. Die Aufstiegshilfe macht's möglich und beflügelt auch Fahrer, denen es ohne dieser künstlichen Schubkraft unmöglich wäre die höchsten Bayerwaldgipfel zu bezwingen.

 E-Bike-Verleih- und E-Bike-Ladestationen 

 Vorausgesetzt man hat entsprechendes Schuhwerk dabei, empfiehlt sich ein eineinhalbstündiger Fußmarsch (Hin- und Rückweg) zum Plöckenstein. Vom Dreisesselberg führt der Höhenzug Hochkamm via Bayerischer Plöckenstein (1365 m ü. NN) und dem Dreiländereck Deutschland−Österreich−Tschechien (1321 m ü. NN) zum Plöckenstein (1378 m ü. NN). Beim Dreiländereck, das sich in der unmittelbaren Nähe des 1.363 m hohen Bayrischen Plöckensteins an der so genannten Dreiecksmark auf einem 1.320 m hoch gelegenen Sattel befindet treffen die Grenzlininen der drei Länder aufeinander. 

Wegbeschreibung: Abzweig von der Dreisesselstraße etwa 50 hm unterhalb vom Gipfel-Plateau (Schild „Rosenberger Gut“), nach 50 m links halten und dem „Adalbert-Stifter-Steig“ bzw. E6 Nordwaldkammweg Richtung „Steinernes Meer“ folgen. Nach Überquerung des „Steinernen Meeres“ (übereinander geschichtete Felsformationen) erreicht man den Seesteig der bergauf zum Dreiländereck führt. Vom Gipfel des Plöckenstein (Tschechien) genießt man einen herrlichen Ausblick über den Böhmerwald, den Plöckensteiner See, den Adalbert Stifter Obelisk sowie auf den Moldaustausee. Rückblick: bis zum Fall des Eisernen Vorhangs (1989) war das Gebiet aufgrund der Grenznähe (530 m nordöstlich der deutsch-tschechischen Grenze, sowie 1,7 km östlich des Dreiländerecks Deutschland-Tschechien-Österreich) der Öffentlichkeit für Jahrzehnte nicht zugänglich.  

Der Plöckensteiner See (Plešné jezero ) ist ein Gletschersee im Böhmerwald und liegt auf 1090 m Höhe. Zur Flößerei im Schwarzenbergschen Schwemmkanal wurde der See von 1789 - 1793 um zweieinhalb Meter aufgestaut.

Zu Ehren des weltberühmten Malers, Schriftstellers und Pädagogen Adalbert Stifter - der mit seiner Erzählung <Der Hochwald> dem Plöckensteinsee ein literarisches Denkmal schuf, wurde 1877 der 14,5 m hohe Granit-Obelisk im Nationalpark Šumava errichtet.

An der Wegekreuzung der vorhergehenden Auffahrt zum Hochplateau (Beschilderungspfeil Kreuzbachklause/Haidmühle folgen) beginnt schräg gegenüber des Hochstein der steile, ruppige Pfad über Wurzeln und Steinabsätze. 

In Frauenberg wird direkt bei der Jugendherberge (KM 121) der Adalbert-Stifter-Radweg überquert. Die Strecke verläuft nun nach Philipsreuth (KM 146) weiter zum Etappenziel Mitterfirmiansreut (KM 152).

 Den Haidel (1 167 m) mit seiner überwältigenden Postkartenaussicht sollte man als Abstecher unbedingt mit nehmen. Wegen seiner exponierte Lage bietet er eine außergewöhnlicht 360 Grad Rundumsicht. Zur Haidel-Rundtour

Haidl Tour Video

Mythos von Leopoldsreut

Die Forststraße nach Leopoldsreut bzw. bis zum Fuß des Haidel überwindet auf dem knapp 6 km langen Streckenabschnitt 120 hm. Durchschnittlich nur 1.5 % Steigung macht die Kurbelarbeit in der sauerstoffreichen Waldluft mehr als erträglich. 

 Ein engmaschiges Forstwege-Netz erschließt Radfahrern und Wanderern von allen Anrainergemeinden her die herrliche Naturlandschaft in der Haidelregion. Sternförmig angelegte Pfade und Ringwege eröffnen in dem dicht bewaldeten Gebiet tolle Routenkombinationen. Abschnittsweise verläuft die Haideltour identisch mit dem prämierten Qualitätswanderweg Goldsteig. 

Schautafeln mit alten Fotografien spiegeln das entbehrungsreiche Leben der damaligen Dorfbevölkerung wider.

 Leopoldsreut

1618 ließ der Passauer Fürstbischof Leopold I. als damaliger Landesherr das Dorf Leopoldsreut zum Zweck der Grenzsicherung errichten. Überdies sollten die Siedler den nach Böhmen führenden Säumerweg bewachen. Das Leben der Bewohner war von vielen Entbehrungen und harter Arbeit geprägt. Dem Ort - gelegen zwischen Haidel und Sulzberg - wurde das rauhe Klima, die kargen Böden und die mühsame Zugänglichkeit in 1108 m Höhe - mit der einstmals höchstgelegenen Schule Deutschlands bzw. der höchstgelegenen Kirche im Bayerischen Wald - letztlich zum Verhängnis. Strenge Winter, die bis zu acht Monaten andauerten schnitten das Dorf oftmals wochen- oder gar monatelang von der Außenwelt ab.

1955 wurde die Schule aufgelöst, deren 5 Kinder den 5 km langen Schulweg nach Bischofsreut auf sich nehmen mussten. 1962 verließen dann die letzten verblienbenen Bewohner die Ortschaft.

Ein Blick ins Innere der Sankt-Johannes-Nepomuk-Kirche ist definitiv lohnenswert, weil die historische Fotogalerie einen authentischen Eindruck über das harte Dorfleben von anno dazumal vermittelt.

Heute erinnern in der gerodeten Waldlichtung nur noch die restaurierte Nepomukkirche, das aus Holz errichtete Schulhaus und das ehemalige Forsthaus an das untergegangene Dorf, das aus 21 Gebäuden bestand. Nach dem Untergang wurde Leopoldsreut durch ein historisches Festspiel wieder zum Leben erweckt. Süddeutsche Zeitung

 Vorbei an der Sankt-Johannes-Nepomuk-Kirche führt ein unscheinbarer Pfad zu einem unweit gelegenen, faszinierenden Aussichtspunkt. 

Gelegenehit, den lauschigen Aussichtsplatz vor dem Schlussanstieg zum Haidel für ein erholsames Päuschen zu nutzen.

Ausgeruht und frisch gestärkt kann das Highlght der Haideltour mit Freude entspannt in Angriff genommen werden.

Der Schlussanstieg zum Haidelgipfel ist kurz aber knackig. Zwar nur 60 hm, aber mit durchschnittlich 8 % (max. 15% Steigung) ist Wadenschmalz gefragt. Nur ein Teilstück der 700 m langen Passage ist etwas schwieriger zu fahren. Teils loser Schotter erfordert Feingefühl und gleichbleibende Tretkraft um die Traktion des Hinterrads nicht zu verlieren.

Fitte Mountainbiker bzw. schubunterstütze E-Biker nehmen die kurze Steigung in einem Rutsch.

Ist die Kuppe erreicht, hat man den schwierigsten Teil der Haideltour geschafft. 

Der Haidel

Lohn der schweißtreibende Mühe folgt auf den Fuß, denn solch eine einzigartige 360° Panoramasicht wie auch dem Haidelturm findet man im Bayerischen Wald wie im Böhmerwald wohl kaum ein zweites Mal.

Der 1.167 m hohe Haidel, über den einst die Salzsäumer nach Böhmen zogen, ist mit seinem Aussichtsturm und Infopavillons das Wahrzeichen der Region. Dank seiner exponierten Lage ist der rund geformte Gipfel weithin sichtbar. Auch deshalb, weil der 35 m hohe Holzturm sowie der 60 m hohe selbst tragende Fernmeldeturm charakteristisch sind und dem Bayerwaldgipfel sein unverwechselbares Erscheinungsbild verleihen. 

Der atemberaubende Rundblick über die bayerisch-böhmischen Grenzwälder bis zu den Alpen macht die Strapazen schnell vergessen. 

Die zugige Aussichtplattform bietet einen atemberaubenden Rundumblick über die bayerisch-böhmischen Grenzwälder, deren Berggipfel samt Höhenangaben erläutert werden. Bei Fernsicht reicht der Blick sogar bis zur Alpenkette (z.B. Dachstein). Da liegt einem der oft zitierte Spruch von Adalbert Stifter auf den Lippen: „Waldwoge steht hinter Waldwoge, bis eine die letzte ist und den Himmel schneidet.“

Am Osthang des Haidel speisen Bäche die Kalte Moldau. Im Mittelalter führte übrigens ein Salzhandelsweg - einer der so genannten „Goldenen Steige“ - der Prachatitzer Steig, von Passau über den Berg hinweg nach Prachatitz in Böhmen.

 Turmgeschichte

Erster Turmbau: Als 1925 eine Sturmkatastrophe den Wald auf dem Gipfelrücken des Haidel kahl schlug, wurde erstmals die grandiose Rundumsicht offenkundig womit der Gedanke eines Turmbaus reifte. 1928 wurde ein 15 m hoher Aussichtsturm eingeweiht.

Zweiter Turmbau: 1948 fiel der Turm einem Sturm zum Opfer. Zu touristischen Zwecken wurde 1979 ein neuer 25 m hoher Turm gebaut, der allerdings 1998 trotz zweier Sanierungen im Jahre 1984 und 1990 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. 

Dritter Turmbau: der aus Douglasien- und Lärchenholz gefertigte Aussichtsturm in seiner heutigen Form wurde 1999 errichtet (35 m Höhe). 70 m³ verbautes Holz bringen ein Gewicht von 50 Tonnen auf die Waage. Insgesamt 159 Treppenstufen führen zur 30,33 m hohen Aussichtskanzel. 

Der "View-Point" begeistert mit einem atemberaubenden 360 Grad-Rundblick über die bayerisch-böhmischen Grenzwälder – bei Fernsicht sogar bis zur Alpenkette (z.B. Dachstein 2 995 m). Spätestens hier wird jedem klar, warum der Haidel zur „Pflichtkür“ gehört, zumal der Abstecher nur wenige Kilometer Umweg beträgt. 

Auf der Aussichtsplattform sind in allen 4 Himmelsrichtungen Ortschaften und Berggipfel inkl. Höhenangaben in Schautafeln abgebildet.

Die Abfahrt vom Haidel erfolgt bis zur Weggabelung nach dem Parkplatz auf demselben Weg wie die Hinfahrt. Dann wird links Richtung Schwendreut abgebogen. 

Die im Kreisrund aufgestellten Schautafeln informieren über die zur Haidelregion gehörigen Gemeinden Grainet, Haidmühle, Hinterschmiding, Jandelsbrunn, Neureichenau und Philippsreut. Im übrigen laden die Bänke als lauschiges Pausenplätzchen ein.

Schwendreut

Um die Gegend unterhalb des Haidels vor Wilderern und Schmugglern zu schützen wurde der Landstrich mit Gründung der Orte Leopoldsreut und Schwendreut besiedelt (1618). Doch nur sieben Jahre später raffte die grasierende Pest die Einohner von Schwendreut dahin. 

1957 verließ der letzte Einwohner die Ortschaft, infolgedessen am 17. Oktober 1968 der Ortsname endgültig von der Landkarte verschwand. Die verbliebenen Häuser wurden vollständig abgerissen und die brach liegende Fäche aufgeforstet. Schwendreut - im Volksmund „Glosan“ genannt - ereilte somit dasselbe Schicksal wie dem Nachbarort Leopoldsreut. 

Anflug auf einer der schönsten Rastpunkte dieser Tour.

An Schwendreut - dessen Namensgeber Fürstbischof Marquard von Schwendi war und einst bis zu 90 Einwohner lebten - erinnert heute einzig die bescheidene Schwendreuter Kapelle mit ihren barocken Zwiebeltürmchen (1755) an das versunkene Dorf. 

Ein ruhiger Rastplatz in einer Waldlichtung und mineralhaltiges Quellwasser - was will man mehr?

Mit der aufwendigen Sanierung verbliebener Gebäudlichkeiten i.V. mit zahlreichen Info-Schautafeln wird versucht die Geschichte der versunkenen Dörfer der nachfolgenden Generation in Erinnerung zu rufen, um bedrohliches Vergessen zu verhindern.

Radfahrer teilen sich die Forstwege und Pfade mit Wanderern. Da der Premiumwanderweg Goldsteig abschnittsweise auf der beschriebenen Route verläuft versteht sich ein höfliches und rücksichtsvolles Miteinander von selbst. Mehr zum Thema. Trail-Sharing.

Die großflächige Waldlichtung lädt zum Innehalten ein. Ein stiller Ort wo sich insbesondere stressgeplagte Menschen ihre "Batterien" laden können und ins innere Gleichgewicht kommen. Schon der Dichter und Schriftsteller Adalbert Stifter sprach vom „Land der Stille“, das die Dreiländer-Region mit seiner faszinierenden Naturlandschaft auch heute noch umgibt. 

Etappentag 4: Mitterfirmiansreut - Spiegelau 55 km / 1.100 hm

   Highlights:

- Almberg

- Freilichtmuseum Finsterau

- Nationalparkzentrum Lusen

Kurz nach der Inlineskater- und Skirollerstrecke Finsterau (KM 167) wird in die Buchwaldstraße eingebogen. Bis zum Abzweig kurz vor Mauth befindet man sich auf der identschen Wegführung des Nationalpark-Radwegs.  

 Abstecher (7 km) via Grenzübergang Bucina zur Moldauquelle (1 163m) - Infos unter Sumava-Rundtour

Das Verkehrsschild am rechten Straßenrand zeigt 17 % Gefälle an. 

 Bevor man sich in die Abfahrt begibt bietet sich an der Kuppe die vorerst letzte Aussichtsgelegenheit. Ein kurzer "Pit-Stopp" ist lohnenswert, zumal in der anschließenden Waldpassage für gut 2 Stunden Fahrzeit bis Spiegelau der "Panorama-Rolladen" geschlossen bleibt.

Die abgeschiedene Lage von Finsterau (514 Einwohner) zieht Naturliebhaber aus nah und fern an und küsst die Region ein wenig aus dem Dornröschenschlaf wach geküsst. 

Nach dem Ortsschild heißt es aufzupassen, um nicht am Rechtsabzweig (von der Buchwaldstraße in die Museumsstraße) gegenüber dem Landhotel Bärnriegel ahnungslos vorbei zu rauschen. 

Nachdem rechts abgebogen wird, fällt das Höhenniveau unter die 1000 m - Marke. 

  Nur unweit von Finsterau können in Heinrichsbrunn - Ortsteil der Gemeinde Mauth-Finsterau - friedfertige und sanfte Alpakas besichtigt werden. Die Halbwaldstraße geradeaus (Fortsetzung Finsterauer Straße) führt direkt nach Heinrichsbrunn. Ein Sprichwort aus den Anden besagt: "Wenn man einem Alpaka zulange in die Augen schaut, ist man von ihm für immer gefangen." Aufgrund begrenzter Öffnungszeiten ist eine vorherige telefonische Vereinbarung ratsam.

Grenzenlose Waldwildnis im ersten Nationalpark Deutschlands

Kurz darauf wird das Freilichtmuseum Finsterau passiert, wo die Geschichte von "Land und Leute" in eindrucksvoller Weise dargestellt wird. 

 Freilichtmuseum Finsterau

Tausend Meter über dem Meer, versteckt hinter den Wäldern und Bergen des Nationalparks, dicht an der böhmischen Grenze, hat die Vergangenheit ein Reservat gefunden: das Freilichtmuseum Finsterau (www.freilichtmuseum.de). Aus dem gesamten Bayerischen Wald wurden Bauernhäuser, vollständige Höfe, eine Dorfschmiede und ein Straßenwirtshaus wieder aufgebaut, womit sich ein begehbares Stück vergangener Wirklichkeit entfaltet. Wöchentliche Vorführungen zeigen das Leben und Handwerk im Bayerwalddorf anno dazumal. Es gibt Feste und Veranstaltungen durch das ganze Jahr, z.B. Maibaumaufstellen, Sonnwendfeuer und Adventsmarkt. Die Tafernwirtschaft „d'Ehrn“ bietet Bayerische Schmankerl.

Entlang des plätschernden Reschbachs windet sich die Straße Richtung Mauth, wobei sich das Gefälle zunehmend abflacht.

Der kristallklare Reschenbach, saftgrüne Wiesen und dichte Wälder zeugen von intakter Natur.

Nacheinander werden mehrere Rastplätze passiert. Oben der Rastplatz Sandriegel mit schöner Spiel- und Liegewiese am Schwarzbach.

Die kraftschonende Abfahrt ist bald zu Ende.

 Badesee in Mauth (0.5 km) 

Der Rastplatz Jägerstrassl liegt in der Talsenke auf 758 m Höhe. Nach zwei Anstiegen (200 hm) fallen die darauffolgenden Höhendifferenzen der Hügel geringer aus. Trotzdem ist es bis zum 10 km entfernten Nationalparkzentrum Lusen ein ständiges Auf und Ab, das auf Dauer durchaus zermürbt.

Was nun folgt ist eine 23 km lange, wellige Waldpassage bis Spiegelau. Die ursprüngliche Waldwildnis würde man wohl eher in den Weiten Kanadas erwarten, was verdeutlicht, warum das Gebiet als "Grünes Dach Europas" bezeichnet wird. Schließlich befindet man sich im größten zusammenhängenden Waldschutzgebiet Mitteleuropas.

Nach der "Achterbahnfahrt" in der es kurvig rauf und runter geht und knackig steile Rampen einem im wahrsten Sinne des Wortes auf Trab halten, mündet der Forstweg unvermittelt auf die Igelbus-Haltestelle und den Parkplatz Sagwassersäge. Das Sagwasser ist ein Bach der in den Höhen des Lusen entspringt und bei Schönanger in die Kleine Ohe fließt.

Sicher vorteilhaft, dass unweit des zivilisationsfreien "Outbacks" im Nationalpark eine Radbuslinie verkehrt, die z.B. bei Defekten, Schlechtwetter oder sonstigen ungeplanten Vorkommnissen wertvolle Dienste leisten kann. Umweltfreundliche Mobilität wird im Nationalpark Bayerischer Wald groß geschrieben, weshalb die Igelbusse mit Fahrradanhänger eng getaktet verkehren.

In der Waldwildnis von Fichten, Buchen und Tannen, im Frühling leuchtend gelben Sumpfdotterblumen und im Herbst knallroten Fliegenpilzen inhaliert man puren Naturgenuss. Ameisenhaufen hier, Bienen dort, selbst aufgescheuchte Rehe kann man über den Weg hetzen sehen.

Bei all den Natureindrücken bleibt festzuhalten, dass man großteils im Randbereich des Nationalparks radelt. Das Kerngebiet der Nationalparke bietet großräumige Rückzugsmöglichkeiten für störungsempfindliche Tiere wie z.B. Auerhuhn und Luchs und befindet sich entlang des Grenzkamms um die Bayerwaldgipfel Lusen (1373 m), Großer Rachel (1453 m) und Großer Falkenstein (1315 m), von denen nur der Große Falkenstein mit dem Fahrrad erreicht werden kann.

Nationalparkzentrum Lusen

 

 Unterwegs im Nationalpark Bayerischer Wald

Zu Ihrer eigenen Sicherheit und zum Schutz des Nationalparks gelten bestimmte Verhaltensregeln: 

Seien Sie stets gut ausgerüstet - mit Karte, festem Schuhwerk, WasserErste- Hilfe-Set und Schlechtwetterkleidung - denn Sie sind in einem Mittelgebirge un- terwegs.
Achtung: Nicht in allen Bereichen des Nationalparks gibt es Handyempfang! 

Zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten gilt in bestimmten Bereichen des Nationalparks ein Wegegebot. Markierte Wege dürfen Sie ganzjährig zum Wan- dern nutzen.
Bei Zuwiderhandlungen können Geldbußen ausgesprochen werden. 

Zu den typischen Gefahren im Nationalpark gehören umstürzende Bäume und herabfallende Äste - denn hier wird das natürliche Werden, Wachsen und Verge- hen in den Lebensgemeinschaften geschützt. Die Benutzung der Wege erfolgt auf eigene Gefahr! 

So helfen Sie der Natur im Nationalpark:

Nur auf markierten Radwegen fahren

Hunde nicht frei laufen lassen

Tiere nicht beunruhigen, 
Tiere nicht füttern

Parken nur auf ausgeschilderten Park- plätzen

Nichts mitnehmen


Nichts zurücklassen


Offenes Feuer und Rauchen verboten

Nicht im Freien übernachten

Baden verboten

Zur bekanntesten Tourismusattraktion des Nationalparks Bayerischer Wald zählt das Nationalparkzentrum Lusen nahe Neuschönau. Dort befinden sich der Baumwipfelpfad sowie das Tier-Freigelände. An dieser Stelle überquert der Nationalpark-Radler abermals einen Scheitelhöhepunkt (820 m). 

 Im Tier-Freigelände leben in betretbaren Volieren sowie weitläufigen Gehegen ca. 40 heimische Tierarten des Bergwaldes in ihrer natürlichen Umgebung – darunter die stark bedrohten Luchse, Fischotter und Habichtskäuze, die seltenen und störungsempfindlichen Schwarzstörche und Auerhühner und die längst ausgerotteten Braunbären. Auch Wölfe, Hirsche, Wisente, Wildschweine und Uhuskann man zwischen Felsen und Bäumen erspähen. Für den 7 km langen Rundweg sind 3 - 4 Std. einzuplanen. Zwei Abkürzungsvarianten (3 km) benötigen etwa 1 ½ Std.

Im Hans-Eisenmann-Haus erhält man umfassende Auskünfte und Informationsmaterial zum Nationalpark, zur Region und zu möglichen Aktivitäten. Durch die Ausstellung „Weg in die Natur - eine Geschichte von Wald und Menschen“ werden die jungen Besucher von einem gelben Schmetterling begleitet und eine spannende Rallye fordert zum Mitmachen auf!

    Der Baumwipfelpfad zählt zu den beeindruckendsten Holzbauwerken in Deutschland. Vom Einstieg bis zum 44 m hohen Baumei (Aussichtsturm) schlängelt sich der Steg auf großen Holzstelzen durch die Baumkronen des Bergmischwaldes. Verschiedene Stationen beschreiben auf dem Weg seinen Wert und welchen Bewohnern er Schutz, Lebensraum und Nahrung bietet.

    Im Pflanzen-Freigelände führen barrierearme Wege zu allen wichtigen Lebensgemeinschaften des Nationalparks. Mehrere hundert Pflanzenarten sind so zusammen gruppiert, wie sie natürlicherweise miteinander vorkommen. Das Gesteins-Freigelände gibt detaillierte Einblicke in die Erdgeschichte der Region. Die ausgestellten Gesteinsblöcke sind jeweils an einer Ecke angeschliffen, so dass die Struktur deutlich sichtbar wird. 

    Orientierungs- und Informationstafeln vermitteln einen guten geographischen Eindruck über die beiden Nationalparke. Übersichtskarte u.a. vonIgelbus-Haltestellen und Waldbahn-Haltestellen.

    Der staaatlich anerkannte Erhohlungsort Neuschönau (2 259 Einwohner) in unmittelbarer Nähe (1 km) bietet sich als Übernachtungsdomizil an.

    Vorsicht ist beim Straßenseitenwechsel geboten! Die Weiterfahrt führt über einen geschwungenen Waldpfad sanft talwärts, bis sich eine Flachetappe anschließt die nur gelegentlich von leichteren Gegensteigungen unterbrochen ist. Auf den hölzernen Wander-Wegweisern befindet sich häufig das Nationalpark-Radweg-Logo (Bild oben, erster Wegweiser). 

    Etappentag 5: Spiegelau – Zwieslerwaldhaus/Bayerisch Eisenstein 45 km / 1.000 hm 

       Highlights:

    - Trinkwassertalsperre Frauenau

    - Nationalparkzentrum Falkenstein

    - Rothirschgehege Scheuereck

    Von Klingenbrunn Bahnhof geht es teils bergauf Richtung Oberfrauenau, wo einen schöne Panoramaaussichten erwarten. Hierbei wird ganz unbemerkt die Grenze zum Landkreis Regen überschritten, der sich touristisch unter dem Begriff Arberland präsentiert.

     Die Straßeneinmündung markiert jene Stelle, von der ein beschildeter Radweg-Zubringer nach Frauenau (1 km) bzw. Zwiesel (6 km) abzweigt.

    Frauenau - das gläserne Herz an der Glasstraße - liegt eingebettet in herrlicher Mittelgebirgslandschaft am Rand des Nationalparks Bayerischer Wald. Der Ort mit Rokokokirche, Glasmuseum und Freibad bereichert die Radtour auf alle Fälle. Der staatlich anerkannte Erholungsort mit 2 679 Einwohnern steht für Glashüttentradition und ist für seine Glaskunstszene weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Neben der Glaspräsentation und dem Tourismusbüro der Gemeinde widmet sich die Nationalpark-Information dem Thema Schachten und Filze. Exponate, Texte und Filme zur Geschichte der ehemaligen Waldweide und den Schachten, der Flora und Fauna sowie zur Entstehung der Hochmoore bieten Besuchern allerlei Wissenswertes.

    Eine Stippvisite von Zwiesel (9 407 Einwohner) - ebenfalls bekannt für seine Glasindustrie - drängt sich auf, zumal der Nationalpark-Radweg-Zubringer in beiden Fahrtrichtungen via Frauenau durchgängig beschildert ist. Der Name der Stadt entstammt dem bajuwarischen Wortstamm "zwisl", der die Form einer Gabelung bezeichnet. Die Gabelung nimmt Bezug auf die beiden Flüsse Großer Regen und Kleiner Regen, dessen dazwischenliegende Land Zwiesel genannt wurde. Zwiesel verfügt über 3800 Gästebetten aller Kategorien und zwei Campingplätze.

    Zurück zur Orginalroute, die über Oberfrauenau weiter nach Buchenau führt.

    Die Aussicht reicht hinüber bis zum Großen Arber.

    Hungrige und durstiger Biker werden bei schönem Wetter wohl schwerlich an diesem einladenden Biergarten vorbei radeln.

     Trinkwassertalsperre Frauenau

    Aufgrund der geologischen Situation herrscht im Bayerischen Wald Grundwassermangel, weshalb zur Sicherung der Trinkwasserversorgung 1983 die Trinkwassertalsperre Frauenau erbaut wurde. Der 71 m hohe Staudamm ist das vierthöchste Bauwerk seiner Art in Deutschland. Gespeist vom Kleinen Regen und dem Hirschbach – beide entspringen nahe der tschechischen Grenze zwischen den Bayerwaldgipfeln Falkenstein und Rachel - wird der See mit fast 22 Mio. m³ Inhalt aufgestaut. Das Stauziel liegt bei 767 m ü. NN das Hochwasserstauziel liegt einen Meter höher. Jährlich gelangen bis zu 15 Mio. Kubikmeter Wasser aus der Talsperre zu bis zu 500.000 Menschen im Versorgungsgebiet der Landkreise Regen, Straubing-Bogen, Freyung-Grafenau, Dingolfing-Landau, Passau, Cham und Deggendorf.

    Die Staumauer, auf der die Trinkwassertalsperre Frauenau überquert wird ist ein erholsamer Besinnungsort.  

    Neben dem Stauseeblick breitet sich in entgegengesetzter Blickrichtung eine herrliche Aussicht auf den Bayerwald aus.

    Keine Straße, kein Haus, kein Verkehrslärm - solche "Kraftorte" in unberührter Natur erlebt man auf der TRANS BAYERWALD am laufenden Band.

    Von der Talsperre bis Buchenau (200 Einwohner) sind es 5.5 km, wo das schmucke Schloss Buchenau (Poschinger Glashütten) am Wegesrand gleich ins Auge fällt das der Prinzregent Luitpold von Bayern 1904 besuchte. 

    Für die Nationalpark-Route eher unüblich: asphaltierter Radwegabschnitt zwischen Buchenau und Spiegelhütte.

    In einem Rechts- Linksknick verläuft die Route direkt an Spiegelhütte vorbei.

    Spiegelhütte in der Gemeinde Lindberg. Im weiteren Verlauf fällt das Höhenniveau Richtung Regental allmählich ab.

    Rastplatz mit mineralhaltigem Quellwasser - was will man mehr?

    Über Kreuzstraßl führt der Weg weiter nach Schleicher. Danach verläuft der Forstweg abschüssig bis zur Einmündung der Waldhausstraße. 

     Nationalparkzentrum Falkenstein

    Das Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal wurde als Pendant zum Nationalparkzentrum Lusen bei der Nationalparkerweiterung 1997 als Anlaufstelle für Besucher im neuen Nordteil des Nationalparks Bayerischer Wald eingerichtet.

    Im Haus zur Wildnis zeigt die Ausstellung wilde Natur - weltweit und vor der Haustüre -, wobei die Entwicklung der Nationalparkwälder hin zur Wildnis im Mittelpunkt steht. Einblicke in die umgebende Region beidseits der Landesgrenze und umfassende Auskünfte zum Nationalpark und zu möglichen Aktivitäten runden das Angebot ab.

    Luchse, ein heulendes Wolfsrudel oder friedlich weidende Wildpferde und Auerochsen durchstreifen die naturnah gestalteten Freigehege des Tier-Freigeländes. Wildpferde und Auerochsen schlagen gleichzeitig eine lebendige Brücke vom Eiszeitalter, einer Zeit, in der diese Tierarten auch im Bayerischen Wald gelebt haben, in die Gegenwart.

    Wie es wohl war, als unsere Ahnen noch einer wilden Großtierfauna im Bayerischen Wald begegnen konnten? In der nachgebildeten Steinzeithöhle sind eindrucksvolle Höhlenmalereien von lebensnah skizzierten Wildtieren rekonstruiert und erzählen von der außergewöhnlichen Beobachtungsgabe und der besonderen Beziehung der Steinzeitmenschen zur damaligen Tierwelt.

    Aus einer ehemaligen Schutzhütte entstand 1764 am sogenannten Böhmweg für die Säumer die Schutz- und Einkehrstätte Zwieseler Waldhaus. 1832 wurde die erste Konzession für den Bierausschank erteilt, womit es als der älteste Gasthof im Bayerischen Wald gilt. Auch das heute ebenfalls als Gasthof dienende ehemalige Zollhaus am Ortseingang blieb erhalten. Zwieslerwaldhaus (701 m) gilt unter Radfahrern und Wanderern als begehrte Anlaufstelle. Im Südwesten liegt das Schwellhäusl, eine ehemalige Holztrifter-Klause, die heute eine beliebte Ausflugsgaststätte beherbergt.

    Etappentag 6: Zwieslerwaldhaus / Bayerisch Eisenstein - Lam 65 km / 1.600 hm

       Highlights:

    - Trifterklause Schwellhäusl

    - Großer Arber

    - Bayerwald-Tierpark Lohberg

    Die Waldsiedlung mit seinen holzvertäfelten Häusern und einem Brunnen bietet sich unweit der Landesgrenze als Übernachtungsort an, um ggf. auf einem Anbindungs-Radweg seinen Bayerwald-Trip fortzusetzen.

    In idyllischer Lage locken Gasthäuser bzw. Biergärten mit regionaltypischen Speisen.

    Am anderen Dorfende der lang gezogenen Ortschaft führt eine Nebenstraße nach Zwiesel.

    Die waldreiche Region bietet ein immenses Mountainbike-Touren-Netz.

    Im Arberland kommen Naturliebhaber gedankenversunken ins Schwärmen. Mountainbiker sowieso.

    Parkplatz Deffernik

    Es werden allerhand Informationen über die Region angeboten.

    Der Parkplatz Deffernik ist ein Radwegeknotenpunkt, da hier auch der Nationalpark-Radweg sowie 300 m entfernt die Bayerwald-Radwanderachse Regental-Radweg) vorbei läuft.

    Gefräste Holz-Intarsientafeln: Radwegenetz der Nationalparkregion.

    Einmündung in Waldhausstraße rechts (KM 258): bis zur Kreuzung der B 11 (300 m). Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird rechts auf den Regental-Radweg eingebogen der nach Bayerisch-Eisenstein (9.5 km) verläuft

     Abzweig links Regental-Radweg: 2 km nach Ludwigsthal, wo im Zuge der Nationalparkerweiterung das Nationalparkzentrum Falkenstein eingerichtet wurde. 

     Flusskunde

    Fünf Namen - ein Fluss. Der Große Regen (Řezná) entspringt am Osthang des Panzer (1214 m.ü.M.) im Böhmerwald und fließt über Železná Ruda in Bayerisch Eisenstein auf deutsches Staatsgebiet. 

    Die Quelle des Kleinen Regen (Malá Řezná) liegt dagegen am Fuße des Großen Rachel nur 1 km jenseits der Bayerischen Grenze entfernt in Tschechien. Der Kleine Regen fließt durch die Trinkwassertalsperre Frauenau und mündet in Zwiesel in den Großen Regen. Von dort ab trägt der Fluss den Namen Schwarzer Regen. Er durchfließt westlich von Viechtach den Höllensteinsee und anschließend den Blaibacher See.

    Der Weiße Regen entspringt dem Kleinen Arbersee (918 m.ü.M.) als „Seebach“ und fließt über Lohberg, Lam, Arrach bis nach Pulling, wo er unweit des Kraftwerks in den Schwarzen Regen mündet. Ab der Verschmelzung beider Flüsse trägt der Fluss bis zur Mündung in die Donau in Regensburg den Namen Regen.

    Die Germanen nannten den Fluss Regana, den die Römer leicht abgewandelt als Reganum und Reganus bezeichneten. Im 11. Jahrhundert trug der Fluss den Namen Regin. Orte wie z. B. Regensburg, Regen, Regenstauf, Regenhütte und Weissenregen sind nach dem Fluss benannt.

    Die Talsenke des Ortes Regenhütte beim <Großen Regen> liegt 600 m hoch. Von hier ab (KM 261) beginnt der mühsame Anstieg zum König des Bayerwaldes - dem Großen Arber (1 456 m).  Der Aufstieg erfolgt auf der Südostflanke des Großen Arbers wo u.a. der Große Arbersee liegt.  

    Direkt unterhalb vom Gipfelkreuz des Großen Arbers liegt auf 1.443 m Höhe die Selbstversorgerhütte Zwieseler Hütte. Sie ist die höchstgelegenste Hütte im Bayerischen Wald und kann von Gruppen gemietet werden.

    Im Winter wechselt der Große Arber sein Gesicht. Zum Wintersportzentrum.

    Die von weitem sichtbaren "Radarkuppeln" sind Gebäude der Luftwaffe. Die Anlage wurde während des Kalten Krieges entgegen erheblicher Proteste von Naturschützern nahe an der tschechoslowakischen Grenze errichtet, um den Flugverkehr im Ostblock überwachen zu können. Die Einrichtung wurde 1983 in Dienst gestellt und 1996 um Sende- und Empfangsantennen für den Funkverkehr erweitert.   

    Auf dem Gipfelplateau gibt es einen 2 km langen Rundwanderweg, der eine herrliche Aussicht über den Bayerischen Wald und Böhmerwald sowie eine Reihe von Informationstafeln zur Flora und Fauna bietet. 

    Der Große Arber (tschechisch Velký Javor) ist mit 1456 m Höhe der höchste Berg des Bayerischen Waldes (Niederbayern). Was vielen nicht bekannt ist: ein unscheinbarer Felsriegel westlich des Gipfelkreuzes stellt mit 1440 m Höhe gleichsam den höchsten Punkt der Oberpfalz dar. Deshalb wird der im niederbayerischen Landkreis Regen und im oberpfälzischen Landkreis Cham gelegene Gipfel gern als „König des Bayerischen Waldes“ bezeichnet. 

     

     

     

      Arberkapelle

      Der Initiator Johann Georg von Hafenbrädl (1726-1786) bemühte sich bereits 1769 um die Errichtung einer Kapelle - gebaut wurde sie schließlich 1806 als Holzkapelle. Die harten klimatischen Bedingungen  setzten der Bausubstanz derat zu, dass das Bauwerk im Laufe von 150 Jahren viermal erneuert werden musste. Nach dem 1. Weltkrieg verfiel die Kapell zusehenst. Erst 1957 wurde wieder eine Kapelle - gestiftet vom Grundherren des Arber dem Fürsten Friedrich Wilhelm von Hohenzollern (1924 – 2010) - auf dem Arbergipfel errichtet. Seit 1965 lebte die 150 jährige Tradition der Arber-Kirchweih wieder auf, die jedes Jahr Ende am vorletzten August-Wochenende stattfindet. 2015 wurde die Kapelle generalsaniert und mit einer  Glocke aus der evangelischen Kirche in Bayerisch Eisenstein in einem kleinen Glockenturm bestückt. Seitdem verfügt die mit Schindeln verkleidete Kapelle ein schützendes Vordach für Gottesdienste und Andachten.

      Flora & Fauna

      Der Große Arber erreicht als einziger Gipfel des Bayerisch-Böhmischen Grenzmassivs die klimatische Waldgrenze. Selbst Baumarten wie Fichte und Vogelbeere kommen in dieser Höhe nur noch vereinzelt vor. Allenfalls die Latsche bildet flächige Bestände, d.h. nur Pflanzen die als Spezialisten den extremen Klima- und Bodenbedingungen trotzen (kalt, steinig, nährstoffarm) sind in dieser Höhenlage überlebensfähig.

      Auch wenn die Gipfelregion des Großen Arbers nicht die natürliche Waldgrenze überragt so ist sie dennoch baumfrei und wird von subalpinen Magerrasen, Felsfluren und Latschengebüschen geprägt wie es in dieser Ausdehnung im Bayerischen Wald ansonsten nicht vorkommt.

      Aussichtspunkt: im Vordergrund Bayerisch Eisenstein, dahinter Železná Ruda (Böhmisch Eisenstein), wo sich am Špičák (1 202 m) ein großer Bikepark befindet.

      Das Rundum-Panorama ist überwältigend. Bei guter Fernsicht erblickt man die Alpenkette, wo am Horizont so bekannte Bergriesen wie den Großvenediger (3666 m), Großglockner (3798m), Watzmann (2713m) und Hochkönig (2941 m) empor ragen.

      Vom Arbergipfel aus bietet sich ein fantastisches Bergpanorama über den Bayerischen Wald: Kleiner Arber 1 384 m, Großer Rachel (1453 m), Lusen (1373 m), Plöckenstein (1363 m), Großer Falkenstein (1315 m), Osser (1293 m), Kaitersberg (1034 m), Hohenbogen (1050 m) sowie weitere 30 Gipfel mit mehr als 1000 m Höhe.

      Die gigantische Aussicht vermittelt auch einen Eindruck über den weiteren Streckenverlauf der TRANS BAYERWALD. Bevor der Große Osser auf dem Programm steht lockt erst mal eine lange Abfahrt.

      Perfektes Bikeabenteuer. Der Große Arber bildet den Zenit der TRANS BAYERWALD. 

      Eine großzügige Zeitplanung tut Not. Gerade in der Höhenlage sollte für inspirierende Päuschen genügend Freiraum bleiben. 

       In unmittelbarer Nähe der Route befindet sich die Chamer Hütte (Schutzhaus Kleiner Arber, 1.289 m ü.NN) die 1951 erbaut wurde. Sie liegt am Südhang des Kleinen Arber im Naturpark Bayerischer Wald (Landkreis Cham).

      Mineralhaltiges Trinkwasser - das Best Of für schweißtreibende Bike-Touren.

      Die Route führt über den Hochstein in großen Zick-Zack-Bögen weiter zur Schareben-Hütte. Der Hochstein gehört noch zum Arbermassiv und ist ein 1134 m hoher Sporn des Berges Heugstatt (1262 m). Er erhebt sich nordöstlich über dem Zellertal und liegt im Gemeindegebiet von Drachselsried im Landkreis Regen. Von seinem mächtigen Felsriegel mit Gipfelkreuz überblickt man nicht nur das gesamte Zellertal, sondern der Ausblick reicht bis zum Höhenzug des Vorderen Bayerischen Waldes sowie zum Gebiet des Nationalpark Bayerischer Wald mit Großer Rachel sowie in Gegenrichtung zum Kaitersberg. An klaren Tagen reicht bei Föhneinfluss die Sicht sogar bis zu den Alpen.

      Die Abfahrtsstrecke vom Hochstein zur Berghütte Schareben (1019 m) beschert fast 430 berauschende Tiefemeter.

      Plattfuß trotz Tubelless Bereifung mit Dichtmilch sind selten, trotzdem kommt ein solcher Defekt gelegentlich vor. Das ehemalige Forstdienstanwesen wurde ca. 1846 als Diensthütte für Forstschutzpersonal erbaut und seit 1960 als Wirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeit betrieben.

      Dass sich die Berghütte Schareben auf Mountainbiker eingestellt hat verraten allein schon die massiven Holz-Haltegerüste.

      Während das teils sündhaft teure Material in Sichtweite seiner Eigner in Warteposition hängt, können sich die Piloten nach getaner Arbeit den angenehmen Dingen des Lebens widmen.  

      Das ehemalige Forstanwesen aus dem 19. Jahrhundert befindet sich seit 1989 im Besitz des Wald-Vereins Drachselsried, der sich die Bewahrung und Erhaltung der Hütte auf die Fahnen geschrieben hat. Bei schönem Wetter kann man sich auf der großen Terrasse vorzüglich verköstigen. 

      Wer tausende Kilokalorien verbrennt, darf ruhigen Gewissens opulent Speisen und Trinken.

      Die Speisekarte bietet eine reichhaltige Auswahl an leckeren Köstlichkeiten.

      Am Wochenende an warmen Sonnentagen ist die Berghütte Schareben meist gerammelt voll von Ausflugsgästen. 

       

      Je nachdem welches Etappenziel anvisiert ist bzw. wieviele Höhenmeter noch anstehen, sollte bedenken den Magen nicht all zu voll zu schlagen. Ansonsten macht einem ein überfüllter Magen besonders in den Anstiegen zu schaffen, da der Verdauungsapparat jede Menge Energie und Sauerstoff benötigt.

       Will man die aktuelle Wetterlage checken: einfach auf die Webcam klicken.

      Die Berghütte Schareben wird nicht allein von Mountainbikern angesteuert. Auch Familien-  E- und Trekkingbiker radeln z.B. über den Forstweg von Drachselsried herauf. 

      Nach einem kurzen Gegenanstieg setzt sich die Abfahrt Richtung Lohberghütte fort. Wie die Südostflanke des Arbermassivs ist auch die nordwestliche Region ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet.

       Die 27 km lange Quertrasse (624 hm) stellt zwischen Rabenstein und Bischofsmais die Verbindung der Nordroute mit der Südroute her.

      Der idyllisch gelege Ort Lohberg wird vom Großen und Kleinen Osser überragt, wobei der TRANS BAYERWALD - Biker nur den tiefer gelegenen Ort Lohberghütte durchquert. 

       Der  Lamer Winkel-Arber-Radweg überquert den Brennessattel und verbindet  Bad Kötzting mit Bayerisch Eisenstein.

      Nach Überquerung des Weißen Regen, der aus dem Kleinen Arbersee am Fuße des Großen Arbers entspringt, kurbelt man 5 km dem Markt Lam (622 m) im Landkreis Cham entgegen. Das Tal des Lamer-Winkel wird von den Bergen Arber, Osser, Kaitersberg und Hohenbogen eingegrenzt. 

       Schöner Osserblick. 

      Etappenziel Lam 

      Die Banner-Begrüßung verlockt Platz zu nehmen.

      Bayern ist ja berühmt für seine deftige Küche mit Leberkäs, Weißwurst und Schweinshaxe.

      Der Veloclub Regensburg (Ausrichter des Arber-Radmarathon) bikt nicht ohne Grund häufig zwischen Lamer Winkel und dem Ossermassiv.  

      Etappentag 7: Lam - Furth im Wald 43 km / 1.000 hm

         Highlights:

      - Wallfahrtsmuseum Neukirchen b.Hl. Blut

      - Kunstpavillon Eschlkam

      - Drachenstadt Furth im Wald mit Drachenhöhle uvm.

      Ortsauswärts von Lam steigt das Höhenlevel Richtung Osser an.

      Der Hohenbogen im Blickfeld, welcher im weiteren Streckenverlauf von der nördlichen Seite her umfahren wird.

       Abstecher beim Wanderparkplatz "Osser-Sattel" (KM 319 / 925 m) zur Osserwiese bzw. Ossergipfel.

      Unterwegs zur Osserwiese (abseits der Originalroute). 

      Rückblick: Im 19. Jhd. verliefen über den Osser etliche Schmugglerpfade. Bittere Armut der von einer kargen Landwirtschaft lebenden Bevölkerung war der Beweggrund der sogenannten "Schwirza" illegal ihr Einkommen aufzubessern. Sie nahmen gefährliche Nachtmärsche durch den damals nahezu undurchdringlichen Wald auf sich, um zur Sicherung ihrer Existenz z.B. Rum, Zucker, Mehl und Vieh zu schmuggeln.

      Wer hier weilt darf mit Fug und Recht behaupten im Land der achtTausender (kein Tippfehler) unterwegs zu sein, denn rings herum ragen mehr als acht Berge empor die das 1000 Meter Höhenlevel überschreiten.  

      Die Osserwiese war früher eine Hochweidefläche, wo Lamer Bauern ihr Vieh hochtrieben. Heute ist die weitläufige Osserwiese auch ein beliebter Startplatz für Gleitschirmflieger, die aus der Vogelperspektive die grandiose Bergwelt des Bayerischen Waldes genießen.

      Die deutsch-tschechische Staatsgrenze verläuft am Osserschutzhaus (1 293 m) haarscharf nur 1 m vom Haus entfernt (abseits der Originalroute).

      Aufsatteln, um das nächste Zwischen-Etappenziel Neukirchen beim Hl. Blut anzupeilen.

      MTB-Hotspot Hohenbogenwinkel

      Der Hohenbogenwinkel erstreckt sich zwischen Neukirchen beim Hl. Blut, Waldmünchen und Furth im Wald. 

       Neukirchen b. Hl. Blut


      Neukirchen b. Hl. Blut ist Bayerns zweitgrößter Marienwallfahrtsort. Der reizende Markplatz wird von der Wallfahrtskirche und zwei mächtigen Linden dominiert, dessen Alter auf 400 Jahre geschätzt wird. Neukirchen wird 1301 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1377 Marktrecht. Seit Jahrhunderten zählt die Wallfahrt zur Madonna von Neukirchen beim Heiligen Blut zu den bedeutendsten bayerischen Marienwallfahrten. Heute hat Neukirchen b. Hl. Blut etwa 3 800 Einwohner und bietet eingebettet in hügeliger Naturlandschaft zu Fuße des Hohen Bogens moderne Infrastruktur für Sommer- wie Wintertourismus.

      Sehenswert:

      • Wallfahrtskirche Mariä Geburt
      • St. Anna Kapelle
      • Franziskanerkloster aus den Jahren 1658/59
      • Wallfahrtsbrunnen am Marktplatz vorm Rathaus
      • Wallfahrtsmuseum (über 1 000 Original – Exponate)
      • Naturbad

      An warmen Tagen die reinste Wohltat nach einer zermürbenden Biketour ins erfrischendes Nass im Naturbad von Neukirchen b.Hl. Blut zu springen.

        Naturbäder

      Naturbäder erfreuen sich großer Beliebhteit, auch weil das Wasser nicht mit Chlor desinfiziert sondern biologisch durch Pflanzen wie Schilf und Seerosen aufbereitet, wird. Rein biologisch betrachtet stellt das selbstreinigende Wasser in Naturbädern ein geschlossenes Ökosystem dar, indem sich Lebensgemeinschaften bilden solange das Biobad im Gleichgewicht bleibt und nicht umkippt. Die hygienische Überwachung bleibt gewährleistet wenn Wassertemperatur, Sauerstoffsättigung und pH-Wert regelmäßig gemessen werden.

      Vis a vis des Hohenbogen verläuft die TRANS BAYERWALD Richtung Eschlkam. 

      Im Hintergrund das wuchtige Hohenbogen-Gebirgsmassiv. Auf einem flachen, fein gekiesten Weg entlang des Höherückens gelangt man zu einem Rastplatz, wo sich Bänke und Tische vor traditionellen Totenbrettern aufreihen.

      Nach kräftezehrender Kurbelarbeit ist man immer wieder froh Rastplätze in schöner Umgebung vorzufinden. Kurz nach Neukirchen beim Hl. Blut, liegt einem der 8 km lange Gebirgszug Hohenbogen zu Füßen der aus mehreren Gipfeln besteht: Ahornriegel 1 050 m (Bergstation), Schwarzriegel 1 079 m (ehemaliger Fernmeldeturm der Luftwaffe), Eckstein, 1 073 m (stillgelegte Natotürme, auf dessen Aussichtsplattform man einen überwältigendem Rundumblick verfügt), Bärenriegel 1 017 m und Burgstall 976 m.

       Totenbretter

      Die Totenbretter, Feldkreuze und Kapellen zeugen von tiefer Religiosität der Landbevölkerung. Totenbretter erinnern an liebe Verstorbene. Auf ihnen wurde der Verstorbene bis zur Beerdigung zu Hause aufgebahrt – gab es doch damals weder Särge noch Leichenhäuser. Danach wurden die Totenbretter auf jener Seite beschriftet auf der der Tote lag und i.d.R. mit Schutzdächchen versehen, um dann vorzugsweise auf viel begangenen Wegen bzw. wo der Witterungsprozess rasch einsetzte, aufgestellt zu werden. Man glaubte, wenn sich das Brett aufgelöst hatte, dass die Seele des Verstorbenen erlöst sei. Daher durften Totenbretter nach dem Volksglauben nicht entfernt werden – sondern mussten dem Fäulnisprozess überlassen bleiben.

      Das Werk am Kunstwanderweg „Bruder Mond und Schwester Sonne” stammt von Peter Mayer. Die unbehandelten Flussfindlinge die Sonne und Mond tragen, stehen als Symbolik für Menschen dieseits und jenseits der Grenze, die sich durch die das wechselvolle Miteinander in der ereignisreichen Geschichte über Jahrhunderte gegenseitig gerieben und geformt haben. 

      Der Hohebogenwinkel bietet ein großflächiges Mountainbike-Routennetz aller Schwierigkeitsgrade. Smoothe Waldwege, Flowtrails bis hin zu kniffligen Enduro-Strecken bietet die Botanik alles was das Herz der Stollen-Fetischisten höher schlagen lässt.

      Im Bild Vereinsmitglieder vom <Biketeam Regensburg> (Veranstalter der WeltKultTour Regensburg), das seit Jahren wohlwissend über das Potential begeistert Rennrad- und Mountainbike-Touren im Hohenbogenwinkel unternimmt.

      Eschlkam aus der Vogelperspektive.

       Kunstpavillon Stachesried / Kunstwanderweg

      Bereits seit 1994 besteht eine deutsch-tschechische Partnerschaft mit den grenznahen Ortschaften Vseruby und Kdyne, die permanent mit Freizeit- und Kulturbegegnungen in den Bayerisch-Böhmischen Wochen aufgefrischt wird und zur Völkerverständigung beiträgt. Dazu der örtliche Tourismusbeauftragte Josef Altmann der Marktgemeinde Eschlkam:  "Aus dem Kennenlernen hat sich eine grenzüberschreitende Freundschaft entwickelt, und auch in der Sprache gibt es keine Barrieren mehr. Gedanken und Ideen würden gemeinsam umgesetzt und die grenzüberschreitende Region, die früher am Ende der Welt lag, sei jetzt in die Mitte Europas gerückt".

      Neben der Staatsstraße 2154 bei Stachesried wurde ein pyramidenförmiger Kunstpavillon <IN DER NEUEN MITTE EUROPAS – LICHT UND SCHATTEN> errichtet. In der Holzpyramide sind überdimensional große Bilder von weltweit anerkannten Künstlern ausgestellt, die ihre Sicht der Osterweiterung der EU mit Licht und Schatten darstellen. Der Kunstpavillon fügt sich harmonisch in das Landschaftsbild und stellt eine gelungene Symbiose zu den Exponaten dar. Der Kunstpavillon ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Er stellt die Ergänzung zum Kunstwanderweg der 2001 auf der Leminger Höhe eröffnet wurde. Unter dem Motto „Grenzbegegnungen – Wege zwischen Ost und West“ ließen national wie international renommierte Künstler beeindruckende Kunstwerke (Skulpturen) entstehen, die sich dem Thema Annäherung zwischen Deutschland und Tschechien – Bayern und Böhmen widmen. Der Wegfall des ehemaligen „Eisernen Zaunes“ fördert den europäischen Gedanken und Zusammengehörigkeitsgefühl, was natürlich auch grenzüberschreitenden Radtourismus seinen tiefgründigen Ausdruck findet.

      Auch nicht alltäglich, am Wegesrand einer Biketour ausgestellte Exponate von namhaften Künstlern bestaunen zu können.

      Natur, Kunst, Aktivität - ein spannender Mix, den so nur die Route von Eschlkam nach Neukirchen b.Hl. Blut bietet. Schon deshalb lohnt der Abstecher auf ganzer Linie. 

      Bild oben: das Hotel Waldschlössl hat sich perfekt auf die Bedürfnisse von Radfahrern und Mountainbikern eingestellt. Umgeben von herrlicher Berg- und Waldlandschaft liegt es als Ausgangspunkt für Sternradtouren geradezu ideal. 

       Hohenbogenwinkel

      Der Hohenbogenwinkel und das Waldmünchner Urlaubsland - Teil des Naturparks Oberer Bayerischer Wald- ist sowohl von einem flachen wie auch wellig bis bergigen Landschaftscharakter geprägt.

      Waldmünchen, Furth im Wald, Arnschwang, Neukirchen b.Hl.Blut und Eschlkam bilden die Urlaubsregion Hohenbogenwinkel. Die Region befindet sich an der Nahtstelle, wo der Bayerische Wald jenseits der Landesgrenze in den Böhmerwald übergeht. Die Menschen zwischen Gibacht und Hohen Bogen charakterisieren sich über die Natur: still, sanft, einfach, unspektakulär - aber dennoch voller Geheimnisse.

      Für Fußgänger/Radler stehen folgende Grenzübergänge zur Verfügung: Furth im Wald - Hochstraße und Prennetriegel Furth im Wald - Dreiwappen Eschlkam - Gaishof [nur für Wanderer) Neukirchen b. Hl. Blut - Hofberg Neukirchen b. Hl. Blut - Helmhof/Rittsteig.

      Deshalb spricht die Region einerseits Familien- Genussradler und E-Biker, andererseits ambitionierte Radsportler und Mountainbiker an. Herausforderungen suchen, finden und meistern - jeder auf seinem Leistungslevel. So können z.B. Rennradfahrer ihre Kletterfähigkeiten auf der 19% steilen Stichstraße zum Hohenbogen (Sackgasse!) unter Beweis stellen.

      Tourenbikern steht ein schier unerschöpfliches Terrain an Forstwege, Pfade und Naturtrails  aller Schwierigkeitsgrade offen. Die reizvolle Ferienregion bietet an der bayerisch-böhmischen Grenze ein facettenreiches Routennetzmit einer Länge von ca. 750 km und ca. 15000 hm. Das Spektrum reicht vom sanft welligen Terrain bis zu exponierten Tausendergipfeln mit tollen Singletrails. Epische Trails in Fichten- Buchen- und Mischwäldern, knackige Anstiege, flowige Abfahrten samt prachtvolle Aussichtspanoramen. Schließlich macht die synergetische Mixtour zwischen körperlicher Action und inspirierendem Landschaftserlebnis die Essenz des Bikens aus. Dabei lässt sich das Routenpotential grenzüberschreitend nach Tschechien beliebig erweitern. 

      Anbindungen 

       Iron Curtain Trail

      Die Euro Velo 13(Iron Curtain Trail) - initiiert vom ECF (European Cyclists Federation) - ist ein europäischer Radweg, der auf seiner 10 400 km langen Wegstrecke 20 Länder - darunter auch das ehemalige deutsch-deutsche Grenzgebiet sowie Ostbayern und Böhmen grenznah durchquert. Entlang des Perlsees führt er nach Waldmünchen und weiter Richtung ?erchov, wo er die Grenze beim Wander- und Radübergang Lehmgrubenweg überquert. Furth im Wald erreicht er beim Rad- und Wanderübergang Ovri vrh/Schafberg, führt durch die Stadt, entlang des Drachensees, über Gaishof, entlang der Grenze bis Warzenried. Er wechselt die Grenze beim Übergang Hofberg, sowie Rittsteig, wo er den Landkreis Cham beim Rad- und Wanderübergang Hinterhelmhof / Zadní Chalupy verlässt. Die Route führt über Neukirchen b.Hl. Blut via Lam nach Bayerisch Eisenstein von wo sie grenzüberschreitend im Böhmischen Wald weiter nach Haidmühle führt Iron Curtain Trail

      Euro Velo 13, Europa-Radweg Eiserner Vorhang, ostbayerischer Abschnitt

       Abstecher zum Hohenbogen-Gipfel

       Von Neukirchen b. Hl. Blut (485 m.ü.M.) bis zur Talstation der Hohenbogenbahn werden auf der 4 km langen Strecke 150 hm überwunden. Eine grob geschotterter Forstweg mit Rampen jenseits von 20 % Steigung führt zur Bergstation (9 km/417 hm). Je nach Leistungsniveau braucht man von der Tal- zur Bergstation etwa 45 – 60 min. Nach knapp 5 km erreicht man die Diensthütte (900 m.ü.NN.), wo sich in einer Waldlichtung eine Einkehrmöglichkeit mit herrlichem Biergarten befindet. Entweder kurbelt man auf einem giftig steilen Waldpfad zum Gipfel (1 050 m.ü.NN.) oder setzt seinen Weg auf asphaltierter Straße (max. 19%) fort. Das Berghaus Hohenbogen bietet neben kulinarischen Verlockungen eine phänomenale Aussicht in den Bayerischen - wie Böhmischen Wald.

      Eine Forststraße führt zum Berghaus Hohenbogen ( 1050 m), das 1979/80 im Stil eines traditionellen „Waldlerhauses“ auf dem Felsplateau des Ahornriegels erbaut wurde. Wer sich vom überwältigenden Bergpanorama bzw. Talblick sich trennen möchte, kann in der Höhenluft übernachten. Platz gibt es für bis zu 42 Gäste in Zwei- und Mehrbettzimmern. Vom Aussichtspunkt bietet sich ein herrlicher Blick über den Bayerischen Wald, Oberpfälzer Wald und Böhmerwald. Bei guter Fernsicht erblickt man die Alpenkette mit Watzmann, Wendelstein, Zugspitze, und Nebelhorn, während bei Dunkelheit der Lichterschein von Pilsen und Prag den Horizont erhellt.  

       

       

       

      Bonus für den kräftezehrenden Aufstieg: Neukirchen b.Hl. Blut aus der Vogelperspektive

      Den obligatorischen Einkehrschwung im Berghaus Hohenbogen bzw. Biergarten hat man sich mehr als verdient.

      Nach schweißtreibender Kurbelarbeit Ankommen, Abhängen, Seele baumeln lassen. Diese Belohnung samt grandiosem Panoramas hat man sich mehr als verdient. Weitere Mountainbike-Touren im Hohenbogenwinkel

      Einen traumhaften Rundumblick über den Bayerischen Wald und Böhmischen Wald bietet die 50 m hohe Aussichtsplattform des denkmalgeschützten Nato-Turms, deren Außentreppe 293 Stufen hat. Nicht ohne Grund wirbt der Betreiber Sektor.f mit dem Slogan: "Dein Blick auf Europa". Dort wo einst im “Kalten Krieg” Geheim­dienste in den Ostblock spähten, symbolisiert der Begeg­nungs­­ort heute das fried­liche Mit­einander in Europa. 

      Der Osser und der Große Arber ( 1454 m.ü.M.) scheinen zum Greifen nah.

      Der Drachensee

      3 km vor Furth im Wald befindet sich die Talsperre Seuchau, die den Drachensee aufstaut. 

      Der Drache aus Deutschlands ältestem Volksschauspiel, dem „Further Drachenstich“ gab dem Hochwasserspeicher seinen Namen. Rund um den 175 Hektar großen Stauseebereich des Flusses Chamb finden Erholungssuchende ein ruhiges Kleinod, das zudem mit einer faszinierenden Aussicht auf die Bayerwald-Gipfel begeistert.

      Der Drachensee ist ein Hochwasserspeicher, der bereits in den 1970 er Jahren geplant aber erst 2003 - 2009 erbaut wurde. 

      Neben dem reinen Hochwasserschutz erfüllt der Drachensee weitere Funktionen. Während in der Westhälfte ein weitläufiges Erholungsgebiet mit Freizeitunfer, Rundweg und Promenadenplatz geschaffen wurde, bleibt der östliche Teil hingegen der Natur vorbehalten. Mehrere Beobachtungspunkte rund um den See ermöglichen dem Besucher ein eindrucksvolles Naturerleben. Das Vier-Zonenkonzept Freizeitzone, Ökozone, Naturerlebniszone und Betriebszone trennen gegensätzliche Nutzungen räumlich voneinander.

      Ziel Drachenstadt Furth im Wald

      Bevor man zum Stadtplatz gelangt, muss auf der Burgstraße eine kurze 10% steile Rampe überwunden werden.  


      Die Tourismusinformation befindet sich am Schlossplatz 1, gegenüber des Further Stadtturms – dem Wahrzeichen der Stadt.

       

       Hohenbogenwinkel

      Die Orte Furth im Wald, Arnschwang, Neukirchen b.Hl.Blut und Eschlkam bilden die Urlaubsregion Furth im Wald – Hohenbogenwinkel. Die Region befindet sich an der Nahtstelle, wo der Bayerische Wald in den Böhmerwald übergeht. Die Naturlandschaft zwischen Gibacht und Hohenbogen gibt sich still, sanft und unspektakulär - und ist dennoch voller Geheimnisse. Infos für Mountainbiker

       

      Der Bergrücken des Hohenbogen-Massivs ist zum Greifen nah. 

      Beeindruckende Schmiedekunst wo man hinschaut. Viele Häuser sind mit schmiedeeisernen Schildern versehen.

      Die schmucke Tourismus-Info verbirgt sich in einer Seitengasse vis a vis des Landestor-Museums. 

      Künstlerisch gestaltetes Empfangsgebilde der Tourismus-Information.

      Das Landestor-Museum am Schlossplatz wurde 1867 als Spital erbaut und dient seit der Sanierung 1981 als Museumsgebäude wo auch das einzige Drachenmuseum Deutschlands untergebracht ist. 

      Das Drachenmuseum setzt sich mit der Mythologie der Drachen auseinander, nämlich dem Drachen als strahlende Gottheit des Ostens, als Geschöpf des Chaos in der westlichen Mythologie und mit dem Drachen wie er in Heldensagen und Heiligenlegenden gepriesen wird. Darüber hinaus widmet sich das Museum auch der Geschichte des Further Drachenstichs, des ältesten deutschen Volksschauspiels, das sich auf die sogenannten "Lebenden Bilder" bei den Fronleichnamsprozessionen bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.

      Am Stadtplatz weist ein Schild auf die Tourismus-Information hin.

      Etliche Gasthäuser und Cafes mit Freisitzen locken zur ausgehnten Rast. 

      Radfreundliche Gastgeber werben mit pfiffigen Ideen um ihre Kundschaft. Da fühlt man sich als Radfahrer jedenfalls angesprochen und gut aufgehoben.

      Sehenswürdigkeiten

      • Deutsches Drachenmuseum u. Further Landestormuseum (Besteigung des Stadtturms!) Besichtigung des Further Drachen
      • Further Waffen- bzw. Hammerschmiede (Voithenberghammer)
      • Further Ausflugs- und Erholungspark am Steinbruchsee, Waldmuseum, Wildgehege, Uhrenmuseum
      • Further Glockenspiel (Am Schloßplatz), Täglich 11 Uhr Und 18 Uhr
      • Further Wildgarten mit Unterwasser-Beobachtungsstation
      • Further Museum 'Flederwisch'
      • Waffenschmiede und Waffenladen
      • Japanischer Garten
      • Freibad, Hallenbad, Sauna 

       

      Das Further Glockenspiel am Erker des Amtsgerichtes ist ein Geschenk, der aus dem Sudetenland vertriebenen Menschen an die Patenstadt Furth im Wald. Von 23 Glocken im schmiedeeisernen Korb erklingen tägl. um 11.00 und 18.00 Uhr Lieder aus dem Böhmerwald. Das Wappen Bayerns, der Bundesrepublik Deutschland und des Sudetenlandes schmücken die obere Spielkrone. Unteren erkennt man die Wappen der sudetendeutschen Städte Ronsperg, Hostau und Bischofteinitz, dazu das Wappen von Furth im Wald.  

      Im ganzjährig geöffneten Wildgarten beschäftigen Sie sich einmal auf andere Weise mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Ein schön angelegter Pfad führt über Hängebrücken und Moorwegen vorbei an Informationstafeln zu Insekten und Tieren, Wildpflanzen und Pflanzenkläranlagen. Besonders beliebt ist die Unterwasser-Beobachtungsstation.

      Das Urlaubsgebiet Furth im Wald liegt im Schnittpunkt des Bayerischen und Böhmischen Wald. Die ostbayerische Grenzstadt wird von den Bayerwaldgipfeln Gibacht (934 m) und Hohenbogen (1079 m) auf der bayerischen und dem Čerchov (1032 m) auf der böhmischen Seite umrahmt. Die etwa 9.500 Einwohner zählende Stadt, wurde im Jahre 1086 gegründet und bietet mit seinen flachen Flußlandschaften und waldreichen Berge beste Erholungs- und Radwandermöglichkeiten. Seit Wegfall des „Eisernen Vorhangs“ eröffnen sich zahlreiche „jungfräuliche“ Radrouten jenseits der Grenze. Radwegeausbau und Wegweisung erreichen in Tschechien mittlerweile „westlichen“ Standard.


      Deutschlands ältestes Volksschauspiel „Der Further Drachenstich“ trägt zur Popularität der Urlaubsregion Hohenbogenwinkel weit über die bayerischen Grenzen bei. Beeindruckend präsentiert sich das über 500 Jahre alte Festspiel "Drachenstich" inmitten der Stadt. Das historische Festspiel, welches jährlich vom 1. Sonntag bis zum 3. Sonntag im August, mit Festzug und "Ritter-Spektakel" stattfindet, zieht jährlich zehntausende von Besuchern an.

       Grenzüberschreitende Rundtour (60 km / 500 hm): Radwege-Nr. 2014. Richtung Grenzübergang Schafberg (4 km). Weiter nach Domazlize (Taus) – eine über 1000 Jahre alte Grenz- und "Hauptstadt" des Chodenlandes. Sehenswert sind Chodenburg, Chodenmuseum, barocke Klosterkirche, Stadturm und historischer Stadtplatz mit Laubengängen aus dem 16. Jahrhundert. Weiter führt der hügelige Rundkurs über Kydne zum Grenzübergang Vseruby / Neuaign. Zurück nach Furth im Wald auf dem Chambtal-Radweg.

      Die Grenzstadt Furth bietet eine grenzüberschreitende Bahnverbindung zur westböhmischen Kreisstadt Domazlice (Taus).

       Chambtal-Radweg

      Streckengrafik mit Höhenprofil - Nordroute


      Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

      Haftungsausschluss:

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