»Zweiradcenter Stadler MTB-Cup« - Fulminante Cross Country-Rennen

Im Rahmen der Wettkampfserie des "Oberpfälzer Kinder Cup" wird der »Zweiradcenter Stadler MTB-Cup« am 21.07.2024 bereits zum dritten Mal ausgetragen. Initiator für die noch junge Rennserie ist der Radsportbezirk Oberpfalz. Neben Kinder ab 4 Jahren können Elitefahrer, Hobby-Racer und Nachwuchsfahrer ihre Leistungsgrenzen auf dem 4.2 km langen Kurs ausloten und sich mit Ihresgleichen messen.

Zur dritten Auflage ist der Austragungsort in dem hügeligen Waldgelände am Waldspielplatz Dürrbuckel zwischen Pentling und Hochengebraching im Landkreis Regensburg für manchen Racerbiker aus der näheren Umgebung kein Neuland mehr. Wem dagegen das Gelände noch unbekannt ist der staunt nicht schlecht, welches Potential das unscheinbare Terrain bietet bzw. bzw. wieviel einige künstliche Streckeneingriffe bewirken. Hat man sich erst mal auf den Rundkurs eingeschossen, dann entpuppt sich die abwechslungsreiche Kombination aus Waldpfaden, Trail-Passagen, Schotterpisten, Schürfgrubenmulden zur echten Spaßgranate. Querliegende Baumstämme, heftige Kompressionsmulden, hakelige Spitzkehren sowie künstlich errichtete Hindernisse (Holzrampen) setzen dem Circle die Krone auf. Dabei ist es im High-Speed-Modus alles andere als einfach, flüssig über neuralgische Schlüsselstellen zu heizen bzw. jedesmal präzise die Ideallinie zu treffen. Eine tollkühne Fahrweise verlangt allenthalben eine scharfsinnige Fokussierung sowie blitzschnelle Reaktionsfähigkeit, um sich im "Haifischbecken" seiner sportlichen Gegner zu behaupten bzw. am Ende die Nase vorn zu haben.

 Starter bis zur U15 bietet sich die Möglichkeit, Punkte für die Gesamtwertung zu sammeln.

Das galante Durchpfeilen der Schürfgruben will gelernt sein, d.h. ohne optimaler Körperspannung und entsprechender Bewegungsdynamik läuft nichts rund. Passt das Timing, wird auch in technischen Passagen Zeit gut gemacht. Wer auf der letzten Rille fährt bzw. den Bogen überspannt oder wem gar ein Fahrfehler unterläuft, dessen fehlerverzeihender Spielraum wandert gegen Null. Einen Ticken zu schnell, schon kann's in Schräglage oder Anbremszonen bei Gripverlust brenzlig werden, bzw. verliert womöglich den Anschluss an seine Mitstreiter. 

Der zuschauerfreundliche Kurs bietet x-beliebige Beobachtungsstellen, weil das "Fußvolk" am äußersten Wegesrand entlang spazieren darf und die spannende Race-Action aus verschiedensten Blickwinkeln und Positionen betrachten kann. Mittendrin statt nur dabei: die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und unmittelbare Nähe zu den Akteuren bietet Zuschauern die einzigartige Gelegenheit, die faszinierende Action-Show hautnah mitzuverfolgen. Win Win für alle Beteiligten: lautstarke Anfeuerungsrufe, Beifallsbekundungen und Klatschten sind Motivationsspritzen, die das letzte Quäntchen Power aus den (Athleten-) Körpern der Fahrer pressen lässt.

 Zuschauer-Hot-Spot: in der technischen Sektion der Schürfgrube stacheln wummernde Ghettoblaster-Klänge sowohl die Racer selbst, als auch mitfiebernde Freunde, Angehörige und Fans an.

Streckencharakteristik

Der flüssige Rundkurs (ab U 13) weist je Umlauf (4.2 km) knapp 70 Höhenmeter auf, was sich beispielsweise für Elitefahrer (7 RD + Startlop) auf immerhin gut 500 Höhenmeter summiert. Gemessen an der Topographie mag der Circle konditionell nicht allzu anspruchsvoll sein, doch wie heißt es so schön: steter Tropfen hölt das Bein. Wird am Leistungslimit gefahren, zermürbt das ständige Up and Down samt kniffliger Schlüsselstellen körperlich wie mental doch gewaltig. Maßgeblich variiert die Fahrweise sowie die Belastungsintensität den subjektiven Anspruchslevel einer Strecke. Wird das Gefährt ambitioniert mit radikalen Fahrmanövern auf Messers Schneide bewegt, dann bekommt auch eine vermeintlich "leichte" Strecke einen anspruchsvolleren Touch. Abgesehen davon spielt die Streckenbeschaffenheit (nass, glitschig, trocken) einen weiteren Einflussfaktor, wie fordernd sich der Rundkurs am Renntag präsentieren wird. Die eigentliche Kunst besteht darin, seinen Fahrstil auf wechselnde Bodenverhältnisse so anzupassen, um mit kontrollierter Bikebeherrschung durchs Gelände zu jagen. Andererseits liegt es in der Logik des typischen Renncharakters, dass der "Ritt auf der Kanonenkugel" eine risikobehaftete Gradwanderung zwischen Schnelligkeit und Sicherheit darstellt.

 Im Renneinsatz ist maximale Effizienz das A und O, weswegen sich leichte Cross Country Race Bikes am besten für diese Rennstrecke eignen. Ob man ein Fully oder ein Hardtail bevorzugt, ist Geschmacksache. Für vortriebsstarke Cross Country Hardtails spricht das leichtere Gewicht, während das vollgefedertes Race-Fully (Federelemente zur Verbesserung der Kletter-Effizienz idealerweise vom Lenker aus blockierbar) mit einem komfortablen Fahrwerk punktet, wobei dieser Vorteil im Renneinsatz eine eher untergeordnete Rolle spielt. Als häufigste Einsatzwaffe kommt beim »Zweiradcenter Stadler MTB-Cup« tatsächlich das klassische Hardtail (100 mm Federweg) zum Einsatz, mit dem sich eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit wohl am ehesten erzielen lässt. Immerhin brannte der schnellste Fahrer in der Master-Klasse letztes Jahr einen Runden-Ø von 26.24 km/h ins Parkett. 

 Die olympische Disziplin Cross Country (XCO) feierte 1996 in Atlanta (USA) ihr Debüt.

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Ausschreibungsdetails

Treffpunkt für das Radsportevent ist am 21. Juli 2024 wieder der Wanderparkplatz in der Hohengebrachinger Straße zwischen Pentling und Hohengebraching. Das Start/Zielgelände ist nahe der A 93-Ausfahrt Regensburg Süd gut erreichbar. Parkplätze sowie Freiflächen (Event-Pavillons) und Sitzgelegenheiten (Rastplatz) sind vorhanden.

Startaufstellung

In den Klassen U7-U15 erfolgt die Aufstellung nach Stand Gesamtwertung Oberpfälzer Kinder Cup, alle weiteren Klassen werden nach Anmeldeingang aufgestellt

Cupwertung

gemäß der Generalausschreibung, gilt nur bis u15Training/Besichtigung

Training/Besichtigung

• Samstag, 20.07.2024, 17.00 – 20.00 (noch ohne vollständige Streckentrassierung)

• Sonntag, 21.07.2024, bis 11.30, 12.15 bis 13.00

Die technische Schwierigkeit der Strecke ist so ausgelegt, dass diese inner- halb einer Stunde leicht zu erfassen ist. Das Befahren der Strecke während eines laufenden Rennens ist verboten und wird mit Rennausschluss sanktioniert. Um Rücksichtnahme wird gebeten.

Ab der Altersklasse U13 wird die große Runde (4.2 km / 70 hm) - samt Startloop (1 km / 15 hm) - gefahren. Je nach Wertungskategorie (U 9 - U 19) sowie Elite, Masters und Funklasse waren 3, 6 oder 7 RD zzgl. Startloop zu bewältigen.

Renndistanz / Gesamt-Höhenmeter

• 2 Runden: 8.4 km (155 hm)

• 3 Runden: 13.6 km (225 hm)

• 5 Runden: 22 km (365 hm), 25 km 

• 6 Runden: 26.2.6 km (435 hm)

• 7 Runden: 30.4 km (505 hm)

Meldegebühren

Veranstaltungsablauf

Rückblende

Cross Country (XCO) ist ein Rennformat (Rundstrecken-Rennen) das die wichtigste olympische Disziplin des Mountainbikens repräsentiert. Bereits 1996 debütierte der Mountainbikesport als olympische Disziplin in Atlanta mit einem Cross-Country-Wettbewerb für Damen und Herren.

Dem Ausrichter Biketeam Regensburg liegt der Nachwuchssport am Herzen, was der hohe Anteil von 99 Youngsters im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren belegt. Das zuschauerfreundliche Event fungiert als Plattform für den MTB-Nachchwuchs und möchte in der Öffentlichkeit diese Sportdiszplin aktiv bewerben, zumal Mountainbiken in letzter Zeit teilweise in Verruf geriet. 

Am 21. Juli ist es endlich wieder soweit, dann geht das beliebte Cross-Country-Rennen - aufgesplittet in unterschiedlichen Altersklassen bzw. getrennt nach Lizenz- und Hobbyfahrern gewertet - vor den Toren Regensburgs wieder über die Bühne. So jung die Veranstaltung auch sein mag, so erfolgsverwöhnt geht das mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Cross Country Rennen (XCO) 2024 in die nächste Runde. Professionelle Organisation, super Stimmung, spannende Rennverläufe, Zuschauer-Hot-Spots, Verpflegungsstände, Parkmöglichkeiten und günstige Startgebühren zeichnen die vom Biketeam Regensburg ausgetragene Wettkampfveranstaltung aus.

Wie bereits das Jahr zuvor herrschte beim »Zweiradcenter Stadler MTB-Cup« sowohl unter den Teilnehmern als auch den zahlreichen Zuschauern am Streckenrand wieder eine Superstimmung. Dank tadelloser Orga ein rundum gelungenes Bike-Event, dem letztes Jahr ein prächtiges Kaiserwetter beschieden war. Doch wie einst der sympatische "Monaco Franze" gern zu sagen pflegte, "a bisserl geht immer" findet sich nach jeder Austragung immer irgendwo Optimierungsbedarf. So lässt sich mit etwas Kreativität jede Strecke aufpeppen, indem beispielsweise  Trailabschnitte variiert werden, querliegende Baumstämme fahrtechnische Skills erfordern bzw. aufgeschichtete Sprungpalletten für prickelnde "Airtime" sorgen. Maßnahmen, die punktuelle Peaks setzen und so die Attraktivität des Rundkurses erhöhen. Trotz solcher "Speed-Limiter-Obstacles" und giftiger Rampen brannte der Sieger in der Eliteklasse - Leonardo Sansnetti vom Team Baier Landshut e.V - auf 7 Runden + Startloop einen unglaublichen Schnitt von 25.34 km/h in die Botanik (pro Minute im Schnitt 422 Meter.)

Foto: Reini Unger (Sieger der Masterklasse)

Handshakes gehören beim »Zweiradcenter Stadler MTB-Cup« zum guten Ton, auch weil sich in der Racer-Szene viele Teilnehmer persönlich kennen. Erfahrungsgemäß stehen die üblichen "Verdächtigen" standesgemäß auf der Matte, um sich im Wettstreit ein heiß umkämpftes Rennen zu liefern. Freundschaftlicher Umgang und Sympathiebekundungen sind das eine, der Cross-Country-Infight das andere. Sobald der Startschuß fällt, wird Tacheless gesprochen. Spätestens dann ist Schluß mit lustig, denn im programmierten Race-Modus wird attackiert, taktiert und verbissen um Platzierungen gekämpft. Beinharte Zweikampfduelle, waaghalsige Überholmanöver und bewusstseinsferner Tunnelblick schließen allerdings Disziplin & fairen Sportsgeist nicht aus. Wenngleich auf Biegen und Brechen Positionskämpfe ausgetragen werden, geschieht dies in aller Regel trotzdem mit Übersicht, d.h. relativ rücksichtsvoll. Aufschließende Cracks auf den Vordermann kündigen Überholvorgänge mit klarer Ansage (rechts/links) akustisch an, langsamere Biker machen bereitwillig Platz (sofern vorhanden), wobei sich Überholende trotz Schnappatmung meist noch höflich bedanken. Derartige lobenswerte Höflichkeitsfloskeln sind wohl nur im Hobbysport verbreitet, während sie im kommerziellen Profisport verständlicherweise keinen Platz haben. 

Aufgrund ihrer relativ kurzen Renndauer fordert die olympische Disziplin Cross-Country extreme Leistungsspitzen teils im anearoben Belastungsbereich ab. 

Auch Streckensprecher Mane Seebauer, der gewohnterweise kompetent mit Witz und Humor das Event souverän moderiert, ist ein großes Lob auszusprechen. Für Zuschauer ist es eine besondere Freude bei der Siegerehrung zu beobachten, wie sehr bei der Urkundenüberreichung die Augen der geehrten Kinder um die Wette strahlen. 

Viele Radsportvereine wie beispielsweise der SG Painten, RSC88, Veloclub Ratisbona, RSC Waldkirchen, run & bike Kelheim e.V. sowie die Teams Edelsten, Team Baier und Fahrer vom Bundeligateam VALEO IT nahmen teil. Besonders erfreulich: trotz weiter Anreise - so nahmen beispielsweise  Kids aus Waldkirchen (Landkreis Freyung-Grafenau) teil - glänzten viele Nachwuchsracer mit Top-Platzierungen. Ein Facebook-Post vom RSC Waldkirchen spiegelte die Freude über den Rennablauf wider: "Danke an Biketeam Regensburg e.V. für die klasse Veranstaltung. Unsere Kids waren von der Strecke sehr begeistert".

Dass die Sanitäter bis auf auf vereinzelte Schürfwunden nahezu arbeitslos blieben ist angesichts der Wettkampfduelle bei denen naturgemäß mit harten Bandagen im unwegsamen Gelände gekämpft wird, nur einer besonnenen Fahrweise der Teilnehmer zu verdanken. 

Auch die Leute vom Stadler-Servicemobil drehten mehr oder weniger "Däumchen", weil technischer Support glücklicherweise nicht benötigt wurde. Fotos (© Pattrick Itter/Curd Biedermann)