Sommer adé - Hallo faszinierende Herbstzeit

Meterologisch beginnt der Herbst am 1. September und endet am 30. November, astronomisch betrachtet erstreckt er sich vom 22. September bis zur Wintersonnenwende am 21. Dezember. 

Herbstblues ist für Radfahrer ein absolutes Fremdwort, weil es schlichtweg die reizvollste Jahreszeit ist sein Freizeitvergnügen in der chamäleonartigen Verwandlung der Naturlandschaft zu verbringen. In farbenprächtiger Vegetation, umhüllt von angenehmen Temperaturen, genießt man den puren Fahrgenuss gleich noch intensiver. Keineswegs steht der Herbst nur für Regen, Wind, Kälte und Einheitsgrau Pate - ganz im Gegenteil. Im Goldenen Herbst vollzieht sich nämlich ein beeindruckendes Naturschauspiel, wenn sich die Blätter verfärben und die Landschaft abwechselnd in warmen Gelb-, Rot- und Brauntönen erstrahlt und Hochdruckwetter besonders in den Hochlagen der Mittelgebirge wie z.B. im Bayerischen Wald häufig die Sonne scheint. Während in den Flussniederungen bzw. Tallagen häufig dichte Nebelschwaden wabbern, genießt man auf Anhöhen bzw. Berggipfel häufig eine phänomenale Fernsicht. Fraglos eine erfreuliche Entwicklung, dass Dank E-Bike-Boom nun auch weniger Trainierten ersehnte Gipfelstürme per Pedes nicht verwehrt bleiben.  

Frühjahr belebt - der Herbst inspiriert - sagt der Volksmund. Mit Sicherheit ist etwas Wahres dran. Wer jetzt sein Rad voreilig einmottet, verpasst ein grandioses Naturschauspiel, wenn Mutter Natur buchstäblich zur "Hochform" aufläuft und sich ihre goldene Krone aufsetzt. Gerade der Goldene Oktober lädt mit lauen Temperaturen, Schönwetterperioden und guter Fernsicht auf den Hochlagen zu ausgedehnten Tagestouren ein. Farbgetupfte Laubbäume, säuselnder Wind, herabfallendes Laub und Blätterrauschen versprühen dabei ihren charakteristischen Charme. Die Farbpalette reicht vom satten Rot, Sonnengelb, leuchtend Orange bis hin zu Purpur - kennzeichnend für die Herbstmonate. Die lebendige Schönheit der Natur entfaltet sich am glanzvollsten, sobald Sonnenstrahlen die Vegetation zum Leuchten bringt. Reißt die Wolkendecke auf, prunkt das Landschaftsensemble in all erdenklichen Farbschattierungen. Besonders das flammend Rot-Orange der Lärchen sticht dann aus der golden- braun und gelb schimmernden Farbenpracht heraus. Facetten, die einem begrenzenten Zeitfenster vorbehalten bleiben. Frühmorgendlich lässt sich ein sehr spezielles Schauspiel beobachten, wenn zarter Morgentau behutsam Grashalme umhüllt und winzige Tröpfchen im aufgehenden Sonnenlicht wie unzählige Kristalle gleißen. Gleichsam ist  die Jahreszeit geprägt von klarer, frischer Luft, Nebelschwaden, herabfallendes Laub, azurblauem Himmel und glitzerndem Morgentau. Dreingaben von Mutter Erde, die unsere Sinne unaufhörlich auf Trab halten. 

Spätestens dann, wenn sich der "Altweibersommer" mit spätsommerlichen Temperaturen verabschiedet und die Sommersaison endgültig beendet, ist die sonnenverwöhnte Kurzarm/Kurzhose-Zeit Geschichte. Der "Altweibersommer" ist von einer vorübergehenden Phase gleichmäßiger Witterung im September und Oktober gekennzeichnet, die sich durch ein stabiles Hochdruckgebiet und ein warmes Ausklingen des Sommers auszeichnet. Dass Regenschauer, sinkende Temeraturen, auffrischende Winde und kürzer werdendes Tageslicht den Jahreszeitenwechsel einläuten, gehört zu den jahreszeittypischen Merkmalen. So mancher Zeitgenosse hadert wehmütig der warmen Sommerzeit hinterher, zumal abrupte Wetterumschwünge als ungewohnte Zäsur empfunden werden. Sobald Schluss ist mit eitel Sonnenschein und spätsommerlicher Wärme, nehmen Tiefdruckgebiete zunehmend Kurs auf's europäische Festland und bescheren uns dicke Wolkenbänke mit schauerartigen Regenwalzen. Doch die Binsenweisheit, dass es kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung gibt dürfte wohl jedem Naturliebhaber geläufig sein. 

Nach extremen Dürre- und Hitzeperioden der zurückliegenden Jahre kamen 2021 kühle Temperaturen und hohe Niederschlagsmengen der gebäutelten Vegetation - insbesondere den massiv geschwächten Wäldern - zugute. Dies war bitter nötig, da die Bäume an akutem Trockenstress litten. Laut Experten stellt massiver Niederschlagsmangel die bedeutendste Auswirkung des Klimawandels auf das Waldwachstum dar.

 Waldzustandsbericht

Ein Drittel der Landesfläche Deutschlands (11,4 Millionen Hektar) ist mit Wald bedeckt, wobei die häufigsten Baumarten die Nadelbäume Fichte (25 Prozent) und Kiefer (23 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (16 Prozent) und Eiche (11 Prozent) sind. Quelle: Kohlenstoffinventur 2017. 

Der Waldzustandsbericht ist eine bundesweit durchgeführte Waldzustandserhebung, bei der anhand einer Stichprobe von ca. 10.000 Bäumen der Vitalitätszustand des Waldes erfasst wird. Dabei wird in jährlichen Stichprobenerhebungen der Kronenzustand deutscher Wälder bewertet, um Veränderungen und Risiken zu erkennen, welche als Grundlage für wichtige Entscheidungen zum Schutz des Waldes dienen.

Die anhaltende Dürre in den Vegetationszeiten 2018 - 2020 hat verbreitet dazu geführt, dass Blätter vorzeitig abfielen. Bei der Fichte begünstigte die Trockenheit, dass sich Borkenkäfer weiter massenhaft vermehrten, weshalb im Vergleich zum Vorjahr die Absterberate nochmals gestiegen ist. Vor allem ältere Wälder (>60 Jahre) sind davon betroffen. Die Ergebnisse sind alarmierend, denn nahezu 80% des Baumbestandes in Deutschland sind krank oder zumindest geschwächt.

Waldzustandserhebung 2020 

Die einladende Natur beeindruckt mit ständig wechselndem Farbenspiel, welches die Landschaft zum regelrechten Schaufenster dekoriert. Bevor aufziehende Herbststürme die farbenprächtigen Blätter von den Bäumen bläst sollte die Zeit unbedingt für ausgedehnte Touren genutzt werden. Schließlich zeigt sich das heimatliche Gefilde von ihrer allerschönsten Seite.

Auch wenn das Wetter rauher und kälter wird und uns Wetterumschwünge mit Kaltfronten, Stürmen und Niederschlägen beschert, so machen klimatische Gegensätze den eigentlichen Liebreiz der Goldenen Jahreszeit aus. Doch Obacht: Niederschläge verwandeln den Untergrund innerhalb kürzesteter Zeit in Schmierseife. An die verminderte Traktion muss man sich erst gewöhnen, nachdem die Böden aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit steinhart verdichtet waren. Dazu lauern weitere Gefahren unter laubbeckeckten Trailbahnen. Sie fühlen sich beim Befahren zwar wie ein harmloser samtener Teppich an, doch das aufgeschichtete Blattwerk verdeckt mitunter glitschige Wurzeln, Äste, Gesteinsbrocken, ausgewaschene Regenrinnen oder Schlammmulden welche sich urplötzlich als böse Fallgruben entpuppen können. Wer sich auf tückische Gefahren einstellt und seine Fahrweise anpasst, reagiert in kritischen Situtationen nicht nur schneller und präziser sondern bleibt instinktiv handlungsfähig, anstatt in einer regunsgslosen "Schockstarre" zu verharren. Mit anderen Worten: kognitive Leistungfähigkeit und Reaktionsschnelligkeit dämmt die Sturzgefahr ein. In diesem Sinne wünschen wir happy rides in the fantastic natur of colour. Mehr zum Thema gibt's im Schwesterportal Bayernbike.