Bier verfügt als isotonisches "Sportlergetränk" erstaunliche Qualitäten

Der Erlass des Bayerischen Reinheitsgebotes durch den Bayernherzog Wilhelm IV. hätte sich am 23. April 2020 zum 504. Mal gejährt. Doch wie so viele andere Veranstaltungen auch, musste die Feier zum Jahrestag des Bayerischen Reinheitsgebotes - das bis heute in seiner Ursprungsform von Bayerns Braumeistern befolgt wird - wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. 

Bayern ist eine von der Biertradition geprägte Region was sich u.a. darin widerspiegelt, dass fast die Hälfte aller deutschen Braustätten hier ihren Standort haben. Laut den Konsumforschern des Nürnberger Instituts GfK stieg der Bierabsatz in Deutschland im Zeitraum von Ende Februar bis Ende März, als das öffentliche Leben nach und nach zurückgefahren wurde, zwar um 11,5 Prozent, doch die Zuwächse im Einzelhandel konnten die enormen Mengenverluste in der Gastronomie, der Veranstaltungen und der Sportevents bei weitem nicht kompensieren. Schlimmer noch, der wochenlange Shutdown brachte viele mittelständische Brauereien, deren Absatzschwerpunkt in der Belieferung von Festen und Gastronomie liegt, in eine beängstigende existenzgefährdende Schieflage. 

Trotz erheblicher Umsatzeinbußen zeigt sich nun ein Silberstreif am Horizont, denn die vom bayerischen Kabinett beschlossenen Lockerungen wie z.B. die Öffnung von Gaststätten, Biergärten und Hotels ebnen dem arg gebeutelten Tourismussektor den Weg zurück in die Normalität.

Das ungeduldige Warten auf frisch gezapftes Bier in einem von Kastanien- Linden- oder Eichenbäumen beschatteten Biergarten hat Gott sei Dank am 18. Mai sein Ende gefunden. Dies dürfte besonders ausgemergelte Radfahrer freuen. Endlich unter freiem Himmel den Hunger mit einer deftigen Brotzeit wie Wurstsalat, Radi, Brez’n & Co - subsummiert unter dem Dialektbegriff "Schmankerl" – stillen und den Durst im geselligen Freundeskreis mit erfrischendem ,„flüssigen Gold“ löschen. Ein Ritus, der in Bayern einfach zu jeder Tour dazu gehört. Sieht man mal vom Alkohol ab ist Bier ein gesunder Durstlöscher, das ein Quell an Eiweißstoffen, Vitaminen und Mineralien wie beispielsweise Vitamin B, Magnesium und Kalium liefert. Dabei werden bekanntermaßen ausschließlich natürliche Rohstoffe wie Malz, Hopfen, Wasser und Hefe verwendet, weshalb das leicht verdauliche Nahrungsmittel so gut bekömmlich ist. Wer ausgepowert vom Sattel steigt und seinen Flüssigkeitsverlust mit alkoholfreiem Bier bzw. mäßigen Genuß von "Light-Bier" ausgleicht, tut für seinem Körper definitiv etwas Gutes. Dass übermäßiger Verzehr alkoholhaltiger Getränke ungesund ist und als klassische Binsenweisheit gilt soll nur beiläufig erwähnt sein.  

Nach gefühlter Ewigkeit können feierliebende "Frohnaturen" ihr "heiliges Nationalgetränk" - unter Einhaltung des Abstandsgebots und Hygieneregeln - wieder genussvoll in traditionellen Biergärten einverleiben. Sofern Petrus gnädig gestimmt ist, steht der gediegenen Ess- und Trinkkultur mit Freunden, Verwandten und Bekannten also nichts mehr im Wege. Ein altbekanntes bayerisches Sprichwort besagt: "Speis & Trank hält Leib und Seele zamm". In diesem Sinne gilt der süffig-erfrischende "Edelstoff" gemeinhin als Bayerns fünftes Element und gehört von A bis Z zur bayerischen Lebensart. 

Dass in Bayern das Bier ein Bestandteil der Lebenskultur ist braucht man nicht groß zu betonen. So ist z.B. der gesellige Trinkspruch "Ein Prosit der Gemütlichkeit" weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Laut GEMA ist es sogar der meistgespielte Titel auf der Wiesn. Entgegen landläufiger Meinung stammt die Biertrinker-Hymne aber nicht von einem Bayern sondern - man höre und staune - von dem Sachsen Bernhard Dietrich, der das Lied Ende des 19. Jhrd. in Chemnitz komponierte. Die Hymne wurde bereits um 1898 auf dem Münchner Oktoberfest gespielt. Die (abgewandelte) Schlussstrophe "oans zwoa gsuffa" läutet den beschwingten Trinkvorgang ein. Das lautstarke Mitsingen heizt die Stimmung auf, was in aller Regel im schunkelnden Unterhaken mit den Sitznachbarn gipfelt.

Bayern beging 2016 ein einzigartiges Jubiläum, denn 500 Jahre zuvor trat eine vom Bayerischen Herzog Wilhelm IV. erlassene Vorschrift in Kraft, die der deutsche Brauerbund als "die älteste, noch heute gültige Lebensmittelesetzgebung der Welt" feiert. 1516 trat der Bayerische Landständetag unter Vorsitz von Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt zusammen, dessen Gremium eine vom Herzog vorgelegte Vorschrift billigte. Sie war für Bayern verbindlich und besagte, dass zur Herstellung des Bieres nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden dürften. 

Bier - DAS ideale Sportlergetränk

Das Bier ist nicht nur das "Nationalgetränk" der Bayern und Inbegriff bayerischer Trinkkultur sondern verfügt als isotonisches "Sportlergetränk" erstaunliche Qualitäten. Wer Sport treibt, der verbrennt Energie. Isotonische Getränke gelten hierfür als ideale Energielieferanten, da sie den Körper mit rasch verfügbarer Power und Mineralstoffen versorgen. Anstatt zu teuren Sport-Drinks mit teils fragwürdigen Zusätzen zu greifen, ist die Apfelsaftschorle oder alkoholfreie Bier die bessere und günstigere Wahl. Bei genauerem Hinschauen entpuppt sich alkoholfreies Bier gleich aus mehreren Gründen als perfekter Treibstofflieferant. Es ist isotonisch, hat mit 25 Kalorien pro 100 Milliliter nur knapp halb so viele Kalorien wie alkoholhaltiges Bier und enthält mehr Kohlenhydrate.