Mit heißersehntem Kurventanz in die jungfräuliche Radsaison hinein zirkeln

Jährlich grüßt das Murmeltier. Der Frühling steht in den Startlöchern und wir können es kaum erwarten den Speichenflitzer startklar zu machen, sofern nicht über die Wintermonate hinweg durchgekurbelt wurde. Mit einer inspirierenden "Gelände-Session" die jungfräuliche Bikesaison standesgemäß einzuläuten ist das höchste der Gefühle.
Der Winter ist gelaufen. Endlich wieder mehr Sonnenschein, längeres Taglicht und wärmere Temperaturen. Befreit vom lästigen Zwiebelschalenlook entfacht der Jahreszeitenwandel mit steigender Lichtintensität die unbändige Lust, frisch frei fröhlich durch die Botanik zu zu zirkeln. Raus in die Natur und rein ins Trail-Eldorado, Momente auf die sich jeder Mountainbiker nach monatelanger Kälte, Miesepeterwetter, difuses Licht und schlammigen bzw. glitschhigen Bodenverhältnissen die echte Spaßbremsen sind, riesig freut. Dass man der Frühlingssonne und griffigen Böden entgegenfiebert erscheint mehr als verständlich. Während der kalendarische (astronomische) Frühlingsanfang vom Schaltjahr abhängt, markiert der meteorologische Frühlingsanfang am 1. März den Start in die neue Jahreszeit.

Foto: jeder hat irgendwann einmal von ständigen Schlammeinsätzen, eingesauter Kleidung und verdrecktem Bike die Nase gestrichen voll. Umso größer ist die Freude wenn sich das Blatt wendet, der Untergrund endlich wieder mehr Grip & Traktion bietet und die Sonne durch's Gehölz blinzelt.

Bis zum kalendarischen Frühlingsanfang am 20. März macht sich die längere Tageslichtdauer (abends rund 1½ Stunden gegenüber der Wintersonnenwende am 21. Dezember) sowie intensiverer Tageslichtsstärke spürbar bemerkbar. Wie viel Lumen das Tageslicht hat, hängt von zahlreichen Faktoren wie beispielsweise von der Jahreszeit, Tageszeit und von der Bewölkung ab. Je nachdem welche Jahreszeit herrscht bzw. wie stark die Erdatmosphäre getrübt ist variiert dementsprechend die Beleuchtungsstärke auf der Erdoberfläche zwischen 3000 lux an trüben Winternachmittagen und ca. 100.000 lux an sonnigen Sommertagen.

Die Freude ist umso größer, sobald am 29. März 2026 die Zeitumstellung auf die Sommerzeit erfolgt, weil es kürzere Feierabendrunden ohne Beleuchtungsschnickschnack erlaubt. Sobald der Hauch von Frühling übers Land weht und wärmende Sonnenstrahlen auf die Erdoberfläche treffen führt es Dank vermehrter Glückshormonausschüttung zum positiven Stimmungswechsel, steigert das Wohlbefinden und die Aktivitätslust. Damit der Körper Serotonin bilden kann benötigt er Nährstoffe, Bewegung und Licht. Der Botenstoff spielt eine wichtige Rolle auf die Stimmungslage, denn das bekannte "Wohlfühlhormon" wirkt nicht nur stimmungsaufhellend, sondern dämpft zudem das Stressempfinden des Körpers. Es wirkt entspannend, antidepressiv, schlaffördernd, schmerzhemmend und steigert nicht zuletzt den inneren Antrieb. Studien wiesen nach, dass sportliches Ausdauertraining den Serotoninspiegel signifikant anhebt, weil körperliche Betätigung die Verfügbarkeit der Aminosäure Tryptophan (daraus bildet der Körper Serotonin) im Gehirn erhöht. Insofern setzt Bewegungsaktivität an frischer Luft eine ganze Reihe positiver Effekte in Gang, die gesund sind und zudem die innere Ausgeglichenheit fördern.
Glückshormone entfachen Frühlingsgefühle

Gleichsam wie die Natur zu sprießen beginnt, wird der Mensch von innerem Tatendrang erfasst. Klar, dass niemand der kalten Jahreszeit eine Träne hinterher trauert. Sobald es deutlich milder wird und die Tage länger werden entfacht die Jahreszeit regelrechte Frühlingsgefühle. Der so in Gang gesetzte aufhellende Stimmungsumschwung ist u.a. auf die zunehmende Lichtintensität zurückzuführen, welche eine vermehrte Ausschüttung des Glückshormons Serotonin auslöst und dem melancholischen Winterblues endgülitg den Laufpass gibt. Klettert das Thermometer in den zweistellige Bereich ist der Zeitpunkt nach einer gefühlten Ewigkeit gekommen, endlich seinen Speichenflitzer wieder blitzblank startklar zu machen. Der hormonelle Kick schreit förmlich nach einer Jungfernfahrt, um die neue Saison genussvoll einzuläuten. Die Zeit ist reif, um den Körper wieder in Schwung zu bringen und den mentalen Akku aufzuladen. Doch trotz steigender Temperaturen gibt es einen Wermutstropfen, denn strahlender Sonnenschein sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Wetter im Frühjahr durchaus unbeständig sein kann, d.h. mit Regenschauern, auffrischendem Wind und Temperaturschwankungen ist immer zu rechnen (Windweste, Regenhaut einpacken).
