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»Donau-Ilz-Radweg« - Vom blauen Strom zur schwarzen Perle

Der »Donau-Ilz-Radweg« verläuft von Niederalteich (LK Deggendorf) nach Röhrnbach/Bruckmühle (LK Freyung-Grafenau) durch den südlichen Bayerischen Wald. Herausragendes Herzstück ist der verkehrsfreie Bahntrassenabschnitt zwischen Hengersberg und Kalteneck (41 km). Die Tour ist auch für alle E-Biker, Gravel- und Mountainbiker interessant, die vor fahrtechnischen Herausforderungen verschont bleiben wollen. Der Routenverlauf quert die Urlaubsregionen »Sonnenwald« - »Dreiburgenland« - »Ilztal« - »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald«, die nicht nur vielsagend klingen sondern es auch tatsächlich sind. Wenig Wunder, warum die niederbayerische Natur- und Kulturlandschaft nördlich der Donau insbesondere auf Radfahrer eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt. Man spürt es diesem bezaubernden Fleckchen Erde auf Schritt und Tritt an, dass Kultur und Natur Hand in Hand gehen.

Herrliche Ausblicke - allen voran auf den markanten Brotjacklriegel - Wahrzeichen der Region Sonnenwald - machen das Radfahren durch unberührte Natur zum reinsten Vergnügen. Während bis Schöllnach (KM 16) Wiesenauen, sowie eine reizvolle Bach- und Hügellandschaft vorherrschen, verwandeln Waldpassagen, Granitblöcke, Taleinschnitte und das näherrückende Bergpanorama des Bayerischen Waldes die Landschaftscharakteristik chamäleonartig. Je näher die Höhenzüge des Bayerischen Waldes heran rücken und umso tiefer man in die Mittelgebirgslandschaft des „Grünen Dach Europas“ mit seinen bewaldeten Berghängen eintaucht, desto ursprünglicher zeigt sich die unverfälschte Natur.

Bild: Radlerfähre "Altaha" die Niederalteich mit Thundorf - respektive den Isar-Radweg mit dem Donau-Radweg - verbindet.

 Eignungsklassifizierung: Von Niederalteich bis zum Bahntrassenende kurz vor Kalteneck ist der 45 km lange Streckenabschnitt familiengeeignet. Die anschließende Straßenverbindung zum Zielort Röhrnbach/Bruckmühle enthält dagegen einige Steigungen. Da die gegenläufige Fahrtrichtung eine Höhenmeterersparnis von gerade mal 230 Meter bezogen auf 55 km Wegstrecke aufweist, fällt es als Entscheidungskriterium für die Richtungswahl nicht sonderlich ins Gewicht. 

In Tittling (KM 38) wird auf 510 Meter Höhe der Streckenzenit im Dreiburgenland überschritten, dessen Schloss Fürstenstein sowie die Saldenburg und  Englburg die drei namengebenden Bauwerke dieser Urlaubsregion im Bayerischen Wald sind. Geheimnisumwitterte Burgen bzw. sagenumwobene Schlösser zeugen von einer ereignisreichen Geschichte. Nun schlängelt sich die Route dem eingeschnittenen Ilztal-Kessel zu, was das Höhenlevel um 180 Meter absinken lässt. Kurz vor Kalteneck -  Gemeindeteil des Marktes Hutthurm im niederbayerischen Landkreis Passau - endet die Gleistrasse abrupt an der Einmündung in die Allmunzener Straße. Nach Überquerung der Ilzbrücke in Kalteneck verläuft der Donau-Ilz-Radweg auf ruhigen Nebenstraßen - jedoch verbunden mit teilweise größeren Steigungen -  nach Bruckmühle bei Röhrnbach. Vom begeisternden Bahntrassenerlebnis muss man sich am Zielort keinesfalls wehmütig verabschieden, weil der »Adalbert-Stifter-Radweg« die Faszination über die geschichtsträchtige Eisenbahnepoche sowie kraftschonende Befahrbarkeit fortsetzen kann.

Bild: Eginger See

Nahtlose Anschlussverbindungen machen den Donau-Ilz-Radweg doppelt interessant, weil sich z.B. durch die Kombination mit dem »Adalbert-Stifter-Radweg« eine 93 km lange Tour mit insgesamt 70% Bahntrassenanteil zusammenspannen lässt. Ebenso ist der Start- bzw. Zielort Niederalteich hervorragend ans Fernradwegenetz angebunden: so kann man problemlos z.B. von Landshut/Plattling via Fähre → Isar-Radweg, oder auch von Passau/Vilshofen/Regensburg/Straubing/Deggedorf bequem auf dem → Donau-Radweg per Pedes anreisen. Der »Donau-Ilz-Radweg« ist mit einem Tourenrad, E-Bike, Trekking- Gravel- Cross- oder Mountainbike (ausgenommen des unasphaltierten Abschnitts zwischen Tittling und Kalteneck auch für Rennräder) - einschließlich Kinderanhänger/Trailer - prinzipiell für jede Radgattung geeignet.

Der »Donau-Ilz-Radweg« tangiert die Urlaubsregionen Deggendorfer Land, Passauer Land sowie den Naturpark Ferienland Bayerischer Wald und quert dabei den südlichen - bzw. den vorderen oder unteren - Bayerischen Wald. Völlig atypisch ermöglicht die nivellierte Bahntrasse trotz des Mittelgebirgscharakters einen relativ steigungsarmen Streckenverlauf, der sich überaus angenehm rhythmisch fahren lässt. Ein Alleinstellungsmerkmal, das in anspruchsvollem Gelände einzig Bahntrassen-Radwege vorbehalten bleibt. Insofern braucht keiner zu befürchten an den Rand der Erschöpfung zu kommen, zumal gesellige Lokalitäten eine willkommene Erholungszeit und kräftigenden Energienaschub bieten. Wer sich zur gemütlichen "Genussradlerfraktion" - frei von sportlichen Ambitionen-  zählt, dem rollt die sanft geschwungene Radwegtrasse buchstäblich den roten Teppich aus.

Die Route trumpft mit reizvollen Gegensätzen auf, dessen landschaftliches Wechselspiel von Flussauen, schroffer Felsen, sanftgewellter Hügellandschaft, aussichtsreichen Bergpanoramen und Naturbadeseen geprägt ist, was die Sinne dementsprechend ständig auf Trab hält. Dazu informieren Schautafeln am Wegesrand über regionale bzw. touristische Gegebenheiten sowie über die spannende Eisenbahngeschichte. Eisenbahnrelikte von "Anno dazumal", ein ergreifendes Mahnmal von Judendeportationen sowie der idyllische "Verweilplatz" kurz vor Tittling welcher an den Gesteinsabbau mit einer 170 m langen Granitsteinmauer erinnert, schaffen einen tiefsinnigen Background und bereichern das Tourerlebnis außerordentlich. 

Das Groß der Strecke ist vom typischen Bahntrassencharakter geprägt, der sich durch Flachetappen, leichte Anstiege sowie sanfte Gefällpassagen auszeichnet. Im sanft gewellten Hügelland, verbunden mit der Aussicht zum emporragenden Mittelgebirgszugs des Bayerischen Waldes lässt der Radelspaß nicht lange auf sich warten. Dominierend ragt der Brotjacklriegel mit 1.011 Metern in die Höhe, der das Wahrzeichen der Urlaubsregion Sonnenwald ist. Dank seiner exponierten Lage sowie seinem Erkennungsmermal - der 125 Meter hohe Stahlbetonturm - ist der Brotjackriegel von allen Himmelsrichtungen aus großer Ferne sichtbar. Der daneben befindliche 25 m hohe, hölzerne und bewirtschaftete Aussichtsturm (erbaut 1924) entzieht sich im Wald dagegen dem neugierigen Blick. Bleibt festzuhalten: die hügelige Topographie des unteren Bayerischen Waldes - genauer gesagt in der Region Sonnenwald und Dreiburgenland - ist für unbeschwerte, abwechslungsreiche Radtouren geradzu prädestiniert.