Und jährlich grüßt der Weihnachtsspeck

Ganz so dramatisch wie es der Fotovergleich Glauben machen will vollzieht sich eine Gewichtszunahme über die Weihnachtszeit sicher nicht. Doch wer kein Kostverächter ist und der deftigen Festtags-Schlemmerei zugetan war ohne überschüssige Kalorien zu verstoffwechseln, der erlebt auf seiner Waage im wahrsten Sinne des Wortes eine "dicke" Überraschung. Täglich nehmen wir normalerweise rund 3000 Kilokalorien zu uns, verbrannt werden in der Regel jedoch nur etwa 1000 Kilokalorien. Das Restkontingent benötigt der Körper, um warm zu bleiben, zu atmen und die Organfunktionen aufrecht zu erhalten. Bleiben also zwei Stellschrauben: Entweder die körperliche Aktivität erhöhen oder die Nährstoffzufuhr drosseln, wobei die effektivste Methode ist wenn gleichzeitig beides beherzigt wird.

Haben sich die ungeliebten Hüftpolster erst mal ausgebreitet bedarf es eiserner Selbstdisziplin, um dem Körperfett Einhalt zu gebieten. Immerhin enthält ein Kilogramm Körperfett ungefähr 9000 Kilokalorien was klar macht wie schwer es ist, um die Pfunde wieder los zu werden. Dabei bräuchte man nur auf eine ausgeglichene Energiebilanz zu achten, welche die Differenz zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch beziffert. Es ist eine einfache Milchmädchenrechnung: wird mehr Energie zugeführt als verbraucht ist die Energiebilanz positiv,  wird weniger Energie aufgenommen als verbraucht, ist sie negativ. Soweit so gut. 

Altbekannte Binsenweisheit: leichtere Biker müssen weniger Leistung erbringen um gleich schnell zu fahren als schwerere Aspiranten, was sich am Berg in Abhängigkeit der Steigung umso mehr auswirkt. Je steiler es hinauf geht, desto stärker muss Muskel- und Willenskraft der Hangabtriebskraft gegenhalten. Weil schmächtige Bergflöhe bei identischer Geschwindigkeit weniger Leistung als ihre beleibteren Kollegen benötigen, ziehen sie ihnen sang und klanglos davon. So schlägt z.B. ein Mehrgewicht von 5 kg an einem 10 km langen Anstieg mit 10 % Durchschnittssteigung bei derselben Leistungsentfaltung mit einem Fahrzeit-Plus von 4 min. zu Buche.

Same procedere as every year, Neues Jahr - Neues Glück. Wer kennt sie nicht die guten Vorsätze zum Jahreswechsel. Allen voran angesetztes Hüftgold schleunigst wieder los werden zu wollen. Nicht ohne Grund erfreuen sich zum Beispiel Fitnessstudios im Januar großer Mitgliederzuwächse (was aufgrund der Corona-Pandemie bzw. gegenwärtigem Lockdown erstmals flach fällt). Zugegebenermaßen sind Neujahrs-Vorsätze ebenso typisch, wie sie sich innerhalb kürzester Zeit wieder in Schall und Rauch verflüchtigen. Da beißt die Maus keinen Faden ab, denn kalorienreiche Speisen und Leckereien wie Weihnachtsgans, Knödel, Plätzchen, Lebkuchen, Glühwein & Co schlagen an. Vor allem dann, wenn man nach der Völlerei auf der faulen Haut liegen bleibt und sein Training schleifen lässt. Ruckizucki sind ein paar Pfunde zuviel auf den Rippen.

Also höchste Eisenbahn aktiv gegenzusteuern und den ungeliebten Kilos auf die Pelle zu rücken, damit der Körper sprichwörtlich wieder in Form kommt. Nach feuchtfröhlichen Weihnachtsmarktbesuchen und Festtagsschmaus ist es an der Zeit entschlossen überflüssigen Ballast abzuwerfen. Der Standardspruch "im Winter wird die Form gemacht" ruft mahnend ins Gewissen, die Flügel nicht hängen zu lassen und mit frischem Elan wieder anzugreifen. Also raus aus der entspannten Komfortzone und rein ins aktive Wintervergügen. Neben dem Rollentrainer bieten sich auch Ausflüge in die freie Natur an. Am besten mit dem Mountain- Gravel- oder Crossbike durchs Winter-Wonderland pflügen und die reizvolle Landschaft genießen. Dies macht den Kopf frei, hält fit, stärkt das Immunsystem und schmilzt ganz nebenbei auch Fettdepots ab. Voilà. 

Biken versus Kalorienbomben

Ein interessanter Bericht des Rennradmagazins TOUR stellt Kalorien & Radkilometer ins Verhältnis, d.h. anhand der zugeführten Kalorien bestimmter Gerichte werden erforderliche Kilometer oder Höhenmeter gegenübergestellt, damit die Energiebilanz unter dem Strich eine Null ausweist. Berechnungsgrundlage ist eine männliche Person mit 80 kg Körpergewicht bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km/h, oder alternativ Höhenmeter mit einer durchschnittlichen Steigung von 5 %. Für den kulinarischen Weihnachtsklassiker Gänse- oder Entenbraten samt Beilagen summieren sich schwuppdiwupp 2.000 kcal auf:

  • 250 Gramm Gänsebraten = 850 kcal
  • 250 Gramm Entenbraten = 550 kcal
  • 100 Milliliter Bratensoße  =250–500 kcal
  • 2 Knödel = 300–400 kcal  
  • Rotkraut mit Speck = 200 kcal

Um den Festtagsschmaus (Süßigkeitssünden wie Lebkuchen, Plätzchen und Co noch nicht eingerechnet) wieder los zu werden, müssten entweder 90 Kilometer oder 2.080 Höhenmeter gekurbelt werden (Quelle: TOUR).

In diesem Sinne wünschen wir eine erlebnisreiche und hoffentlich baldige coronafreie Bikesaison 2021!

**Ride On - Take care and stays healthy**