Und jährlich grüßt der Weihnachtsspeck

Ganz so dramatisch wie es der Fotovergleich Glauben machen will vollzieht sich die Gewichtszunahme natürlich nicht. Doch wer kein Kostverächter ist und der deftigen Festtags-Schlemmerei zugetan ist ohne überschüssige Kalorien zu verstoffwechseln, der erlebt auf der Waage sein blaues Wunder bzw. im wahrsten Sinne des Wortes eine "dicke" Überraschung. Da beißt die Maus keinen Faden ab, denn kalorienreiche Speisen und Leckereien wie Weihnachtsgans, Knödel, Plätzchen, Lebkuchen, Glühwein & Co schlagen an. Vor allem dann, wenn man nach der Völlerei auf der faulen Haut liegen bleibt bzw. sein Training schleifen lässt. Ruckizucki schlagen ein paar Extrapfunde zu Buche. Täglich nehmen wir normalerweise rund 3000 Kilokalorien zu uns, wovon in aller Regel jedoch nur etwa 1000 Kilokalorienverbrannt werden. Den Rest benötigt der Körper, um warm zu bleiben, zu atmen und Organfunktionen aufrecht zu erhalten. Wer zuviel Speck auf den Rippen hat kann an zwei Stellschrauben drehen: die körperliche Aktivität erhöhen und/oder die Nährstoffzufuhr drosseln. Die effektivste Methode ist an beiden Schrauben zu drehen. Also mehr bewegen und gleichzeitig weniger Essen. Klingt eigentlich ganz einfach (wenn's nicht so schwer wäre....).

Da covidbedingt die letzten zwei Jahre nahezu alle Mountainbike-Veranstaltungen gecancelt wurden, gingen wesentliche Motivationsanreize verloren was Einem zusätzlich erschwerte am Ball zu bleiben. Doch sportlich aktiven Menschen dürfte bewusst sein: je weniger man tut und desto träger und energieloser man wird, umso mehr Speck bekommt man auf die Rippen. Ein Dameklosschwert, das anspornt aktiv zu bleiben und auf ausgewogene Ernährung zu achten.

Wer gerne gut und viel isst, Naschereien liebt und hier und da ein Bierchen oder Gläschen Wein nicht verschmäht, steht über kurz oder lang mit seinem (Wunsch-) Gewicht auf Kriegsfuß. Werden zugeführte Kalorien nicht verstoffwechselt und lässt die Bewegungsaktivität zu wünschen übrig erlebt auf der Waage eine unbarmherzige Überraschung. Für Couch-Potatoes setzt sich eine Negativspirale in Gang, die es zunehmend schwieriger macht sich aufzuraffen oder gar sein Genussverhalten einzuschränken. Lange, untätige Wintermonate verschlechtern die Fitness und sorgen für Zusatzpfunde mit der leidigen Konsequenz, dass der Muskelanteil schwindet und der Fettanteil steigt. Dabei zeitigt körperliche Belastung bei kalter Witterung den Vorteil, weil der Körper mehr Energie benötigt, um die Körperkerntemperatur stabil zu halten. Infolgedessen läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren und verbrennt mehr Kalorien als bei vergleichbarer Belastung im Sommer. Da diese Energiegewinnung überwiegend durch Fettverbrennung muskelnaher Fettdepots erfolgt, fördert der angekurbelte Fettstoffwechsel als Energielieferant (für Grundlagenausdauerbereich) das Abnehmen. Ein Grund, warum Sport im Winter mit moderater Intensität erfolgen sollte. 

Treten ungeliebte Hüftpolster hervor hilft nur eiserne Selbstdisziplin weiter, um dem Körperfett Einhalt zu gebieten. Immerhin enthält ein Kilogramm Körperfett ungefähr 9000 Kilokalorien was zeigt wie schwer es ist, angesammelte Pfunde wieder los zu werden. Dabei bräuchte man nur auf eine ausgeglichene Energiebilanz zu achten, welche die Differenz zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch anzeigt. Milchmädchenrechnung: wird mehr Energie zugeführt als verbraucht ist die Energiebilanz positiv, wird weniger Energie aufgenommen als verbraucht, ist sie negativ. 

Altbekannte Binsenweisheit: leichtgewichtige Fahrer müssen weniger Leistung erbringen um gleich schnell zu fahren als schwerere Mitstreiter, was sich an jedem Anstieg in Abhängigkeit der Steigungsprozente unbarmherzig bemerkbar macht. Je steiler es hinauf geht, desto stärker muss Muskel- und Willenskraft der Hangabtriebskraft gegenhalten. Weil schmächtige Bergflöhe bei identischer Geschwindigkeit weniger Leistung als beleibtere Kollegen benötigen, ziehen sie ihnen sang und klanglos davon. So schlägt z.B. ein Mehrgewicht von 5 kg an einem 10 km langen Anstieg mit 10 % Durchschnittssteigung bei derselben Leistungsentfaltung mit einem Fahrzeit-Plus von 4 min. zu Buche.

Same procedere as every year, Neues Jahr - Neues Glück. Wer kennt sie nicht die guten Vorsätze zum Jahreswechsel. Allen voran sein angesetztes Hüftgold schleunigst wieder los werden zu wollen, auch wenn sich so manche Zielsetzung wieder in Schall und Rauch verflüchtigt.

Wird im Winter das Training schleifen gelassen bzw. bleibt gern auf der faulen Haut liegen, der startet in die nächste Radsaison nicht nur unfit sondern hat auch noch mit einem Gewichtshandicap zu kämpfen. Ein "Laissez-faire Lebensstil" mit kulinarischen Hochgenüssen geht auf Dauer nicht spurlos an der Leistungsfähigkeit vorüber. Man fühlt sich schwerfällig und schlapp, gerät rasch außer Atem bzw. kommt kaum in Tritt. Von einer (ehemals) guten Ausdauerleistung ganz zu schweigen. Dass "Jungfernausfahrten - speziell in den Anstiegen - im Frühjahr mit dürftiger Grundlagenausdauer zur frustrierenden Tortur ausarten versteht sich von selbst. Die Binsenwahrheit, dass die Form im Winter gemacht wird bewahrheitet sich demnach jedes Jahr von neuem. 

Also höchste Eisenbahn aktiv gegenzusteuern und den ungeliebten Kilos auf die Pelle zu rücken, damit der Körper sprichwörtlich wieder in Form kommt. Nach feuchtfröhlichen Weihnachtsgelagen und dem Festtagsschmaus ist es an der Zeit entschlossen überflüssigen Ballast abzuwerfen. Der Standardspruch "im Winter wird die Form gemacht" ruft mahnend ins Gewissen, die Flügel nicht hängen zu lassen, sich kulinarisch zu zügeln und mit frischem Elan wieder anzugreifen. Ergo raus aus der Komfortzone und motiviert rein ins aktive Wintervergügen. Mit dem Mountain- Gravel- oder Crossbike durchs Winter-Wonderland pflügen und die reizvolle Landschaft genießen. Dies macht den Kopf frei, hält fit, stärkt das Immunsystem und schmilzt Fettdepots ab. Voilà. 

Radeln versus Kalorienbomben

Ein interessanter Bericht des Rennradmagazins TOUR stellt Kalorien & Radkilometer ins Verhältnis, d.h. anhand der zugeführten Kalorien bestimmter Gerichte werden erforderliche Kilometer oder Höhenmeter gegenübergestellt, damit die Energiebilanz unter dem Strich eine Null ausweist. Berechnungsgrundlage ist eine männliche Person mit 80 kg Körpergewicht bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km/h, oder alternativ Höhenmeter mit einer durchschnittlichen Steigung von 5 %. Für den kulinarischen Weihnachtsklassiker Gänse- oder Entenbraten samt Beilagen summieren sich schwuppdiwupp 2.000 kcal auf:

  • 250 Gramm Gänsebraten = 850 kcal
  • 250 Gramm Entenbraten = 550 kcal
  • 100 Milliliter Bratensoße  =250–500 kcal
  • 2 Knödel = 300–400 kcal  
  • Rotkraut mit Speck = 200 kcal

Um den Festtagsschmaus (Süßigkeitssünden wie Lebkuchen, Plätzchen und Co noch nicht eingerechnet) wieder los zu werden, müssten entweder 90 Kilometer oder 2.080 Höhenmeter gekurbelt werden.

In diesem Sinne wünschen wir eine erlebnisreiche Bikesaison 2022!

**Ride On - Take care and stays healthy**