Die 11. Waldmünchner Radrundfahrt ist Geschichte. Nachdem vergangenes Jahr die 123 km lange Rennradtour unter die Pneus genommen wurde, stand nun die viel gelpriesene 68 km lange MTB-Strecke auf dem (Test-) Programm. 

Mit knapp 1.700 Höhenmeter war die Strecke konditionell sehr anspruchsvoll. Gibacht (902m), Voithenberg, Cerkov (2km entfernt) und Bleschenberg mit giftiger 30 % Rampe schlauchten gewaltig. Wohlweislich gab es natürlich auch "abgespeckte" Gelände-Varianten über 37 km bzw. eine leichte Familientour (20 km). 

Feuchte Steinplatten und glitschige Wurzeln erforderten bei der Abfahrt vom Gibacht höchste Konzentration.

Fazit: Hammerstarke Strecke, deren Singletrails - teils verblockt - das Salz in der Suppe sind. Häufig wurden Schotterwege als Auffahrt und flowige Trails als Abfahrt genutzt. Wer sich bei den steilen Schlüsselstellen unsicher fühlte, konnte die kurzen, hakeligen Sequenzen problemlos im  Schiebebetrieb überbrücken.

Der Spannungsbogen zwischen Qual, Genuss und Euphorie verläuft beim Mountainbiken ja bekanntermaßen im ständigen Wechselspiel. Nur: Bei der Waldmünchner Radrundfahrt dreht sich das Rad der Emotionen noch einen Ticken schneller, d.h. Langeweile keimt zu keinem Zeitpunkt auf. Wer die giftig steile Rampe zum Bleschenberg auf Biegen und Brechen nicht schaffte und absteigen musste braucht wirklich kein schlechtes Gewissen zu haben. Nach Rücksprache mit dem TV Waldmünchen e. V. hat diesen Stich bis dato nämlich nicht mal der beste Fahrer des Vereins gepackt. 

In Sachen Wege-Kennzeichnung gibt's ne glatte 1 mit *, denn die dreifache Wegemarkierung (Bodenpfeile, Bechildeung und die von weitem sichtbaren Baustellenbänder) machte das Navigieren im unwegsamen Gelände zum Kinderspiel. Dazu wurden gefährliche Straßenkreuzungen bzw. Abfahrten mit Warnschildern versehen. Somit steht fest: selbst eine längere Anfahrt zu dem familär geprägten Radsport-Event nach Waldmünchen ist lohnenswert. Nur einen Wehrmutstropfen gibt es: Für all diejenigen die sowohl gerne Rennrad als auch Mountainbike fahren haben bei aller Freude über die tollen Strecken ein ernsthaftes Entscheidungsproblem: Rennrad oder Mountainbike? Da bleibt nur die Möglichkeit eine Münze zu werfen um der Glücksfee die Entscheidung zu überlassen.

Doch nicht allein MTB-Cracks wurden zufrieden gestellt, nein es gab neben der kräftezermürbenden, schroffen MTB-Langstrecke auch für Freizeitradler, Familien und E-Biker eine "smoothe" Strecke, die regen Zuspruch fand.

Im sogenannten "Family-Peloton" herrschte beste Stimmung.

Ob Oma, Opa, Mama, Papa, Kind oder Enkel - Altersgrenzen gibt es weder nach oben noch nach unten. Ob toppfitter Biker, E-Biker oder Teilzeit-Couchpotatoe - die leistungsabgestufte Streckenauswahl erlaubt jedem der ein Rad pilotieren kann mit Spaß und Erlebnisfreude an der geselligen Veranstaltung teilzunehmen. 

Nachdem man im Ziel im staatlich anerkannten Luftkurort Waldmünchen aufgeschlagen ist folgt mit Speis & Trank das Ritual der Belohnung auf den Fuß. 

Geehrt wurden die teilnehmerstärksten Vereine. Bild: links 2. Abteilungsleiter Franz Kistler; zweiter v. rechts Johann Bierl (Sportwart Rad); rechts Martin Frank (2. Bürgermeister Stadt Waldmünchen).

Last but not least: die unverkennbare Doppeldeutigkeit der Schautafel "Auftanken im Bayerischen Wald" drängt sich in dieser herrlichen Naturregion unweigerlich auf.  

First Come First Serve: die 12. Auflage der Waldmünchner Radrundfahrt findet am Sonntag, den 5. Juli 2020 statt!