Der Jura-Radmarathon in Lupburg war einmal mehr SPITZE!

Die 22. Ausgabe des Jura-Radmarathon ging am 12. Juni gewohntermaßen wieder mit Superlativen über die Bühne. Geniales Radelwetter, beste Stimmung, eine Top-Organisation, superbe Streckenführung und kulinarisches Verwöhnambiente ließen keine Wünsche offen. Die Teilnehmer hatten sich allenfalls um eine rechtzeitige Anmeldung bzw. die schweißtreibende Kurbelarbeit im hügeligen Bayerischen Jura zu kümmern - für alles andere war bestens vorgesorgt. 

Nach zwei Jahren Zwangspause brannte der Sportverein 1959 Lupburg e.V. mit seinem Jura-Radmarathon wieder ein Mega-Sport-Feuerwerk in gewohntem Stil ab. Das Traumwetter knapp an der 30° Grenze wurde vor allem erst Recht wegen der beträchtlichen Schlechtwetterperioden und zumeist kühlen Temperaturen in diesem Jahr sichtlich genossen.

Die kupierte Natur-und Kulturlandschaft des Bayerischen Jura weist zwar zahlreiche Steigungen wie beispielsweise der Buchenberg (573 m), Eichelberg (607 m) und Steinberg (526 m) auf, doch das abwechslungsreiche Antlitz mit seinen charakteristischen Felsen, tollen Panoramen und der mäandernden Schwarzen Laber machte quälende Strapazen schnell wieder vergessen. Pfeilschnelle Trailabfahrten und seligmachende Flow- und Wurzelpassagen werteten die Streckencharakteristik merklich auf. Obendrein minimierte der trockene bis leicht angefeuchtete Untergrund den Rollwiderstand und bot optimale Traktion. Das abwechslungsreiche Terrain bietet jedenfalls im doppelten Sinne den idealen "Nährboden" für jede Menge Action und Fahrspaß.

Für die meisten Teilnehmer ist und bleibt der Jura-Radmarathon fraglos DIE Lieblings-Radsportveranstaltung in Ostbayern. Angefangen über die Streckenverläufe durch die Landkreise Neumarkt und Regensburg im Bayerischen Jura, dem Setting und die unvergleichliche Atmosphäre bis hin zur tadellosen Organisation - es stimmt einfach wirklich alles. Dementsprechend war der Jura-Radmarathon einmal mehr absolute Spitze! Dass der Wettergott (ausnahmsweise) seinen Segen dazu gab und die blühende, saftiggrüne Vegetation strahlend zu Geltung brachte, war zweifelsfrei das i-Tüpfelchen an diesem ereignisreichen Tag. 

Die individuellen Leistungsansprüche der Protagonisten sind natürlich grundverschieden. Während die einen sich mit Schnappatmung die Kante geben und volle Lotte die Anstiege und Rampen rauf knallen, gönnen sich andere wiederum viel Muße und Zeit, um sich genüsslich am Terrain und dem ausgeklügelten Streckenverlauf durch die herrliche Jura-Landschaft zu erfreuen. Losgelöst vom Leistungsstreben dürften indes alle Teilnehmer Fahrfreude, Glücksgefühle und innere Selbstzufriedenheit erleben, egal ob er nun auf Race & Challenge gebürstet ist, oder sich im Wohlfühltempo entschleunigt achtsam der Natur und den kulinarischen Genüssen widmet.  

Überholvorgänge gestalten sich in aller Regel problemlos, sofern der Herannahende vorher eine akustische Ansage macht (rechts/links) und beim Überholen genügend Platz lässt. Diesbezüglich herrscht unter Mountainbikern üblicherweise sowieso große Fairness und Rücksichtnahme. 

Nach rund 30 km erreicht man auf dem Sportplatz Hohenfels den ersten Verpflegungstempel. Hier heißt es Energielieferanten in fester und flüssiger Form zu bunkern und bewusst auf genügend Flüssigkeitsvorrat zu achten, bevor die nächste Verpflegungsstation in Rechberg angesteuert wird. Wer ohne aufgefüllte Trinkflasche losfährt, dem droht unterwegs ein Leistungseinbruch oder gar körperliche Dehydration was schlechterdings das Aus bedeuten kann.

Die fleißigen Seelen des Jura-Radmarathon im Dienst ihrer hungrigen "Kundschaft". Selbstgemachte Nußecken sorgte für nötigen Zuckerschub, während deftiges Schmalzbrot den Natrium-Nachschub sicherte.

Eine dreißigköpfige Rennradlergruppe vom Biketeam Regensburg fuhr vom Start bis ins Ziel gemeinsam die 156 km Strecke. Die harmonische Stimmung ließ sich - wie oben im Bild zu sehen -  beim "rituellen" Small Talk sowohl in Rechberg als auch in Langenthonhausen gut beobachten. Dieses Jahr viel ein optisches Unterscheidungsmerkmal - abgesehen von der stylistischen oder legeren Funktionskleidung - der Off- und Onroader flach, denn bei Schmuddelwetter, Matsch und Schlamm bilden dreckbesprenkelte Mountainbiker einen unübersehbaren Kontrast im Vergleich zu ihren adrett gekleideten Rennradkollegen.

Was macht mehr Spaß, als mit Gleichgesinnten in einer faszinierenden Naturlandschaft bei Kaiserwetter das Gelände zu rocken? Der Jura-Radmarathon in Lupburg zeichnet sich nicht allein durch das hervorragende Terrain aus, sondern letztlich macht die Kombination der Trails über Stock & Stein sowie die fluffigen Wald- und Forstwege das Kraut für die Begeisterung fett.  

Die überwiegende Mehrheit der Mountainbiker befährt als geschlossene Gruppe die Strecke. Ob Vereinszugehörig, Freunde oder lose WhatsApp Gruppe ist letztendlich zweitrangig. Hauptsache gemeinsam durch die Botanik pflügen, und leidenschaftlich den Spirit des Bikens spüren. 

Randnotiz: was soll man sagen, wenn einem kurz vor Zielschluß ein solches Schild vor den Latz geknallt wird. Im erschöpften Zustand mag die "provozierende" Alternative wenige Meter vor dem Zieleinlauf als schlechter Witz vorgekommen sein. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Konditionierte Bergflöhe hingegen dürften die Einladung spontan angenommen haben, um das Ego zu guter Letzt aufzupolieren. Wieviele sich die 25% steile Rampe zugemutet haben, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Vielleicht überlegt sich der Veranstalter auf der Bergkuppe eine Feiermeile mit Musik zu platzieren, was sich womöglich zu einer enthusiastischen Bergankunft-Atmosphäre entwickeln könnte.

Um nach dem Rechten zu sehen werden der Sicherheit wegen Offroad-Strecken mit Motocross-Maschinen abgefahren. 

Allerorten sah man glückliche Gesichter - auf dem Sattel, an Verpflegungsstationen sowie im Zielgelände. Dort wurden bei strahlendem Sonnenschein die leergefegten Energie- und Flüssigkeitsspeicher wieder eingepegelt und das Erlebte im Geist Revue passiert. Dass mit Freunden und Gleichgesinnten so ausgiebig gefeiert wurde lag am Wettergott, der sich in Vergangenheit oftmals weit weniger wohl gesonnen zeigte. 

Kommen wir zum Fazit. Als "Wiederholungstäter" hat man sich an die perfekte Orga ja längst gewöhnt. So hatte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) Lupburg aus gutem Grund zum wiederholten Mal als einen der 21 Austragungsorte für den Radmarathon-Cup Deutschland auserkoren. Dickes Lob für die leckeren Schmankerl an den Verpflegungsstationen und vor allem an die allseits gut gelaunten Helfer. Eine Tatsache, auf die man gar nicht oft genug hinweisen kann. Auch die leicht geänderte Streckenführung (MTB) kam gut an. Kleiderrückholservice, Pannendienst mit Rückholservice und kostengünstiges Frühstück im Startbereich sind nur einige  Beispiele, die den Jura-Radmarathon auszeichnen. Damit alles wie am Schnürchen klappt, ist eine eingespielte Helfer-Crew unermüdlich im Einsatz. Die ehrenamtliche Helferschar von 120 Leuten bildet wohlweislich das Rückgrad der Veranstaltung. 

Ganz witzig, wenn sich Rennrad- und MTB-Kollegen trotz total unterschiedlicher Streckenführung über Berg und Tal an den Verpflegungsstationen Rechberg und Langenthonhausen zufällig gleich zweimal treffen.

Bei der Preisverleihung der teilnehmerstärksten Vereine gratulierten Finanzminister MdL Albert Füracker und der 1. Bürgermeister Manfred Hauser den Vereinsvertretern:

Platz 1: Biketeam Regensburg (56 Teilnehmer)

Platz 2: Veloclub Regensburg (48 Teilnehmer)

Platz 3: TSV Lanquaid (43 Teilnehmer)

Das Biketeam Regensburg (Patenverein vom Sportverein 1959 Lupburg e.V.) wurde bereits mehrmals für die zahlenkräftigste Teilnahme am Jura-Radmarathon geehrt. Abgestuft nach Rangfolge gab es ein Fünf- Drei- oder Zwei- Fünfliter-Bierfassl. Abgesahnt auf voller Linie - da macht doch radeln gleich noch mehr Spaß....

Über das Verfallsdatum des edlen Lebensmittels - gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516 - brauchte man sich keine großen Sorgen machen, denn recht alt wurde das in Empfang genommene Fassbier nicht. Kaum in Empfang genommen floss das helle Vollbier von der Neumarkter Glossnerbrauerei in vollen Zügen genüsslich die ausgedörrten Kehlen hinunter. Ratz fatz war's Fassl  leer.

Bei all den Lobpreisungen - siehe Facebook-Fanpage - darf auch Kritik (zur Qualitätsverbesserung) erlaubt sein. Nobody is perfect: Weniger amused waren die Biker über zu winzige rot aufgesprühte MTB-Pfeile (führte in rasanten Abfahrten ohne Vorwegweisung entweder auf den berühmt berüchtigten "Holzweg" oder zu Vollbremsungen). Die eingehandelten Bonus-HM nehmen wir sportlich und sehen mit einem Zwinkerauge darüber hinweg.

Save two dates: Registration starts on March 1st 2023 (Jura-Radmarathon June 25th 2023)