Bewaldete Naturregionen wie der Bayerische Wald sind ein wahrer Gesundbrunnen

Urlaub in Deutschland ist mit Öffnung der Gastronomie, Hotels und Campingplätze wieder möglich. Der Coronavirus hat den Lebensnerv des Tourismus getroffen, doch die Reset-Taste zum Neustart für den gebeutelten Deutschlandtourismus ist gedrückt.

Raus aus Corona Schockstarre - rauf auf den Sattel - hinein ins heimatliche Naturvergnügen. Das Schöne liegt näher, als man glaubt. Es grünt und blüht, die Sonne strahlt vom königsblauen Himmel und Bike-Hot-Spots wie beispielsweise der Bikepark Geisskopf in Bischofsmais (Bayerischer Wald) öffnen ihre Pforten. Corona hin oder her, man muss einfach das Beste draus machen! Einen Gang runter schalten und beim "Heimaturlaub" neue Trailtouren in den schönsten Ecken Bayerns entdecken. Ein Gebot der Stunde, das angesichts der Pandemie neue Horizonte vermittelt. 

Nach der strikten Bewegungseinschränkung in den vergangenen Wochen hat sich der Drang nach Ablenkung, Erlebnis und Freiheitsgefühl regelrecht aufgestaut. Die Zeit ist reif, Ängste, Sorgen und Nöte abzustreifen und das Leben wieder unbeschwert zu genießen. Spaß in der Botanik zu haben und Flow zu erleben ist gesund, aktiviert die Selbstheilungskräfte und pusht die Laune. Sauerstoffreiche Wälder, glasklare Seen, mäandernde Flüsse und beeindruckende Panoramablicke wirken auf Geist und Seele unbandig beruhigend. Unlängst brachte eine Studie die Erkenntnis hervor, dass nur eine Woche Bewegung im Wald die Entzündungsparameter im Blut signifikant absinken lassen, und der Körper vermehrt junge Immunzellen bildet bzw. ältere absondert. Dicht bewaldete Naturregionen wie beispielsweise der Bayerische Wald wirken daher wie ein wahrer Gesundbrunnen. Wer hier urlaubt bzw. seinem Fahrspaß freien Lauf lässt, betreibt eine rezeptfreie Gesundheitsvorsorge welche sogar die Virenabwehr stärkt.

Abgesehen davon stellt Urlaub im eigenen Land nicht nur einen Akt der Solidarität mit der arg gebeutelten heimischen Tourismusbranche dar, sondern es bereichert ungemein, traumhafte Strecken, idyllische Naturlandschaften sowie regionaltypische Speisen, Kultur und Brauchtum seines eigenen Herkunftslandes näher kennen zu lernen. 

Nach wochenlanger Zwangspause wegen der Corona-Pandemie haben Gaststätten sowie Biergärten unter Wahrung von Abstandsregeln und Hygienevorschriften wieder geöffnet. Auf gesellige Einkehrschwünge brauchen hungrige und durstige Biker also nicht mehr verzichten - ebensowenig wie auf längere Etappenfahrten mit Übernachtungen. 

Hinweis in eigener Sache: seit Ankündigung der Lockerungsmaßnahmen im Tourismussektor erreicht uns eine Flut von Anfragen, ob, wann bzw. unter welchen Voraussetzungen ein Bike-Urlaub bzw. mehrtägige Mountainbike-Touren wie beispielsweise die Befahrung des "Langstrecken-Flaggschiffs“ TRANS BAYERWALD - möglich sind.

Seit 30. Mai, haben Hotels, Pensionen, Gasthäuser für touristische Zwecke wieder geöffnet. Um nicht gegen die vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege verordneten Verhaltensregeln zu verstossen, sollte man über Vorschriften wie Schutz- und Hygienestandards, erlaubte Gruppengröße, Abstandsgebote etc. informiert sein. Da eine Bus-Reise zu einem Urlaubs-Ziel weiterhin untersagt bleibt, ist die An- und Abreise selbständig zu organisieren. Vorausgesetzt Unterkünfte wurden im Voraus gebucht und die geltenden Regeln der Landesverordnung werden beachtet steht einem unbeschwerten Radurlaub an und für sich nichts im Wege. 

Die Öffnung von Biergärten, Gastronomie und Tourismus ebnet ein stückweit den Weg zur Normalität. Seit Pfingsten haben Hotels wieder für Touristen geöffnet. Allerdings gelten nach wie vor strenge Hygieneregeln. 

 Da sich im östlichen Bayern etliche Fußgänger/Radfahr-Grenzübergange ins benachbarte Tschechien befinden folgender Hinweis: Touristische Reisen in die Tschechische Republik sind aktuell ausgeschlossen. Dies bezieht sich ausdrücklich auch auf Wanderungen, Radfahrten, Einkaufsfahrten oder Tankfahrten, von denen weiterhin Abstand zu nehmen ist. Das Tschechische Innenministerium weist darauf hin, dass Verstöße mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden. So kann beispielsweise bei Nichtbeachtung der Quarantäneordnung oder der Bedingungen zur Vorlage eines negativen Corona-Tests eine Strafe in Höhe von bis zu 40.000 Euro verhängt werden. Der Grenzübertritt außerhalb der festgelegten Übergangsstellen oder die Umgehung von Kontrollen ist verboten und wird mit bis zu 2.000 Euro Geldbuße verfolgt. Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler bittet daher die Bevölkerung um dringende Beachtung der Regelungen, um Strafzahlungen zu vermeiden. Zugleich zeigt er sich optimistisch, dass es schon bald zu einer vollständigen Lockerung der Regelungen kommen könnte. Nach derzeitigem Stand dauern die Kontrollen an der tschechischen Grenze noch bis zum 13. Juni 2020 an. (Quelle: Pressemitteilung Bezirk Oberpfalz) 

Informationsquellen

Tagesaktuelle Informationen zu den neuesten Entwicklungen in Bayern, sowie zur Ausbreitung von Sars-CoV-2 und aktuelle Schutzmaßnahmen stellt das bayerische Gesundheitsministerium gebündelt zur Verfügung. 

Über geltende Vorschriften gibt die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung rechtsverbindlich Auskunft. Da diese Verfügungen mitunter im Wochen-Rhythmus aktualisiert werden ist es wichtig auf die Geltungdauer zu achten, d.h. wann sie in Kraft bzw. außer Kraft tritt. 

Sechste Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung

Die Bayerische Staatsregierung kündigte am 22. Juni weitere Lockerungsmaßnahmen zur schrittweisen Annäherung an die Normalität an.

Nach einer positiven Bestandsaufnahme nach den Pfingstferien und einer stabilen Entwicklung des Infektionsgeschehens im Zuge der Coronakrise hat die Bayerische Staatsregierung weitere Maßnahmen des Sportlebens beschlossen, die ab dem 22. Juni in Kraft treten. Basis aller Lockerungen ist weiterhin das Einhalten einer Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern sowie eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen. Ebenso sollte in geschlossenen Räumen weiterhin für ausreichend Belüftung gesorgt werden.

Laut Bericht aus der Kabinettssitzung vom 16. Juni 2020 der Bayerischen Staatsregierung:

"Im Bereich des Sports kann ab dem 22. Juni 2020 die Wiederaufnahme des Lehrgangsbetriebs erfolgen. Die bislang geltenden Obergrenzen für den Outdoor- und Indoor-Sport (bisher 20 Personen) werden aufgehoben. Die künftige Teilnehmerbegrenzung ergibt sich für den Innen- und Außenbereich aus den jeweiligen konkreten räumlichen Rahmenbedingungen (Raumgröße, Belüftung)."

Somit wurde die bisher geltende Personenbegrenzung für Gruppenausfahrten im Freien aufgehoben. 

 Bei zu geringem Abstand (Windschattenfahren) gilt zu beachten, dass durch ausgeatmete Viren-Aerosole latentes Infektionsrisiko besteht (siehe Studie »Social Distancing v2.0: During Walking, Running and Cycling«). 

Für die bisher zulässige Gastronomie wird ab 22. Juni 2020 die zulässige Öffnungszeit auf 23 Uhr verlängert.

Weitere nützliche Informationsquellen

  • Tourismusverbände
  • Landratsämter
  • lokale Tourist-Informationsstellen - vorzugsweise mit offizieller "I-Marke für zertifzierte Tourist-Info", die der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) nach Erfüllung eines Kriterienkatalogs vergibt
  • Beherbergungsbetriebe des Zielgebiets

 Deutschland fußt auf einem föderalen Staatssystem, bei dem die einzelnen Bundesländer über eine bestimmte Eigenständigkeit verfügen, die ihnen begrenzte staatsrechtliche Kompetenzen verleiht. Da das Länderrecht in den einzelnen Bundesländern voneinander abweichen kann, erklärt es unterschiedliche Vorgehensweisen wie beispielsweise beim Lockerungsprozess. Wer in ein anderes Bundesland bzw. durch mehrere Bundesländer reist, sollte sich im Vorfeld mit den landesspezifischen Richtlinien vertraut machen.

Reisende müssen mit Einschränkungen rechnen

Für die schrittweise Öffnung der Gastronomie, Hotellerie und des Tourismus gelten strenge Auflagen, die insbesondere folgende Punkte umfassen:

  • Einschränkung von Öffnungszeiten
  • Ausarbeitung von Hygiene-Konzepten durch die Betriebe
  • Begrenzung von Gästezahlen
  • Sicherstellung von Abstand (Einlass/Ausgang separat, Reservierungspflicht)

Für die Öffnung von Hotels gelten strenge Auflagen, die insbesondere umfassen:

  • keine Öffnung von Angeboten mit gemeinschaftlicher Nutzung innerhalb von Hotels, insbesondere Wellness, Schwimmbad
  • Verpflichtendes Hygieneschutzkonzept wie in der Gastronomie
  • Verpflegung nur mit Abstand und begrenztem Einlass

Restrisiko

Urlaubsreisen sind in Deutschland mit Öffnung des Tourimus prinzipiell möglich, gleichwohl hat das Infektionsgeschehen Einfluss darauf, inwieweit die Reise- bzw. Bewegungsfreiheit aufrecht erhalten bleibt. Als wichtiger Indikator bildet die sogenannte Reproduktionszahl des Robert Koch-Instituts (RKI) die Ansteckungsrate ab. Springt sie über einen längeren Beobachtungszeitraum über die kritische Marke von 1 (Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt) könnten Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um Infektionsketten zu unterbrechen.

Da die Länder weitgehende Verantwortung für die Lockerung von Beschränkungen tragen sollen sie sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept greift. Corona-Hotspots droht gar die Rückwärtsrolle in den Lockdown. Trotz dieser Unwägbarkeiten haben Deutschlandurlauber im Vergleich zu Auslandsaufenhalten entscheidende Vorteile. Sowohl das vorbildliche Gesundheitssystem, als auch kurze Reisewege vermitteln in unserem gut organisierten Land Vertrauen bzw. ein beruhigendes Sicherheitsgefühl.  

 Um das Immunsystem zu schonen sollte die Etappenplanung moderate Distanzen enthalten, die das konditionelle Leistungsvermögen nicht ausreizt. Die optimale Belastungsintensität pendelt im Wohlfühl-Tempobereich, dessen Entschleunigung als bereichernde Erfahrung wahrgenommen wird.

Die weltweite Reisewarnung wurde für alle Länder - außer den EU-Mitgliedsstaaten, Schengen-assoziierten Staaten (Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein) und Großbritannien - vorerst bis einschließlich 31. August verlängert! Außenminister Heiko Maas: "Wir haben für den Rest der Welt heute noch nicht die gemeinsamen belastbaren Datengrundlagen, Kriterien und Abstimmungsprozesse, die einen uneingeschränkten Reiseverkehr ohne unkalkulierbare Risiken wieder möglich machen."

Reiseveranstalter vermuten, dass der Sommerurlaub 2020 vor allem ein Deutschlandurlaub wird. Bezogen auf Radreisen wird die These von einer Umfrage unter 1.500 Reisenden untermauert, die die Radreisen-Datenbank Anfang April 2020 durchgeführt hat. Demzufolge hält eine große Mehrheit der Radtouristen trotz Corona-Krise überraschenderweise an ihren diesjährigen Reiseplänen fest. Laut dieser Umfragen haben über 70 Prozent für 2020 eine Reise geplant bzw. eine bestimmte (Rad-) Strecke im Auge. Von diesen Radreisewilligen möchten 80 Prozent ihre geplante Reise auch tatsächlich durchführen. 90 Prozent der Befragten kann sich sogar grundsätzlich vorstellen, dieses Jahr noch eine weitere mehrtägige Radreise zu unternehmen. 

Dass Radfahrer wie Mountainbiker im Freistaat Bayern wie die Made im Speck leben ist schon längst kein Geheimnis mehr. Die abwechslungsreiche Naturlandschaft mit mannigfaltiger Topographie spricht jeden Zweiradfan an, egal wie fit er ist bzw. ob ein Rennrad, Tourenrad, Gravel- Cross- e-bike oder Mountainbike pilotiert wird. Es gibt nicht viele Regionen in Deutschland mit einem derartig facettenreichen und bestens beschilderten Radwegenetz wie südlich des "Weißwurstäquators" (scherzhafte Bezeichnung für eine gedachte Kulturgrenze zwischen Bayern und dem übrigen Deutschland). Beispielsweise der Bayerische Wald, dessen Naturregion proppevoll mit reizvollen Kontrasten ist. Hier urbanes und kulturelles Treiben dort urtümliche Natur in energetischer Stille, wo sich der Himmel am Horizont mit geschwungenen Waldwogen vereint. Durchatmen, die Ruhe und kulinarische Pausen genießen und den Alltag vergessen - ein Gebot der Stunde, das in der gegenwärtig beänstigenden Zeit noch wichtiger erscheint als sonst. Plätschernde Bäche, stille Seen, duftende Wälder, malerische Dörfer, und liebenswerte Kleinstädte mit urigen Winkeln und Gassen sowie historischen Gebäuden prägen das Gesicht dieser wundervollen Naturregion.

Bayern vereint viele Facetten: Tief verwurzeltes Brauchtum hier, moderne Lebensweise dort. Einheimische sorgen auf traditionelle Art dafür, dass die bayerische Identität fortlebt – Garant für Individualität und Einzigartigkeit. Das bekommt der "zuagroaßte" Urlauber auf Schritt und Tritt zu spüren: als willkommener Gast eintauchen in die herzliche Atmosphäre, dialektische Verständnisprobleme überwinden und hautnah Land & Leute erleben. (Rad-) Reisen durch Bayern sind definitiv immer ein besonderes Erlebnis. Ob pulsierende Städte, imposante (Mittel-) Gebirgsketten, klare Seen, plätschernde Bäche oder unberührte Natur im Bayerischen Wald – ein Urlaub in Bayern ist in der Tat so vielseitig wie seine Bewohner selbst.