Saisonstart - Endlich Frühling

Am 1. März war meteorologischer Frühlingsanfang, wovon wegen anhaltender Eiseskälte allerdings nicht viel zu spüren war. Kalendarisch beginnt der Frühling erst drei Wochen später, wenn die Sonne über dem Äquator exakt im Zenit steht und nach Norden "wandert". 

Robuste Cross- Gravel- und Mountainbikes - samt wärmender Funktionskleidung - sorgte in den letzten Jahren dafür, dass Biken in all seinen Facetten immer mehr leidenschaftliche Anhänger findet und sich so klammheimlich für diese zum Ganzjahressport entwickelt hat. Keine Frage, Wintermonate haben ihren Reiz, wenn man knirschend über schneebedecktes Terrain gleitet. Doch selbst für unverwüstliche Winter- und Alterrain-Wetter-Biker ist es irgendwann zuviel des Guten, ständig thermogeschützt mit sichtverschmierter Brille auf matschigem oder vereisten Untergrund zittrig umher zu eiern. Man sehnt sich wieder auf schnee- und morastfreie Trails, griffige Traktion und guten Grip - und vor allem nach luftigen Klamotten, die die Sonnenstrahlen auf die Haut durchlassen. Durchnässt und "fangobepackt" mit klammen Fingern in klobigen Handschuhen sein Gefährt zu steuern ist zum Frühlingsanfang in aller Regel "Schnee" von gestern.

Jahreszeiten werden in der Meteorologie und Astronomie unterschiedlich definiert. Während der meteorologische Winter mit dem Monat Februar zu Ende geht, endet der kalendarische Winter erst mit der Tag- und Nachtgleiche am 20. März. Wie dem auch sei, nimmt das winterliche Intermezzo mit Frost, Schnee und Graupelschauer allmählich seinen "Hut". Der Frühling steht vor der Tür und mit ihm beginnt die Zeit der "Zwiebelschalen-Entblätterung". Die Tage bis endlich kurze Shorts und kurzärmlige Trikots aus dem Kleiderschrank gekramt werden sind gezählt. Im März sind die Tage spürbar länger, das Licht ist intensiver und bisweilen ist es auch sonniger - was bereits kürzere Feierabendrunden ohne Beleuchtungs- und Reflektoren-Schnickschnack erlaubt. Auch hormonell passiert so einiges im Körper. So ist es jahreszeitlich typisch, dass Frühlingsgefühle gute Laune und Motivation entfachen, die das Verlangen durch die Botanik zu glühen zum Bersten bringt. Nachdem uns zwei Jahre lang Corona-Auflagen piesackten, dürfte der innige Wunsch nach (Gruppen-) Ausfahrten mit Freunden - einschließlich geselliger Einkehrschwünge - noch viel vehementer ausfallen als sonst.

Sobald sich die ersten zarten Frühjahrsvorboten ankündigen, vollzieht sich im Prinzip jedes Jahr dasselbe Spiel: weht ein Hauch von Frühling übers Land und treffen wärmende Sonnenstrahlen auf die Erde hellt sich bei den Menschen schlagartig die Stimmung auf und steigert das allgemeine Wohlbefinden. Wenngleich die Temperaturen nur zäh in den zweistelligen Bereich klettern und die Nächte meist noch empfindlich kalt sind, so blinzeln immer häufiger Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Ein Weckruf, der selbst zartbesaitete "Zuckerwatte-Biker" wachrüttelt. Juhu, endlich ist der Frühling da!

Lacht die Sonne vom Himmelszelt und schickt uns wärmende Sonnenstrahlen, werden unweigerlich überschäumende Frühlingsgefühle geweckt. Sprühender Tatendrang vermittelt uns ein Gefühl zum "Bäume ausreißen", allerdings verleitet es auch dazu gerne übermotiviert ans Werk zu schreiten. Aufkeimende Frühlingseuphorie schön und gut, doch die Gefahr dem Körper zuviel abzuverlangen ist keine gute Vorgehensweise. Mit einem ungesunden "Kaltstart" - womöglich mit mauer Fitness und zu viel Speck auf den Rippen - tut man seinem Körper nichts Gutes. Insbesondere wer monatelang auf der "faulen" Haut gelegen hat, sollte sich weder kondionell noch fahrtechnisch überfordern. Anspruchsvolles Terrain verlangt Fähigkeiten, die womöglich schlicht und ergreifend nicht abrufbar sind. Eine physische Überforderung geht zwangsläufig mit Erschöpfungstendenzen bzw. akuten Sturzgefahr einher. Solange der Bewegungsapparat ungelenk bzw. muskuläre und konditionelle Defizite bestehen, empfiehlt es sich im moderaten (beherrschbaren) Gelände zu bleiben, und easy in die jungfräuliche Bikesaison einzusteigen. Wer indes über die Wintermonate sein Bike über die Trails scheuchte, für den erübrigt sich natürlich eine Eingewöhnungsphase. Für alle anderen gilt die Devise: Cool down, step by step fahrtechnische und konditionelle Herausforderungen üben/steigern, bis feinfühliges Balancegefühl herrscht und die sensomotorischen Bewegungsabläufe wieder wie von selbst flutschen.

Gute Laune, Eifer und Schaffenslust, was gewohntermaßen in den Frühlingsmonaten verstärkt in Erscheinung tritt, lässt sich in gewisser Weise auf einen Hormonumschwung zurückführen. Ursächlich ist u.a. längeres und intensiveres Tageslicht, das die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin bremst. Verhaltensforscher und Endokrinologen schreiben dies der Zirbeldrüse zu, welche die Produktion des Melatonins dosiert. Der Körper schüttet das Schlafhormon in der Dunkelheit vorwiegend im Winter sowie während der Nacht aus. Werden die Tage länger und heller sinkt im Blut die Melatonin-Konzentration.

Aber auch das Glückshormon Serotonin beeiflusst unsere Stimmungslage sobald der Botenstoff vermehrt ausgeschüttet wird. Das als "Wohlfühlhormon" bekannte Serotonin wirkt dabei nicht nur stimmungsaufhellend, sondern dämpft überdies das Stressempfinden des Körpers. Genau genommen wirkt es entspannend, antidepressiv, schlaffördernd, schmerzhemmend und steigert nicht zuletzt den inneren Antrieb. Damit der Körper jedoch Serotonin aus Lebensmitteln ziehen kann, sind neben wichtigen Nährstoffen zusätzlich Bewegung und Licht vonnöten. Bezogen auf die letzteren beiden Faktoren profitieren Radfahrer in besonderem Maß. 

In Studien wurde der Nachweis erbracht, dass Ausdauertraining den Serotoninspiegel anhebt, weil es durch die körperliche Betätigung die Verfügbarkeit der Aminosäure Tryptophan (daraus bildet der Körper Serotonin) im Gehirn erhöht. Fazit: Radfahrer setzen eine ganze Reihe positiver Effekte in Gang, die sich auf die Stimmung bzw. das psychische Wohlbefinden auswirken. Dass die lichtschwachen Wintermonate vielen Menschen aufs Gemüt schlagen liegt u.a. auch am Vitamin D-Mangel. Ähnlich wie beim Serotonin steht und fällt die körpereigene Herstellung von Vitamin D mit der täglichen Lichtexposition. Je großflächiger die Haut von UV-B-Strahlen bestrahlt wird, umso mehr Vitamin D wird produziert.

Schlussbemerkung aus traurigem Anlass: Angesichts der furchtbaren Kriegstragödie in der Ukraine bekundeten Teilnehmer der traditionellen Faschingsausfahrt des Veloclub Regensburg am 1. März 2022 ihre Solidarität und empathische Verbundenheit mit dem unvorstellbaren Leid der Menschen, zumal Odessa auch noch Partnerstadt von Regensburg ist.

 Wer mehr zum Thema "gezielter Formaufbau" erfahren möchte klickt sich in die Doku »Saisonvorbereitung mit Köpfchen« rein. 

Corona-Regeln

Ab 4. März treten in Bayern umfangreiche Corona-Lockerungen in Kraft, die vor allem die Gastronomie, Clubs, Bars, Tourismus-Sektor und den Sport betreffen. Dies nährt die Hoffnung, dass das Alltagsleben im Allgemeinen - wie auch z.B. Bikeurlaube und Bike-Events im Besonderen - wieder einfacher und unbeschwerter von statten gehen.

Konket bedeutet dies, dass in Restaurants, Cafés und in Hotels soll ab 4. März 3G statt 2G gelten. Heißt: Auch Ungeimpfte dürfen wieder essen gehen oder ein Hotelzimmer nehmen, wobei ein negativer Test zwingend Voraussetzung dafür ist.

Ausblick: in drei Wochen - am 20. März - könnten womöglich sämtliche "tiefgreifenden" Corona-Regeln wegfallen, solange es die Lage im Gesundheitssystem zulässt. Die Maskenpflicht im Innenbereich sowie das Abstandsgebot sollen indessen genauso bleiben, wie der Test- oder Impfnachweis in brisanten Bereichen.

Dreiländerbike wünscht eine inspirierende und verletzungsfreie Bikesaison mit unvergesslichen Momenten, die dem Leben Spirit und Drive einhauchen! RIDE ON!