• 3. »Zweiradcenter Stadler MTB-Cup« • 21.07.2024
    © Dreiländerbike
  • Oberfrauenwald (948 m) TRANS BAYERWALD Nord, 2. Etappe
    © TI Waldkirchen
  • 40. Jubiläums-Arber-Radmarathon • 28.07.2024
    © Gabi Röhrl

Fahrrad- und E- Bikeverkäufe 2022 auf Rekordniveau

Dass Fahrräder und E-Bikes in Zeiten der Mobiltiätswende und gestiegenem Umweltbewusstsein auf einer Erfolgswelle schwimmen ist hinlänglich bekannt. Da sich die Speicherflitzer im Würgegriff von Corona zum Garant für infektionssichere Alltagsmobilität entwickelten und die Branche von der Bundespolitik sogar als systemrelevant eingestuft wurde, bescherte dem Wirtschaftszweig die vergangenen Jahre eine wahre Goldgräberstimmung. 

Berlin, 15.03.2023. Der ZIV Zweirad-Industrie-Verband und der VDZ Verband des Deutschen Fahrradhandels haben die Markzahlen für das Jahr 2022 präsentiert. Trotz  problematischer globaler Lage belief sich die Gesamtstückzahl der verkauften Fahrräder und E-Bikes 2022  -nämlich 4,6 Millionen Stück - nur knapp unter dem Rekord-Jahr 2021 (minus 100.000 Stck.) bzw. es war sogar ein Plus von 300.000 Einheiten in Bezug auf das Vor-Corona-Jahr 2019 zu verzeichnen. Dabei stiegt der Anteil an E-Bikes um weitere zehn Prozent auf 2,2 Millionen.  

Am auffälligsten macht sich der explodierende E-Bike-Trend bemerkbar, welcher schon seit mehreren Jahren als maßgeblicher Wachstumstreiber der Branche gilt. Die herausstechende Dominanz der E-Mountainbikes unterstreicht der Zahlenvergleich mit konventionellen (Bio-) Mountainbikes: wurden 2022 insgesamt 931.600 MTB's verkauft, befanden sich darunter 836.000 motorunterstützte Stromer (Anteil rund 90 %). Konventionelle (Bio-) Mountainbikes machten hingegen gerade mal 95.600 verkauften Einheiten, woraus ein verschwindend geringer Marktanteil von 4 % resultiert. Der E-Bike-Absatz erreichte 2022 einen neues Allzeithoch: 2,2 Mio. Stück (+ 10 % zu 2021). Seit 2018 hat sich der Absatz mehr als verdoppelt, seit 2015 vervierfacht. Somit sind E-Bikes in Deutschland mit einem Marktanteil von 48 % ein gewichtiger Wachstumstreiber der Zweiradbranche. „Wir gehen davon aus, dass E-Bikes im Verlauf dieses Jahres bei den Stückzahlen erstmalig an unmotorisierten Fahrrädern vorbeiziehen werden“, so Burkhard Stork, Geschäftsführer/CEO vom Zweirad-Industrie-Verband e.V. „In einigen Produktgruppen, wie bei Mountainbikes oder Lastenrädern haben wir in Deutschland inzwischen eine sehr klare Dominanz bei unterstützten Fahrzeugen.“ 

Enorme Potenziale in der Freizeit und im Tourismus

Wenngleich nicht alle verkauften MTB  Offroad genutzt werden, ergibt sich für die Nutzung in Freizeit und Urlaub ein riesiges Potential. Nach schneearmen Wintern - einschließlich 2022/23 - sucht die Tourismuswirtschaft händeringend nach ganzjährigen Alternativen zum Ski-Tourismus. Hierbei könnte der wachsende Mountainbike-Tourismus in den Bergen quasi in die Bresche springen. Um diesen nachhaltig weiterentwickeln zu können, bedarf es jedoch einer eindeutigen und bundesweiten Regelung des Zutritts zur Natur. „Es darf kein Flickenteppich mit 16 unterschiedlichen Ländervorschriften entstehen. Wir erwarten, dass die Novellierung des Bundeswaldgesetzes zu einheitlichen bundesweiten Regelungen zum freien Betreten des Waldes führt“, so Stork.

Bestand E-Bikes in Deutschland

Der Gesamtbestand an Fahrrädern und E-Bikes in Deutschland ist kontinuierlich auf 82,8 Mio. in 2022 gewachsen, wobei der ZIV den Bestand an E-Bikes zum Ende des Jahres 2022 auf 9,8 Mio. Stück schätzt. Somit wurde bereits Anfang 2023 die 10 Millionen-Schallmauer durchbrochen. 

Umsätze

Der Umsatz mit Fahrrädern und E-Bikes ist 2022 auf 7,36 Mrd. Euro (+ 12 % zu 2021) angestiegen. Grund ist der weiterwachsende Anteil von E-Bikes und anderen hochwertigeren Produkten, z.B. Cargobikes etc.

Die Gesamtstückzahl der verkauften Fahrräder und E-Bikes lag bei 4,6 Millionen. Das ist ein leichter Rückgang um 100.000 Stück im Vergleich zu 2021 und ein Plus von 300.000 Einheiten in Bezug auf das Vor-Corona-Jahr 2019. Gleichbleibend positiv ist die Entwicklung im E-Bike-Verkauf. Der E-Bike-Absatz erreichte 2022 einen neuen Spitzenwert: 2,2 Mio. Stück (+ 10 % zu 2021). Seit 2018 hat sich der Absatz mehr als verdoppelt, seit 2015 vervierfacht. Entsprechend sinkt der Absatz der Fahrräder. 2,4 Mio. Stück waren es 2022 und damit 300.000 weniger als 2021.

Anteile der Modellgruppen an Fahrrädern und E-Bikes

Urban: Über alle Modellgruppen hinweg kommen Fahrräder für die urbane Nutzung auf einen Marktanteil von 76,5 % (ohne Kinder- Jugend- und sonstige Fahrräder)

Der weitaus größte Anteil entfällt auf die Bereiche Trekking 45 % (2021: 40 %) und City/Urban 18 % (2021: 20 %)

ATB (All Terrain Bikes für Straßen und leichtes Gelände): 9% (2021: 10%)

Sportiv: Anteil sportliche Fahrräder: 11 % (Rennräder, Gravel, Fitness, MTB)

Weiter gefallen: Marktanteil MTB 4 % (95.600 Stk.). Seit 2019 hat sich die Zahl der verkauften

MTB ohne Unterstützung halbiert. 2019: 7 % (206.500 Stk.)

Grund: Verschiebung Richtung E-MTB

E-Bikes

E-Trekkingräder lagen lange Zeit auf Platz Eins der Käufergunst.

2021 legten E-MTB stark zu und übernahmen erstmals die Spitzenposition. 2022 gibt es eine weitere deutliche Verschiebung zu E-MTB. Die größten Zuwächse gibt es bei sportlichen E-Bikes (E-MTB & Rennrad/Gravel/Fitness), E-Cargobikes und S-Pedelecs.

  • E-MTB 38 % / 836.000 Stk. (2021: 680.000 Stk.) Zuwachs: 23 %
  • E-Trekkingräder 28 % / 616.000 Stk. (2021: 642.000 Stk.) Rückgang: 4 %
  • E-Cityräder 24 % / 528.000 Stk. (2021: 520.000 Stk.) Zuwachs: 1,5 %
  • E-Lastenräder (E-Cargobikes) 7,5 % / 165.000 Stk. (2021: 120.000 Stk.) Zuwachs: 37,5 %
  • Rennrad/Gravel/Fitness 1 % / 22.000 Stk. (2021: 10.000 Stk.) Zuwachs: 120 %
  • S-Pedelecs / E-Bike 45 0.5 % / 11.000 Stk. (2021: 8.000 Stk.) Zuwachs: 37,5 %

Cargobikes boomen

Lastenräder bzw. Cargobikes gehören zu den wachstumsstärksten Modellgruppen. Das sprunghafte Wachstum ist vor allem verbunden mit der hohen Beliebtheit der E-Cargobikes. Für viele ist die Unterstützung durch den Motor ein Enabler in der Nutzung.

  • Zuwachs E-Cargobikes: 37,5 %
  • Summe verkaufter Lastenräder: 212.800 (2021: 167.000) § Zuwachs gesamt: 27,4 % zu 2021

Hinweis: Der Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) ist die nationale Interessenvertretung der deutschen und internationalen Fahrradindustrie.

Datenquelle: Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV)

E-Bikes auf exponentiellem Wachstumskurs

Die Verkaufsbilanz von Rädern mit bzw. ohne Hilfsmotor weist zunehmend eine uneinheitliche Tendenz auf. Während hinsichtlich der Modellgruppenaufteilung am Gesamtmarkt (nach Stück), City-/Urban, Trekking, MTB sowie Holland- und Tourenrad rückläufig sind, wartet die Kategorie der E-Bikes mit üppigen Wachstumsraten auf. Das exorbitante Wachstum der e-bike-Sparte kompensiert unter dem Strich nicht nur die schwächelnde Nachfrage der "klassischen" Fahrräder, sondern sorgt sogar für Umsatzzuwächse der Fahrradindustrie.

Dass die Fahrradindustrie sich auf einem ungebremsten Wachstumskurs befindet verdankt sie maßgeblich dem enormen E-Bike-Nachfrageschub. Schon seit geraumer Zeit fungiert die E-Bike-Sparte als echter Innovationstreiber und zentraler Wachstumsmotor der gesamten Zweiradbranche. Wenig Wunder, denn immer mehr Menschen fahren mit großer Begeisterung auf Räder mit elektrischem Hilfsmotor ab, was den mengenmäßigen Absatz 2019 erstmals über die Millionenhürde katapultierte. Da der Elektroantrieb zwischenzeitlich in fast allen Modellgruppen vertreten ist, erweitert es das Produktportfolio dieser Sparte ungemein. Vom e-Trekkingrad über e-Lastenrad, e-Mountainbike, e-Faltrad bis hin zum e-Rennrad und e-Gravelbike werden nahezu alle Radgattungen mit elektrischer Unterstützung angeboten.