Materialpflege, e-Mountainbike

Wanna play in the mud?

Warum nicht mal lockerflockig das "Pferd" - pardon den Sattel - wechseln und zu neuen Ufern schweifen? Die rhetorische Frage, warum der jahrelange Gravelbike-Trend eigentlich nicht abebbt ist rasch beantwortet: weil die vielseitigen Alleskönner einfach mordsmäßig Spaß bereiten. Auch eingefleischten Mountainbikern bieten Gravelbikes eine abwechslungsreiche Alternative über die nasskalte Jahreszeit beweglich und fit zu bleiben. Graveln auf aufgeweichten Böden bzw. glitschigem Untergrund ist ein prickelnder Balanceakt von außergewönlichem Reiz, wobei das direkte Handling durch Starrgabel und schmälerer Bereifung bauartbedingt im Vgl. zu (voll-) gefederten MTB's eine feinfühlige Fahrtechnik abverlangt. Belohnt werden Husarenritte in Schlingerpartie mit einem prallgefüllten "Vorteilspaket". So schulen beispielsweise ständige Ausgleichsbewegungen die Motorik und trainieren mitunter vernachlässigte Muskelgruppen. Neben dem angesprochenen Bewegungsapparat fördert ein spannendes Fahrtenspiel zudem die Laune und pusht die mentale Stärke. Abgesehen davon ist es sowieso reizvoll, unbekanntes Terrain kennenzulernen. Mensch was willst du mehr: diese Sportart erzeugt im Nachgang eigentlich genau dasselbe Gefühl wie beim Mountainbiken. Zuhause angekommen wird man von einem unglaublichen Wohlbefinden und angenehmen Zufriedenheitsgefühl erfasst was zeigt, wie sehr es die ganzheitliche Balance von Körper, Geist und Seele anspricht.

Foto: ein Bild sagt mehr als tausdend Worte. 

Für eingefleischte Mountainbiker dürfte es kein ungewohntes, geschweige unbehagliches Gefühl sein dreckbesprenkelt heimzukehren. Auch bei dieser Sportart lässt sich die Gefühlslage kurz und bündig auf einen einfachen Nenner bringen: Eingesaut, aber glücklich! Nach einem "Dreckschleuder-Bombardement" fühlt man sich beim heißen Glühwein wie Gott in Frankreich.

Damit der Spaß kein Loch bekommt, lenken wir den Fokus auf das eigentliche Thema. Heißt, wer rastet der rostet – die Redewendung bezieht sich zwar auf Menschen - doch im übertragenen Sinn gilt der Spruch nach Schlammeinsätzen und Dauerbeschuss mit Matsch und Salz gewissermaßen auch dem "geschundenen" Material.Soll das Bike weiterhin zuverlässig und geschmeidig wie eine Katze schnurren, will es in der nasskalten Jahreszeit mehr denn je sorgsam gepflegt und gewartet sein. Noch schlimmer als eine schlammbespritzte "Fangopackung" wirkt sich Streusalz aus. Dann sollten Antriebsstrang (Kette, Ritzel, Kettenblätter) und Umwerfer erst recht schleunigst gereinigt bzw. bewegliche Mechanik gesäubert und geölt werden.

Finger weg vom Lager- und Dichtungskiller Nr. 1, dem Hochdruckreiniger, bei dem sich der Wasserdruck manuell nicht regeln lässt. Ein zu scharfer Wasserstrahl presst Feuchtigkeit und Schmutzpartikel in die Lager, wo Korrision dem mechanischem Innenleben alsbald den Garaus bereitet. Ausnahme: der Sprühstrahl wird aus größerer Entfernung 1.5 - 2 Meter (nicht punktuell auf Lager) auf das Bike gerichtet. Empfehlenswert sind spezielle (Fahrrad-) Niederdruckreiniger, die im Gegensatz zu Hochdruckreinigern mit Netz- und Wasseranschluss (über 100 bar Druck) schonende 5 bis maximal 20 bar Wasserdruck vorweisen. Für eine ordentliche Radreinigung reicht der sanfte Wasserstrahl vollkommen aus. Wird der Sprühstrahl nicht direkt aus nächster Nähe auf die Lager ausgerichtet, bleiben empfindliche Innenlager am Hinterbau, Tretlager und Steuersatz vor eindringender Feuchtigkeit geschützt, was sie vor beschleunigter Korrosion bewahrt. 

Foto: materialverschleißende Einsätze - erst recht wenn Streusalz mit von der Partie ist - erfordern zwangsläufig einen erhöhten Pflegebedarf!

Damit trotz widriger Umstände dennoch alles passabel funktioniert, der sollte die Bremsen, den Antriebsstrang und die Beleuchtung ständig im Blick behalten. Als Ganzjahresbiker benötigt der fahrbare Untersatz unter härteren Bedingungen definitiv mehr Pflege und Wartung, als das ansonsten der Fall wäre. Feuchtigkeit, Dreck, Matsch und Salz erhöhen den Materialverschleiß in den Wintermonaten drastisch, sodass die regelmäßige Bikewäsche und sorgfältige Komponentenpflege unerlässlich ist. Klar ist ständiges Putzen lästig, doch erhöhter Materialverschleiß mangels Pflege kann sogar die Sicherheit beeinträchtigen. Aggressives Streusalz ruiniert im Nu den Antriebsstrang, Gabeldichtringe, Umwerfer & Co. Wer nachlässig ist, büßt aufgrund des hohen Verschleißes mit erhöhten Material- und Wartungskosten. 

Liegt Streusalz auf dem Weg, dann leidet die Kette am allermeisten Das Gebot der Stunde ist, unverzüglich nach Ankunft den Antriebsstrang gründlich säubern, ansonsten setzt die Kette binnen eines Tages Rost an. Fürs den gröbsten Dreck reicht eine Katzenwäsche mit lauwarmem Wasser und fettlösendem Fahrradreiniger aus, um Kette, Ritzel, Rahmen, Felgen und Federgabel von Schmutz und Streusalz zu reinigen.

Einfach mit einem nassen Lappen sauber rubbeln, dann mit trockenem Tuch abwischen und mit Kettenöl nachschmieren (überschüssiges Kettenöl/fett abstreifen). Schon kann das geliebte Gefährt ruhigen Gewissens auf den nächsten Einsatz warten. 

Federgabel- Dämpfer- Variostützen- Pflege

Federgabel und Dämpfer bleiben nur funktionstüchtig, solange kein Schmutz ins Innere eindringt. Sand, Schlammspritzer und Streusalz setzt sich mit der Zeit überall am Rad verteilt umso hartnäckiger fest, je länger Wasch- und Pflegeintervalle dauern. So sehr die regelmäßige Pflege der Kette für viele Radfahrer eine Selbstverständlichkeit ist, so sehr werden häufig die Federelemente vernachlässigt. Fest steht, dass Dreck auf den Gleitflächen der Standrohre die Reibung - ergo den Verschleiß - erhöht, was die Funktion auf Dauer verschlechtert. 

Dabei ist deren Pflege relativ einfach zu bewerkstelligen. Die Gleitflächen der Standrohre und Staubringe mit lauwarmem Wasser und einem weichen, fusselfreien Tuch reinigen und mit einem Federgabelspray (z.B. Brunox-Deo) einsprühen. Dann Gabel/Dämpfer mehrmals eintauchen, damit es in den Schaft besser eindringen kann. Federgabel-Deos haben die Eigenschaft, dass sie die Dichtungen geschmeidig hält und auf den Tauchrohren einen Gleitfilm bilden. Das hervorragende Kriechvermögen löst im übrigen auch festgezogene Schrauben und Sattelstützen entfernt hartnäckige Verschmutzungen mit dem Ergebnis, dass sich das Ansprechverhalten der behandelten Teile merklich verbessert. Gerade im Winter ist die regelmäßige Reinigung & Pflege es immens wichtig, weil Salzstaub die Gleitflächen extrem angreift. Für hartnäckigere Verschmutzungen bieten sich lösungsmittelfreie Reinigungsmittel an, die weder Dichtungen noch Beschichtungen angreifen. Sind nach der Rad-Wäsche die Gabelholme und Dichtungsringe gereinigt,  die Federgabel mit dem entsprechenden Mittel eingesprüht und die Gabel/Dämpfer mehrmals eingetaucht und abwischt worden, dann ist sind die Teile wieder bestens präpariert.

Mit relativ wenig Aufwand wird eine große Wirkung erzielt, weil Dämpfergelenke gepflegt, Einstellschrauben und Einstellknöpfe leicht gängig gemacht und Krone, Tauch- und Standrohre versiegelt werden, damit sie nachhaltig vor Korrosion geschützt sind. Saubere Dichtungsringe und Standrohre ermöglichen ein geschmeidigeres, konstanteres Einfedern von Federgabeln, Sattelstützen und Dämpferelementen, das Ansprechverhalten verbessert sich und last but not least verlängert eine sorgfältige Pflege die Lebensdauer der Dichtungen und Beschichtungen am Gabelholm deutlich. Überdies dienen einhergend verlängerte Wartungsintervalle und höhere Lebensdauer der Nachhaltigkeit und schont letztendlich auch noch den Geldbeutel.

Regelmässige Pflege der Federelemente bewirkt:

  • Optimales Ansprechverhalten der Federgabel
  • Schmutz- & wasserabweisend
  • Hält Dichtungen geschmeidig
  • Pflegt und schützt Dämpfergelenke
  • Versiegelt Tauch- und Standrohre
  • Längere Wartungsintervalle bei gleichzeitig höherer Lebensdauer (Kostenersparnis)

Akku-Tipps für die kalte Jahreszeit

Wie der Mensch, so reagiert in der Kälte bei falscher Handhabung auch der Akku "verschnupft". Umso niedriger die Temperatur desto schneller entlädt sich der Akku, da sich der elektrische Widerstand in den Zellen erhöht. Zudem vermindert Kälte die Akku-Reichweite, was man immer  berücksichtigen sollte.

Neben Kälte gibt es weitere jahreszeitlich bedingt typische Einflüsse, die sich negativ auf die Reichweite des Akkus auswirken. So verschlechtert z.B. nachlässige Pflege des Antriebsstrangs samt Schaltkäfig und Schaltröllchen den Wirkungsgrad der Kraftübertragung. Schmutzanhaftungen und Streusalz erhöhen die Korrosion und somit den Verschleiß der Kettenglieder, was die Lebensdauer der Kette, Kettenblätter und Ritzelpacket beeinträchtigt. Höhere Roll-, Reib- und Luftwiderstände (bei Kälte rollen Reifen schlechter) erhöhen den Stromverbrauch ebenso wie schlechte Wegezustände (Schnee, Eis, Rollsplit). Geringer Reifendruck bzw. breitere Reifen verbessern zwar die Traktion erhöhen aber gleichzeitig den Rollwiderstand. Zu guter Letzt beeinträchtigt aufgeplusterte (flatternde) Winterkleidung die Aerodynamik, was den Luftwiderstand erhöht. Je nachdem reduziert sich dementprechend die Akku-Reichweite. Dies alles betrifft natürlich auch den sogenannten "Biobiker" - nur mit dem Unterschied - dass die aufgezählten Widerstände zu hundert Prozent mit eigener Muskelkraft wettgemacht werden müssen. 

Für E-Bike-Akkus sind in Bezug Lagerort und Ladezustand einige wichtige Punkte zu beachten, um Schäden und Leistungsdefizite zu vermeiden. Akkus mögen es grundsätzlich warm und trocken. Neben der Kälte gibt es weitere Einflüsse, die sich negativ auf die Reichweite des Akkus auswirken. Schmutzanhaftungen und Streusalz erhöhen nicht nur die Korrosion sondern verschlechtern zudem den Wirkungsgrad der Kraftübertragung. Schlechte Wegezustände (Schnee, Eis, Schlamm, aufgeweichter Boden), geringer Reifendruck, breite Reifen bis hin zur aufgeplusterten (flatternden) Winterkleidung erhöhen den Roll-, Reib- und Luftwiderstand was wiederum die Akku-Reichweite reduziert. 

Außerdem will immer bedacht sein, dass sich bei Kälte die Reichweite in Extremfällen um bis zu 40 % verrmindern kann. Von daher ist es vorteilhaft, den Akku bei mindestens 10-15°C - idealerweise bei einer rund halbvollen Ladung - trocken zu lagern (nicht in unbeheizten Garagen).

Auch bei Tiefstemperaturen ist es kein Problem mit E-Antrieb zu fahren, sofern einige Tricks und Kniffe beachtet werden. 

 Aufgrund geringerer Körperarbeit erzeugen E-Biker weniger Eigenwärme als dies beim Fahren mit herkömmlichen Bikes der Fall ist, ergo friert man schneller. 

Akku-Lagerort: trocken und frostfrei (im Haus/Wohnung) lagern, Temperaturen zwischen 10°C und 20° C.  

Bei längeren Stillstandzeiten sollte der Akku 30 - 60 Prozent geladen sein wobei es ratsam ist den Ladestand alle 2-3 Monate zu überprüfen und bei Bedarf nachzuladen. Der Akku ist nach abgeschlossenem Ladevorgang vom Ladegerät zu trennen.

LiIonen-Akkus enthalten ein sogenanntes Batteriemanagement-System (BMS), das die Aufgabe der Akkuzellenüberwachung inne hat. Das BMS weist zwar nur einen minimalen Stromverbrauch auf, doch bei längerer Lagerung drohen die LiIon Zellen sich tief zu entladen. Solch eine Tiefentladung bedeutet für den Akku den irreparablen Exitus für den Hersteller in aller Regel keine Garantie oder Gewährleistung gewähren. Je nach Lagertemperatur und Lagerort sollte deshalb bei Beginn einer Langzeiteinlagerung genügend Strom im Akku sein Hersteller empfehlen i.d.R einen Ladezustands-Check im Zwei- bis Dreimonats-Rhythmus. 

Wie der Mensch, so reagiert in der Kälte bei falscher Handhabung auch der Akku "verschnupft". Umso niedriger die Temperatur desto schneller entlädt sich der Akku, da sich der elektrische Widerstand in den Zellen erhöht. Kälte mindert demnach die Reichweite, was bei einer Tourplanung bedacht sein will.

Neben Kälte gibt es weitere wintertypische Einflüsse, die sich negativ auf die Reichweite des Akkus auswirken. So verschlechtert z.B. nachlässige Pflege des Antriebsstrangs samt Schaltkäfig und Schaltröllchen den Wirkungsgrad der Kraftübertragung. Schmutzanhaftungen und Streusalz erhöhen die Korrosion und somit den Verschleiß der Kettenglieder, was die Lebensdauer der Kette, Kettenblätter und Ritzelpacket beeinträchtigt. Höhere Roll-, Reib- und Luftwiderstände (bei Kälte rollen Reifen schlechter) erhöhen den Stromverbrauch ebenso wie schlechte Wegezustände (Schnee, Eis, Rollsplit). Geringer Reifendruck bzw. breitere Reifen verbessern zwar die Traktion erhöhen aber gleichzeitig den Rollwiderstand. Zu guter Letzt beeinträchtigt aufgeplusterte (flatternde) Winterkleidung die Aerodynamik, was den Luftwiderstand erhöht. Je nachdem welche Einflussmerkmale situationsbedingt zutreffen reduziert sich dementprechend die Akku-Reichweite. 

Akku möglichst bei Zimmertemperatur laden, da er dann eine höhere Ladekapazität besitzt als im kalten Zustand. Bleibt ein Akku längere Zeit außer Betrieb gehört er mit ca. 30% - 60% Ladezustand in einem trockenen und abgedunkelten Raum bei etwa 15°C gelagert (verzögert den Alterungsprozess).

Solange der Akku in Betrieb ist wärmt er sich durch die chemischen Prozesse im Zellinneren eigenständig. Daher bleibt er selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im optimalen Termperaturbereich über 20°C. Bei längeren Tourstopps empfiehlt es sich den Akku auszubauen und ins Warme mitzunehmen, weil er ansonsten draußen auskühlt.

Einen Akku-Neoprenüberzieher kann man sich schenken, da die Innentemperatur bei Fahrten z.B. um den Gefrierpunkt mit oder ohne Neoprenhülle nur um 3°C differiert und somit nahezu keine Auswirkung auf die Reichweite hat. Kalter Akku nach Ankunft zunächst langsam auf Raumtemperatur erwärmen lassen bevor er geladen wird. Da die Akkuzellen sehr dicht beieinander liegen benötigt der Kern eine längere Aufwärmzeit. 

In diesem Sinne Happy Ride!