Materialpflege, e-Mountainbike

Materialpflege 

Feuchtigkeit und Dauerbeschuss mit Dreck, Matsch und Salz erhöhen den Materialverschleiß drastisch. Deshalb ist die regelmäßige Bikewäsche, Pflege und Wartung in den Wintermonaten noch wichtiger als sonst. Aggressives Streusalz ruiniert im Nu den Antriebsstrang, Gabeldichtringe, Umwerfer etc. Dabei gilt das wichtigste Gebot: Hände weg vom Lager- und Dichtungskiller Nr. 1 - dem Dampfstrahler! Der scharfe Hochdruck-Wasserstrahl spritzt zwar Schmutz und Salz in Windeseile weg – doch leider geht auch gleich das Schmierfett von Kette, Ritzeln und diversen Lagern flöten. Dabei reicht schon ein simpler Eimer handwarmes Wasser (Spülmittel), Schwamm, Lappen und Bürste - um gründlich Schmutz- u. Salzanhaftungen materialschonend zu entfernen.  Ein Gartenschlauch hilft quasi im "Vorwaschgang" Grobschmutz aufzuweichen und beseitigt nach gründlicher Handwäsche mit Klarspülen sacht die letzten Rückstände.

Auch die Schaltung ist dem Schmutzbombardement schutzlos ausgeliefert (z.B. Umwerfer, außen verlegte Schaltzüge, Umlenkröllchen am Schaltkäfig). Kriechöl als Universallösung macht Schaltzüge leichtgängiger und schützt eloxierte / polierte Aluflächen bzw. Elektrik-Kontakte vor Rost/Korrosion. Federgabel und Dämpfer bleiben nur perfekt funktionstüchtig, solange kein Schmutz ins Innere eindringt. Daher Standrohre und Staubringe mit einem weichen Tuch säubern und danach mit einem Spritzer Brunox-Deo benetzen.


Rennradwäsche

 

 

 

Wintertipps für e-Mountainbikes

Auch bei Tiefstemperaturen ist es kein Problem mit E-Antrieb zu fahren, sofern einige Tricks und Kniffe beachtet werden. 

 Aufgrund geringerer Körperarbeit erzeugen E-Biker weniger Eigenwärme als dies beim Fahren mit herkömmlichen Bikes der Fall ist, ergo friert man schneller. 

Akku-Lagerort: trocken und frostfrei (im Haus/Wohnung) lagern, Temperaturen zwischen 10°C und 20° C.  

 Bei längeren Stillstandzeiten sollte der Akku 30 - 60 Prozent geladen sein wobei es ratsam ist den Ladestand alle 2-3 Monate zu überprüfen und bei Bedarf nachzuladen. Der Akku ist nach abgeschlossenem Ladevorgang vom Ladegerät zu trennen.

LiIonen-Akkus enthalten ein sogenanntes Batteriemanagement-System (BMS), das die Aufgabe der Akkuzellenüberwachung inne hat. Das BMS weist zwar nur einen minimalen Stromverbrauch auf, doch bei längerer Lagerung drohen die LiIon Zellen sich tief zu entladen. Solch eine Tiefentladung bedeutet für den Akku den irreparablen Exitus für den Hersteller in aller Regel keine Garantie oder Gewährleistung gewähren. Je nach Lagertemperatur und Lagerort sollte deshalb bei Beginn einer Langzeiteinlagerung genügend Strom im Akku sein Hersteller empfehlen i.d.R einen Ladezustands-Check im Zwei- bis Dreimonats-Rhythmus. 

Wie der Mensch, so reagiert in der Kälte bei falscher Handhabung auch der Akku "verschnupft". Umso niedriger die Temperatur desto schneller entlädt sich der Akku, da sich der elektrische Widerstand in den Zellen erhöht. Kälte mindert demnach die Reichweite, was bei einer Tourplanung bedacht sein will.

Neben Kälte gibt es weitere wintertypische Einflüsse, die sich negativ auf die Reichweite des Akkus auswirken. So verschlechtert z.B. nachlässige Pflege des Antriebsstrangs samt Schaltkäfig und Schaltröllchen den Wirkungsgrad der Kraftübertragung. Schmutzanhaftungen und Streusalz erhöhen die Korrosion und somit den Verschleiß der Kettenglieder, was die Lebensdauer der Kette, Kettenblätter und Ritzelpacket beeinträchtigt. Höhere Roll-, Reib- und Luftwiderstände (bei Kälte rollen Reifen schlechter) erhöhen den Stromverbrauch ebenso wie schlechte Wegezustände (Schnee, Eis, Rollsplit). Geringer Reifendruck bzw. breitere Reifen verbessern zwar die Traktion erhöhen aber gleichzeitig den Rollwiderstand. Zu guter Letzt beeinträchtigt aufgeplusterte (flatternde) Winterkleidung die Aerodynamik, was den Luftwiderstand erhöht. Je nachdem welche Einflussmerkmale situationsbedingt zutreffen reduziert sich dementprechend die Akku-Reichweite. 

Akku-Handhabung bei Kälte

  1. Akku möglichst bei Zimmertemperatur laden, da er dann eine höhere Ladekapazität besitzt als im kalten Zustand. Bleibt ein Akku längere Zeit außer Betrieb gehört er mit ca. 30% - 60% Ladezustand in einem trockenen und abgedunkelten Raum bei etwa 15°C gelagert (verzögert den Alterungsprozess).
  2. Solange der Akku in Betrieb ist wärmt er sich durch die chemischen Prozesse im Zellinneren eigenständig. Daher bleibt er selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im optimalen Termperaturbereich über 20°C. Bei längeren Tourstopps empfiehlt es sich den Akku auszubauen und ins Warme mitzunehmen, weil er ansonsten draußen auskühlt.
  3. Einen Akku-Neoprenüberzieher kann man sich schenken, da die Innentemperatur bei Fahrten z.B. um den Gefrierpunkt mit oder ohne Neoprenhülle nur um 3°C differiert und somit nahezu keine Auswirkung auf die Reichweite hat. Kalter Akku nach Ankunft zunächst langsam auf Raumtemperatur erwärmen lassen bevor er geladen wird. Da die Akkuzellen sehr dicht beieinander liegen benötigt der Kern eine längere Aufwärmzeit.

 

Ergänzende Winter-Themen

Ausgleichssportarten

Vitamin D / Serotonin

Saunafibel

Arber - Der König des Bayerischen Waldes

 

In diesem Sinne Happy Hours im Winter-Wonderland!