Specialized Turbo Levo FSR Short Travel CE 29

Der Markt an e-Mountainbikes wächst rasant und mit ihm die Produktvielfalt. Unter den namenhaften Herstellern hat mittlerweile so gut wie jeder Gelände-Stromer im Portfolio. Entgegen früherer Modelle die agiles Handling missen ließen, verspricht die neue e-Trailbike-Generation Fahrperformance vom Feinsten. Mit wendiger Fahrwerksgeometrie und tiefem Schwerpunkt stoßen e-Mountainbikes mit Macht in die zentrale Emotionswelt des Bikens - dem Trail-Terrain - vor. Wir packten die Gelegenheit beim Schopf und begaben uns mit dem niegelnagelneuen Specialized Turbo Levo FSR Short Travel CE 29 auf ausgiebige Testrides.

Trailvergnügen ohne Ende

Rumpel di pumpel wurden mit dem Turbo Levo FSR Short Travel CE 29 Hometrails in farbenprächiger Herbstlandschaft der Oberpfalz gerockt. Die Bodenverhältnisse waren jahreszeitlich bedingt (Oktober/November) nass und glitschig, was die Fahreigenschaften unter erschwerten Bedingungen offen legte. Es dauerte nicht lange bis sarkastische Sprüche mitfahrender "Nicht-e-biker" verstummten als sich offenbahrte, wie verspielt und wieselflink sich der 21 kg Bolide - phasenweise im Off-Modus - über wurzelübersähte Trails um die Ecken scheuchen ließ.

Trotz Gewichtshandicap überzeugt das Turbo Levo FSR Short Travel CE 29  dank niedrigem Schwerpunkt, kurzer Kettenstreben, steilerem Lenkwinkel, längerem Reach und wendiger Geometrie selbst in prekären Passagen mit unglaublich agilem Handling. Das vergleichsweise lange Oberrohr mit geringem Überstand sorgt für eine komfortable Sitzposition. Richtungswechsel erledigt das Twenty-Niner auf seiner 2.3 Zoll breiten Reifenpaarung (vorn Specialized Purgatory Control, hinten Ground Control) erstaunlich direkt und präzise. Wie nicht anders zu erwarten fährt sich das 29er im Gegensatz zu den 6Fatties mit Plus-Reifen unheimlich agil und spritzig, verlangt dafür aber auch ein sensibleres Händchen. Allerdings sollte der Reifenluftdruck passen: diesbezüglich scheiden sich oft die Geister, da je nach Vorliebe und Gelände adäquater Luftdruck variieren kann. Auf hartem Untergrund fährt man mit einem Luftdruck von 1.3 bar an der Front und 1,5 bar am Heck ganz gut. Im gröberen Geläuf bzw. und weichem (nassen) Boden dürfen es 0.2 bar weniger sein. Ein akzepabler Kompromiss, der genügend Grip bietet, ohne dass walkende Pneus ein schwammiges Fahrgefühl vermitteln. Auch macht es einen Unterschied ob schlauchlos oder mit Schlauch (benötigen etwas höheren Luftdruck) gefahren wird. 

Egal wie wurzelig, steinig oder verblockt, das Twenty Niner ackert mit seinem Drehmoment von bis zu 90 Nm unbeirrt des Weges. Schlüsselpassagen oder aufragende Hindernisse sind mit der sanft einsetzenden Motorhilfe galant und entspannt zu meistern. 

Das ausgewogene Fahrwerk mit der sensibel ansprechenden RockShox Revelation RL - Gabel (120 mm) und dem FOX-Dämpfer (120 mm) verrichtet seine Arbeit tadellos, wobei der 750 mm breite Lenker stets ein gut kontrolliertes Fahrgefühl vermittelt. Ob Waldautobahn oder gröberes Geläuf mit dem ausbalancierten Setup, optimaler Gewichtsverteilung und tiefen Schwerpunkt liegt das Levo FSR selbst auf holprigen Passagen einwandfrei in der Spur.

Das Levo 29er zeigt keine Schwächen. Spielerisches Handling und geschmeidig einsetzende Motorpower begeistern in jeder Hinsicht. Weder bergab noch im Highspeed-Modus gibt sich der verwindungssteife Rahmen aus hochfestem M5 Aluminium und das effiziente FSR-Fahrwerk eine Blöße. Wie robust der Rahmen konzipiert wurde zeigt die Werksfreigabe, dass das Levo ohne Stabilitätseinbuße auch ohne Akku bedenklos gefahren werden kann. Auffällig unauffällig: die Laufruhe und der stoische Geradeauslauf suggeriert auf schnelleren Passagen ein beruhigendes Gefühl von Sicherheit und Sourveränität. Damit ist klar, dass anspruchsvolles Gelände für das Turbo Levo wahrlich keine No-Go-Area ist. Ganz im Gegenteil, es macht seiner Trailbike-Gattung aller Ehre. Die größte Überraschung ist die Tatsache, wie wenig 21.5 kg im Kurvengeflecht ins Gewicht fallen. Tiefer Schwerpunkt, ausgewogene Gewichtsverteilung, eine ergonomische Sitzposition und ein breiter Lenker (750 mm) machen es möglich. Je radikaler man durch's Unterholz pfeilt desto stärker reift die Erkenntnis: das Teil fetzt! 

Das Schaltgetriebe

Weniger ist mehr. Die 1×11-Schaltgruppe macht in mehrerlei Hinsicht Sinn. Ein Umwerfer der womöglich kaputt gehen kann oder verdreckt/vereist seinen Dienst quittiert gibt es nicht. Ein Schalthebel weniger sorgt für ein aufgeräumtes Cockpit. Die SRAM NX 1x11 Einfach-Gruppe macht funktional Sinn, weil deren Bandbreite mit der Unterstützungskraft perfekt harmoniert und mehr als ausreichend ist. Die NX-Schaltung mit der 11-42 Kassette erlaubt selbst Anfahrten im rutschigen Steilgelände. Solange der Hinterreifen gript sind Auffahrten jenseits der 30% Steigung keine Unmöglichkeit. Die End-Übersetzung des 32 er Kettenblatts auf dem kleinsten Ritzel reicht aus (mit eigener Kraft) in erträglicher Kadenz gut 30 km/h schnell zu kurbeln. Apropos GX die das Turbo Levo Comp-Modell serienmäßig hat: die SRAM NX ist bis auf die Kassette und Matchmaker aufwärtskompatibel. Kette, Kurbel oder Schaltwerk lassen sich mit XX1 & Co ohne Probleme kombinieren.

Climbing-Performance for Uphill-Flow

Dauergrinsen zeugt vom Spaß im Doppelpack, weil Kollege "Flow" nicht nur abwärts sondern ebenso bergwärts den Glückshormonpegel pusht. Uphill-Flow ist eine Eigenschaft, die tatsächlich nur mit e-Power möglich ist. Einfach deshalb, weil die reduzierte körperliche Belastung den bewußtseinsfernen Zustand eines Flows fördert. Euphorisches Hill-Climbing ohne Schnappatmung - eine sensationelle Erfahrung. Faszinierenderweise erübrigt sich selbst bei giftigen Anstiegen das Anvisieren einer Ideallinie, weil die Antriebskraft leichter über glitschige Wurzeln oder Absätze hinweg hilft. Ein kurzer knackiger Pedaldruck, schon lupft der Schwung die Laufräder über Hindernisse drüber.  Erstaunlich, wie perfekt dies mit dem Turbo Levo FSR selbst auf kniffligen Uphills funktioniert. Die multiple Spaßrakete beigeistert einfach in jeder Situation.

Sogar Altmeister "No Way" Hans Ray findet es nicht anrüchig, den Berg mit e-power rauf zu preschen auch wenn er zugibt, dass Elektroantrieb in den USA ziemlich verpönt ist. 

Lithium-Ionen-Akku

Sauber gelöst: der sturz- und schmutzgeschützte 460-Wh-Akku (2.9 kg) verschwindet komplett integriert im Rahmen-Chassis. Die Akkuzellen befinden sich stoßfest verpackt im Unterrohr, ummantelt von einem IP67-zertifizierten Gehäuse das Schmutz und Feuchtigkeit fern hält. Die formidable Einpassung im schwarzmatten Alurahmen wirkt wie aus einem Guß und verleiht dem Turbo Levo eine edle Ästhetik die so gar nicht an das typische Aussehen klobiger E-MTB's erinnern mag. Den Motor im Tretlagerbereich und unsichtbaren Akku im Unterrohr bemerkt man erst auf den zweiten Blick, so unscheinbar wirkt das e-Bike auf den Betrachter. Der Clou: die integrierte Bauweise ermöglich im Rahmendreieck einen nützlichen - für die e-Bike-Klasse keineswegs selbstverständlichen - Flaschenhalter.

Nach dem Motto "Was nicht dran ist kostet kein Geld und kann auch nicht kaputt gehen", wurde bewusst auf ein Display am Lenker verzichtet (optional nachrüstbar). Stattdessen befindet sich das Bedienpanel - während der Fahrt gut erreichbar im Unterrohr. Über die profane Schaltzentrale, bestehend aus drei Tastknöpfen und zehn LED's, lassen sich der Antrieb ein- und ausschalten sowie drei Fahr-Modis  TURBO, TRAIL und ECO bestimmen. Die LED's signalisieren den aktuellen Akkuladestand (je leuchtendes Lämpchen 10% Ladung). 

Wer sich einen Remotehebel zum Verstellen der Unterstützungsstufe wünscht, kann diesen optional am Lenker nachrüsten und kabellos via ANT+ mit dem Levo verbinden. Weil der Antrieb in offenen Protokollen kommuniziert, können unterschiedliche Geräte verwendet werden. 

Die Frage nach der Reichweite gehört zu den meist gestellten Fragen. Doch ausgerechnet diese wichtige Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, schon gar nicht beim Levo das sich via Mission Control beliebig konfigurieren lässt. Zum einen hängt die Reichweite von der Akkukapazität - gemesessen in Wattstunden ab. Allerdings verhält es sich wie bei der Tankfüllung der Autos, wo die Größe des Tanks allein nicht allzu viel über die Reichweite aussagt. Die Reichweite einer Akkuladung wird vom Zusammenspiel zahlreicher Einflussfaktoren maßgeblich mit bestimmt: Systemgewicht (Fahrer + Zuladung), Höhenprofil, Reifendruck, Reifentyp, Temperatur, Bodenbeschaffenheit, Gegen-/ Rückenwind und Fahrstil (z.B. Trittfrequenz, Schaltverhalten). Im Gegensatz zur Konkurenz kann der Energieverbrauch des Brose-Motors über 3 wählbare Unterstützungsstufen sowie der Leistungs-Konfigurierung individuell gesteuert werden. Praxistest: bei 2 Grad Celsius, nasser Untergrund, Fahrergewicht 75 kg: nach 45 km / 1000 hm im Trail-/ ECO-Modus (ohne Unterstützungs-Reduktion) gingen dem Akku die Lichter aus. 

Moderne Lithium-Ionen-Akkus bieten ein gutes Verhältnis zwischen Energie und Gewicht. Da sie keinen Memory-Effekt (Verlust der Ladekapazität) verfügen dürfen sie jederzeit teilbeladen werden. Die Akku-Entnahme ist simpel, da dieser nur mit einem 6 er Inbusbolzen befestigt ist. Nachdem dieser aufgeschraubt ist und herauszogen wird (Vorsicht klappt nach unten auf) Akku aus der unteren Verankerung lupfen und seitlich entnehmen. Achtung: Akku sollte ausgeschaltet sein, bevor der Motorstecker getrennt oder verbunden wird. Bei längerer Standzeit empfiehlt sich den Akku ca. 50-60 % geladen bei ca. 15 Grad Celsius zu lagern. Wichtig in der kalten Jahreszeit: um die Zellen nicht über Gebühr zu belasten sollte der Akku erst Zimmertemperatur haben bevor er ans Netz zum Aufladen gesteckt wird. Das regelmäßige Laden im kalten Zustand kann sie nachhaltig schädigen. Die Ladezeit für eine vollständige Energiebefüllung beträgt etwa 3.5 Stunden (Original-Ladekabel/Gerät verwenden). Transport: aus versicherungsrechtlichen Gründen (Auffahrunfall) ist der Akku Auto-Heckträgern aus dem Rahmen zu nehmen.  

Laut Werksangabe soll der Akku mindestens 700 Ladezyklen herhalten. Unter "Diagnose" können mit der Mission Control App die aktuelle Anzahl erfolgter Ladezyklen bzw. Gesamtkilomerter abgerufen werden. Ein Ersatzakku kostet etwa 900 $.

Einen Rekuperationsmodus, bei dem der Elektromotor als Art Dynamo zum Wiederaufladen während der Fahrt genutzt wird bietet der verbaute Mittelmotor - im Gegensatz zu Heckmotoren - nicht.

Brose - Das Levo-Herz

Angetrieben wird das Levo von einem eigens für Specialized von Brose entwickelten Mittelmotor, der durch die Verwendung von Magnesium, Aluminium und spezieller Kunststoffe nur 3.4 kg wiegt. Damit ist der Brose-Motor 0,5 kg leichter als vergleichsweise die Aggregate von Bosch oder Yamaha. Zudem verrichtet der zuverlässige Brose-Motor aufgrund des karbonverstärkten Zahnriemens äußerst leise seine Arbeit. 

Da Brose - Weltmarktführer für Elektromotoren im Automotive Bereich - erst seit 2014 e-bike-Antriebssysteme entwickelt spricht es umso mehr für sich, dass bereits über 20 namhafte e-Bike-Hersteller darauf vertrauen. Entwicklungsleiter Alexander Eham: "Mit unseren Motoren haben wir im Dauerlauftest in den Alpen 300.000 km gefahren. Das spricht für die Qualität und Langlebigkeit unserer Technik.“

Die Spitzenleistung des Brose-Motors liegt zwar bei 530 Watt/90 Nm Drehmoment, doch die Leistung ist auf 250 Watt begrenzt und wird ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h abgeriegelt. Mehr Unterstützungskraft (S-Pedelecs bis 45km/h) wäre zulassungspflichtig was eines Versicherungskennzeichen sowie Führerscheins bedürfte. Die Motorcharakteristik ist grundsätzlich so ausgelegt, dass erhöhter Krafteinsatz bei höherer Trittfrequenz mit maximaler Unterstützung belohnt wird. Sie kann mit Hilfe der Mission Control APP jederzeit individuell angepasst werden.

Achtung: wer eine "Entriegelungs-App" nutzt, um die Leistungsbeschränkung illegal aufzuheben tut sich keinen Gefallen, denn rechtlich betrachtet ist es kein Kavaliersdelikt.

Der Brose Motor zeichnet sich durch eine sanfte Leistungsentfaltung ohne Verzögerungseffekt aus - schiebt also nicht mehr an, sobald keine Kurbelkraft auf's Pedal wirkt. Auf der Eurobike 2015 wurde das Specialized Turbo Levo mit Brose Motor mit dem Eurobike Gold Award in der Kategorie „E-Bikes & Pedelecs“ ausgezeichnet. Urteil der Jury: ”Die Integration des Brose Antriebssystems ist meisterhaft umgesetzt.”

Software Update 2017

Die nächste Evolutionsstufe steht vor der Tür. Levo-Kunden wird seit Januar 2017 ein Software Update für verbesserte Motor-Performance angeboten:

  • Optimierte Motor-Effizienz 
  • Größere Reichweite 
  • Erhöhte Leistungsabgabe am Berg 
  • Konstantere und harmonischere Motorunterstützung    

Die neue Software kann bei authorisierten Specialized-Händlern (Dauer ca. 30 min.) kostenlos aufgespielt werden (für alle Turbo Levo Modelle).  

Battery is empty

Was passiert eigentlich, wenn der Worse-Case-Fall eintritt und unverhofft die Akku-Energie versiegt? Zumindest im flachen oder abfallenden Gelände lässt sich das Levo ohne Motorunterstützung mit ein wenig mehr Muskelpower annähernd so wieselflink bewegen wie leichtere motorlose Mountainbikes. Logisch, Beschleunigungsorgien kann man abhaken und bei der geringsten Gegensteigung verpufft die Fahrfreude schlagartig. Hinterher hechelnde Fahrer staunen nicht schlecht, wie schnell, agil und spurtreu das Levo auch ohne Energiezufuhr um die Ecken pfeilt. Kompliment an die Konstrukeure: you made a good job! 

Ausstattungdetails

  • Federgabel RockShox Revelation 120 mm
  • Dämpfer FOX FLOAT Performance DPS AUTOSAG 120 mm
  • Motor / Akku Brose 460 Wh
  • Bremsen SRAM DB 5
  • Schaltung SRAM NX 10-42
  • Sattelstütze Alloy, 2-bolt clamp, 12.5mm offset, 30.9mm
  • Vorbau Specialized Trail Alu 60 mm
  • Lenker Specialized 6061 Alu 750 mm
  • Reifen Specialized Purgatory Grid
  • Laufräder Roval Traverse 29

Größen

  • S 39,6 cm
  • M 43,5 cm
  • L 46,8 cm
  • XL 52.0 cm

Verbesserungswürdig

Nach Kritikpunkten muss man schon sehr akribisch suchen. Gewichtsbedingt kann man fahrtechnische Spielereien wie Bunny Hops und diverse Manuals nicht mit Freude ausleben. Eine Enschränkung die nur bedingt kritikfähig ist, weil das Levo für solche Gimmicks nicht konzipiert ist. 

Was weniger gefiel: lautstarke Gangwechsel, zwar kein ernsthaftes aber störendes Problem.

Die Akku-Ladekapazität lässt vor allem bei kälteren Temperaturen zu wünschen übrig. Im technisch anspruchsvollen Gelände hielt eine volle Akkuladung z.B. bei einer Temperatur von nahe 0 Grad trotz ECO-Modus nur 30 km/800 hm. Dies zeigt, wie unverzichtbar eine reichweitengestützte Navigation mit Hilfe der Mission Control App wirklich ist.

Die geringe Lebensdauer (durchschnittliche Laufleistung ca. 1 500 km) der Kette ist der hohen Zugbelastung geschuldet, die der Motorantrieb inkl. muskulärer Kraft auf das Antriebssystem überträgt. Ebenso begünstigen Gangwechsel (3 fach so hohe Belastung als ohne e-Antrieb) eine schnellere Kettenlängung. Der Kettenverschleiß hängt hauptsächlich vom Körpergewicht, Fahrmodis, Streckencharakeristik, Streckenzustand, Fahrstil und Schaltverhalten ab. Die regelmäßige Pflege/Wartung des Antriebstangs von Kette/Kettenblätter/Ritzelpaket/Schaltwerk/Lager. Kettenabrisse bzw. verbogene Schaltaugen, verursacht durch unsauberes Schalten (z.B. unter Zugbelastung) sind laut Händleraussagen keine Seltenheit. Da eine verschlissene Kette die teurere Kassette und Kettenblätter in Mitleidenschaft zieht, sollte der Zustand auf Kettenlängung öfter geprüft werden, als es bei Bikes ohne e-Antrieb der Fall ist. 

 E-Bike-Risiken für Neueinsteiger

Ihrem spielerischen Handling wegen, verleiten E-Trailbikes anspruchsvolles Terrain zu "explorern". Da die Motorunterstützung den konditionellen Ausleseprozess im bergigen Terrain unterdrückt, gelangen z.T. ungeübte Quer- oder Neueinsteiger ins (Steil-) Gelände das sie fahrtechnisch überfordert. In solchen Fällen ergeben sich erhebliche Risiken. Um sich nicht leichtsinnig in Gefahrensituationen zu manövrieren empfielt sich vorher ein Fahrtechnik-Training zu absolvieren, bei dem fahrtechnischen Skills schrittweise optimiert werden. Zudem mindert eine sorgfältige Tourenplanung nach leistungsadäquaten Maßstäben das Risikopotential.  

Modellvarianten

Die Basisversion Specialized Turbo Levo FSR Short Travel CE 29 kostet € 3 999. 

Das Turbo Levo FSR Short Travel Comp CE 29 (€ 4 999) bietet statt einer Rock Shox Revelation-Gabel ein hochwertiges Fox Performance-Fahrwerk (120 mm), statt SRAM NX- eine GX-Schaltung sowie SRAM Guide-Bremsen statt DB5-Bremsen. Zudem steckt die hauseigene Vario-Stütze Command Post IRcc drin, die über 12 gerasterte Positionen bis 125 mm Hub verfügt. Dass eine Teleskopsattelstütze für ein enormes Komfort- und Sicherheitsplus sorgt und deshalb zum unverzichtbaren Standard gehört ist heutzutage schon ein alter Hut.  

Race-Gene

Viele Weltklasse-Athleten und renommierte Profiteams vertrauen auf Top-Material von Specialized. Von der Race-DNA genießt auch die Levo-Modellpallette. So gewann Christoph Sauser (Marathon- / CC-Weltmeister und fünffacher cape-epic-Sieger) 2016 in Kalifornien das e-Mountainbike Race der Sea Otter Classic auf einem Specialized Turbo Levo mit Brose-Antriebsagregat. Innovationsfreude und hoher Qualitätsanspruch zeugen davon, wie sehr das amerikanische Unternehmen bestrebt ist im Premium-Segment der e-Bike-Sparte Akzente zu setzen. 

Welcome to the future  

Das Turbo Levo FSR Short Travel CE 29 ist ein durch und durch reinrassiges e-Trailbike, das sich erstaunlich wendig bewegen lässt und zudem überragend klettert ohne sich auf ruppigen Abfahrten Schwächen zu leisten. Das vielseite Allround-/e-Trailbike mit 120 mm Federweg gepaart mit 29 Zoll Laufrädern entspricht der klassischen Allmountain-Kategorie. Pfiffige Detaillösungen, technische Finessen und stylischer Look wecken Emotionen, die e-bikes ansonsten eher selten entgegen gebracht werden. Das Levo beweist augenscheinlich, dass geländegängige e-Bikes nicht behäbig, klob und altmodisch daher kommen müssen, sondern scheinbare Gegensätze mit elegant dynamischen Design prima harmonieren können. Die Proportionen verkörpern Robustheit, Dynamik und Kompaktheit. Keine Spur vom biederen "Seniorenbike" sondern eine echte Lifestyle-Feile die nicht bloß schnittig aussieht sondern funktional so durchdacht ist, dass Fahrspaß vorprogrammiert ist. Damit fischt Specialized in einem Marktsegment, wo e-MTB's bislang eher weniger zu vermelden hatten. Mit seinen potenten Fahreigenschaften hat das quirlige Turbo Levo FSR Short Travel CE 29 beste Aussichten zum Platzhirsch seiner Klasse zu werden.

Es soll keiner sagen, er sei nicht gewarnt worden, denn nicht mal notorische e-Bike-Skeptiker sind gegen den Suchtbazillus eines Levos gewappnet. Wer mit dem Turbo Levo FSR Short Travel CE 29 und dem Gelände eine spielerische Symbiose eingeht, kurbelt sein neuronales Belohnungssystem an, was das Denkorgan mit Hormonen und Neurotransmittern durchflutet. Husch husch kitzeln erregende Signale den Will-Haben-Reflex wach. Gemessen am breiten Grinsen stand den Testfahrern häufig der inbrünstige Fahrspaß ins Gesicht geschrieben. Kein Wunder, denn an die Schubkraft des 250 W Brose-Motors und elektrisierende Trailperformance gewöhnt man sich schneller als man denkt. Ein kategorisches No gegenüber e-bikes schaut anders aus. Die Vielzahl nützlicher Funktionen für eine individuelle Konfiguration und Steuerung, mit denen sich Unterstützungsgrad und Energieverbrauchsvorgaben via Mission Control App definieren lassen ist ein sicher ein klares Kaufargument. Welcome to the future. 

Das Testbike wurde dankenswerter Weise von    zu Verfügung gestellt.

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