Clever Biken in Zeiten der Corona-Krise

CORONA-Fahrplan

Die Bundesregierung hat auf Vorschlag des Auswärtigen Amts die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie zunächst bis mindestens 14. Juni verlängert. Begründet wird die Verlängerung der Reisewarnung damit, dass "weiterhin mit starken und drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen" sei.  

Bei der Videoschalte tagte Kanzlerin Angela Merkel am 30. April erneut mit den 16 Ministerpräsidenten. Dabei bewarb Markus Söder den Freistaat Bayern patriotisch als lohnenswertes Urlaubsziel: "Man müsse zum Urlauben auch nicht nach Österreich fahren, sondern könne in Bayern bleiben." Merkel ergänzte mit verschmitztem Grinsen: "Der Norden hat auch super Möglichkeiten."

Update, 26. Mai: Ministerpräsident Söder hat neue Details zur Corona-Krise bekannt gegeben und listete unter anderem die nächsten Lockerungsmaßnahmen im Freistaat auf.

Die Öffnung von Biergärten, Gastronomie und Tourismus ebnet ein stückweit den Weg zur Normalität. Vom Pfingstwochenende ab dürfen Hotels neben Geschäftsreisenden - nun auch wieder Touristen beherbergen. Allerdings gelten nach wie vor strenge Hygieneregeln sowie die Vorschrift, dass an einem Tisch nur Personen aus max. zwei Hausständen zusammensitzen dürfen - ansonsten muss der Mindestabstand von 1,50 Metern gewahrt bleiben. Die entscheidenden Lockerungen machen Radurlaube bzw. mehrtägige Etappentouren jedenfalls wieder möglich. 

Ab 8. Juni dürfen sich gesellige "Freiluft-Sportler" freuen, denn dann ist es auch Sportmannschaften erlaubt im Freien in Gruppen von bis zu 20 Personen zu trainieren. Gruppenausfahrten von Radfahrern bzw. Mountainbikern sind bis zu dieser Personenzahl dann wieder erlaubt (bis zum 8. Juni max. 5 Personen). Bei zu geringem Abstand (Windschattenfahren) gilt zu beachten, dass durch ausgeatmete Viren-Aerosole latentes Infektionsrisiko besteht (siehe Studie »Social Distancing v2.0: During Walking, Running and Cycling«). 

Desweitern sollen in Bayern ab dem 8. Juni Fitnessstudios und Schwimmbäder und ab 15. Juni Kinos, Theater und Konzertveranstaltungen wieder öffnen.

Überdies haben sich Bund und Länder grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni verlängert werden.

Lockerungsmaßnahmen

  • ab 15. Juni Kinos, Theater und Konzertveranstaltungen dürfen wieder öffnen
  • Ab 8. Juni dürfen Fitnessstudios und Schwimmbäderi öffnen. Zudem ist es Sportmannschaften im Freien in Gruppen erlaubt von bis zu 20 Personen zu trainieren
  • Am 30. Mai öffnen unter strenger Hygieneauflagen Hotels (ohne Sauna, Wellness, Schwimmbäder) sowie Campingplätze und Ferienwohnungen
  • Am 25. Mai eröffnet die Gastronomie unter strenger Hygieneauflagen (bis 22 Uhr, begrenzte Gästezahl, Sicherheitsabstand)
  • Am 18. Mai öffnet tagsüber unter strenger Hygieneauflagen die Außengastronomie 
  • Am 11. Mai fällt die Begrenzung der Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter weg, d.h. alle Kaufhäuser und Shoppingcenter dürfen mit entsprechendem Sicherheits- und Hygienekonzept öffnen (u.a. Einlasskontrollen, Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen einzelnen Personen, rechnerisch max. 1 Kunde auf 20 Quadratmeter Fläche)
  • Kontaktloser Sport im Freien wie Tennis, Golf, Segeln, Leichtathletik oder Reiten wird vom 11. Mai an erlaubt

Söder appelliert angesichts der unsicheren Situation mit Grenzschließungen aberrmals den Pfingsturlaub heimatnah zu verbringen: "Es gibt bis dahin ein hervorragendes Angebot in Bayern und keinen Anlass in benachbarte Länder fahren zu müssen."

Nachdem Biergärten und Gastronomiebetriebe wieder geöffnet haben und die Hotellerie ab 30. Mai Touristen Willkommen heißen darf, braucht man als hungriger und durstiger Mountainbiker auf Einkehrschwünge bzw. Übernachtungen nicht mehr verzichten. Ab 8. Juni erlaubt die erhöhte Gruppenzahl auf bis zu 20 Personen mehr Freiheiten, um seine Leidenschaft gemeinsam mit Freunden ausleben zu können.

 Da sich im östlichen Bayern etliche Fußgänger/Radfahr-Grenzübergange ins benachbarte Tschechien befinden folgender Hinweis: Touristische Reisen in die Tschechische Republik sind aktuell ausgeschlossen. Dies bezieht sich ausdrücklich auch auf Wanderungen, Radfahrten, Einkaufsfahrten oder Tankfahrten, von denen weiterhin Abstand zu nehmen ist. Das Tschechische Innenministerium weist darauf hin, dass Verstöße mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden. So kann beispielsweise bei Nichtbeachtung der Quarantäneordnung oder der Bedingungen zur Vorlage eines negativen Corona-Tests eine Strafe in Höhe von bis zu 40.000 Euro verhängt werden. Der Grenzübertritt außerhalb der festgelegten Übergangsstellen oder die Umgehung von Kontrollen ist verboten und wird mit bis zu 2.000 Euro Geldbuße verfolgt. Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler bittet daher die Bevölkerung um dringende Beachtung der Regelungen, um Strafzahlungen zu vermeiden. Zugleich zeigt er sich optimistisch, dass es schon bald zu einer vollständigen Lockerung der Regelungen kommen könnte. Nach derzeitigem Stand dauern die Kontrollen an der tschechischen Grenze noch bis zum 13. Juni 2020 an. (Quelle: Pressemitteilung Bezirk Oberpfalz)

  Mountainbike-Knigge in Zeiten von Corona

Aktuelle Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wie z.B. Verhaltensregeln, Gruppengröße, Schutz- und Hygienestandards beachten 

Deutsche Alpenverein empfiehlt: Höhere Geschwindigkeiten erfordern größere Abstände beim Hintereinanderfahren: 5 m bergauf, 20 m bergab und in der Ebene - Seitenabstand beim Überholen mind. 2 m 

Maßvolle Risikobereitschaft - Ausgesetztes (alpines) Steilgelände / anspruchsvolles Terrain meiden - #staysafe

Personen-Mindestabstand 1.5 Meter - #FlattenTheCurve

Proviant, Flüssigkeit, Ersatzschlauch, Luftpumpe, Minitool, Mund- Nasenschutz mitführen

Moderate Belastungsintensität 

Unterkünfte möglichst im Voraus reservieren

Streckenwahl: Kürzere Touren, leichtere Streckencharakteristik (MTB Singletrail Skala Bereich S0 / S1)  

No Go: Spucken & Schneuzen auf den Boden in der Nähe von Menschen 

E-Mountainbiker: sorgfältige Tourplanung im Hinblick der Akku-Reichweite

Nach Rückankunft rascher Kleidungswechsel (Erkältungsgefahr)

++Ride On - Take care and stays healthy++

Hinweis in eigener Sache: seit Ankündigung der Lockerungsmaßnahmen im Tourismussektor erreicht uns eine Flut von Anfragen, ob, wann bzw. unter welchen Voraussetzungen ein Bike-Urlaub bzw. mehrtägige Mountainbike-Touren wie beispielsweise die Befahrung des "Langstrecken-Flaggschiffs“ TRANS BAYERWALD - möglich sind. 

Dazu folgendes: Entscheidender Stichtag ist der 30. Mai, dann dürfen Hotels, Pensionen, Gasthäuser für touristische Zwecke wieder öffnen. Um nicht (unwissentlich) gegen die vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege verordneten Verhaltensregeln zu verstossen, sollte man über Vorschriften wie Schutz- und Hygienestandards, erlaubte Gruppengröße, Abstandsgebote etc. informiert sein. Da eine Bus-Reise zu einem Urlaubs-Ziel weiterhin untersagt bleibt, ist die An- und Abreise selbständig zu organisieren. Aufgrund der außergewöhnlichen Situation empfiehlt es sich Unterkünfte - ggf. auch Lokalbesuche - im Voraus zu buchen. 

Informationsquellen

Tagesaktuelle Informationen zu den neuesten Entwicklungen in Bayern, sowie zur Ausbreitung von Sars-CoV-2 und aktuelle Schutzmaßnahmen stellt das bayerische Gesundheitsministerium gebündelt zur Verfügung. 

Über geltende Vorschriften gibt die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung rechtsverbindlich Auskunft. Da diese Verfügungen mitunter im Wochen-Rhythmus aktualisiert werden ist es wichtig auf die Geltungdauer zu achten, d.h. wann sie in Kraft bzw. außer Kraft tritt. 

Vierte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung

Änderung der Vierten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung

Weitere Informationsquellen

  • Tourismusverbände
  • Landratsämter
  • lokale Tourist-Informationsstellen - vorzugsweise mit offizieller "I-Marke für zertifzierte Tourist-Info", die der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) nach Erfüllung eines Kriterienkatalogs vergibt
  • Beherbergungsbetriebe des Zielgebiets

 Deutschland fußt auf einem föderalen Staatssystem, bei dem die einzelnen Bundesländer über eine bestimmte Eigenständigkeit verfügen, die ihnen begrenzte staatsrechtliche Kompetenzen verleiht. Da das Länderrecht in den einzelnen Bundesländern voneinander abweichen kann, erklärt es unterschiedliche Vorgehensweisen wie beispielsweise beim Lockerungsprozess. Wer in ein anderes Bundesland bzw. durch mehrere Bundesländer reist, sollte sich im Vorfeld mit den landesspezifischen Richtlinien vertraut machen.

Einschränkungen

Für die schrittweise Öffnung der Gastronomie, Hotellerie und des Tourismus gelten strenge Auflagen, die insbesondere folgende Punkte umfassen:

  • Einschränkung von Öffnungszeiten
  • Ausarbeitung von Hygiene-Konzepten durch die Betriebe
  • Begrenzung von Gästezahlen
  • Sicherstellung von Abstand (Einlass/Ausgang separat, Reservierungspflicht)

Für die Öffnung von Hotels gelten strenge Auflagen, die insbesondere umfassen:

  • keine Öffnung von Angeboten mit gemeinschaftlicher Nutzung innerhalb von Hotels, insbesondere Wellness, Schwimmbad
  • Verpflichtendes Hygieneschutzkonzept wie in der Gastronomie
  • Verpflegung nur mit Abstand und begrenztem Einlass

Restrisiko

Urlaubsreisen sind in Deutschland mit Öffnung des Tourimus prinzipiell möglich, gleichwohl hat das Infektionsgeschehen Einfluss darauf, inwieweit die Reise- bzw. Bewegungsfreiheit aufrecht erhalten bleibt. Als wichtiger Indikator bildet die sogenannte Reproduktionszahl des Robert Koch-Instituts (RKI) die Ansteckungsrate ab. Springt sie über einen längeren Beobachtungszeitraum über die kritische Marke von 1 (Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt) könnten Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um Infektionsketten zu unterbrechen.

Da die Länder weitgehende Verantwortung für die Lockerung von Beschränkungen tragen sollen sie sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage ein konsequentes Gegensteuern erfolgt. Trotz dieser Unwägbarkeiten haben Deutschlandurlauber im Vergleich zu Auslandsaufenhalten entscheidende Vorteile. Sowohl das vorbildliche Gesundheitssystem, als auch kurze Reisewege vermitteln in unserem gut organisierten Land ein angenehmes Sicherheitsgefühl.  

Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden Großveranstaltungen wie Konzerte, Schützenfeste, Kirmes etc. bis mindestens 31. August untersagt. Konkrete Regelungen treffen die Länder im Rahmen ihres Ermessensspielraums. 

Sorgenfreier Auslandsurlaub rückt in weite Ferne

Die Tourismusbranche ist eine der am heftigsten von der Krise betroffenen Wirtschaftszweig in unserem Land. Dennoch zeichnet sich mit Blick zur zweiten Jahreshälfte ein Hoffnungsschimmer ab. In Anbetracht dessen, dass Auslandsreisen zumindest bis zur sommerlichen Hauptjahreszeit mit drastischen Einschränkungen behaftet sind, spielt dies dem Tourismus in Deutschland in die Hände. Auch deshalb, weil hierzulande Beherbergungsbetriebe zu touristischen Zwecken, Biergärten und Cafes bald öffnen und das Ende der Ausgangsbeschränkungen das Reisen im Heimatland wieder ermöglicht. Markus Söder stellte bereits Ende April dem Gastgewerbe Lockerungsmaßnahmen für Pfingsten in Aussicht: "Wenn wir Glück haben, könnte es bereits Pfingsten eine bessere Perspektive für den Bereich Hotels und Gastronomie geben. Das müssen wir zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden." Auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger blies ins selbe Horn, den krisengebeutelten Tourismussektor wieder anzukurbeln.

Ministerpräsident Markus Söder erklärte, er halte es für „eher unwahrscheinlich“, dass in diesem Jahr die Deutschen in Spanien, Italien, Frankreich oder der Türkei Urlaub machen könnten. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Urlaub in anderen Ländern im Sommer so leicht möglich ist, schätze ich aus gegenwärtiger Sicht eher als unwahrscheinlich ein", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am 16. April. Auch Tourismusexperten erwarten für Bayern - Deutschlands beliebtestes Reiseland - ab Sommer eine allmähliche Stabilisierung der Besucherzahlen. Markus Söder geht sogar von einem "ziemlichen Run" auf die Gastronomie und Hotellerie aus, wenngleich sich der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband angesichts strenger Auflagen eher skeptisch zeigt. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß sagte der Funke Mediengruppe: "Der Sommerurlaub dieses Jahr wird wahrscheinlich eher in Deutschland stattfinden". Branchen-Experten, wie etwa beim Deutschen Reiseverband (DRV), rechnen damit, dass sich die Situation in Deutschland verbessert. 

Dahoam ist's doch am Schönsten

Je länger die Wirren der Coronakrise andauern, umso mehr steigt bei urlaubsreifen Bürgern die Lust nach Reisen, Abwechslung und Erholung.  Wenn Bike-Enthusiasten gegen Fernweh ankämpfen und im Web sich durch verlockende Urlaubs-Destinationen klicken, entfacht allein die virtuelle Recherche schon Action- und Abenteuerlust. Für Urlaubshungrige, denen die Corona-Pandemie in der ersten Jahreshälfte einen Strich durch ihre Rechnung machte, dürfte durch die massiv eingeschränkte Bewegungsfreiheit und ständiger Corona-Berichterstattung die Sehnsucht nach geselligen Trailtouren mit Gleichgesinnten ganz oben auf der Wunschliste stehen. Nach all dem Stress die Social Distancing, Home-Office, Home-Schooling und nerviger Lagerkoller mit sich bringen, verwundert es kaum wenn die meisten Menschen reif für die "Insel" sind.

Doch welche Urlaubsdestination bietet sich eigentlich an, nachdem Mallorca, Italien, Spanien, Türkei, Tunesien - Fernreisen sowieso - flach fallen? Im Prinzip bleibt auf der Weltkugel nicht viel mehr übrig, als seinen Sommerurlaub in Deutschland zu verbringen. Ganz nach dem Motto Bayerischer Wald statt Livigno, Fichtelgebirge statt Frankreich, Spessart statt Saalbach stellt Urlaub im eigenen Land nicht nur einen Akt der Solidarität mit der arg gebeutelten heimischen Tourismusbranche dar, sondern es bereichert ungemein, reizvolles Terrain, kupierte Mittelgebirgslandschaften, regionaltypische Speisen, Kultur und Brauchtum hierzulande näher kennen zu lernen. 

Germany First 

Wir dürfen uns berechtigte Hoffnungen auf Urlaub in unserem so schönen, sicheren und verdammt gut organisierten Deutschland machen. Überzeugende Argumente seinen (Bike-) Urlaub hierzulande zu verbringen gibt es zuhauf, zumal das Geld auch noch im eigenen Land verbleibt. Wertschöpfung, die quasi im Sinne des "Germany First" Gedankens die Binnenwirtschaft ankurbelt. Nach Wochen des touristischen Stillstands befinden sich die klassischen MTB-Hotspots im Alpenvorland sowie den Mittelgebirgsregionen in den Startlöchern. 

Seit 6. Mai besteht in Bayern nur noch eine »Kontaktbeschränkung«. Der aktuelle Corona-Fahrplan sieht vor, dass am 18. Mai die Außengastronomie, am 25. Mai die Innengastronomie und ab 30. Mai die Hotellerie öffnen dürfen. Gemäß der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (4. BayIfSMV) ist zudem der Trainingsbetrieb von Individualsportarten im Breiten- und Freizeitbereich unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen ab dem 11. Mai erlaubt. Überdies können ebenfalls ab 11. Mai auch kleinere Gruppen von bis zu fünf Personen unter Wahrung der Mindestabstandsregel (1.5 Meter) gemeinsam biken (aktuelle Befristung beachten!). 

Trotz Corona-Krise und massiver Reisebeschränkungen, die seit zwei Monaten den Tourismus im Land lahm legen, hält eine große Mehrheit der Radtouristen überraschenderweise an ihren diesjährigen Reiseplänen fest. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage unter 1.500 Reisenden, die die Radreisen-Datenbank Anfang April 2020 durchgeführt hat. Demzufolge haben mehr als 70 Prozent für 2020 eine Reise geplant bzw. eine bestimmte (Rad-) Strecke im Auge. Von ihnen möchten 80 Prozent die Reise auch unternehmen. 90 Prozent der Befragten kann sich sogar grundsätzlich vorstellen, dieses Jahr noch eine weitere mehrtägige Radreise zu unternehmen.

Bayern - Radreiseland Nummer Eins & superbes Mountainbike-Eldorado

Die aktuelle ADFC-Radreiseanalyse (Allgemeiner Deutsche Fahrrad-Club), die am 5. März 2020 im übrigen wegen der Corona-Pandemie erstmalig nicht im Rahmen auf der weltgrößten Reisemesse der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin vorgestellt wurde, beleuchtet interessante Entwicklungen zum Radreiseverhalten. Demnach ist das beliebteste Radtourismus-Bundesland Bayern (22.1%), gefolgt von Niedersachsen (15.78%), Nordrhein-Westfalen (10.85%), Baden Württemberg (9.12%) und Mecklenburg-Vorpommmern (8.11%). Das Allgäu zählt zur beliebtesten Radregion Deutschlands, gefolgt vom Emsland und Münsterland.

Bayern bietet nicht nur Radfahrern und Radsportlern exzellente Bedingungen, sondern Mountainbiker kommen ebenso voll und ganz auf ihre Kosten. Neben dem Voralpenland vom Bodensee über die Zugspitzregion und Chiemgau bis ins Berchtesgadener Land bieten sage und schreibe fünf Mittelgebirge (Bayerischer Wald, Oberpfälzer Wald, Fichtelgebirge, Frankenwald, Rhön) hervorragendes Entfaltungspotential, das sowohl konditionell wie fahrtechnisch nahezu alle Schwierigkeitsgrade abdeckt.

Dass Radfahrer wie Mountainbiker im Freistaat Bayern wie die Made im Speck leben ist schon lange kein Geheimnis mehr. Die abwechslungsreiche Naturlandschaft mit mannigfaltiger Topographie spricht nunmal jeden Zweiradfan an, egal wie fit er ist bzw. ob er ein Rennrad, Tourenrad, Gravel- Cross- e-bike oder Mountainbike pilotiert. Es gibt nicht viele Regionen in Deutschland mit einem derartig facettenreichen und bestens beschilderten Radwegenetz wie südlich des "Weißwurstäquators" (scherzhafte Bezeichnung für eine gedachte Kulturgrenze zwischen Bayern und dem übrigen Deutschland). Beispielsweise der Bayerische Wald, dessen Naturregion proppevoll mit reizvollen Kontrasten ist. Hier urbanes und kulturelles Treiben dort urtümliche Natur in energetischer Stille, wo sich der Himmel am Horizont mit geschwungenen Waldwogen vereint. Durchatmen, die Ruhe und kulinarische Pausen genießen und den Alltag vergessen - ein Gebot der Stunde, das in der gegenwärtig bedrückenden Zeit große Bedeutung genießt. Plätschernde Bäche, stille Seen, duftende Wälder, malerische Dörfer, und liebenswerte Kleinstädte mit urigen Winkeln und Gassen sowie historischen Gebäuden prägen das Gesicht dieser wundervollen Naturregion.

  Da in Deutschland bundesweit eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus in Kraft. tritt (in Läden, Busse & Bahnen), sollte jeder Radfahrer sicherheitshalber ein entsprechendes Accessoire mitführen. So kann z.B. für Energienachschub bzw. bei technischem Defekt jederzeit ein Geschäft / Zweirad-Shop betreten werden.

Wer sich in Bayern ab dem 27. April nicht an die Mundschutz-Pflicht hält - die im übrigen im ÖPVN nicht nur in Bussen, Bahnen oder Taxis, sondern auch beim Warten an der Haltestelle oder am Bahnsteig gilt, löhnt mindestens 150 Euro! Besonders teuer werden Verstöße gegen die Mundschutzpflicht zum Schutz vor Ansteckungen mit dem Coronavirus zum Beispiel für Ladenbesitzer, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt. Hierfür sieht der Bußgeldkatalog eine Zahlung von 5000 Euro vor. Die Bayerische Staatsregierung verordnet bei der Mund-Nasen-Bedeckung keine spezifischen Schutzmasken mit bestimmten Qualitätsanforderungen, sondern hierfür reichen sogar selbstgenähte Konstrukte aus. Wahlweise dürfen auch ein Schal oder Tuch verwendet werden. Ungeachtet dessen sollte der Mindestabstand von 1,5 Metern laut Experten dennoch eingehalten werden. 

Weitere Details sind in einem FAQ - Katalog vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration hinterlegt. 

Mittelgebirge in Deutschland bieten üppiges Offroadpotential

Abgesehen vom Voralpenland bieten deutsche Mittelgebirge Mountainbikern ein hervorragendes Entfaltungspotential, das sowohl konditionell als auch fahrtechnisch nahezu alle Schwierigkeitsgrade aufweist. 

BAYERISCHER WALD (höchste Erhebung Großer Arber, 1.456 m.ü.NN.) 

Der Bayerische Wald liegt in Ostbayern - genauer gesagt in Niederbayern und der Oberpfalz. Das rund 100 km lange Mittelgebirge bildet eine stark bewaldete Naturgrenze zwischen Tschechien (Böhmischer Wald) und Bayern und grenzt im Südosten an Oberösterreich. Der Großer Arber ist nach dem Feldberg im Schwarzwald der zweithöchste Berggipfel der deutschen Mittelgebirge.  

FICHTELGEBIRGE (höchste Erhebung Schneeberg, 1053 m.ü.NN.) 

Das Fichtelgebirge (Bayern) bedeckt eine Fläche von ca. 1600 Quadratkilometern, wobei sich der überwiegende Teil des Gebirges im Osten von Oberfranken befindet. Im Südosten grenzt das Fichtelgebirge an die Oberpfalz, bzw. der süd- und nordöstliche Teil reichen an das Nachbarland Tschechien heran. 

OBERPFÄLZER WALD (höchste Erhebung Kreuzfelsen, 938 m.ü.NN.)  

Der Oberpfälzer Wald erstreckt sich zwischen den Städten Waldmünchen im Süden und Waldsassen im Norden. Der Oberpfälzer Waldes erstreckt sich auf einer Länge von mehr als 100 km und weist eine Breitenausdehnung von rund 30 bis 40 km auf. Der Cerchov in Tschechien, 2 km von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt, im Städtedreieck Waldmünchen, Furth im Wald und Domažlice misst eine Höhe von 1042 m.ü.NN.

FRANKENWALD (höchste Erhebung Döbraberg, 795 m.ü.NN.)

Der Frankenwald ist ein 925 km² großes Mittelgebirge in Oberfranken (nördliches Bayern). Teile des Gebirges gehören zum Bundesland Thüringen und bilden dort die Fortsetzung des Thüringer Waldes. Der 200 km lange Höhenzug aus Thüringer Schiefergebirge, Thüringer Wald, Fichtelgebirge und Frankenwald reicht bis zur Grenze von Tschechien heran.

RHÖN (höchste Erhebung Wasserkuppe, 950 m.ü.NN.) 

Das 1500 km² große Mittelgebirge liegt im Grenzgebiet der Bundesländer Bayern, Thüringen und Hessen und ist im Südosten überwiegend vulkanischen Ursprungs. Der höchste Berggipfel der Rhön - die in Hessen liegende Wasserkuppe - ist zugleich der höchste Berg des Landes Hessen.

ERZGEBIRGE (höchste Erhebung Keilberg/Klínovec, 1244 m.ü.NN.)

Das Erzgebirge liegt sowohl in Sachsen als auch in Böhmen, womit es teilweise zu Tschechien gehört. Die Staatsgrenze von Deutschland und Tschechien verläuft nahe der Kammlinie. Der nordwestlich gelegene Teil gehört zum Naturpark Erzgebirge/Vogtland, wobei das östliche Erzgebirge unter Landschaftsschutz steht.

THÜRINGER SCHIEFERGEBIRGE (höchste Erhebung Großer Farmdenkopf, 869 m.ü.NN.)

Das Thüringer Schiefergebirge liegt im gleichnamigen Bundesland Thüringen. Sowohl der Große Farmdenkopf als auch der Kieferle (867 m) und Bleßberg (867 m) befinden sich im Landkreis Sonneberg.

THÜRINGER WALD (höchste Erhebung Großer Beerberg, 983 m.ü.NN.) 

Das gut 1000 Quadratkilometer große, sehr waldreiche Mittelgebirge liegt im Freistaat Thüringen und steht insgesamt unter Naturschutz. Das Gebirge verläuft von der Werra im Nordwesten bis im Südosten zum Frankenwald (Bayern) hin.

HARZ (höchste Erhebung Brocken, 1141 m.ü.NN.)

Der Harz ist Norddeutschlands höchstes Mittelgebirge. Im Schnittpunkt von Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen überlappt der Harz drei Bundesländer. Der Brocken ist zugleich die höchste Erhebung in Sachsen-Anhalt.

ZITTAUER GEBIRGE (höchste Erhebung Lausche 793 m.ü.NN.)

Das Zittauer Gebirge ist der deutsche Teil des Lausitzer Gebirges an der sächsisch-böhmischen Grenze im Südosten von Sachsen (früheres Sudetenland).

VOGELSBERG (höchste Erhebung Taufstein, 773 m.ü.NN.)

Der Vogelsberg in Mittelhessen ist Teil des Osthessischen Berglandes und gilt als größtes europäische Massiv aus Basalt. Der Naturpark Hoher Vogelsberg bedeckt den Großteil der Vogelsberger Hochlagen. Auf dem Vogelsberg verläuft auch die Rhein-Weser-Wasserscheide.

SCHWARZWALD (höchste Erhebung Feldberg, 1493 m.ü.NN.)

Der Schwarzwald liegt im Südwesten von Baden-Württemberg und bildet nicht nur das größte zusammenhängende Mittelgebirge Deutschlands, sondern weist mit dem 1493 m hohen Feldberg den höchsten Berggipfel der deutschen Mittelgebirge auf. Achtung: als einziges Bundesland in Deutschland hält Baden-Württemberg an der 2 Meter Regel fest!

SCHWÄBISCHE ALB (höchste Erhebung Lemberg, 1015 m.ü.NN.)

Die Schwäbische Alb liegt in Baden-Württemberg bzw. in Kleinteilen in der Schweiz. Die Region ist etwa 200 km lang und im Schnitt ca. 35 – 40 km breit. 

TAUNUS (höchste Erhebung Großer Feldberg, 881 m.ü.NN.)  

Der Taunus ist ein Mittelgebirge in Rheinland-Pfalz und Hessen. Das Gebirge ist etwa 75 km lang, rund 35 km breit und bedeckt eine Fläche von 2700 km². Der Taunus teils äußerst schwach besiedelt und sehr waldreich weswegen die Region ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel sowie ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt des Landes ist.

ROTHAARGEBIRGE (höchste Erhebung Langenberg, 843 m.ü.NN.)  

Das Rothaargebirge liegt in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Es ist der Höhenschwerpunkt des Sauerlandes und zählt zum höchst gelegenen Teilgebirge des Rheinischen Schiefergebirges. Das Kerngebirge wird von der Rothaar und vom Hochsauerland gebildet. Zugleich ist der Langenberg die höchste Erhebung in Nordrhein-Westfalen.

ELSTERGEBIRGE (höchste Erhebung Kapellenberg, 759 m.ü.NN.)

Im südwestlichen Zipfel von Sachsen befindet sich das Elstergebirge im deutsch-tschechischen Grenzgebiet. Im Nordosten wird die Region durch die Linie Erlbach – Gunzen und im Südwesten bei A und Hazlov (CZ) vom Fichtelgebirge abgegrenzt. Das Egerbecken schließt sich südlich an. 

HUNSRÜCK (höchste Erhebung Erbeskopf, 816 m.ü.NN.)

Der Hunsrück befindet sich in Rheinland-Pfalz und auch im Saarland befinden sich noch geringe Teile des Mittelgebirges. Die Simmener Mulde sowie die Hunsrückhochfläche (Höhe 400 bis 500 m) bilden den Kern des Hunsrück. Die Region gehört als südwestlicher Teil vom Rheinischen Schiefergebirge zu den ältesten Gebirgen in Deutschland.

HOHER MEIßNER (höchste Erhebung Kasseler Kuppe, 753 m.ü.NN.) 

Der Hohe Meißner ist ein bis zu 753 m hohes Bergmassiv und liegt im Fulda-Werra-Bergland im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Der Hohe Meißner genießt einen hohen Bekanntheitsgrad, da hier das Märchen der Frau Holle spielt.

EIFEL (höchste Erhebung Hohe Acht, 747 m.ü.NN.)

Die Eifel liegt zwischen Trier im Süden, Aachen im Norden und Koblenz im Osten. Die Region ist der deutsche Teil eines bis zu 747 m hohen Mittelgebirges in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Ardennen in Luxemburg und Belgien stellen den Fortsatz des Mittelgebirges dar. 

ELBSANDSTEINGEBIRGE (höchste Erhebung Großer Zschirnstein/Decínský Sneník, 723 m.ü.NN.)

Das Elbsandsteingebirge ist ein Mittelgebirge in Nordböhmen (Tschechien) und am Oberlauf der Elbe im Bundesland Sachsen, das überwiegend auf Sandstein aufgebaut ist. Im Allgemeinen wird der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges als Sächsische Schweiz bezeichnet, während der tschechische Teil Böhmische Schweiz (Ceské výcarsko) genannt wird.

Allheilmittel gegen den "Corona-Blues"

Da uns die Covid-Pandemie vor ungeahnte Herausforderungen stellt ist es umso wichtiger, der angespannten Psyche regelmäßige Auszeiten zu verschaffen. Bevor einem die Decke auf den Kopf fällt bzw. Alltagssorgen oder Zukunftsängste überhand nehmen, schafft Bewegungsaktivität an frischer Luft eine abwechslungsreiche Ablenkung. So wirkt z.B. Mountainbiking wie ein Wunderpräparat ganzheitlich auf Körper, Geist und Seele. Medizinische Befunde belegen hinlänglich, dass eine inspirative Rad- oder Mountainbike-Tour die Ausschüttung von Glückshormonen fördert und das seelische und körperliche Gleichgewicht herzustellen vermag. Nach einer Tour entfaltet sich ein Feeling von innerer Ausgeglichenheit, Selbstzfriedenheit und Zuversicht. Angesichts beängstigender Ungewissheit und zwischenmenschlicher Distanz verschafft ein Fahr- und Naturerlebnis einen Gegenpol, der die Psyche stärkt. Was liegt also näher, seine häusliche Isolation zu verlassen und im Sattel alle Sorgen und Schwerenöte hinter sich zu lassen? 

Auch die Weltgesundheits-Organisation WHO empfiehlt nachdrücklich das Radfahren: "Wann immer möglich, sollten Sie Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen. Dies ermöglicht Ihnen, körperliche Distanz zu wahren, und hilft Ihnen gleichzeitig, die Mindestanforderungen an die tägliche körperliche Betätigung zu erfüllen, was aufgrund zunehmender Telearbeit und des eingeschränkten Zugangs zu Sport und anderen Freizeitaktivitäten schwieriger sein kann."

Wer sich außerhalb der eigenen vier Wände bewegen möchte, muss die geltenden Vorschriften befolgen - ansonsten drohen saftige Geldbußen bzw. in Härtefällen drohen sogar Ingewahrsamnahmen oder Haftstrafen. Gruppenbildung bleibt strikt untersagt. Ein solches Delikt ist nicht als Ordnungwidrigkeit eingestuft, sondern stellt ein Vergehen nach dem § 74 des Infektionsschutzgesetzes dar (Straftat) das den Erlass eines Strafbefehls von der Staatsanwaltschaft nach sich zieht. 

Bußgeldkatalog „Corona-Pandemie“ des Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration und des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege 

Epidemiologen und Mediziner empfehlen Radfahren aus vielerlei Gründen. Insbesondere dann, wenn hierdurch beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel gemieden werden, weil sich in Bussen und Bahnen Menschen vergleichsweise sehr nahe kommen. Da laut Robert-Koch-Institut die Tröpfcheninfektion als Hauptübertragungsweg des COVID-19 gilt, besteht im öffentlichen Nah- und Fernverkehr durch die unmittelbare Fahrgastnähe ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Christian Drosten, der Chef der Virologie an der Berliner Charité und derzeit einer der gefragtesten Experten im Hinblick auf das Coronavirus sagt dazu: "Ein mitteltropfiges Aerosol bleibt jedoch eine Zeitlang in der Raumluft stehen und wenn es eine Luftbewegung gibt, dann wird es weitertransportiert". Zu allem Übel kann der Covid19 Virus zudem durch Schmierinfektion oder Ansteckung über die Bindehaut der Augen übertragen werden. Das Risiko, sich durch Berühren von kontaminierten Oberflächen zu infizieren mag zwar gering sein, prinzipiell ausgeschlossen ist es trotzdem nicht. Laut einer Studie können Erreger auf Oberflächen bis zu neun Tage überleben und womöglich infektiös sein. Also Vorsicht, denn auf jedem Haltergriff, Türöffner, Haltestange wie im übrigen auch Ampelknöpfe können Keime lauern. 

Nun, wo Millionen von Menschen sich im Home-Office oder Kurzarbeit befinden bzw. freigestellt sind, bietet der wirtschaftliche Lockdown die ideale Gelegenheit aus dem stressigen Hamsterrad auszusteigen. Im Klartext bedeutet dies: Runter vom Gas - sprich kürzer treten. Solange uns die Corona-Epidemie im Griff hält, sollte maßvoll in den entschleunigten Schongang geschaltet werden. Wer entschleunigt in Wohlfühlgeschwindigkeit easy dahin kurbelt stärkt nämlich sein Immunsystem. Umgekehrt wird die körpereigene Abwehr bei hoher Belastung geschwächt, was aggressiven Krankheitserregern wie z.B. dem »Sars-CoV-2« Tür und Tor öffnet. Deshalb besser auf konditionelle Gewaltakte verzichten, denn nur ein intaktes Immunsystem vermag der Virengefahr ein widerstandsfähiges Bollwerk entgegen zu setzen.  

Außerdem ist eine defensive Fahrweise angebracht, um das Gefahrenpotential zu reduzieren. "No Risk no Fun" ist in Zeiten eines ausgelasteten Gesundheitswesens definitiv fehl am Platz, weswegen ausgesetztes (alpines) Steilgelände gemieden werden sollte. Dafür bieten sich smoothe Forst- und Schotterwege oder leichtere Trailtouren (MTB Singletrail Skala Bereich S0 / S1) an, die der leidenschaftlicher "Trail-Surfer" ansonsten links liegen lässt. Mit dem Cross- oder Gravelbike lassen sich Asphalt- und leichtere Geländepassagen ideal miteinander kombinieren. 

Da das Gesundheitssystem bzw. medizinisches Personal derzeit alle Hände voll zu tun hat heißt das Gebot der Stunde, alles zu tun um gesund und verletzungsfrei zu bleiben bzw. alles zu unterlassen was dem zuwiderläuft. Deshalb lieber auf einen riskanten Fahrstil wie z.B. waghalsige Sprünge verzichten und anspruchsvolles Terrain generell meiden. Angesichts dessen, dass man sich aufgrund der Ausgangsbeschränkung in aller Regel allein auf weiter Flur bewegt, ergibt sich ein weiteres nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential. Wer solo unterwegs ist, dem sollte bewußt sein, dass er im Falle eines Defektes oder Sturzes allein auf sich gestellt ist. Befindet sich die Stelle schlechterdings in einem Funkloch kann demzufolge nicht mal einen Notruf absetzen. 

Für E-Mountainbiker bedeutet der gegenwärtige Ausnahmezustand, (Solo-) Touren in Abhängigkeit der Akku-Reichweite sorgfältig zu planen. Die jeweilige Reichweite wird von einige Faktoren beeinflusst: beispielsweise Außentemperatur, Fahrstil,  Gewicht des Fahrers, Topografie, Witterungs- und Bodenverhältnisse sowie vor allem der angewandte Unterstützungsmodus verkürzen oder verlängern die Reichweite. Tipp: etablierte Motorenhersteller bieten Reichweiten-Assistenten, mit denen sich nach Eingabe individueller Parameter eine Entfernung berechnen lässt (grober Schätzwert). Für E-Biker gilt dasselbe wie für klassische Biker: wer allein im Gelände fernab der Zivilisation unterwegs ist, bleibt auf sich allein gestellt. Macht der Akku die Grätsche und muss Höhenmeter zwangsläufig schiebend überwinden kann die heikle Situation zum ernsthaften Problem werden.

Die medizinische Versorgung mag gewährleistet sein, doch aufgrund der limitierten Kapazitäten kann eine Notversorgung oder Unfallrettung länger dauern als dies sonst der Fall ist. Dass das Krankenhauspersonal angesichts der Kapazitätsengpässe nicht sonderlich erpicht ist Sport- und Freizeitunfälle zu behandeln ist mehr als verständlich. Außerdem bindet jeder Rettungseinsatz personelle Ressourcen, die womöglich an anderer Stelle dringender benötigt werden. Wer angesichts dieser außergewöhnlichen Begleitumstände hohe Risiken billigend in Kauf nimmt handelt  schlicht und ergreifend unverantwortlich.

»Social Distancing v2.0: During Walking, Running and Cycling« - Studie rät zu größeren Abständen unter Sporttreibenden

Mountainbiken mag in Corona-Zeiten zwar per se als bedenkenlos gelten, gleichwohl minimieren einige Vorsichtsmaßnahmen potentielle Ansteckungsrisiken.

Bisher ging man davon aus, dass ausgeatmete SARS-CoV-2-Viren zu Boden sinken und rasch ihre Infektiösität verlieren. Ebenso war man der Annahme, dass ein Abstand zwischen Personen von weniger als anderthalb Metern grundsätzlich als Infektionsdistanz gilt. Doch die Frage, ob diese pauschale Abstandsregel gleichsam auch für Menschen in Bewegung zutrifft (Sport) konnte mangels empirischer Untersuchung bislang niemand verlässlich klären. Aktuell wird über diese spannende Frage unter Wissenschaftlern lebhaft - teils kontrovers - diskutiert. In den letzten Wochen wurde ersichtlich, wie stark sich die Halbwertszeit von Nachrichten (Informationen) verkürzt hat. Manches von dem was heute gilt kann morgen schon wieder Makulatur sein. Das rapide steigende Wachstum an Know-How über den SARS-CoV-2-Erreger, der die neuartige Covid-19-Krankheit auslöst (seit 7. Januar 2020 bekannt) macht ein Blick auf das Cochrane-Register deutlich. Das nach dem britischen Epidemiologen Archie Cochrane benannte Archiv zählte am 24. April bereits 2 101 Covid-19-Studien. Inwieweit die aufsehenerrenden Thesen und empfohlenen Abstandsgebote der neuen Studie »Social Distancing v2.0: During Walking, Running and Cycling« der Universitäten KU Leuven (Belgien) und TU Eindhoven (Niederlande) tatsächlich zutreffend sind bleibt abzuwarten. Es bedarf noch einer Überprüfung von unabhängigen Wissenschaftlern. in Form eines qualitätssichernden Peer-Review-Verfahren, bevor die Erkenntnisse faktische Sicherheit haben.

Unter der Leitung von Bert Blocken, Professor für Gebäudephysik und Aerodynamik wurde untersucht, wie sehr Sportler COVID-19-Erregern ausgesetzt sein können, wenn sie sich im Windschatten eines anderen Sportlers bewegen. 

Die Forscher untersuchten den Ausstoß von Speichelpartikeln während verschiedener Bewegungen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Die veränderten Positionen waren nachfolgend, nebeneinander, diagonal versetzt hintereinander sowie direkt hintereinander. Insbesondere Radsportler nutzen gerne den energiesparenden Windschatteneffekt, was sich in Zeiten von Corona als besondere Gefahr herausstellen kann. Prof. Blocken gegenüber der Deutsche Welle: "Wenn man läuft oder Rad fährt und dabei ausatmet, werden zahlreiche nur Mikrometer große Tröpfchen ausgestoßen". Speziell Luftverwirbelungen vermögen die Verbreitung des Virus im Windschatten erhöhen, was durch die CFD-Strömungsanalyse belegt wurde. Quintessenz der Studie: durch die verursachten Luftverwirbelungen beim Radfahren und Laufen können Mikropartikel - und damit auch Viren - sehr viel weiter „tragen“ als die empfohlene Distanz des Social Distancing vorgibt.

Der Befund dieser aufwendigen Studie besagt, dass der bisher vorgegebene Mindestabstand von 1.5 Meter beim Radfahren/Laufen anscheinend bei weitem nicht ausreicht um eine Infizierung mit dem Covid-19-Virus auszuschließen. Für Sportler, die hintereinander Laufen/Radfahren ist das Infektionsrisiko demnach deutlich größer als für jene, die nebeneinander unterwegs sind. Die Empfehlungen der Forscher lauten: Spaziergänger sollten mindestens vier bis fünf Meter Abstand zu dem nächsten Menschen vor sich lassen, Läufer und langsame Radfahrer rund zehn – und sportive, schnelle Radfahrer 20 Meter. 

Bild oben: der Studie »Social Distancing v2.0: During Walking, Running and Cycling« zufolge unterliegen Radfahrer/Mountainbiker bei zu geringen Abständen voneinander (z.B. Windschatten) während der akuten Covid-19 Pandemie anscheinend einem erhöhten Infektionsrisiko (Ausgangsbeschränkung verbietet Gruppenbildung).

Am ungefährlichsten sei es laut Studie, wenn sich Sportler im gleichen Tempo nebeneinander bewegen, weil ihre Tröpfchenwolke dahinter abgegeben wird. Auch diagonal versetzt ist das Risiko, Partikel aus der Atemluft des Vordermanns einzuatmen, geringer, während das höchste Kontaminationsrisiko besteht, wenn sich die hintere Person direkt im Windschatten der vorderen befindet.

In Abhängigkeit von der Geschwindigkeit, Windrichtung und -Stärke könnte man auch mit einem Abstand von mehreren Metern mit dem Coronavirus in Kontakt kommen. „Wer hustet oder niest, sondert Tröpfchen mit einer höheren Geschwindigkeit ab. Doch auch wer nur normal atmet, hinterlässt Partikel in der Luft“, sagt Professor Bert Blocken.

Blocken empfiehlt daher, sich schon lange bevor man eine andere Person überholt, entsprechend weit zur Seite zu bewegen, damit man nicht in den Windschatten und die Tröpfchenwolke des anderen gerät. Anmerkung: die Atmung im Begegnungsverkehr/Überholvorgang kurzzeitig zu stoppen mag übertrieben erscheinen, doch so wird verhindert dass krankheitserregende Speicheltröpfchen eingeatmet werden die eine Person ausgestoßen hat. 

Auch wenn der Studie das Peer-Review-Verfahren (Bewertung durch unabhängige Gutachter / Wissenschaftler) aktuell noch fehlt, kann der Radfahrer/Läufer selbst beurteilen, wieviel Abstand er zu anderen Sporttreibenden lässt. Sollten sich die Studienergebnisse durch weitere valide Ergebnisse bewahrheiten, wäre die pauschale 1.5 Meter Abstandsregel für bewegende Menschen jedenfalls hinfällig. 

Problem: Da der Ausnahmezustand bisweilen für hohe Frequenz besonders auf populären Radwege-Achsen sorgt, dürfte die Wahrung eines erweiterten "Sicherheitsabstands" gar nicht so einfach sein. Von daher sollten stark befahrene (Rad-) Wege bzw. vielbesuchte Naherholungsgebiete gemieden (umfahren) werden. Straßen bieten sich als Ausweichmöglichkeit an, zumal sich das Verkehrsaufkommen verringert hat. 

Dr. med. Paul Schmidt Hellinger, Sportmediziner an der Charite Universitätsmedizin Berlin (deutscher Rekordhalter im 50 km Ultramarathon) empfiehlt die 1,5-Meter-Mindestabstandsregel beim Laufen/Radfahren (Hintereinander) auf 15 Meter zu verzehnfachen. Der Sportmediziner verweist auf Luftverwirbelungen die mit Virenaerosol versetzt und bei zu kurzem Abstand eingeatmet werden können. Dr. Schmidt Hellinger warnt desweiteren von dem Anfassen von Geländern, Krafttrainingsgeräten, CrossFit-Stangen oder dergleichen, da dort die im Handschweiß gelösten Viren je nach Temperatur eine gewisse Zeit verweilen bevor sie absterben. Allerdings fehlt der wissenschaftliche Nachweis, ob die Virenmenge über größere Entfernungen ausreicht um eine Tröpfcheninfektion auszulösen. Fachleute wie z.B. Harvard-Epidemiologe William Hanage kritisieren daher die These: "Es ist nicht so entscheidend wo die Viren sind, sondern wie viele Viren übertragen werden."

 Der Deutsche Alpenverein empfiehlt: Höhere Geschwindigkeiten erfordern größere Abstände beim Hintereinanderfahren: 5 m bergauf, 20 m bergab und in der Ebene und beim Überholen einen Seitenabstand von mind. 2 m.

Kritik gegenüber der »Social Distancing v2.0 - Studie« 

Manche Experten widersprechen dieser Studie und bezweifeln die These, dass eine Ansteckungsgefahr mit dem Coroanvirus Sars-CoV-2 beim Radfahren über Distanzen von 10-20 Meter hinter einem vorausfahrenden Radfahrer bestehe. Juliane Pfeiffer von der Gesellschaft für Virologie (GfV) erklärte gegenüber dem Rennradmagazin »TOUR« ihre Einschätzung: "Aus virologischer Sicht muss man darauf hinweisen, dass wir aktuell nicht wissen, ob und wie häufig COVID-19 über die Luft - also über kleinste Tröpfchenkerne, genannt Aerosole, die vom Infizierten aus- und einem anderen eingeatmet werden - übertragen wird. Dieser Infektionsweg durch Einatmen ist nicht auszuschließen, jedoch ist der hauptsächliche Übertragungsweg nach jetzigem Stand immer noch die Tröpfcheninfektion, bei der also beim Husten und Niesen Tröpfchen entstehen und beim Gegenüber über die Schleimhäute (Nase, Mund, Auge) aufgenommen werden. Hinzu kommt: Im Freien – also beim Laufen, Joggen, Fahrradfahren an der frischen Luft – herrschen Bedingungen, die eine Übertragung eher erschweren: Die (ausgehustete oder ggf. ausgeatmete) Viruslast wird in der Luft rasch verdünnt und es herrscht meist ein gewisser Wind, wodurch die winzigen infektiöse Partikel rasch verweht werden. Insofern halten wir das Risiko beim Joggen, Fahrrad fahren, Überholen mit dem Fahrrad für überschaubar, sofern die aktuell empfohlenen sozialen Distanzregeln – also Abstand von mindestens 1,5 bis 2 Metern zu anderen halten und kein Sport in Gruppen - eingehalten werden."

Juliane Pfeiffer steht mit ihrer Kritik nicht alleine da. Gegenüber <Vice> kritisierte der Epidemiologe William Hanage, vom Harvard Center for Communicable Disease Dynamics, die Arbeit Blockens als unwissenschaftlich und betonte ebenfalls, dass die Übertragung durch Mikrotröpfchen noch nicht bewiesen sei: "Wo sich die Tröpfchen befinden, ist aus epidemiologischer Sicht viel unwichtiger, als welche Menge an Übertragung auf diesem Wege stattfindet". Sie verwies damit auf die hohe Virenlast, die für eine Infektion entscheidend sei.

Kritiker bemängeln die Herangehensweise des Teams. Dazu zählt auch der Umstand, dass die Studie vor einem wissenschaftlichen Gegengecheck  (peer reviewed) veröffentlicht wurde. Blocken hingegen fühlt sich missverstanden. Er wollte mit der Studie niemanden von Sport im Freien abhalten sondern vielmehr darauf hinweisen, dass es für Jogger/Radfahrer sicherer sei, anstatt direkt hintereinander (wo sich die meisten Viren aufhalten) sich diagonal versetzt zu bewegen oder – wenn möglich - nebeneinander.  

Fazit: Manche Daten und Interpretationen zu Covid-19 beruhen auf einem fragmentierten Wissensstand. Ob Schlussfolgerungen (Thesen) tatsächlich zutreffen bedarf einer wissenschaftlichen Evidenz, sprich Nachweis durch unabhängige Experten. Es gilt gemeinhin als üblich, wenn Erkenntnisse und Einschätzungen im Laufe der Zeit von der Fachwelt bestätigt, ergänzt, korrigiert, widerlegt oder widerrufen werden. Da der Lernprozess über Covid-19 in vollem Gange ist erklärt, warum Expertenmeinungen oftmals auseinanderdriften. Prof. Dr. Wieler, Präsident des Robert Koch Insituts räumte am 14.04. ein: "es gibt keine Blaupause - es gibt kein falsch und richtig." Insofern ist gesunde Skepsis angebracht, d.h. man sollte nicht jeder Aussage oder Behauptung blindlings vertrauen. 

 Solange zitierten Studien der wissenschaftliche Gegencheck - sprich ein qualitätssicherndes Peer-Review-Verfahren - fehlt, gebietet es die journalistische Sorgfaltspflicht explizit darauf hinzuweisen. Dazu Anette Schmidtmann von der Deutschen Forschungsgemeinschaft Bonn.: "Problematisch wird es, wenn außerhalb der Wissenschaft – etwa von Journalisten – versucht wird, Ergebnisse einzuordnen, deren Vorläufigkeit nicht eindeutig nachvollziehbar ist." Aus ihrer Sicht sollte daher sowohl von den Wissenschaftlerinnen, als auch in der medialen Berichterstattung stets klar und nachvollziehbar die Vorläufigkeit der Forschungsergebnisse gekennzeichnet werden."

Hohe Nutzerfrequenz auf Radwegen 

Das öffentliche Leben hat sich seit der Ausgangsbeschränkung grundlegend ändert. Der Trubel hat sich verlagert. Während Innenstädte gespenstisch leer sind, tummeln sich die Menschen zuhauf auf Radwegen, Parks und Grünanlagen. Die Zunahme der Fahrrad-Dichte hat mehrere Gründe. Zum einen nutzen viele Beschäftigte auf dem Weg zur Arbeit lieber ihr Zweirad anstatt sich der Ansteckungsgefahr in den öffentlichen Verkehrsmitteln mit U-Bahn, Bus oder Tram auszusetzen. Zum anderen ist das Rad weit mehr als nur umweltfreundliches Mobilitätsmittel. Es leistet als Sport- und/oder Freizeitgerät in unterschiedlichsten Facetten des Radfahrens wertvolle Dienste. Gerade jetzt, wo die Ausgangsbeschränkung gewohnte Freiheiten massiv beschneidet kann man mit einer genüsslichen Radtour aus der beengten häuslichen Umgebung ausbrechen und sich der medialen Pandemie-Dauerberieselung entziehen. 

Seit Inkraftreten der Ausgangsbeschränkung hat sich vieles verändert. Auch unter Radfahrern herrscht "Social Distancing", indem man sich - soweit möglich - mit größerem Sicherheitsabstand umkurvt. Während sich das Verkehrsaufkommen aufgrund der erheblich eingeschränkten Reisefreiheit halbiert haben dürfte scheint sich der Radverkehr zumindest gefühlt verdoppelt zu haben. Auf der einen Seite menschenleere Fußgängerzonen, verwaiste Einkaufsmeilen, leergefegte Straßen, auf der anderen Seite dichter Radverkehr. Besonders bei schönem Ausflugswetter sind popläre Radwege-Achsen rund um die Ballungszentren stark frequentiert. Dort tummeln sich ganze Herscharen von Freizeitaspiranten unterschiedlichster Coleur.

Die rapide Zunahme an Radfahrern und Fußgängern wird von mehreren Faktoren begünstigt. Zum einen meiden viele Menschen wegen der Ansteckungsgefahr öffentliche Verkehrsmittel. Zum anderen wächst trotz des Appells "Zuhause zu bleiben" das Bedürfnis nach Bewegungsaktivität. Da Schulen geschlossen sind und ein Teil der Bevölkerung sich in Kurzarbeit befinden oder freigestellt sind - verbunden mit dem Gerbot nicht reisen zu können - motiviert massenweise Menschen sich im heimatlichen Umfeld auf den Sattel zu schwingen. So kommt es, dass Läufer, Gassi- und Spaziergeher, Radfahrer, Nordic-Walker usw. Radwege auf engstem Raum (über-) bevölkern. Bedenkt man, dass nicht wenige Radwege eine Breite von rund 2 Meter aufweisen (Mountainbikes haben bis zu 80 Zentimeter breite Lenker) und Kinderanhänger/Lastenräder mehr Platz als Fahrräder beanspruchen erklärt sich, mit welch knappen Abständen der Begegnungsverkehr bzw. Überholvorgänge mitunter erfolgen. Nun in der Zeit des Notstands wird mancherorts offensichtlich, wie wenig infrastrukturelle Maßnahmen mit dem jährlich steigenden Radverkehrsanteil Schritt gehalten haben. 

Je nach Fahrbahnbreite kann es im Begegnungsverkehr oder bei Überholvorgängen mitunter beängstigend eng werden. Immerhin tummeln sich auf den Radwegen Rennradfahrer, Genuss- Familien- und Lastenradler sowie e- und Mountainbiker. Dazu bergen Fußgänger, Jogger, Nordic-Walker, Rollerblader, Laufradler sowie teils freilaufende Hunde - von Geschwindigkeitsdifferenzen ganz zu schweigen - zusätzliches Gefahrenpotential. Das kunterbunt gemischte Freizeit-Klientel muss sich eine knappe Fläche teilen. Wenn vorne Vater/Mutter mit dem überbreiten Kinderanhänger im Schlepptau gemütlich dahin gondeln und sich dahinter mangels Überholmöglichkeit ungeduldig eine Traube von Radfahrern drängelt, ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. Die hohe Nutzerfrequenz erfordert angepasstes Tempo, vorausschauendes Fahren, Bremsbereitschaft und schnelles Reaktionsvermögen, um das Sturz- und Unfallrisiko möglichst gering zu halten. Dies gilt umso mehr, als dass das Gesundheitswesen ohnehin belastet ist. Sogenannte "Freizeitunfälle" würden momentan zur Unzeit kommen.

In Anbetracht teils hoffnungslos überfüllter Radwege drängt sich die Alternative auf, solche Radwege zu meiden und stattdessen auf Straßen auszuweichen, auf denen dank Ausgehbeschränkung sowieso ein geringes Verkehrsaufkommen besteht. 

Hohe Radlerfrequenz in der Peripherie von bayerischen Ballungsräumen

  • Main-Radweg --> Bamberg, Aschaffenburg
  • Donau-Radweg --> Ulm, Ingolstadt, Regensburg, Straubing, Deggendorf, Passau
  • Isar-Radweg --> Bad Tölz, Großraum München, Freising, Landshut, Dingolfing, Landau
  • Fünf-Flüsse-Radweg/Altmühltal-Radweg --> Regensburg, Kelheim, Neumarkt, Nürnberg
  • Regental-Radweg --> Regensburg

Wer sich auf eine Radtour begibt sollte genügend Proviant von zuhause mitnehmen. Pausen mit einer zünftigen Brotzeit im Gasthaus, bzw. Biergarten oder Cafes fallen derzeit flach, weil sie geschlossen sind. Bleiben Lebensmittelläden die als systemrelevante Betriebe zwar geöffnet sind, allerdings sich die Einkaufsmöglichkeiten (Ansteckungsgefahr) hauptsächlich auf (größere) Orte beschränkt. Mehrtägige Radtouren sind während der Ausgangsbeschränkungen nicht möglich, da (touristische) Übernachtungen in Gasthäusern, Hotels oder Pensionen untersagt ist. 

Runter vom Gas

Solange COVID-19 eine akute Infektionsgefahr darstellt ist von körperlicher Verausgabung (intensive Belastung) abzusehen, weil es die Immunabwehr schwächt. Höchstleistungen rufen einen bis zu 72 stündigen "Open-Window-Effekt" hervor zu, was den Körper für eine Infektion signifikant anfälliger macht. Durch das widerstandreduzierte Einfallstor ist das Immunsystem nur bedingt funktionstüchtig, weshalb man sich schneller Viren und Bakterien einfangen kann.

Wie sagte Ministerpräsident Markus Söder: "In der Ruhe liegt die Kraft."

Ausblick

Lichtblick: Eines ist klar, mit jedem Tag wo endorphinanreichendes Gelände gemieden bzw. ein risikominimierter Fahrstil praktiziert wird, man dazu meist alleine unterwegs ist und obendrein auf gesellige Einkehr verzichten muss steigt das Verlangen, baldigst dieses "Zwangskorsett" ablegen zu können. Doch irgendwann wird die Zeit nach Corona anbrechen. Dann darf die Sehnsucht nach lustbetonter Fahrweise, das Bewältigen neuer Herausforderungen sowie gemeinschaftliches Biken mit Freunden und Vereinskollegen samt Gaststätten- und Biergärtenbesuche endlich wieder in traditioneller Weise gestillt werden. Die Rückkehr zur Normalität dürfte nach wochenlanger "Enthaltsamkeit" und "Social Distancing" den Erlebnisspaß vervielfachen.

Weitere Informatinen zur Corona-Pandemie im Schwesterportal Bayernbike

Ride On - Take care and stays healthy!