Cape Epic - 17. - 24. März 2019

Etappenverlauf

Prolog - THE GRAND DEPART: University of Cape Town 21 km/600 hm

Stage 1 HEAVEN & BACK TO EARTH: Hermanus-Hermanus 112 km/2700 hm 

Stage 2 ENTER SANDMAN: Hermanus - Oak Valley 86 km / 2250 hm

Stage 3 THE EMERALD PRINCESS: Oak Valley-Oak Valley 103km/2800hm

Stage 4 JUST LIKE CLOCKWORK: Oak Valley - Oak Valley 43 km / 1000 hm 

Stage 5 NEWTON'S QUEEN: Oak Valley - Stellenbosch 100 km / 2850 hm

Stage 6 DEATH & TAXES : Stellenbosch - Stellenbosch 89 km / 2650 hm

Stage 7 THE GRAND FINALE : Stellenbosch - Val de Vie 70 km / 1800 hm

Strecken-Facts

Das Absa-Cape-Epic 2019 wird mit 624 km Länge und satten 16'650 Höhenmetern definitiv eine der härtesten in der langjährigen Geschichte des südafrikanischen Mountainbike-Etappenrennens sein. Die diesjährige Ausgabe weist immerhin rund 3.120 hm mehr auf als letztes Jahr. Queen-Stage   (Königsetappe) ist die 5. Etappe mit 2.850 hm.

Cape Epic - Südafrika Video

Das prestigeträchtige Race mit den weltbesten MTB-Profis startet am 17. März 2019 an der University of Cape Town mit dem Prolog und endet am 24. März auf dem Val de Vie Weingut. Abgesehen vom materialmordenden Verschleiß zeigt die achttägige Ausdauerschlacht selbst Top-Athleten knallhart die Grenzen ihrer mentalen und physischen Leistungsfähigkeit auf. Das extreme Etappenrennen verzeiht keine Schwächen, denn technische Passagen und pfeilschnelle Downhills verlangen brilliantes Fahrkönnen, extreme Willenskraft und Top-Ausdauer, um im hart umkämpften Renngeschehen erfolgreich zu bestehen. Gerade auf anspruchvollen Passagen spielt die Fahrtechik und das Nervenkostüm - sprich mentale Manpower - eine entscheidende Rolle um Sieg oder Niederlage. Wer Abfahrten schnell und gekonnt sicher meistert und taktisch überlegen agiert der lässt eben weniger Körner liegen als Konkurrenten die das weniger gut beherrschen. 

Das Etappenrennen genießt einen unvergleichlichen Kultstatus. So wie Tour de France das bedeutenste Radrennen der Welt ist, gilt dasselbe Prädikat für das Absa-Cape-Epic im Offroad-Sektor. Es gibt in der Tat kein MTB-Rennen in der Welt, dem eine derart reichweitenintensive Medienaufmerksamkeit zuteil wird.

Es bleibt spannend ob die Vorjahressieger Jaroslav Kulhavy und Howard Grotts und Annika Langvad und Kate Courtney (beide Teams Investec-Sono-Specialized) ihren triumphalen Erfolg wiederholen können.

Der Tschechische SuperstarJaroslav Kulhavý hat das Specialized Werksteam verlassen und versucht nun mit seinem bisherigen Teampartner Howard Grotts unter eigenem Teamnamen an alte Erfolge anknüpfen. 

Nachdem Karl Platt (40 Jahre) 2016 seinen letzten Cape Epic Triumph feierte war der 10. Platz 2018 für den siegverwöhnten Profi sicher eine herbe Enttäuschung. Die Erklärung liegt in den Nachwehen eines Beckenbruchs den er sich im November 2017 auf Mauritius zu zog, und die Rennvorbereitung entsprechend beeinträchtigte. 

Auch wenn die Ergebnisse der letzten beiden Jahre (2017: Platz 12) zu wünschen übrig ließen wurde sein Vertrag beim Team Bulls verlängert. Überdies fädelte Platt den Überraschungsdeal mit dem dreifachen Weltmeister Alban Lakata ein. Platt, der zweifache Deutsche Marathon-Meister und fünffache Cape-Epic-Sieger machte beim Interview mit <aCrosstheCountry> keinen Hehl aus seinem Ziel. Sein Statement: "Ich will noch mal Vollgas geben" ist eine unmissverständliche Kampfansage.

Karl Platt (Team BULLS) - der sich mit fünf Siegen mit der Schweizer Legende Christoph Sauser die ruhmhafte Cape Epic-Rekordmarke teilt - hat sich mit dem 3 fachen Mountainbike-Marathon-Weltmeister Alban Lakata (39 Jahre) aus Osttirol einen erfahrenen Fahrer ins Boot geholt. Anmerkung Red.: Dessen bisheriger Brötchengeber - das Team Canyon Topeak Factory Racing - wurde zum 31. Dezember 2018 aufgelöst.  

Nach zwölf Jahren unverändeter Besetzung ficht die neue Teampaarung die Motivation an. Ob der frische Wind sich letztlich in Spitzenresultate niederschlägt wird sich zeigen. Jedenfalls peilt Platt seinen sechsten Cape Epic Gesamtsieg an. Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht, denn Alban Lakata landete mit seinem Teamkollegen Kristian Hynek (Canyon Topeak) letztes Jahr immerhin auf dem zweiten Gesamtplatz. 

Das neu formierte Team feiert beim viertägigen Etappenrennen Tankwa Trek (7.-10. Februar) sozusagen Rennpremiere. Das Rennen gilt als Generalprobe für das bevorstehende Cape Epic. Hier wird sich zeigen inwieweit das Duo harmoniert. Gerade bei Zweierteams gilt das harmonische Zusammenspiel der Fahrer als Schlüssel zum Erfolg. Sympathie, Respekt, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft füreinander stärken den Teamspirit und den inneren Zusammenhalt. 

Platts früherer Teamkollege Urs Huber bildet mit Simon Stiebjahn das Team BULLS II. Das zweite BULLS Team startet jedoch nicht als nachrangiges Backup-Team, sondern fährt auf eigene Rechnung - selbst wenn es  zu renntypischen Konkurrenz-Situationen kommen sollte die die Frage aufwerfen wer denn nun für wen fährt bzw. unterstützt. Einen "Star-Bonus" gibt es nicht, d.h.das stärkere Team zieht sein Ding ohne Teamorder beinhart durch. In Anbetracht der enormen Leistungsdichte an Top-Athleten dürfen sich Fans und Zuschauer umso mehr auf spannende Positionskämpfe freuen.

Auch von Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing), der mit seinem Teampartner Henri Avancini (Cannondale Factory Racing) 2018 auf dem dritten Gesamtrang landete, dürfte um Podiumsplätze ein ernsthaftes Wörtchen mit reden. Wenn alles zusammen passt, das Duo von Stürzen und Materialdefekte verschont bleibt - sprich das Glück auf ihrer Seite ist - reicht es womöglich sogar zum ersten glorreichen Gesamtsieg. Zum engeren Favoritenkreis zählen Nino Schurter und Matthias Stirnemann (Scott-Sram). Aber wie heißt es so schön: jedes Jahr sind die Karten neu gemischt, was natürlich die Spannung zusätzlich anheizt. 

Adelheid Morath (Freiburg) geht mit ihrer südafrikanischen Teampartnerin Candice (Team Summit Fin) an den Start. Rückblick: ihre letztjährige Saison verlief alles andere als erfolgreich. Erst erlitt sie bei einem Trainingssturz zum Weltcup in Stellenbosch (Südafrika) einen Kahnbeinbruch an der Hand, dann brach sie sich beim Comeback Weltcup in Albstadt im Cross-Country-Rennen das Schlüsselbein. 

Ready to rumble

Prolog: 17. März 21 km / 600 hm

  • Start Location: University of Cape Town
  • Finish Location: University of Cape Town

Beim Prolog gilt es die optimale Balance zwischen Schnelligkeit und Sicherheit zu finden. Speziell tückische Sandlöcher erhöhen die Sturzgefahr, die das epische Rennabenteuer Knall auf Fall beenden können bevor es richtig angefangen hat. Es ist die feinfühlige Kunst abzuwägen um nicht zu viele Körner in den Wind zu blasen, aber dennoch Zeitabstände möglichst gering zu halten damit man in Schlagdistanz zu den Konkurrenten bleibt.

Results Prologue

Das Team Scott-Sram wurde mit der Schweizer Teampaarung Schurter/Forster seine Favoritenrolle gerecht und unterstrich mit dem Sieg den Anspruch auf den Gesamtsieg.

Stage 1: 18. März
  • Start Location: Hermanus
  • Finish Location: Hermanus

112 km 2'700 hm verteilt über den Katkloof Climb, zahlreiche mittlere und kleinere Anstiege und technische Passagen etwa 15 Kilometer vor dem Ziel, fordert bereits die erste Etappe enorm Substanz und Konzentration.

Die Schweizer Teampaarung Nino Schurter und Lars Forster (Scott-SRAM MTB-Racing) wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und unterstrichen mit dem Sieg im Prolog sowie der ersten Etappe ihren Anspruch auf den Gesamtsieg. Auf Platz 2 der Gesamtwertung liegen Manuel Fumic und Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing), Platz 3 belegen Jaroslav Kulhavy und Sam Gaze (Investecsongo Specialized).

Bei den Damen liegen die Favoriten Annia Langvad (DEN) und Anna van der Breggen (NED) erwartungsgemäß in Führung, gefolgt vom Team Kross-Spur-Racing mit Ariane Lüthi (CH) und Maja Wloszczowska (POL). Das Team Summit Fin mit der Deutschen Adelheid Morath und Candice Lill (ZA) liegt in aussichtsreicher Lauerstellung auf Position 3, während das rein deutsche Team Sabine Spitz und Nadine Riederer (Meerendal WIAWIS Rothwild) den 5. Platz belegt.

Results Stage 1

Stage 2: 19. März

  • Start Location: Hermanus
  • Finish Location: Oak Valley 

Abermals von Hermanus verläuft die 86 km lange Etappe 2 250 hm nach Oak Valley. Zwar nicht ganz so zermürbend wie die erste Etappe, dennoch hat es auch der zweite Abschnitt in sich. Es heißt die Kräfte sorgsam einzuteilen,  denn der 6 km lange Anstieg auf den Wildekrans Tokoloshe – fordert mit seinen 500 hm im Schlussdrittel extreme Kondition.  

Das Scott-SRAM MTB-Racing Team bleibt mit den Schweizer Fahrern Nino Schurter und Lars Forster stright auf Titelkurs. Mit dem dritten Sieg in Folge trumpften sie auch auf Stage 2 bärenstark auf. Auf Platz 2 landete das Team Kross-Spur mit Sergio Mantecon Guirierrez (Esp.) und Ondrej Cink (CZ), gefolgt Manuel Fumic und Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing) auf Platz 3. Sowohl auf die Führenden als auch auf die Nachfolger liegen sie mit jeweils 4 min. Rückstand/Vorsprung in der Gesamtwertung auf einem ungefährdeten 3. Platz. Die Mitfavoriten (Investecsongo Specialized) landeten hingegen abgeschlagen auf dem 35. Platz womit eine erfolgreiche Titelverteidung wohl "gegessen" ist. Grund war ein schwerer Sturz des Teampartners von Jaroslav Kulhavy Sam Gaze, der sich mit letzter Kraft ins Ziel schleppte.

Leider haben auch Karl Platt und Alban Lakata (BULLS Legends) mit dem 17. Etappenplatz viel Boden verloren, zumal sie mit Titelambitionen gestartet sind. Ganz im Gegensatz zum Partner-Team BULLS Heroes mit Urs Huber und dem Deutschen Simon Stiebjahn, die mit dem 6. Platz in der Gesamtwertung auf dem hervorragenden Rang vier liegen. 

Bei den Damen bleib alles beim alten. Ein weiterer Sieg für Annia Langvad (DEN) und Anna van der Breggen (NED), gefolgt vom Team Kross-Spur-Racing mit Ariane Lüthi (CH) und Maja Wloszczowska (POL). Das Team Summit Fin mit der Deutschen Adelheid Morath und Candice Lill (ZA) liegt in aussichtsreicher Lauerstellung auf Position 3. Die deutsche Teampaarung Sabine Spitz und Nadine Riederer (Meerendal WIAWIS Rothwild) belegten abermals den 5. Platz.

Results

Stage 3: 20. März

  • Start Location: Oak Valley 
  • Finish Location: Oak Valley

Oak Valley ist zugleich Start- und Zielort (103 km). Gleich vom Start weg folgen schweißtreibende 1’000 hm auf den Groenlandberg. Nach Gipfelüberquerung folgt eine extrem anspruchsvolle Abfahrt. Knackige Berg- und Talfahrten würzen die Etappe. Das beste kommt bekanntlich zum Schluss, denn nach 2'800 hm liefern die Thandi Switchbacks quasi das Etappen-Dessert. 

Manuel Fumic und Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing) konnten auf der brutal harten dritten Etappe ihren ersten Sieg erringen. Die 103 km lange Strecke mit 2 800 hm war auf schroffen Singletrails auch technisch äußerst anspruchsvoll. Demzufolge bestreitet morgen das Führungsduo das Zeitfahren im gelben Leader-Trikot - was sicherlich für psychologischen Auftrieb sorgt. Allerdings profitierten die beiden vom Reifendefekt des bisherigen Führungdsduos Nino Schurter und Lars Forster (Scott-SRAM MTB-Racing Team), die mehr als 9 min. verloren wobei sie den Rückstand bis ins Ziel auf 6:45 min. wieder verringerten.In der Gesamtwertung liegen die Favoriten nun 2.41 min hinter Cannondale Factory Racing auf  Rang 2. Für das mitfavorisierte Team Investecsongo Specialized kam das Aus, nachdem Sam Gaze auf der 2. Etappe so schwer gestürzt war. Teampartners Jaroslav Kulhavy fuhr solo die Etappe zu Ende.

Bei den Damen ein gewohntes Bild: ein weiterer Sieg für Annia Langvad (DEN) - trotz Sturz - und Anna van der Breggen (NED), gefolgt vom Team Summit Fin mit der Deutschen Adelheid Morath und Candice Lill (ZA) und dem Team Silverback Fairtree mit Jennie Stenerhag (SWE) und Mariske Strauss (ZA). Sabine Spitz und Nadine Riederer (Meerendal WIAWIS Rothwild) belegten abermals den 5. Platz. 

Results

Stage 4: 21. März

  • Start Location: Oak Valley
  • Finish Location: Oak Valley

Nach den bisher drei zehrenden Etappen folgt mit dem 43 km langen Zeitfahren ein kürzerer "Arbeitstag". Dennoch ist die Etappe nicht zu unterschätzen, denn der Streckenverlauf enthält die beliebtesten Singletracks von Elgin, wobei jeder Trail wiederum durch einen steilen Anstieg mit dem nächsten verbunden ist was sich auf 1'000 hm kumuliert. Trotz Kurzetappe wird eine gute Physis abverlangt. 

Manuel Fumic und Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing) können ihren Vorsprung nach dem 43 km langen Zeitfahren trotz Sturz des Deutschen knapp mit 1:13 min. auf die schärfsten Verfolger Nino Schurter und Lars Forster (Scott-SRAM MTB-Racing Team) verteidigen. Somit gehen Manuel & Henrique auf der schweren 5. Etappe von Oak Valley nach Stellenbosch (100 km / 2850 hm) zum zweiten Mal in Folge im Leader-Trikot on track. Die äußerst knappe Führung verspricht für den weiteren Rennverlauf definitiv Hochspannung, denn Nino Schurter und Lars Forster werden alles daran setzen, die Spitzenposition wieder zurück zu gewinnen. Es scheint alles auf einen Zweikampf zwischen den beiden best platzierten Teams hinauszulaufen, denn das Drittplatzierte Team Trek Selle San Marco mit Diamano Ferraro und Samuele Porro liegen bereits knapp 10 Minuten hinter dem Führungsduo. Vielmehr muss die italienische Paarung vor dem Team BULLS Heroes mit Urs Huber und dem Deutschen Simon Stiebjahn in Acht nehmen, da die Viertplatzierten mit mickrigen 14 Sekunden Rückstand in absoluter Schlagdistanz liegen.  Andererseits schwingt beim MTB-Race jederzeit das Risiko eines Defekts oder Sturzes mit, was mit einem Schlag alle Hoffnungen zunichte machen kann. 

Im Gesamtklasement befinden sich mit Manuel Fumic, Simon Stibjahn (BULLS Heroes), Jochen Kaes (Centurion Vaude) und Karl Platt (BULLS Legends) insgesamt noch vier Fahrer in den Top Ten. 

Bei den Damen bleibt die Reihenfolge in der Gesamtwertung unverändert: Etappensieg für Annia Langvad (DEN) und Anna van der Breggen (NED), gefolgt vom Team Summit Fin mit der Deutschen Adelheid Morath und Candice Lill (ZA). Kross Spur Racing mit Ariane Lüthi und Maja Wloszczowska wurden Dritte. Sabine Spitz und Nadine Riederer (Meerendal WIAWIS Rothwild) scheinen ein Abbonnement auf den 5. Platz gebucht zu haben, da sie bisher sämtliche Etappen auf diesem Rang finishten. Auf die Nachfolger haben sie einen beruhigenden Vorsprung von knapp 1 Stunde. 

In der Mixed-Gesamtwertung liegt das Deutsche Duo Laura Stark und Sebastian Stark (Team TBR-Werner) mit 43 minütigem Vorsprung souverän in Führung. Das Team Leschi mit Christian Leschke und Andrea Baumer rangieren auf dem 10. Platz. 

Results

Stage 5: 22. März

  • Start Location: Oak Valley
  • Finish Location: Stellenbosch

Die Streckendaten sprechen ein klare Sprache, denn auf der 100 Kilometer langen Etappe sind sage und schreibe 2'850 hm nach Stellenbosch zu überwinden. Nach zwei Dritteln der Etappe geht es in den Hauptanstieg, dem Kings Climb. Auf den technischen Helderberg Trails geht es nochmals mächtig zur Sache. Bis ins Ziel erwartet die Fahrer einige echte Trail-Klassiker.

Die Südafrkaner Philipp Buys und Matthys Beukes (PYGA Euro Steel) haben die knüppelharte Königsetappe (100 km / 2 850 hm) vom Oak Valley nach Stellenbosch gewonnen. The yellow Jerseys are back, weshalb sich Nino Schurter und Lars Forster (Scott-SRAM MTB-Racing Team) als Zweitplatzierte wie Sieger gefühlt haben dürften. Mit einer wahren Powerleistung haben die beiden eindrucksvoll gepusht und völlig verdient das Leader-Trikot zurück erobert. Gemeinsam mit Philipp Buys und Matthys Beukes fuhr das Quartett nach dem Sturz von Manuel Fumic einsam an der Spitze. Das Cannondale Factory Racing verlor dadurch den Anschluss an die Führungsgruppe und liegt nun im Gesamtklassement 5:13 Minuten hinter den Führenden. Das Team Trek Selle San Marco mit Diamano Ferraro und Samuele Porro fuhr als Dritter über die Ziellinie.

Manuel Fumic gab sich frühmorgens an der Startlinie noch angriffslustig, um das Gelbe Trikot erfolgreich zu verteidigen. Doch die offensive Fahrweise endete im sandigen Untergrund leider im Crash. Mit einem Vorsprung von 5:13 min. ist für die verbleibenden zwei Etappen zumindest eine Vorentscheidung gefallen. Sofern Schurter & Forster defekt- und sturzfrei bleiben brauchen nicht unbedingt agieren sondern eher reagieren, d.h. Attacken der schärfsten Konkurrenten müssen nur pariert werden. Entsprechend des heutigen Rennverlaufs wurde die Gesamtwertung der Top Ten gehörig durcheinander gewirbelt.

Diesen Recovery-Drink haben sich Nino Schurter und Lars Forster redlich verdient. 

Aus deutscher Sicht absolut erfreulich: Etappensiegerin Aldelheid Morath beerbte mit ihrer südafrikanischen Teampartnerin Candice Lill (Summit Fin) die bisherien "Seriensieger" Annika Langvad und Anna van der Breggen (Investec-songo-Specialized) die Zweite wurden. Sabine Spitz und Nadine Riederer (Meerendal WIAWIS Rothwild) haben es geschafft ihre bisherige Serienplatzierung von Rang 5  zu verbessern - sie wurden Vierte. Im Gesamtklassement bleiben sie zwar weiterhin Fünfte, doch der Abstand zu den Verfolger-Teams hat sich vergrößert. 

Results

Stage 6: 23. März

  • Start Location: Stellenbosch 
  • Finish Location: Stellenbosch 

Die vorletzte 89 km Etappe erlaubt kein Durchschnaufen, denn nach dem Start in Stellenbosch geht es rund 500 hm hinauf zum Botmankop. Es folgt ein Up and Down was summa summarum 2'650 Höhenmeter ergibt. Da mag die steinig-flowige Abfahrt durchs Klapmuts Kop für die ausgemergelten Fahrer ein Highlight darstellen.

Natürlich ist es vermessen voreilg zu behaupten, dass die Cape Epic in diesem Endstatium bereits entschieden sei – dazu birgt der MTB-Sport viel zu viele unvorhersehbare Risiken. Spektakuläre Wendungen bis zum Schluß haben in der langen Geschichte bewiesen, dass nichts aber auch gar nichts in trockenen Tüchern ist solange das Rennen läuft. Dennoch darf man nach 6 Etppen durchaus von einer Vorentscheidung im Kampf um das gelbe Trikot sprechen, zumal Nino Schurter und Lars Forster ihre Gesamtführung weiter ausbauten. Hinzu kommt ihr starkes Backup-Team mit Andri Frischknecht und Gert Heyns, die gut die Hälfte der Etappe dem gelben Trikot folgten, was selbst im Falle eines Defekts die beiden Schweizer einen möglichen Zeitverlust gering gehalten hätten. 

Die Sieger dieser Etappe um dem Kolumbianer Luis Meija und dem Italiener Johnny Cattaneo (7C CBZ Wilier) dürfte wohl keiner auf der Rechnung gehabt haben. In der Gesamtwertung rangieren sie auf dem 7. Platz.

Manuel Fumic und Henrique Avancini mussten dem Sturz des deutschen XC-Meisters am Vortag Tribut zollen. Aufgrund der verletztungsbedingten Nachwirkungen nahmen sie einen Ticken raus und fuhren ihren eigenen Rhythmus . Allerdings drückten ausgerechnet die bis dato Gesamtdritten Samuele Porro und Damiano Ferraro mächtig auf die Kurbel und verringerten den virtuellen Rückstand auf Platz zwei von Fumic/Avancini um knapp die Hälfte. Letztlich blieben auf die schärsten Verfolger ein Vorsprung ca. 9 Minuten übrig, was unter "normalen" Voraussetzungen bis zum Finale für den zweiten Gesamtrang reichen sollte. 

Bei den Damen waren Anna van der Breggen und Annika Langvad einmal mehr souverän unterwegs. Vom Start weg machten sich die Specialized-Fahrerinnen Annika Langvad und Anna van der Breggen vom Acker und fuhren einen weiteren Etappensieg ein. Adelheid Morat/Candice Lill (Summit Fin) wurden Zweite vor

Sabine Spitz und Nadine Rieder (Meerendal WIAWIS Rothwild) finishten auf Platz vier und verringerten in der Gesamtwertung ihren Rückstand auf die Viertplatzierten Jennie Stenerhag und Mariske Strauss. Nichts desto ist der Sprung unter die Top Drei in der Endabrechnung angesichts des Rückstands relativ unrealistisch. Andererseits ist alles möglich... 

Results

Stage 7: 24. März

  • Start Location: Stellenbosch
  • Finish Location: Val de Vie

Die 70 km lange Schlussetappe (1800 hm) führt von Stellenbosch ins Val de Vie, mitten hindurch durch das reizvolle Weinbaugebiet der Region. Die berühmten Jonkershoek Trails führen 500 hm zum Steckenzenit der Cape Epic hoch, worauf sich eine lange technische Abfahrt bis zum giftigsteilen Aufstieg «Fionas Beast» anschließt. Nach den Sugar Bowl Trails führt ein letzter Anstieg und eine Premieren-Singletrail-Sektion zur «Champs-Elysées» über die finalen flachen Kilometer ins lang ersehnte Ziel. Gekühltes Finisher-Bier dürfte als Abschluß wohl der Himmel auf Erden sein. 

Das wohl härteste MTB-Etappenrennen der Welt - das Cape Epic - gewinnt dieses Jahr Nino Schurter und Lars Forster vom Team Scott-SRAM MTB-Racing souverän.

Bild oben: Scott-Backup-Team mit Urs Huber und Simon Stiebjahn.

Nicht minder überlegen agierten Annika Langvand und Anna van der Breggen (Team Investec-songo-Specialized) bei den Damen. Das über die Gesamtdistanz klar dominierende Damen-Duo fuhr am Tag 8 den siebten Sieg ein, was ihnen den Gesamtsieg der Cape Epic 2019 bescherte. Adelheid Morath und Candice Lill (Summit Fin) landeten auf dem phänomalen zweiten Gesamtrang. Demnach lagen im Gesamtklassement insgesamt drei Deutsche Damen in den TOP TEN. 

Manuel Fumic und Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing) erkämpften mit viel Herzblut den phamosen zweiten Gesamtrang, während Simon Stiebjahn mit Urs Huber (BULLS Heroes) als zweiter Deutscher Vierter wurde. Ihr Ziel, in der Gesamtwertung aufs Podium zu fahren scheiterte insofern denkbar knapp.

Auch mal interessant zu erfahren, welch beeindruckende Trainings-Vorbereitung für die Cape Epic betrieben wird. So spulte Simon Stiebjahn von Mitte Oktober bis Mitte März 9 000 Trainingskilometer samt 135 500 Höhenmeter ab. 

Ebenso spannend der Blick hinter die Kulissen - sprich der übliche Cape-Epic-Tagesablauf: Simon Stiebjahn: "Morgens um 4:30 Uhr klingelt der Wecker, dann kommt das Frühstück. 6:15 Uhr beginnen wir mit dem Warmfahren und um 7 Uhr erfolgt der Start. Im Ziel werden wir so gegen 11 Uhr bzw. kurz nach 11 Uhr sein. Und dann kommt es darauf an, wie die Etappe lief: Unter Umständen kommen dann Siegerehrung, Pressekonferenz und die Dopingkontrolle, bevor wir natürlich wieder etwas essen. Und für den kompletten Nachmittag steht dann Regeneration an. Kältebecken, Massage, Reboots, usw. Abends um 19 Uhr ist dann nochmals eine Siegerehrung, sollte man dabei sein. Davor essen wir aber. Und dann gehen wir um 19:30 Uhr bis 20 Uhr ins Bett, um acht bis achteinhalb Stunden Schlaf zu haben." (Quelle: MTB-News.de)

Etwas enttäuschend das Abschneiden von Karl Platt und Alban Lakata (BULLS Legends) die mit Titelambitionen starteten und schlußendlich im Gesamtklassement Zwölfte wurden. Mit Außnahme des dritten Podiumplatzes der ersten Etappe dürften Beide mit dem Rennverlauf sicher nicht zufrieden sein. An keinem Tag blitzte ein Leistungsvermögen auf, um auf internationalem Top-Niveau mit zu mischen. Deshalb ging die Team-Leaderrolle recht schnell von den BULLS Legends auf BULLS Heroes über. Bleibt abzuwarten wie sie sich in der bevorstehenden Saison 2019 behaupten werden. Zur Ehrenrettung bleibt festzuhalten, dass das Team von etlichen technischen Defekten geplagt war. Das BULLS-Youngster-Team mit Martin Frey und Simon Schneller erreichten den 20. Platz. Demnach lagen bei den Herren im Gesamtklassement ingesamt 2 Deutsche in den TOP TEN bzw. 5 Deutsche unter den 20 bestplatzierten Teams. 

Besonders erfreulich: der Gesamtsieg in der Mixed-Kategorie gingen an Laura und Sebastian Stark (TBR Werner). Bei den Masters konnten sich Jose Antonio Hermida mit Ex-Straßenprofi Joaquim Rodriguez (Merida Factory Racing) über ihren Gesamterfolg freuen, während bei den Grand Masters MTB-Olympiasieger Bart Brentjens mit Teampartner Brasilianer Abraao Azevedo (CST Sandd Bafang) am obersten Treppchen standen.

Den prestigeträchtigen Final-Etappensieg von Stellenbosch ins Val de Vie sicherten sich Sergio Mantecon Gutierrez und Ondrej Cink (Kross Spur) im Fotofinish hauchdünn vor Philip Buys und Matthys Beukes (PYGA Euro Steel). Während Beukes und Cink schon die Ziellinie schon überquert hatten entbrannte hinter ihnen der Fight unter den Teampartnern. Das Duell um den Tagessieg war derart knapp, dass es mit dem bloßen Auge nicht erkennbar war, wer die Nase an der Finishline vorn hatte. Erst Kamerabilder lieferten den eindeutigen Beweis, dass der Spanier Mantecon einige Zentimeter vor dem Südafrikaner Buys (Gesamtwertung 17. Platz) über die Ziellinie rauschte.

Damit war der erste Tagessieg für Mantecon und Cink vollbracht (Gesamtwertung 27. Platz). Auf Rang drei finishten Martins Blums und Sebastian Fini (CST Sandd), die damit auch erstmalig in diesem Etappenrennen auf dem Podium standen.

Nino Schurter und Lars Forster landeten mit kontrollierter Fahrweise auf dem 14. Tagesrang, um den Gesamtsieg nicht zu gefährden.

Wer eine weltklassebesetzte Cape Epic gewinnt setzt in seiner sportlichen Profikarriere einen Meilenstein. 

Fahrer und Helfer der Scott-Teams im glücksberauschenden Siegestaumel.

Manuel Fumic und Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing) ließen ebenso wenig anbrennen und verteidigten ihren zweiten Gesamtrang auf ihre schärfsten Widersacher um Samuele Porro und Damiano Ferraro (Trek Selle San Marco) beherzt bis zum Zielstrich. Letztlich lagen nach 624 Kilometer und 16'650 Höhenmeter das erst- und zweitplatzierte Team nicht mal 8 Minuten auseinander.

Bei den Damen war es wie gehabt eine klare Sache: Anna van der Breggen und Annika Langvad vom Team Investec-songo-Specialized brachten ihren 7. Etappensieg dieses Rennens unter Dach und Fach. Riesenerfolg auch für die Deutsche Adelheid Morath und Candice Lill (Summit Fin), die die Finaletappe als Zweitplatzierte finishten und in der Endabrechnung der Cape Epic 2019 überraschend Zweite werden. Im Hinblick ihrer verletzungsträchtigen Saison letztes Jahr umso mehr ein anerkennswerter Erfolg. 

Results Stage 7

Final Results Cape Epic 2019

Last NEWS

Erfreuliche Nachrichten kurz vor der diesjährigen Cape Epic: Sabine Spitz ist nach dem Ausfall ihrer Wunsch-Partnerin Robyn de Groot - bei der Südafrikanerin wurde eine Endofibrose (Verengung der Becken-Arterie) diagnostiziert - auf der Suche nach einer Teampartnerin für die »Absa Cape Epic« quasi in letzter Minute doch noch fündig geworden. Demnach wird die Olympiasiegerin von 2008, zweifache Weltmeisterin, vierfache Europameisterin und 20fache Deutsche Meisterin im Mountainbikesport das achttägige Etappenrennen in Südafrika gemeinsam mit der Sonthofenerin Nadine Rieder bestreiten. 

  Sabine Spitz

2018 verkündete die 47-Jährige Sabine Spitz ihren offiziellen Rücktritt vom Cross-Country-Sport. Ihre außergewöhnliche Karriere wurde mit drei olympischen Medaillen veredelt, hinzu kamen zwei WM- und vier Europameister-Titel sowie sage und schreibe 20 Deutsche Meistertitel. Doch Sabine Spitz ist vom Profisport nicht komplett zurück getreten sondern fokussiert nun die Marathon-Disziplin. So steht 2019 ein erneuter Start beim Cape Epic in Südafrika sowie Marathons in Singen und der Ultra Bike in Kirchzarten auf dem Programm. Ebenso ist der Start bei der Marathon-WM in Grächen, dem Rothaus Bike Giro und dem Engadin Bike Giro geplant. Interview: acrossthecountry

Nach ihrem Rücktritt vom Cross-Country-Sport genießt das prestigeträchtige »Cape Epic« für Sabine Spitz (Wiawis Bikes) einen noch höheren Stellenwert als ohnehin schon. Tatsächlich war es alles andere als einfach so kurzfristig eine Partnerin zu finden, zumal das Rennen im selben Trikot gefahren werden muss und neben der "Chemie" natürlich auch die jeweiligen Sponsoren passen müssen. Mit der 29-jährigen DM-Dritten Nadine Rieder hat Sabine Spitz am letzten Drücker eine ebenbürtige Partnerin gefunden, die in Sachen Zweier-Teams bei der »Transalp«  und »Cape Pioneer« schon Erfahrungen sammelte. Bleibt zu hoffen, dass das deutsche Gespann harmoniert und leistungsmäßig in der Lage ist um vordere Platzierungen mit zu fighten. Sabine Spitz hat jedenfalls ein klares Ziel vor Augen: „Alles geben, was geht“.

Neben Spitz und Rieder wird im übrigen mit Adelheid Morath (Trek) auch die Deutsche Vizemeisterin am Start sein. Die Freiburgerin bestreitet das »Cape Epic«  mit der Südafrikanerin Candice Lill.

Cape Epic Dates

2020 Absa Cape Epic 22 - 29 March 

2021 Absa Cape Epic 21 - 28 March